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Fun Section Witzige Geschichten aus der Computerwelt.

Die sieben Zwerge und die Betriebswirtschaft

Diskussion: Die sieben Zwerge und die Betriebswirtschaft im Forum Fun Section, in der Kategorie HaBo Lounge; Anzeige Die sieben Zwerge und die Betriebswirtschaft Es waren einmal sieben Zwerge, die lebten hinter den sieben Bergen. Tag für ...

Antwort
Alt 28.01.02, 19:48   #1 (permalink)
Tec
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Registriert seit: 02.10.01
Tec Leistung: Facit NTK
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Standard Die sieben Zwerge und die Betriebswirtschaft

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Die sieben Zwerge und die Betriebswirtschaft


Es waren einmal sieben Zwerge, die lebten hinter den sieben Bergen. Tag
für
Tag suchten sie im Bergwerk nach Gold. Jeder der Zwerge war
rechtschaffen,
fleissig und achtete den Anderen. Wenn einer von ihnen müde wurde, so
ruhte
er sich aus, ohne daß die Anderen erzürnten. Wenn es einem von ihnen an
etwas mangelte, so gaben die Anderen bereitwillig und gerne. Abends,
wenn
das Tagewerk geschafft war, aßen sie einträchtig ihr Brot und gingen zu
Bett. Am siebten Tage jedoch ruhten sie.

Doch eines Tages meinte einer von ihnen, daß sie so recht nicht wüßten,
wieviel denn geschafft sei und begann, die Goldklumpen zu zählen, die
sie
Tag für Tag aus dem Bergwerk schleppten. Und weil er so mit Zählen
beschäftigt war, schufteten die Anderen für ihn mit. Bald nahm ihn
seine
neue Arbeit derart in Anspruch, daß er nur noch zählte und die Hacke
für
immer beiseite legte. Nach einer Zeit hob ein Murren an unter denFreunden,
die mit Argwohn auf das Treiben des Siebten schauten. Dieser erschrakund
verteidigte sich, das Zählen sei unerläßlich, so sie denn wissen
wollten,
welche Leistung sie vollbracht hatten und begann, den Anderen in allen
Einzelheiten davon zu erzählen. Und weil er nicht erzählen konnte,
während
die Anderen hackten und hämmerten, so legten sie alle ihre Schaufeln
beiseite und saßen am Tisch zusammen. So entstand das erste
Meeting.
Die anderen Zwerge sahen das feine Papier und die Symbole, aber schüttelten
die Köpfe, weil sie es nicht verstanden. Es dauerte nicht lange und der
Controller (denn so nannte er sich fortan!) forderte, die Zwerge, die
da
Tagein, Tagaus schufteten, mögen ihm ihre Arbeit beweisen, in dem sie
ihm
Zeugnis auf Papier ablegten über die Menge Goldes, die sie mit den
Loren
aus dem Berg holten. Und weil er
nicht verstehen konnte, warum die Menge schwankte, so berief er einen
unter
ihnen, die Anderen zu führen, damit der Lohn recht gleichmäßig
ausfiele. Der Führer nannte sich Manager und legte seine Schaufel
nieder.

