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Steve Jobs ist tot

Diskussion: Steve Jobs ist tot im Forum News & Ankündigungen, in der Kategorie Allgemeines; Anzeige Hallo HaBo, ich konnte bis vor wenigen Augenblicken meinen Augen kaum trauen. Gestern ist Steve Jobs gestorben - und ...

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Alt 06.10.11, 02:13   #1 (permalink)
 
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jemo. Leistung: Facit NTK
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Standard Steve Jobs ist tot

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Hallo HaBo,

ich konnte bis vor wenigen Augenblicken meinen Augen kaum trauen.
Gestern ist Steve Jobs gestorben - und ich hab die Nachricht für ein Gerücht gehalten, wie es sie zuvor auch gab. Doch auf der Apple Website befindet sich eine Kondolenzseite.

Man mag über Steve Jobs denken wie man will - er ist eine Größe der IT-Branche gewesen und seine Innovationen und Ideen werden uns wohl noch lange begleiten, weshalb man ihn nicht so schnell vergessen wird.

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Alt 06.10.11, 04:02   #2 (permalink)
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Welche Innovationen hat er denn wirklich gebracht? Die einzige Innovation von Apple war, dass das Betriebssystem an die Hardware gebunden wurde, wodurch ein sehr stabiles und einfach zu bedienendes System zustande kam.

Mir ist es jedenfalls rätselhaft wieso man um den Tod eines einzelnen Menschen so'n Aufheben macht. Was hat Jobs für die Gesellschaft denn wirklich geleistet? Wie 90% der Hardware-Hersteller lässt Apple seine Komponenten in Billiglohnländern unter teilweise menschenunwürdigen Bedingungen produzieren. Apple patentiert Dinge, die nicht auf deren Mist gewachsen sind. Das einzige, das man ihm zugute halten kann ist, dass er ein Marketing-Genie war und Dinge gut verkaufen konnte, die andere Leute entwickelt hatten. Damit hat er einen Haufen Kohle gescheffelt und das war's.

Ich kenne ihn natürlich als Mensch nicht. Vielleicht war er ja ein ganz netter Kerl, aber das dürften wohl die wenigsten einschätzen können.
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Alt 06.10.11, 05:12   #3 (permalink)
 
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Innovativ war auch, dass er Smartphones Idiotensicher machte (oder besser: machen ließ) und damit die Zielgruppe von Businessanwendern zu so ziemlich jeden Handybenutzer änderte. Vor dem iPhone wurden Privatanwender eher stiefmütterlich behandelt und mit immensen Kosten konfrontiert wenn sie z.B. einen BlackBerry wollten (dank Anbindung an apn.blackberry.com), heute gehört ein Smartphone schon fast zum guten Ton und sind durch die Bank zumindest eines: Benutzerfreundlich.
Auch war die iTunes Geschichte recht innovativ. Nicht wirklich das benutzte Format, eher das 1-click-kauf Modell zusammen mit der einfachen Synchronisation mit einem wirklich guten mp3 Player (mein iPod 4. Gen. war seinerzeit mein ganzer Stolz, 20GB mit gutem DAC und sehr ansprechender Bedienung). Alles schonmal da gewesen, aber nicht in dieser Kombination.
Allgemein ist er wohl die treibende Kraft bei Apple gewesen um die Betriebssysteme und Geräte so einfach wie möglich zu machen - mit Vor- und Nachteilen natürlich.

Was auch zu erwähnen wäre ist, dass er nach der Einnahme des Chefpostens bei Apple zum ersten mal seit vielen Jahren wieder eine echte Konkurrenz für das Microsoft-Monopol wurde. Der Konkurrenzkampf zwischen beiden Unternehmen führte letztendlich zu besseren Systemen auf beiden Seiten, zu besseren Designs bei der Hardware (damalige Thinkpads in allen Ehren, aber grottenhässlich waren die Dinger schon) und zur Wiederbelebung von totgesagten Nischen wie dem Tabletrechner (auch wenn ich Tablets immer noch scheiße, unnütz und langweilig finde, aber offenbar sind sie dennoch beliebt).

Und natürlich war er ein Marketinggenie. Der schwarze Turtleneck schien ihm +20 Charisma zu geben.

