im Prinzip ist die Tatsache, dass der Künstler zu entscheiden hat, wie er Text und Musik verbreitet, ja schon richtig...
Aber es war doch auch schon immer so, dass sich äußere Einflüsse geändert haben und sich Tiere/Menschen/Gesellschaften dementsprechend angepasst haben.
Das Internet mit seiner Eigendynamik ist nichts weiter als eben so eine Veränderung, welche sowohl für Fortschritt sorgt, als auch gleichzeitig eine Gefahr für alte "Werte" wird...
Es gibt nur 2 Möglichkeiten: entweder, man nimmt die neuen Möglichkeiten der Veränderung wahr und passt sich ihr an
oder man stellt sich vehement dagegen und versucht die Zeit mit aller Kraft zurück zu drehen und seine "alten Werte" zu sichern...
Zweiteres geht immer nur über eine begrenzte Zeit gut, außer man würde den kompletten Fortschritt stoppen...
Und der Kampf der Musikindustrie gegen die eigenen Kunden ist doch echt das beste Beispiel... die versuchen mit Kopierschutz-Maßnahmen, Massen-Abmahnungen und in Zukunft am liebsten auch noch mit Sperren des Internet-Zugangs durch den Provider mit aller Kraft, gegen die Innovation "Internet" anzukämpfen.
Warum?
Sie haben einfach den rechtzeitigen Sprung ins Netz verpasst und andere haben diese Lücke ausgenutzt und P2P hat sich zu dem entwickelt, was es jetzt ist....
Wenn die Musikindustrie nur rechtzeitig auf die Idee gekommen wäre, das neue Format 'MP3' für sich zu nutzen, statt es zu verteufeln, wäre das Unrechtsbewusstsein der Kostenlos-Kultur im Netz vielleicht gar nicht so stark ausgebrochen, wie es jetzt ist...
Ein kleiner Fehler eines Markt-Analysten... vielleicht der Untergang der Musik-Industrie, wenn sie nicht bald lernen, auf den Kunden zuzugehen, statt ihm ständig auf's neue vor's Schienbein zu treten?
Das Geschäftsmodell CD ist aus dem letzten Jahrtausend und es wird der Tag kommen, wo wirklich nur noch Liebhaber sich CDs kaufen - so wie es heutzutage mit Vinyl ist... es gibt noch immer Leute, die Schallplatten kaufen, der Markt ist definitiv nicht tot - aber es ist eben nicht mehr das Massen-Medium.
Und wenn ich heute mal CD und MP3 vergleiche:
für eine CD mit 18 Titeln bezahle ich meinetwegen 15 Euro - da hab ich dann materiell vor mir einen Datenträger, vielleicht ein Booklet mit Zusatzinformationen und eine Verpackung...
die gleichen Titel als MP3 kosten dann meist 0.99 Euro pro Titel - also, wenn ich das gesamte Album will, knapp 18 Euro - und da habe ich nur ein paar Dateien, womöglich sogar mit Kopierschutz (was glücklicherweise nachlässt), keinerlei Cover, nichts materielles in der Hand... und da soll ich mehr bezahlen, als für die gute alte CD...
Da ist es kein Wunder, dass viele Leute noch immer die kostenlosen, wenn auch illegalen, Quellen bevorzugen...
Mit den Liedtexten ist es nichts anderes: entweder, man geht auf seine Fans zu, die gerne die Texte ihrer Idole nachlesen wollen, oder man wehrt sich gegen die Fans und macht sie sich zu Feinden...
Welches ist wohl auf lange Sicht der klügere Weg?
Das dumme ist nur, wie schon oben erwähnt, dass im Entscheidungsprozess, ob die Fans die Texte nutzen können, oft auch die Verwerter noch ein mächtiges Wort mitzureden haben; auf Grund von Verträgen, die aus der Zeit stammen, als Internet noch rein für Freaks war...
Selbst wenn der Künstler sagt "lass doch meine Fans die Texte kopieren" gibt es irgendwo einen Verleger, der dagegen sagt "du hast mir damals unterschrieben, dass nur ICH deine Texte verbreiten darf!"
Dann schickt der Verleger Abmahnungen raus und der leidtragende ist der Künstler, dessen Fans sich missverstanden fühlen... |