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Die wirkliche (Welt)Elite - Film- und Artikeltipp

Diskussion: Die wirkliche (Welt)Elite - Film- und Artikeltipp im Forum HaBo Lounge, in der Kategorie Sonstiges; Anzeige Ich habe etwas geschwankt, ob ich dies im Wissenschaftsbereich unseres Boards posten soll oder hier...meine Entscheidung traf aber letztendlich ...

Antwort
Alt 31.12.09, 13:59   #1 (permalink)
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Lightbulb Die wirkliche (Welt)Elite - Film- und Artikeltipp

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Ich habe etwas geschwankt, ob ich dies im Wissenschaftsbereich unseres Boards posten soll oder hier...meine Entscheidung traf aber letztendlich dieses Forum. Ich möchte (auch) mit Hilfe dieser Links zu einer Diskussion anregen, die sich mit der wirklichen Machtverteilung unserer Gesellschaft auseinandersetzt.

Video:
"Gib mir die Welt plus 5% oder Warum überall Geld fehlt"
oder als Download unter NeueImpulse.org


Artikel:
Gespräch mit dem Soziologen Hans Jürgen Krysmanski über globale und nationale Macht- und Funktionseliten. Teil 1 (TP)
Gespräch mit dem Soziologen Hans Jürgen Krysmanski über globale und nationale Macht- und Funktionseliten. Teil 2 (TP)


Buch:
Charles Wright Mills - Die amerikanische Elite (1962) [ein immernoch sehr lesenswertes Buch]

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Steigerung des Luxus: eigenes Auto, eigene Villa, eigene Meinung.

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Alt 05.01.10, 00:38   #2 (permalink)
 
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Werde mir mal das folgende Filmchen ansehen.

Sag dir der Begriff Bilderberger was ?
Soweit man den ganzen Verschwörungstheorien glauben mag, sind sie die wahre Elite.

Geändert von sogra (05.01.10 um 02:49 Uhr)
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Alt 05.01.10, 12:45   #3 (permalink)
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Zitat:
Zitat von sogra:
Sag dir der Begriff Bilderberger was ?
Soweit man den ganzen Verschwörungstheorien glauben mag, sind sie die wahre Elite.
Um die Bilderberger als wahre Elite zu bezeichnen muss man noch nicht einmal Verschwörungstheorien bemühen. Als Bilderberger (benannt nach dem Ort des 1. Treffens der Gruppe im Jahr 1954) bezeichnet man die Teilnehmer einer informellen Konferenz auf der Größen aus Politik, Wirtschaft, Medien, Kultur & Wissenschaft der "westlichen" Welt (die meisten Teilnehmer stammen aus NATO-Staaten) teilnehmen und über aktuelle Entwicklungen & die Wirtschaftslage diskutieren. Bekannte Teilnehmer waren z. B.: Henry Kissinger (ehemaliger US-Außenminister), David Rockefeller (Banker), Helmut Schmidt (Ex-Bundeskanzler) & Josef Ackermann (Banker). Schon an diesen Namen sieht man das es sich um eine wirkliche "Elite" (zumindest Geld, Macht & Prestige betreffend) handelt. Verschwörungstheorien braucht man erst wenn es um die Inhalte der Treffen geht - doch vermutlich handelt es sich einfach um das größte Treffen weltweit agierender Lobbyisten...

Mehr dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz

Eine ähnliche Gruppe haben wir übrigens auch auf nationaler Ebene, deren Hauptaufgabe ursprünglich die Verbesserung der deutsch-amerikanischen Beziehungen war - die Atlantik-Brücke...