Warum um 1 Person so ein buhei gemacht wird? Weil er polarisierte. Manche vergötterten ihn, manche hassten ihn, die meisten kannten ihn und so ziemlich jeder kennt seit 2004 auch wieder Apple - was vorher gar nicht so selbstverständlich war wenn man bedenkt, dass sie mal sehr nah an der Pleite waren.




P.S: Ich werde trotzdem nie wieder ein Apple Produkt kaufen.
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Alt 06.10.11, 06:27   #4 (permalink)
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Auch Symbian war ziemlich idiotensicher und wurde bereits auf dem A1000 eingesetzt, das preislich etwa bei den ersten iPhones lag und 2005 auf den Markt kam, 2 Jahre vor dem iPhone. Es wurde lediglich nicht so offensiv vermarktet und setzte sich daher nicht durch. Und Motorola hat halt keinen Chef, der gottgleich verehrt wurde.

Sogenannte 1-Click-MP3-Stores gab es bereits vor iTunes, das ja erst 2004 den Store integrierte. Davor gab es aber bereits Plattformen wie Soundclick, die man selbst im von Winamp mitgelieferten Browser-Fenster nutzen konnte, womit sie ziemlich unabhängig vom eingesetzten Player verwendet werden konnten. Der musste lediglich ein Browserfenster anbieten, egal ob integriert oder als Plugin. Leider machten diese Plattformen den "Fehler" dass sie keine Major-Labels vermarktet haben, was aber in den meisten Fällen am fehlenden Startkapital lag. Der iTunes-Store ist auch nicht viel anders als eine integrierte Website. Auf einem Mac sieht man das teilweise auch an den geladenen Libs und daran, dass man bei Links diese kopieren kann, wie im Safari. Davon abgesehen kann aber von 1-Click bei sämtlichen MP3-Stores bis heute nicht die Rede sein. Bei allen muss man sich erstmal durch eine mehr oder wenige umständliche Suche quälen um den entsprechenden Titel zu finden. Das hat iTunes auch nicht geändert. Wenn ich dort einen Stream höre und mir gefällt ein Lied, dann kann ich nicht einfach auf einen Button klicken um den Titel zu kaufen. DAS wäre echtes 1-Click. Innovation also Fehlanzeige.

Apple ist bis heute auch keine wirkliche Konkurrenz zu MS, da es ganz andere Produktpaletten, nämlich vorwiegend MP3-Player und Smartphones, bedient, während MS Windows noch immer das hier vorherrschende Betriebssystem ist (Marktanteil von knapp 91%). Da hinkt Apple mit seinen 7-8% ja wohl ziemlich hinterher. Das wird sich auch in absehbarer Zeit nicht ändern, da Geiz ja geil ist und man daher selbst für hochwertige Hardware nur Discounter-Preise zahlen will, die es bei Apple einfach nicht gibt. Du kannst davon ausgehen, dass dies MS durchaus bewusst ist. Bezüglich Smartphones ist der Zug für MS ja eh abgefahren. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich gegen iOS und Android noch durchsetzen können, ist eher gering.

Kurzum: Er hat Marketing "geleistet" und einen Personenkult um sich aufgebaut, aber seine vermeintlichen Innovationen hat er sich wie viele andere einfach nur bei kleinen Firmen abgekupfert oder von Technologien abgeschaut, die sich auf dem Markt noch nicht durchgesetzt hatten. Und diese hat er dann auf Basis seines Personenkults verkauft und möglichst so umgesetzt, dass die Käufer an seine Produkte dauerhaft gebunden wurden um maximalen Gewinn abzuschöpfen.

Wenn er wirklich was für die Gesellschaft getan hätte, dann könnte ich ja durchaus nachvollziehen, wenn man um ihn trauert, aber er hat sehr effektiv Kohle gescheffelt und das war's. Den Banken macht man genau das heutzutage zum Vorwurf. Bei ihm ist das komischerweise "innovativ".
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Alt 06.10.11, 08:06   #5 (permalink)
rat
 
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Ich mochte Apple nie wirklich und habe auch immer darüber Witze gemacht,aber Jobs ist wie Bill Gates einer der grössten in der IT Branche. Gestern habe ich mit einer Freundin noch über Steve geredet und heute als ich aufwache kann ich es kaum glauben.

