Hallo,
also die Tante bei der Musterung fragte mich, nachdem ich angab, dass ich momentan Informatik studieren:
"Informatik, kann man denn damit
heute überhaupt noch etwas werden?"
Ich dachte mir nur: ...
Also ich weiß gar nicht was du hast. Die Software die ich verwenden läuft wunderbar stabil und ich habe überhaupt gar keine Probleme damit.
Mein Windows-System läuft seit Jahren stabil, ohne irgendwelchen Ärger zu machen. Die ganzen Buggs die du meinst fallen mir gar nicht auf.
Wenn ich zum Bankautomaten gehe, gibt der mir brav mein Geld aus, die Schranke zu den Parkplätzen öffnet sich ordnungsgemäß, der Fahrstuhl bringt mich nach oben...
Alles klappt wunderbar, ohne das ich überall ständig Bugs sehen würde.
Nur: Der normal Anwender sieht die ganze Software nicht, die hinter vielen System steckt. Wenn wir mit dem Zug fahren, sehen wir den Zug. Dass dort aber unmengen an Software dahinter steckt, ist uns nicht bewusst.
Ebenso beim Fliegen. Die ganzen Buchungen, Einchecken, dass das Gepäck zum richtigen Flugzeug kommt etc. läuft alles über Software. Selbst die Steuerung von Flugzeugen ist heutzutage
vollständig Software basiert. Wären da ständig Bugs, müsste doch jeden Tag am Flughafen ein heiden Chaos herrschen. Oder evt. auch nicht, weil die Flugzeuge reihenweise vom Himmel fallen würden?
Und ein Arzt arbeitet auf keinen Fall fehlerfrei, nicht mal nahezu.
Zitat:
Eine Auswertung von zahlreichen Studien ergab, dass pro Jahr im Krankenhausbereich mit 5-10 % unerwünschter Ereignisse, 2-4 % Schäden, 1 % Behandlungsfehler und 0,1 % Todesfälle, die auf Fehler zurückgehen, zu rechnen ist [5]. Laut Statistischem Bundesamt kam es im Jahr 2005 zu rund 36,1 Millionen Operationen und medizinischen Prozeduren in Krankenhäusern. Dies wären dann 1,8 bis 3,6 Mio. Operationen mit unerwünschten Ereignissen, 720.000 bis 1.44 Mio. Schäden (vermeidbare unerwünschte Ereignisse), 360.000 Behandlungsfehler (mangelnde Sorgfalt) und 36.000 auf vermeidbare unerwünschte Ereignisse zurückzuführende Todesfälle. Wikipedia |
Nimmt man nur die 1% Behandlungsfehler und 0,1% Todesfälle durch Fehler und übersetzt dies mal auf Software, dann wären dies 1 leichter bis mittelschwerer schwerer Fehler pro 100 Zeilen und ein kritischer Fehler auf 1000 Zeilen Programmcode.
Bei einem Betriebssystem (wie z.B. Debian) mit über 200 Millionen Zeilen Code wären dies also 2 Millionen leichter/mittlere Fehler und 200 tausend kritische Fehler. Hinzu kommt noch die ganze zusätzliche Software die man so installiert, angefangen bei (externen)Treibern, Office, Browser, Video-Player, MP3 Player etc....
Wenn man bedenkt, dass Debian frei entwickelt wurde, dann ist die Qualität doch sehr hoch. Also ich hab die 400 tausend Fehler in meinem (unpatched) Win XP noch nicht bemerkt.
Und mal von Fehldiagnosen von Ärzten ganz abgesehen. Ich kenne aus eigener Erfahrung Diagnosen von Ärzten, die z.B. irgendetwas mit der Bauchspeicheldrüse diagnostiziert haben (und entsprechende Medikamente verschrieben haben), es im Grunde aber 'nur' Stress war.
Lins of code von Programmen