Mehr dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Atlantik-Br%C3%BCcke

http://www.atlantik-bruecke.org/

MfG,
Tarantoga

P.S.: In Wahrheit sind all diese Gruppen natürlich nur Fassaden der wahren Weltherrscher - der Illuminaten! Heil Eris! Heil Diskordia!
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Alt 05.01.10, 12:58   #4 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Tarantoga Beitrag anzeigen
P.S.: In Wahrheit sind all diese Gruppen natürlich nur Fassaden der wahren Weltherrscher - der Illuminaten! Heil Eris! Heil Diskordia!
Um das ganze mal nicht ins Lächerliche zu ziehen...ich will mit keiner Silbe irgend welche Verschwörungstheorien aufkommen lassen. Diese sind für mich etwas ähnliches wie die Einrichtung des Glaubens - was man nicht versteht oder nicht ins (beschränkte) Weltbild passt wird entweder dämonisiert oder einer höheren, eine für einen selbst absolut unangreifbaren, Macht zugesprochen, der man somit auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist. Ich wollte eigentlich eher die Richtung einschlagen zu erfahren, was ihr zum derzeitigen System (und das politische ist elementar abhängig vom wirtschaftlichen) sagt.
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Alt 05.01.10, 14:05   #5 (permalink)
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@sTEk:
Ich wollte das ganze durchaus nicht ins lächerliche ziehen, bis auf das Postskriptum (das konnte ich mir aber einfach nicht verkneifen ) war mein Beitrag durchaus ernst gemeint.

Meine Meinung zum derzeitigen System sollte, durch die von mir geposteten Links, eigentlich auch klar geworden sein: Ich denke das System dient vor allem dazu eine kleine Gruppe reicher & mächtiger Menschen noch reicher & mächtiger zu machen, bzw. Reichtum & Macht dieses elitären Zirkels zu beschützen (Ein ähnliches Fazit ziehe ich auch aus dem Interview mit Hans Jürgen Krysmanski).
Gerade im Moment, durch die Wirtschaftskrise, ist dieser Prozess ja wieder schön deutlich geworden: Zuerst lösen gierige Spekulanten & Banker mit wahnwitzig riskanten Inevestionen die Krise aus, werden dann durch die Regierungen ihrer Länder (die sie durch Lobbyarbeit & finanzielle Verflechtungen mehr oder weniger im Griff haben) mit dem Geld der Steuerzahler gerettet und stehen am Ende als Gewinner da... Verlierer sind vor allem Kleinanleger, Steuerzahler & Angestellte die aufgrund der Krise entlassen wurden...

MfG,
Tarantoga
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Alt 05.01.10, 17:19   #6 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Tarantoga Beitrag anzeigen
@sTEk:
Ich denke das System dient vor allem dazu eine kleine Gruppe reicher & mächtiger Menschen noch reicher & mächtiger zu machen, bzw. Reichtum & Macht dieses elitären Zirkels zu beschützen (Ein ähnliches Fazit ziehe ich auch aus dem Interview mit Hans Jürgen Krysmanski).
passend dazu auch ein Zitat von Dr. med. Eckart von Hirschhausen:
Zitat:
Der Glaube an das unbegrenzte Wachstum ist zerstört... und ich kann sagen: endlich!
Mal ganz ehrlich: unbegrenztes Wachstum kennt man als Arzt auch im Körper - da heißt das Krebs.
Und wenn etwas ohne Rücksicht auf Verluste ständig wachsen will, das ist eine kranke Idee von Anfang an.
http://www.youtube.com/watch?v=sxD5Np2JM8I
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Alt 06.01.10, 15:47   #7 (permalink)
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@beavisbee:
Der Vergleich von Geld mit einem Krebsgeschwür ist wirklich genial - und, wie ich finde, auch ein wenig beängsitgend. Wenn man sich ansieht wie rasant sich die Bedeutung von Geld in unserer Gesellschaft im Verlauf der Geschichte gesteigert hat - und dabei das Bild vom Krebsgeschwür im Hinterkopf hat - fragt man sich unwillkürlich wann das unheilbare, letale Stadium erreicht ist. Im frühen Mittelalter spielte Geld in der abendländischen Kultur noch eine eher untergeordnete Rolle - der Tauschhandel dominierte und der Beruf des Geldverleihers war Christen sogar untersagt (weil Helfen als christliche Pflicht angesehen wurde & Zinsen von Hilfsbedürftigen anzunehmen als unchristlich galt). Mit der zunehmenden Urbanisierung und dem Aufblühen des Fernhandels wurde Geld immer wichtiger - was zuerst zum Merkantilismus und dann zum Imperialismus führte. Bankiers gehörten plötzlich zu den angsehensten Berufen überhaupt und zur Gewinnmaximierung konnte man schon mal ganze Völker auslöschen (Neue Welt) oder versklaven (Afrika). So gesehen scheint Geld wirklich die Wurzel allen Übels zu sein, oder?
Aber gibt es überhaupt Alternativen? Einer meiner Lieblings-Sci -Fi Autoren, Charles Stross, bezeichnet unsere Wirtschaft als System des Mangels, das mittels technologischen Fortschritts durch Überfluss und eine Gesellschaft ohne Geld - die "agalmische Ökonomie" ersetzt werden muß. Erste Anzeichen für einen solchen Wechsel sieht er z.B. in der Open Source Bewegung. Auch der Sci-Fi Autor Cory Doctorow beschreibt in seinem Roman "Backup" eine bargeldlose Gesellschaft in naher Zukunft - hoffen wir das solche Visionen sich als prophetisch erweisen...

