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Der Denkmuskel eines Programmierers/Hackers

Diskussion: Der Denkmuskel eines Programmierers/Hackers im Forum Off topic-Zone, in der Kategorie Sonstiges; Anzeige Hallo HaBolaner, ich hoffe doch das ich das richtige Forum gewählt habe, sollte da nicht der Fall sein dann ...

Antwort
Alt 11.01.10, 06:26   #1 (permalink)
 
Registriert seit: 22.11.09
sogra Leistung: 8086sogra Leistung: 8086
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Standard Der Denkmuskel eines Programmierers/Hackers

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Hallo HaBolaner,
ich hoffe doch das ich das richtige Forum gewählt habe, sollte da nicht der Fall sein dann bitte ich die Moderatoren es ins passende Forum zu verschieben.

Nun zum eigentlichen Thema, vor einigen Tagen hatte ich ein doch sehr interessantes Gespräch mit einem meiner jüngeren Familienangehörigen.
Beide von uns sind relativ jung und technisch versiert.
In dem Gespräch ging es darum wie man das "Denken" vielleicht auch Weltsicht eines Programmierer sprich Hacker (Sinngemäße Definition - falls es so etwas überhaup gibt-, nicht diese Klischebehaftete Vorstellung die in Hollywood enstandt) zur seiner Natur macht.
Im Internet bin ich auf einige Hitzige Diskussionen gestoßen, die dann endlos waren und es mir zu blöd war diese weiterzulesen.

Ich für meinen Teil bin der Meinung das Neugierde, die Freude am Lernen und an der Technik der Antriebsmotor dafür sind, dass jemand das "Denken" - was man auch darunter verstehen möchte - eines Programmierers/Hackerzur zur seiner Natur macht.

Ich habe zwar jetzt den Begriff Natur gewählt, doch weiß ich nicht ob es der passende Ausdruck dafür ist was ich gemeint ist, aber ich nehme an das ihr wisst was ich meine.

Aber wie seht ihr das ganze ?
Wie waren eigentlich eure ersten Schritte mit der Technologie "Computer" ?

Mir ist eines Tages zwischen dem 4-5 Lebensjahr ein Computer von einem Bekannten geliehen worden, ich bin mir nicht sicher was es für einer war, aber meine es war ein Atari. Seitdem versuche ich step-by-step mir in der IuK-Technologie einen Durchblick zu verschaffen und ein Feld für mich heraus zu suchen. Und nein, ich würde mich weder als Hacker noch als Programmierer bezeichnen eher als IT Enthusiast.


Geändert von sogra (11.01.10 um 07:15 Uhr)
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Alt 11.01.10, 14:39   #2 (permalink)
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Ich weisz zwar nicht, ob ich die genannten Kategorien einsortiert werden kann, aber ich kann dir mein Denken beschreiben (was mir im Alltag oft böse fallen stellt):

Jede Aussage zu einer Sache wird hingenommen und bleibt unveränderlich, bis etwas gegenteiliges gesagt oder herausgefunden wird oder besseres Wissen es von vornherein negiert.

Jedes Problem ist eine Aufgabe, dass, wenn lösenswert, "logisch" durchgearbeitet wird, wobei dabei zeitkritische, effizenzkritische (usw.) Punkte natürlich eine Rolle spielen.

Jedes Problem ist lösbar, der Ehrgeiz setzt hierbei die Grenzen, wobei dieser i.d.R. nahezu unerschöpflich ist, wenn es sich dabei nicht um sinnlosen Zeitvertreib handelt.

Jede Sache wird auf ihren Nutzen hin bewertet und entsprechend behandelt, ignoriert oder verarbeitet.

Dadurch existiert in meinem Kopf zwar eine sehr komische Struktur, die Aussenstehenden als extrem durcheinander erscheint, für mich aber die beste Lösung darstellt, da diese "organisch" wächst.