Nach kurzer Zeit arbeiteten also nur noch Fünf von ihnen, allerdings
mit
der
Auflage, die Arbeit aller Sieben zu erbringen. Die Stimmung unter den
Zwergen sank, aber was sollten sie tun? Als der Manager von ihrem
Wehklagen
hörte, dachte er lange und angestrengt nach und erfand die Teamarbeit.
So
sollte jeder von ihnen gemäß seiner Talente nur einen Teil der Arbeit
erledigen und sich spezialisieren. Aber ach! Das Tagewerk wurde nicht
leichter und wenn einer von ihnen krank wurde, wußten die Anderen weder
ein
noch aus, weil sie die Arbeit ihres Nächsten nicht kannten. So entstand
der
Taylorismus.
Als der Manager sah, daß es schlecht bestellt war um seine Kollegen,
bestellte er einen unter ihnen zum Gruppenführer, damit er die Anderen
ermutigte. So mußte der Manager nicht mehr sein warmes Kaminfeuer
verlassen.
Leider legte auch der Gruppenführer, der nunmehr den Takt angab, die
Schaufel nieder und traf sich mit dem Manager öfter und öfter zu
Meetings.
So arbeiteten nur noch Vier.
Die Stimmung sank und damit alsbald die Fördermenge des Goldes. Als die
Zwerge wütend an seine Bürotür traten, versprach der Manager Abhilfe
und
organisierte eine kleine Fahrt mit dem Karren, damit sich die Zwerge
zerstreuten. Damit aber die Menge Goldes nicht nachließ, fand die Fahrt
am Wochenende statt. Und damit die Fahrt als Geschäftsreise abgesetzt
werden
konnte, hielt der Manager einen langen Vortrag, den er in fremdartige
Worte
kleidete, die er von einem anderen Manager gehört hatte, der andere
Zwerge
in einer anderen Mine befehligte. So wurden die ersten Anglizismen
verwendet.
Eines Tages kam er zum offenen Streit. Die Zwerge warfen ihre kleinen
Schaufeln hin und stampften mit ihren kleinen Füßen und ballten ihre
kleinen
Fäuste. Der Manager erschrak und versprach den Zwergen, neue Kollegen
anzuwerben, die ihnen helfen sollten. Der Manager nannte das
Outsourcing.
Also kamen neue Zwerge, die fremd waren und nicht recht in die kleine
Gemeinde paßten. Und weil sie anders waren, mußte auch für diese ein
neuer
Führer her, der an den Manager berichtete. So arbeiteten nur noch Drei
von
ihnen.
Weil jeder von ihnen auf eine andere Art andere Arbeit erledigte und
weil
zwei verschiedene Gruppen von Arbeitern zwei verschiedene Abteilungen
nötig
werden ließen, die sich untereinander nichts mehr schenkten, begann,
unter
den strengen Augen des Controllers, bald ein reger Handel unter ihnen.
So
wurden die Kostenstellen geboren. Jeder sah voller Mißtrauen auf die
Leistungen des Anderen und hielt fest, was er besaß. So war ein Knurren
unter ihnen, daß stärker und stärker wurde.
Die zwei Zwerge, die noch arbeiteten, erbrachten ihr Tagewerk mehr
schlecht
als recht. Als sich die Manager und der Controller ratlos zeigten,
beauftragten sie schließlich einen Unternehmensberater. Der strich ohne
die
geringste Ahnung hochnäsig durch das Bergwerk und erklärte den
verdutzten
Managern, die Gründe für die schlechte Leistung sei darin zu suchen,
dass
die letzten Beiden im Bergwerk verbliebenen Zwerge ihre Schaufeln
falsch
hielten. Dann kassierte eine ganze Lore Gold und verschwand so schnell,
wie
er erschienen war.

Während dessen stellte der Controller fest, daß die externen
Mitarbeiter
mehr Kosten verursachten als Gewinn erbrachten und überdies die
Auslastung
der internen Zwerge senkte. Schließlich entließ er sie. Der Führer, der
die
externen Mitarbeiter geführt hatte, wurde zweiter Controller. So
arbeitete
nur noch ein letzer Zwerg in den Minen. Tja, und der lernte in seiner
kargen
Freizeit, die nur noch aus mühsam errungenen abgebummelten Überstunden
bestand, Schneewittchen kennen, die ganz in der Nähe der Mine ihre
Dienste
anbot. Dann holte er sich bei ihr die Syphillis und verreckte elendig.
Die
Firma ging pleite, die Manager und Gruppenführer und Controller aber
fanden
sich mit großzügigen Summen gegenseitig ab und verpissten sich, um der
Anklage wegen Untreue zu entgehen, ins Ausland und dieses
deprimierende,
aber
wahrheitsgetreue Märchen ist aus.


Tec ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.01.02, 20:56   #2 (permalink)
 
Registriert seit: 07.10.01
nook Leistung: Facit NTK
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Muahahahaha das muss man sich mal BILDLICH VORSTELLEN!! HAHAHA
nook ist offline   Mit Zitat antworten
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