Ich selber sehe den Menschen in ihm.
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Alt 06.10.11, 08:18   #6 (permalink)
 
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Sein größter Schachzug, war es, Sie glauben zu machen er sei Sie. - Zitat aus dem Film Revolver.

Der Steve J. verstand es Illusionen zu schaffen.
Er war zwar auf einem Managerposten doch könnte er genauso als Werbefritze gelten. Sein Stil die Mitarbeiter Apples zu führen und Apple zur einer Kultmarke aufblühen zu lassen, haben um ihn herum einen glanz erstrahlen lassen, bei dem Petrus selbst neidisch geworden wäre.

Mehr dazu;
Personenkult: Wie Apple-Chef Jobs von Mythen profitiert - manager-magazin.de - Unternehmen

Er verstand es Menschen auf ihrer emotionalen Ebene anzusprechen.
Und darin war er besonders gut.

Mit dem Slogan und Kampagne "Think Different" griff man auf einen der wohl wichtigsten/grundlegendsten Wunschvorstellungen des Menschen zurück, dem sich von Anderen unterscheiden zu können.

Mehr dazu;
Think Different
1984 (Werbespot)

Der Erfolg Apple und somit auch Steve J. hat mehr einen psychologischen und marketingtechnischen Charakter als einen Innovationtechnischen.

Außerdem muss man einfach Anmerken das der Erfolg eines Unternehmens sich nicht einfach an einer einzigen Person bemessen lässt, sondern mehr eine Summe der Erfolge aller MitarbeiterInnen und sonstigen Mitarbeit durch externe Unternehmen bildet. - Steve J. und der Vorstand Apple lassen sich eher mit Puppenspieler vergleichen...

Wie er als Mensch auch war kann ich nicht beurteilen, doch durch seine Art und Weise wie er sich Präsentierte war er wohl ein Visionär (auf seine Art) und dafür möge er in Frieden ruhen.
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Geändert von sogra (06.10.11 um 08:38 Uhr)
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Alt 06.10.11, 10:02   #7 (permalink)
 
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ich bin zwar nach wie vor ein verfechter der apple-produkte. auch kann ich mich wenig mit der firmenstrategie - bzgl rechtlicher sachen (zb gerade gegenüber dem geschäftspartner samsung) - anfreunden.
aber das steve jobs nun verstorben ist, tangiert mich techi doch schon....

er war für apple die lichtgestalt - nun ist er es leider im wahrsten sinne des wortes.
die weltwirtschaft verliert eine schlüsselfigur - selten prägte einer wie er das marketing einer firma...

rest in peace, steve!
mimutscho ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.11, 07:33   #8 (permalink)
rat
 
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Ich stimme aber auch sogra zu.

Viele sagen er hätte nichts geleistet und wäre keine Wichtige Person gewesen in der IT-Welt. Auf Bankautomaten bei der Volksbank läuft heut zu Tage überall ein Windows XP,habe es mit eigenen Augen gesehen und in der Werbung verwendet man Mac OSX seit Jahren. Bill und Steve haben Produkte entworfen die unser Leben vereinfacht haben. Steve hat Pixar Animation Studios gegründet und den ersten Animationsfilm Toy Story entwickelt,der heute noch Kinder in aller Welt zum Lachen bringt.

DIese rede ist eine wunderschöne Erinnerung an einem Menschen der daran glaubte die Welt verändern zu können und dieses auch getahn hat.
http://www.youtube.com/watch?v=UF8uR6Z6KLc


Es geht nicht darum ob man Apple User ist oder nicht,es geht um Respekt der Person gegenüber was sie geleistet hat.

RIP Steve
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Geändert von rat (07.10.11 um 07:46 Uhr)
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Alt 07.10.11, 08:05   #9 (permalink)
 
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Zitat:
Es geht nicht darum ob man Apple User ist oder nicht,es geht um Respekt der Person gegenüber was sie geleistet hat.

RIP Steve


Gebe rat in diesem Falle uneingeschränkt Recht. Und nein ich bin kein Apple User. Konnte die Dinger noch nie ausstehen...
Illunes Industries ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.11, 11:42   #10 (permalink)
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Zitat:
Zitat von bitmuncher Beitrag anzeigen
Welche Innovationen hat er denn wirklich gebracht?
@Bitmuncher: Ich achte deine Meinung und Erfahrung hier im Forum sehr, aber hier liegst du meiner Meinung nach daneben.