Auch außerhalb der Literatur befassen sich Leute ernsthaft mit diesem Thema - wen es interessiert: http://www.aktion-zukunft.de/unglaublich.htm

MfG,
Tarantoga
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Alt 06.01.10, 16:35   #8 (permalink)
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In diesem Kontext möchte ich mal auf eines meiner Lieblingsblogs hinweisen. Dieser Eintrag über die Ineffizienz der menschlichen Gesellschaft von bitmuncher passt gerade so wunderschön zum Thema.
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Alt 06.01.10, 16:52   #9 (permalink)
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Genau über dieses Thema habe ich neulich auch mit jemandem Diskutiert.

Die Automatisierung verschiedenster Produktions-Vorgänge sorgt jetzt schon dafür, dass immer weniger Arbeitskräfte benötigt werden und immer mehr Gewinn auf immer weniger Personen abfällt...


Verringerung der Arbeitslosenzahlen ist reine Augenwischerei... ein Wunsch von Politikern, welche den Tatsachen nicht ins Auge sehen wollen... irgendwann wird nunmal hauptsächlich die Technik für uns arbeiten...



Somit gibt es nur 2 Wege, um der wachsenden Schere zwischen Arm und Reich entgegen zu wirken:


Variante 1: bedingungsloses Grundeinkommen

es fallen sämtliche teils recht undurchsichtigen staatlichen oder kommunalen Leistungen (Kindergeld, Rente, Hartz4, Wohngeld, Bafög etc.) weg, stattdessen gibt es für JEDEN Bürger einen gleichen monatlichen Grundbetrag, von dem es sich leben lässt.

Genommen werden müsste das Geld von den wenigen, die noch zur Produktion von Gütern notwendig sind.

Würde bedeuten, der Staat nimmt von den Reichen und verteilt es unter den Armen... mit Schwarz-Gelb wohl seeehhr schwierig zu machen...




Variante 2: ein Wirtschafts-System ganz ohne Geld
Der Kapitalismus, das Krebsgeschwür, wird früher oder später auf Grund der oben genannten Tatsache, dass immer mehr Güter durch immer weniger Arbeitskräfte hergestellt werden können, entweder zur kompletten Verarmung (bis auf wenige Ausnahmen) führen oder (bzw. und als Konsequenz dessen) durch Rebellion der vielen Armen durch ein anderes System ersetzt werden...
Dies würde jedoch wahrscheinlich nur mit einer globalen Bewegung klappen und das ist auch wieder utopisch...

Die Grund-Idee des Sozialismus - dass alles allen gehört und man am besten gar kein Geld mehr braucht und jeder sich einfach das nimmt, was er wirklich braucht, jeder einfach jedem hilft und damit ist für alle gesorgt - ist ja gar nicht mal sooo schlecht... scheitert aber an einer Eigenschaft von Menschen: der Gier...


