Thema: Linux Flame
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Alt 21.01.10, 07:46   #58 (permalink)
bitmuncher
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Rythmbox indiziert... da sprichst du das nächste Problem an... das Fehlen von einheitlichen Standards, die es völlig unnötig machen würden, dass einzelne Programme selbst irgendwas indizieren müssen. Jedes moderne Betriebssystem hat doch heutzutage eine Datenindizierung. Warum wird sowas also nicht in die Basis-Tools aufgenommen, so dass jedes Programm einfach auf den Index zugreifen kann? Stattdessen bringt jede Desktopumgebung und diverse Programme eine eigene Indizierung mit, die dann zumeist auch noch schlecht implementiert ist.

Dass MacOSX bei fast allen gleich aussieht hat einen einfachen Grund. Apple hat seit MacOSX entschieden auf die Anpassungsmöglichkeiten von Fenster-Designs zu verzichten um eine höhere Stabilität und bessere Performance zu gewährleisten. Das sind 2 der 3 Hauptpunkte, die ein modernes System auszeichnen sollten (hinzu kommt natürlich die Sicherheit des Systems). Während man in Linux-Foren immer wieder liest "Design XY funktioniert nicht", kann es ein solches Problem unter MacOSX nicht mehr geben. Damit wurde also einfach eine der größten Fehlerquellen beim Fensteraufbau ausgeräumt, weil man festgestellt hat, dass man sich auf die "Designer" eben nicht verlassen kann. Die haben nämlich zumeist keine Ahnung vom System, sondern eher von Design, womit fehlerhafte Designs vorprogrammiert sind. Man sollte User nicht an elementaren Bestandteilen eines Systems wie z.B. den Fenstern rumspielen lassen. Es stört auch kaum einen Mac-User, weil es sich eben bewährt hat und man dadurch wesentlich zuverlässigere Software hat. Kaputte Designs können eben nicht einfach mal Programme zum Absturz bringen, wie ich es unter Linux oft genug erleben durfte. Das ist das gute alte Problem zwischen Usability und Leistung. Das mag ein Eyecandy weniger sein, zeigt aber deutlich worauf das System ausgelegt ist, nämlich auf die Arbeit damit und nicht auf das Gebastel daran. Icons, Schriften etc. lassen sich aber immernoch nach Belieben anpassen. Deswegen wird Linux zumindest im Desktop-Bereich auch immer ein Frickel-OS bleiben, solange da nicht mal ein Umdenken geschieht. Die Kernel-Entwicklung richtet sich ja auch eher nach den Anforderungen von Servern und nur selten gibt es mal Fortschritte für Desktop-Rechner, wie man z.B. gut an den seit Jahren vermurksten ACPI-Funktionalitäten, dem Fehlen diverser Treiber, schlecht implementierten 3D-Schnittstellen etc. sehen kann. Dass man mit Linux keine Bilanzbuchhaltung u.a. machen kann ist auch nicht gerade förderlich für den Einsatz als Desktop.

Aber mit einem Dualcore (2x2.8GHz wenn ich mich nicht irre) 92% CPU-Auslastung mit einem Video und ein bisschen Indizierung ist ziemlich heftig. Wenn ich Videos in dieser Auflösung schaue, dreht noch nichtmal mein Lüfter hoch, weil die CPU noch lange nicht auf volle Leistung getaktet werden muss und mein MacBook Pro hat etwas weniger unter der Haube. Indizierung durch einzelne Programme ist (wie bereits gesagt) nicht notwendig, da alle Programme einfach auf den Index von Spotlight zugreifen.

Die Codecs-Probleme könnten Linuxer übrigens auch ganz einfach lösen. Dazu müssten sie als Community aber mal zusammenhalten und Geld zusammenlegen um Lizenzen zu kaufen, die allen Distros zugute kämen. Da aber Linuxer erfahrungsgemäß eher die Schiene "jeder ist sich selbst der Nächste" fahren, wird das wohl nicht so schnell geschehen. Schon fast erstaunlich dass sich noch keine Anwaltskanzlei auf die ganzen illegal eingesetzten Codecs gestürzt hat. Schon der Einsatz der Windows-Codecs (w32codecs/w64codecs) ist in der EU ja eigentlich illegal, da sie nicht für Linux lizensiert wurden. Bin mal gespannt wann die Anwälte merken, dass man bei Linuxern genauso viel Kohle durch Abmahnungen und Klagen holen kann wie bei Raubkopierern. Dann werden die Linux-Desktop-User noch ihren Spass haben.

Und dass Rythmbox nach mehr als 8 Jahren Entwicklung immernoch bei Version 0.12.6 rumhinkt, zeigt eigentlich nur, dass die Entwicklung in der OpenSource-Community wesentlich langsamer voran geht als bei vergleichbarer kommerzieller Software und ist eine eher schlechte Ausrede für die miese Qualität dieser Software. Man sollte annehmen, dass bei einer so geringen Versionsnummer die Entwicklung noch relativ schnell vorangehen sollte um möglichst bald ein Stable-Release (1.0) hervorzubringen, aber es gab seit 2 Monaten bereits kein einziges Update mehr (0.12.6 wurde am 22.11.2009 veröffentlicht). Stattdessen wird die Version 0.12.6 als "stable" bezeichnet. Da hat also entweder jemand die Versionierung nicht begriffen oder man ist sich unter den Entwicklern einig, dass es eben doch noch nicht wirklich stable und somit auch nicht für eine Version 1.0 ausreichend ist. Und die wollen sich mit iTunes messen? Ist ja wohl lächerlich. iTunes ging lediglich ein halbes Jahr früher an den Start und ist mittlerweile bei Version 9.0.2.
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