Steve Jobs hat die Rechner, wie wir sie heute und auch schon vor 10 Jahren kennen, maßgeblich mitgeprägt. Die Entwicklung der grafischen Oberfläche ist durch ihn und Steve Wozniak stark vorangetrieben worden. Es gibt doch einiges aus der frühen Zeit der Computer, an dem er beteiligt war, sei es dadurch, das Microsoft einen Konkurrenten hatte, oder durch eigene Entwicklungen von Apple.

Abgesehen von dem Bereich der Computer hat er vor allem eines gezeigt: Es ist möglich, in seiner Arbeit so aufzugehen, dass man seine Idee einer besseren Welt umsetzen kann.

Die Verehrung, die dem Konzern Apple von einigen Anhängern entgegengebracht wird, habe ich noch nie verstanden.

Ich denke, dass mit Steve Jobs ein großer Pionier, Entwickler und Visionär des Computerzeitalters verstorben ist.

MfG,
justj

PS: @rat: Pixar wurde nicht von Steve Jobs gegründet, er war zu Begin lediglich Investor: Wiki, Spiegel Online
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Geändert von justj (07.10.11 um 22:48 Uhr) Grund: Erweiterung
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Alt 07.10.11, 11:50   #11 (permalink)
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Zitat:
Ich denke, dass mit Steve Jobs ein großer Pionier und Entwickler des Computerzeitalters verstorben ist.
Genau so und nicht anders sollte man ihn sehen.

Natürlich liegt bitmuncher mMn auch richtig, wenn er sagt, dass zu viel aus dem Tod von Steve Jobs gemacht wird. Das ein Hype um die ganzen mobilen Geräte von Apple gemacht wurde (bezieht sich jetzt nur auf das iPad, iPhone und iPod) habe ich auch nie verstanden.. ich muss zugeben dass ich jedoch das ein oder andere MacBook in der Uni fast schon neidisch bestaune.

Den Entwickler einer Sache zu respektieren ist das eine - ihn zu vergöttern ist das andere. Ich gehöre zu denen, die ihn respektieren - sonst wäre mein Einstiegspost vermutlich in längere Lobtiraden ausgeartet.

Grüße!
jemo. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.10.11, 20:55   #12 (permalink)
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@justj: Welche eigenen Entwicklungen von ihm meinst du denn? Ich kenne nur Dinge, die er vermarktet hat und ihm deswegen zugeschrieben werden (Apple-Computer, Macintosh-Computer, Maus-Interface, Papierkorb auf dem Desktop, Touchscreen-Telefone etc.). Dinge, die er tatsächlich selbst entwickelt hat, sind mir nicht bekannt.
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Alt 07.10.11, 23:12   #13 (permalink)
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In dem Punkt hast du Recht, Bitmuncher: Eigene Entwicklung in dem Sinne, dass er selber programmiert hat sind es sehr wenige oder keine (meinen Informationen nach). Allerdings hat er die Entwicklungen von anderen nicht nur vermarktet, sondern maßgeblich vorangetrieben.

Die grafische Oberfläche: Steve Jobs hat selber zugegeben, dass er sie bei Xerox gesehen hat. Er selber hat die Oberfläche von Apple auch nicht entwickelt, er hat diejeniegen, die sie entwickelt haben jedoch inspiriert und motiviert, damit sie diese entwickeln konnten.

Ebenso bei vielen anderen Entwicklungen des Konzerns: Die Produkte sind zwar nicht seine eigenen Entwicklungen, aber auch hier hat er den Entwicklungsprozess stark beeinflusst und in die von ihm gewünschte Richtung gelenkt. Nur er hatte zu Beginn die Vision des fertigen Produktes, die Umsetzung hat er auf andere Leute übertragen. Auch hier hat Steve Jobs jederzeit in den Entwicklungsprozess eingegriffen, wenn ihm die Richtung nicht gefallen hat oder seiner Meinung nach in die falsche Richtung ging.