Was wäre das für eine schöne Welt, wenn sich keiner Sorgen um Geld machen müsste, sondern jeder seiner Kreativität freien Lauf lassen kann, Dinge herstellen kann, die anderen wirklich helfen, statt Dinge zu produzieren, die sich einfach nur möglichst gewinnbringend verkaufen, den ganzen Tag Musik der Musik wegen, statt des Kommerzes wegen machen, etc... *träum*

Der OpenSource-Gedanke als Grund-Baustein des Wirtschafts-Systems...




btw:
Einen bemerkenswerten Schritt ist die Regierung in Bolivien gegangen... Dort gibt es seit letztem Jahr eine neue Verfassung, welche Botenschätze zu Allgemeingut erklärt und brachliegendes Land wird verstaatlicht und an die Armen (ca. 80% der Einwohner) verteilt und vieles mehr.
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Alt 06.01.10, 18:22   #10 (permalink)
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@throjan:
Wirklich ein passender Beitrag, besonders gut gefallen mir die Absätze über Religion und - natürlich - über Geld.

@beavisbee:
Würde Variante 1 wirklich der "wachsenden Schere zwischen arm & reich" entgegenwirken? So wie ich das verstehe bekäme jeder Bürger einen gleich großen Geldbetrag - ohne dessen Privatbesitz zu berücksichtigen. Damit würde zwar die Tretmühle des Broterwerbs wegfallen (was ja auch schon toll wäre ), die "Schere" aber doch zementiert werden, da jeder Bürger das gleiche "Einkommen" hat. Oder denkst Du an eine Enteignung vor der Einführung des Bürgergelds?

Wie dem auch sei, ich bevorzuge in jedem Fall die Variante 2 - Geld ist Teil einer, wie bitmuncher es in seinem Blog ausgedrückt hat, ineffizienten Gesellschaft und muß daher verschwinden. Es wird Zeit das wir unsere Gesellschaft & Wirtschaft optimieren!

MfG,
Tarantoga

P.S.: Bolivien muß aufpassen das es nicht bald Besuch von Uncle Sam bekommt. In der Vergangenheit hat Uncle Sam schon Regierungen stürzen lassen (z.B. 1954 in Guatemala) wenn diese der Meinung waren selbst über ihre Ressourcen bestimmen zu müssen...
Tarantoga ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.01.10, 20:33   #11 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Tarantoga Beitrag anzeigen
Würde Variante 1 wirklich der "wachsenden Schere zwischen arm & reich" entgegenwirken? So wie ich das verstehe bekäme jeder Bürger einen gleich großen Geldbetrag - ohne dessen Privatbesitz zu berücksichtigen. Damit würde zwar die Tretmühle des Broterwerbs wegfallen (was ja auch schon toll wäre ), die "Schere" aber doch zementiert werden, da jeder Bürger das gleiche "Einkommen" hat. Oder denkst Du an eine Enteignung vor der Einführung des Bürgergelds?
Stimmt... das ist echt 'ne kniffelige Angelegenheit... ohne Reichen-steuer wird das mit der Umverteilung nix...

Enteignung ist natürlich auch ne Idee




Zitat:
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Wie dem auch sei, ich bevorzuge in jedem Fall die Variante 2 - Geld ist Teil einer, wie bitmuncher es in seinem Blog ausgedrückt hat, ineffizienten Gesellschaft und muß daher verschwinden.
Würde ich auch vorziehen - müsste aber wirklich weltweit abgeschafft werden, da man ansonsten kein Medium hat, um sich mit anderen Ländern auszutauschen...

Daher ist eine staatliche Umverteilung in meinen Augen der realistischere, wenn auch wesentlich schwierigere und ideologisch suboptimalere Weg...


