Auch unixoide Systeme müssen ihre GUI nicht an der Konsole ausrichten. Bei Mac liegt z.B. auch ein Unix zugrunde. Die haben zwar das Prinzip der Ordner auch noch nicht ausgeblendet, aber wo sich Ordner oder Dateien befinden und mit welchen Programmen ich diese ansprechen muss, musste ich bisher nur auf der Konsole wissen. In der GUI muss man sich dank Spotlight darüber keine Gedanken mehr machen. Die Konsole wurde sogar soweit abstrahiert, dass ich ein Programm einfach via Drag&Drop in das Terminalfenster packe und hinterher die Datei, mit der das Programm arbeiten soll und schon werden die Pfadangaben automatisch eingefügt. Windows hat dieses Konzept ja auch bereits aufgenommen mit seiner Suchfunktion. Und selbst für Linux gibt es z.B. 3D-Dateimanager, die das Prinzip der Ordner vollständig verbergen und diese als Behälter darstellen. Entsprechende Bibliotheken können die Entwicklung dafür fast genauso einfach machen wie ncurses- oder termcap-basierte Ausgaben auf der Konsole. Diverse Indexing-Tools versuchen bereits die Lücken von Spotlight&Co. zu schliessen, aber sie sind einfach noch nicht ausreichend in die GUIs integriert und die Oberflächen ansich sind immernoch sehr inkonsistent. Neue Konzepte wie der Java-3D-Desktop (lg3d) versagten ja bisher nicht am User-Zuspruch sondern an mangelnder Weiterentwicklung.
Ich bin jedenfalls der Meinung, dass dieses unixoide Denken nicht der Weisheit letzter Schluss ist und dass ein Umdenken dafür sorgen könnte, dass sowohl die Arbeit mit der Konsole für Profis als auch die Arbeit mit der GUI für Laien einfacher und effektiver wird. Der Profi kann tatsächlich kaum auf ein Terminal verzichten, solange sich die Systeme darunter nicht ändern. Dem Laien können anständige GUIs aber eine Menge Arbeit abnehmen und auch für Profis können sie die Arbeit zumindest vereinfachen. Dafür müsste man aber mal weg vom Altbewährten und neue Ansätze konsequenter verfolgen, als es bisher der Fall war. Das wiederum ist (leider) teuer und da sehe ich auch eher den Grund, dass es bisher nicht gemacht wurde, als darin, dass es halt nicht anders geht. |