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Alt 27.01.10, 03:07   #12 (permalink)
Tarantoga
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Zitat:
bitmuncher:
Habt ihr in Geschichte echt so schlecht aufgepasst?
Eigentlich nicht - ehrlich gesagt war Geschichte eins meiner besten Fächer & die Machtergreifung sogar Thema meiner LK Abi- Klausur...

Zitat:
bitmuncher:
Sämtliche politische Gegner wurden ab 1933 von der Gestapo mundtot gemacht indem sie in KZs verfrachtet und zum Teil ohne Prozess erschossen wurden. Wer hätte da wohl noch den Mut gehabt sich gegen das Regime aufzulehnen?
Ganz so fix ging das nicht. Die meisten Funktionäre der KPD hatte man nach der sogenannten Reichsbrandverordnung (vom 28.2. 1933) verhaftet, die Partei faktisch zerschlagen. Auch viele SPD-Funktionäre waren im Zuge des "Kampfes gegen das rote Gespenst" verhaftet worden - die SPD war jedoch noch immer handlungsfähig. Die SA war zur Hilfspolizei ernannt worden und es oblag hauptsächlich ihr die Straflager zu bewachen in denen die Regimegegner in "Schutzhaft" genommen wurden. Die Häftlinge waren brutalen Übergriffen der SA ausgesetzt und mancher Häftling ist an den Folgen körperlicher Misshandlung gestorben. Einige, als besondere Bedrohung eingestufte Häftlinge, begingen auch "Selbstmord" oder wurden "auf der Flucht erschossen" - aber organisierte Massenhinrichtungen gab es zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht. Die SA versuchte in den Lagern eher den Willen der Inhaftierten zu brechen und sie so mundtot zu machen. Das von Dir erwähnte Ermächtigungsgesetz stammt vom 23. März 1933 und es gab 94 Gegenstimmen von SPD Abgeordneten - zu diesem Zeitpunkt war politischer Widerstand also nicht nur noch möglich, sondern wurde auch gewagt. Inhaftierte Abgeordnete galten übrigens als "unentschuldigt fehlend"

Zitat:
bitmuncher:
Die Mundtot-Machung geschieht halt nicht mehr über körperliche Gewalt und Hinrichtungen sondern über geistige Hinrichtung und Versklavung. Genau darauf läuft es nämlich momentan hinaus... moderne Sklaverei. Menschen werden zu Arbeiten gezwungen, für die Unternehmen und soziale Einrichtungen sonst eine Menge Geld ausgeben müssten (Stichwort: 1-Euro-Jobs). Sie arbeiten teilweise für Löhne, von denen sie nichtmal leben können (Niedriglohn und Teilzeit) und das Ganze wird auch noch durch die Politik forciert, die als Dank dafür Zuwendungen von der Wirtschaft erhält.
Soweit bin ich völlig Deiner Meinung und könnte das genauso unterschreiben, jedoch denke ich nicht das es daran liegt das wir Deutschen kein Nationalbewusstsein haben - in anderen Ländern (um nicht zusagen in allen westlichen Industriestaaten) lassen sich praktisch identische Entwicklungen beobachten. Ich würde eher sagen der Kapitalismus frisst seine Ki nder - ohne auf deren Nationalität zu achten.

Zitat:
bitmuncher:
Würde sich das deutsche Volk mal wieder als Einheit betrachten, würde es sich sicherlich nicht gefallen lassen, dass ein paar dutzend Politiker sie für schnöden Mammon verkaufen.
In Zeiten der Globalisierung ist das vielleicht zu "klein" gedacht - vielleicht wird es Zeit einen ganz alten Slogan aus der Mottenkiste der Geschichte zu holen: Lohnsklaven aller Länder vereinigt euch!

Geändert von Tarantoga (27.01.10 um 03:22 Uhr)
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