Zitat:
Zitat von Tarantoga Beitrag anzeigen
P.S.: Bolivien muß aufpassen das es nicht bald Besuch von Uncle Sam bekommt. In der Vergangenheit hat Uncle Sam schon Regierungen stürzen lassen (z.B. 1954 in Guatemala) wenn diese der Meinung waren selbst über ihre Ressourcen bestimmen zu müssen...
und ab sofort wirst du dank dieser Bemerkung von der CIA überwacht... gibt bestimmt einen Grund, dich als Terroristen hinzustellen.... :-P
beavisbee ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.01.10, 20:49   #12 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Tarantoga Beitrag anzeigen
@beavisbee:
Würde Variante 1 wirklich der "wachsenden Schere zwischen arm & reich" entgegenwirken? So wie ich das verstehe bekäme jeder Bürger einen gleich großen Geldbetrag - ohne dessen Privatbesitz zu berücksichtigen. Damit würde zwar die Tretmühle des Broterwerbs wegfallen (was ja auch schon toll wäre ), die "Schere" aber doch zementiert werden, da jeder Bürger das gleiche "Einkommen" hat. Oder denkst Du an eine Enteignung vor der Einführung des Bürgergelds?
Nun, die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ist ja, dass zwar jeder den entsprechenden Grundbetrag bekommt, aber dennoch nach Belieben dazu verdienen kann. Wer sich also "mehr" leisten können will, muss auch arbeiten. Das ist ja so auch richtig, denn anders würden wir sehr schnell in den Analen der Geschichte verschwinden. Sehr schwierig sehe ich beim Bürgergeld einen Aspekt, der zwar so schon besteht, dann jedoch noch wesentlich offensichtlicher und zu mehr Unmut in der Bevölkerung führen wird. Wenn man nämlich den Einkommensunterschied zwischen hohen und niedrigen Bildungsabschlüssen sieht, ist dieser im Grunde genommen nicht so groß, als dass es sich eigentlich lohnen würde, zu studieren. Jeder, der es trotzdem tut, ist entweder geblendet vom scheinbaren Mehrverdienst, hat nie nachgerechnet, hat vermögende Eltern oder macht es, weil die Vorstellung des Arbeitslebens dies nun mal vorschreibt. Bevor die bösen Stimmen kommen: Ich gehe jetzt von einer durchschnittlichen Karriere aus. Zum Studieren drückt man schon mal je nach dem zwei, drei oder 4 Jahre länger die Schulbank als ein zukünftiger Facharbeiter. Dann gehts noch vier bis sechs Jahre zum Studium. Wenn der Akademiker dann fertig ist, hat er also im Mittel sieben Jahre noch keinen Cent verdient, im Gegenteil, es sollten ~12T€ Schulden angehäuft worden sein. Bei einem durchschnittlichen Verdienst von etwa 27000€ brutto im Jahr für einen Facharbeiter (in der Groß- und Autoindustrie ist es wesentlich mehr!) fehlen dem Akademiker dann schon mal 189T€ plus 12T€ Schulden...also etwa 200T€. Diese Summe muss man in den folgenden Arbeitsjahren wieder herausholen...was bei der derzeitigen Gehaltsentwicklung (heute wurde erst eine Übersicht veröffentlicht) und der Tatsache, dass viele Uni-Absolventen erst einmal jahrelang un- oder schlechtbezahlte Traineeprogramme absolvieren dürfen und der Generation Praktikum angehören, eine Menge Holz ist. Weiterhin ist zu beachten, dass die Steuerbelastung bei steigendem Verdienst exorbitant steigt und ein hohes Brutto keinesfalls mit einem genau so starkem Netto gleichzusetzen ist. Genau so geht es aber auch den schlecht verdienenden Fachkräften, wie z.B. im Friseurhandwerk. Bei 800€ im Monat würde wohl kaum noch einer zur Schere greifen, wenns z.B. 1200€ vom Staat gibt. Auf Gärtner, Bauhelfer, Verkäufer, Bedienungen und Putzkräfte trifft wohl ähnliches zu.
Dies betrachtet würde durch ein Grundeinkommen in gewisser Höhe die "Lust auf Arbeit" durchaus sehr schnell in den Keller gehen...und wertvolle Arbeitskraft auf dem Sofa vergammeln.

Zitat:
Stimmt... das ist echt 'ne kniffelige Angelegenheit... ohne Reichen-steuer wird das mit der Umverteilung nix...
Das ist so eigentlich Quatsch. Würde es vernünftiger angegangen, dass die Vermögensbildung nicht mehr einseitig erfolgt und es unlukrativ ist, extreme Summen praktisch ohne Gegenleistung der Gesellschaft gegenüber zu verdienen würde sich das Problem von allein klären. Es müssen eben Anreize gemacht werden, dass man entweder viel verdient und gern Abgaben tätigt oder aber wenig/nichts verdient und dafür nur vom Grundeinkommen existiert. Da fällt mir einiges ein - Leute, die nichts abgeben, weil nichts/zu wenig dazu verdienen, müssen halt eine nicht unerhebliche Zeit des Monats Dienst an der Allgemeinheit tun. Das kann Betreuung von Senioren, Kindern etc., Umweltschutz, soziale Dienste oder ähnliches sein.