Auch beim Entwurf neuer Produkte war er einer der wenigen Menschen, die entsprechend radikal gedacht haben, wie es bahnbrechende Produkte benötigen. (Über das Telefon mit nur einer Taste wurde zu Beginn sehr gelästert; beim iPad wurde lange gefragt, wer so etwas benötigt, das iPad hat einen komplett neuen Markt geschaffen)

Meiner Meinung nach kann hier schon von eigenen Entwicklungen gesprochen werden, auch wenn die Umsetzung bei anderen Person lag. Die Grundidee und der Grundgedanke kam von ihm. Diese Grundidee ist der Teil, der eine Entwicklung maßgeblich ausmacht. (Ähnlich, wie bei Programmen: diejenigen, welche die Algorithmen entwicklen, sind nicht unbedingt auch die Programmierer)

Steve Jobs hätte ohne die entsprechenden Personen nie das erreichen können, was er erreicht hat, umgekehrt gilt das jedoch genauso.
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Alt 08.10.11, 00:12   #14 (permalink)
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Also räumen wir mal noch die paar Legenden auf...

Beim iPhone hat er die 3 zusätzlichen Tasten (Auflegen, Abheben und zumeist bei den meisten noch eine Menü-Taste) der Vorgänger-Touchscreen-Handys in's Interface verlegt. Das OpenMoko Neo 1973 war der Bedienung des iPhones bereits extrem ähnlich und war knapp 1 Jahr vor dem iPhone auf dem Markt. Der Screen war nur zu klein für reine Finger-Steuerung, weswegen ein Stift für diverse Apps notwendig war. Er hat also im Prinzip die Touchscreen-Handys mit Funktionalitäten des OpenMoko verbunden. Innovativ oder visionär? Mag man sich drüber streiten, aber aus meiner Sicht war es das nicht.

Tablet-PCs gab es auch bereits vor dem iPad. Apple hat sie mit einem Handy-ähnlichen Interface mit Finger-Bedienung ausgestattet und das war's. Das war aber eigentlich eine logische Konsequenz aus der Markt-Entwicklung. Touchscreen-Handys verkauften sich wie warme Semmel, weil sie so einfach bedienbar waren und jeder Laie dadurch plötzlich "mit dem Internet klar kam". Hätte er es nicht getan, wäre ein Android-Tablet auf den Markt gekommen und Apple hätte nicht als Vorläufer gegolten. Er war in der Entwicklung also lediglich einen Tick schneller. Wer sein Produkt zuerst auf den Markt bringt, hat zumeist die besseren Karten/Umsätze. Also auch nicht wirklich visionär oder innovativ.

Schaut man sich System 1 von Apple mal an, stellt man fest, dass bis auf die zentrale Menüleiste, die sich ja bis heute gehalten hat, keine Innovationen enthalten waren. Man hatte lediglich die Kommandozeile der Unix-Vorgänger entfernt und das GUI-Konzept strikter umgesetzt. Dass dies nicht unbedingt der richtige Weg war, hat man im Hause Apple später selbst eingesehen, wie man am heutigen MacOSX ja gut sehen kann. Laien gaben selten soviel Geld für ihren Rechner aus und Profis wollten sich bei Problemanalysen nicht auf einschränkende GUIs verlassen.

Kurzum: Ich sehe keinen Grund ihn so zu feiern. Er hat gut abgekupfert und gut verkauft. Der Rest ist Personen-Kult und nicht mehr.

Einen Visionär sehe ich in ihm nicht, sondern einen guten Manager. Von denen gibt's aber viele auf dieser Welt, die bei weitem nicht so verehrt werden (ausser vielleicht von ihren Mitarbeitern). Er hat sich als Person und seine Marke als Kult gut verkauft, aber dass er für die Gesellschaft oder die Computer-Welt sonderlich viel geleistet hat, sehe ich nicht, auch wenn ich Apple-Rechner durchaus aufgrund ihrer guten Verarbeitung bevorzuge. Das war aber auch mal anders, da sie einfach zu teuer waren. Erst die Preispolitik der letzten Jahre hat mich zum Mac gebracht. Wären sie weiter so überteuert geblieben, hätte ich mir nicht nochmal einen gekauft.
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Alt 08.10.11, 00:30   #15 (permalink)
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Ich habe nicht behauptet, dass es sein Verdienst war, die Geräte als erster entwickelt zu haben. Er hat es jedoch geschafft, die Geräte so zu entwickeln, bzw. entwickeln zu lassen, dass die breite Masse das Gerät problemlos bedienen konnte und es akzeptiert hat.
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