Daher kommt es auch, dass ich z.B. in vielen Bereichen nur bis zu einem gewissen Punkt Wissen habe, das nur bis zum letzt-tiefsten Bedarfspunkt verläuft.
Mit dem Einprügeln von ganzeinheitlichenm Wissen, dass ich (momentan) nicht brauche, prallt man deswegen bei mir auch gegen Wände, weil dieses bei mir nie im Langzeitspeicher ankommt. Oder kurz: ich kann immer nur das, was ich brauche oder schonmal brauchte. Sachverhalte die darüber hinaus gehen, nehme ich nicht oder nur selten mit. Auf der Kehrseite komme ich dafür sehr schnell auf eigene Lösungen, die fast nie einem Lösungsvorschlag entsprechen, aber funktionieren und das dafür eigentlich notwendige Wissen öfters auch mal ersetzen.

Weiterhin löse ich Aufgaben immer so, wie es mir mein Gehirn sagt, dass ich es tun soll.

Dadurch ergibt sich z.B., dass ich in Mathematik ständig versagt habe, weil ich den Weg zu Rechnen, wie man ihn in der Schule verwenden musste, nicht umsetzen kann, dafür aber nach meinen Schemata (die ich nichtmal beschreiben kann) sehr viel besser zurecht komme.
Programmieren ist für mich z.b. auch kein Aufbau logischer Elemente oder rechnen sondern das verwenden einer Sprache, falls du weisst, wie ich das meine.

Ich bin auch starker Sprachen und Bilddenker und wandle fremde Denkstrukturen in für mich taugliche Strukturen, die dann selten noch nach außen hin verständlich sind.

Das ist meine Denke (wie die entstanden ist, weisz ich nicht so recht, es war kein bewusster Prozess), deinen Reim auf etwaige Schemata musst du dir aber selber machen

Zitat:
Aber wie seht ihr das ganze ?
Wie waren eigentlich eure ersten Schritte mit der Technologie "Computer" ?
Ich denke, jeder hat sein eigenes System, was ihn auszeichnet und ihn in die entsprechenden Richtungen lenkt.
Meine ersten Schritte - wie sollte es auch anders sein - waren Bedarfsschritte, auf denen dann weitere Schritte aufbauten.
Also: Problem - Lernen/Probieren - Lösung.
Begonnen hat afaik alles mit dem Wunsch, meine Speicherstände und Tricks für Spiele mit eigener GUI verwalten zu können.

lG

Brabax
__________________

<< Wir leben bereits im morgigen Gestern, doch vom gestrigen Morgen sind wir noch weit entfernt. >>

<< Träume sind Schäume. Es liegt an dir ob du sie lebst oder ein Schaumschläger bist! >>

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Geändert von Brabax (11.01.10 um 14:42 Uhr) Grund: ...zu doof BBCODE richtig zu verwenden
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HaBOT
 
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Alt 11.01.10, 15:16   #3 (permalink)
 
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Das was Brabax beschreibt kann ich größtenteils bestätigen.
Vom denken und versagen her. Sprachliches und bildliches Denken liegt mir, in Mathe versage ich, weil ich mich mit Halbwissen selber durcheinander bringe.

Ferner ist es denke ich, dieses rationale Denken, immer alles nach einem gewissen Schema zu tun, und alles nach seinem Nutzen aufzunehmen, das „diesen Typus Mensch“ auszeichnet. Auch wenn ich ungern das Wort Hacker benutze, es lässt einfach zu stark auf einen Monotyp schliessen.

Angefangen hat alles mit einem PC, mein erster, mit 14 Jahren (vor 4 Jahren). Ich war so verdammt neugierig, hab alles auseinandergebaut, wild irgendwas in die Registry gespammt usw. Einfach die pure Neugier. (Nach einem halben Jahr war er kaputt )

lg
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Alt 11.01.10, 17:55   #4 (permalink)
 
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Ich will jetzt nicht überheblich erscheinen, aber zu einem gewissen Teil denke ich rekursiv . Das soll bedeuten, dass ich mir versuche Sachverhalte selber zu erklären. Gelingt mir das nicht, habe ich es nicht verstanden, gelingt es hingegen, werde ich es auch so schnell nicht mehr vergessen.