Zitat:
und ab sofort wirst du dank dieser Bemerkung von der CIA überwacht... gibt bestimmt einen Grund, dich als Terroristen hinzustellen.... :-P
Damit sollten wir ihn im Club willkommen heißen!
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Geändert von sTEk (06.01.10 um 20:58 Uhr)
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Alt 06.01.10, 21:37   #13 (permalink)
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Zitat:
beavisbee:
Würde ich auch vorziehen - müsste aber wirklich weltweit abgeschafft werden, da man ansonsten kein Medium hat, um sich mit anderen Ländern auszutauschen...
Soweit sind wir uns also schon einmal einig, jetzt müssen wir nur noch eine Weltregierung konstituieren und dann eine funktionierende, bargeldlose Ökonomie auf die Beine stellen...

Zitat:
beavisbee:
ab sofort wirst du dank dieser Bemerkung von der CIA überwacht... gibt bestimmt einen Grund, dich als Terroristen hinzustellen.... :-P
Hm, ich denke dieses Privileg habe ich mir bereits mit einigen Beiträgen bei Telepolis & Heise verdient.

Zitat:
sTEk:
Dies betrachtet würde durch ein Grundeinkommen in gewisser Höhe die "Lust auf Arbeit" durchaus sehr schnell in den Keller gehen...und wertvolle Arbeitskraft auf dem Sofa vergammeln.
Genau das sollte ja das Ziel sein - Robert Anton Wilson forderte schon in den späten 70ern das "Recht aufs Arbeitslosigkeit" ein. Der technologische Fortschritt muss vorangetrieben werden, damit der Mensch für die Produktion überflüssig wird und sich wichtigeren Dingen wie Philosophie, Kunst & Kultur widmen kann - oder einfach nur auf der Couch rumgameln.

Zitat:
sTEk:
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Danke, ich fühle mich wirklich geehrt!

MfG,
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Alt 06.01.10, 21:38   #14 (permalink)
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Zitat:
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Es müssen eben Anreize gemacht werden, dass man entweder viel verdient und gern Abgaben tätigt oder aber wenig/nichts verdient und dafür nur vom Grundeinkommen existiert. Da fällt mir einiges ein - Leute, die nichts abgeben, weil nichts/zu wenig dazu verdienen, müssen halt eine nicht unerhebliche Zeit des Monats Dienst an der Allgemeinheit tun. Das kann Betreuung von Senioren, Kindern etc., Umweltschutz, soziale Dienste oder ähnliches sein.
Leuten, die eigentlich nur daheim rumgammeln wollen, aber vom Staat zu sozialer Arbeit gezwungen werden, würde ich aber nur ungern meine Kinder anvertrauen...

Aber die Idee an sich finde ich gut, dass man Quasi für soziales Engagement einen Bonus bekommt... Menscheln muss es! Und das wäre ein Anreiz...



Zitat:
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Ach du wirst auch von der CIA überwacht? Ich hatte bisher eigentlich die Hoffnung, dass ich lediglich den Leuten vom BKA und Verfassungsschutz bekannt bin
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Alt 07.01.10, 16:36   #15 (permalink)
 
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der mensch ist im wandel und ich bin froh das es mehr als nur einen gibt der mal auch näher hinschaut.
aber in der realität würden viele gar nicht mit einem anderen "system" klar kommen, ich bin überzeugt das wirklich etwa 80% der bevölkerung einfach nur viel zu faul ist (unabhängig vom fleiß in der schule oder beruf) sich gedanken über die welt zu machen -> jeder hat ja so seine eigene probleme..... zumindest mal in deutschland ist die gesellschaft ein wenig wiederlich.
gerade in deutschland beugt man sich dem irgendwie automatisch, wegen falschem stolz und extremer einbildung!
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