Dementsprechend habe ich auch mit nicht besonders logisch erscheinenden Themengebieten (Sprachen, Bilanzen, usw.) meine Probleme. Auf der anderen Seite aber liegt es mir, wenn das ganze Gedankenkonstrukt auf Axiomen und daraus abgeleiteten Aussagen basiert, sprich, ich mag Mathematik.
Diese Art und Weise sich Wissen anzueignen hat außerdem noch den Vorteil, dass meine Nachhilfeschüler meistens recht glücklich mit mir sind und immer wieder zu mir zurück kommen.

Zu Problemlösungen komme ich häufig über Trial and Error, sprich, ich stehe vor einem Problem, löse es, bin mit dem Ergebnis nicht zufrieden und beginne von vorne. Daraus abgeleitete Erfahrungen sind sehr hilfreich, so ist mir zum Beispiel im Nachhinein aufgefallen, dass ich ein paar der gängigen Entwurfsmuster eigenständig entdeckt habe. Im Gegensatz dazu ist Fachliteratur aber auch nicht unangenehm, da man gewisse Konstrukte bereits irgendwo gesehen hat und schneller zu Ergebnissen kommt.
Meine Gedanken sind häufig relativ wirr, sprich ich springe zwischen unterschiedlichsten Dinge hin und her, vom Wetter zu Gleichstrommaschinen über einen Algorithmus und der nächsten Mahlzeit. Das mag zwar recht ineffizient erscheinen, aber die effektiv sehr kurze Denkarbeit wird dafür umso intensiver durchgeführt.

Interessanterweise hilft es mir aber auch häufig meine Gedanken mit ein paar Kritzeleien grafisch darzustellen. Das so produzierte Zeug erscheint anderen zwar fast immer als unsinnig, aber mir hilft es dabei meine Gedanken zu ordnen und Ideen nicht einfach wieder zu vergessen.

Jetzt bin ich dann aber gespannt ob ich wirklich so anders als der durchschnittliche Haboler arbeite.

mfg benediktibk
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Alt 11.01.10, 18:05   #5 (permalink)
 
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Denken/Lernen:
Hm... beim lernen sind die Menschen gänzlich unterschiedlich.
Ich persönlich benötige dabei ein logisches Muster das ich mir zurecht stutzen kann, so dass ich etwas im Kopf nachbauen kann.
Das funktioniert bei den meisten Dingen die mir über den Weg laufen sehr gut, da für mich dadurch vieles sehr intuitiv abläuft.

Dafür habe ich Schwierigkeiten mir rohe Informationen zu merken, sprich auswendig lernen.

In den Alltag kann man diese Muster allerdings nicht gesund übertragen, ich reg mich ganz bewusst über Dinge auf und fluche auch wenn ich weiß dass das meist nicht viel Sinn ergibt. Ist aber wesentlich gesünder als Emotionen zu verschlucken und einen kühlen Kopf zu bewahren.


Motivation:
Bei mir ist das eher ein Zwang, und das auch nicht immer. Es gibt Dinge die muss ich einfach machen und dann gibts Dinge wo ich zu Denkfaul bin.


Natur:
Ich denke es hat wenig Sinn sich zwanghaft in etwas reinzureden, sprich "Ich muss jetzt unbedingt ein Vollblut-ITler sein". Das gilt auch für andere Lebensbereiche wie "Ich muss Metaler sein" usw. ich denke man sollte das machen was einem Spaß macht und dabei nicht vergessen dass die Freiheit da aufhört wo das Recht eines anderen beginnt.


Anfänge:
Nen eigenen PC bekam ich erst recht spät, zugegebenermaßen wollte ich aber immer "so cool sein" wie die Typen in Filmen wie Hackers usw., nicht vergessen dass ich wo diese Filme aktuell waren 10,11,12 Jahre alt war.
Ich hab viele Bücher gelesen und viel rumprobiert, irgendwann ist aber alles in etwa das Gleiche.
Die meisten Dinge lerne ich inzwischen im Crashkurs, sie fallen mir aber auch auf den Kopf. Gibt aber auch Dinge die will ich nicht mal verstehen... wie z.B. SAP da halte ich mich von fern.


Ich hoffe das trifft in etwa das was du wissen wolltest.
Tenchuu ist offline   Mit Zitat antworten
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