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Diskussion: Schwarz-Gelb: Ein Fazit im Forum Politik, in der Kategorie Sonstiges; Anzeige Hi, in Baden-Württemberg wurde gewählt und der, im Vorfeld von Merkel selbst zur „Schicksalswahl“ erklärte Urnengang, wurde zu einer ...
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| Moderator ![]() Registriert seit: 11.02.06 ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Likes: 229 | Anzeige Hi, in Baden-Württemberg wurde gewählt und der, im Vorfeld von Merkel selbst zur „Schicksalswahl“ erklärte Urnengang, wurde zu einer schallenden Ohrfeige für die schwarz-gelbe Regierungskoalition. Nach sechs Jahrzehnten hat die CDU ihre wichtigste Hochburg verloren – ausgerechnet an den ersten grünen Ministerpräsidenten der Republik. Die Gründe für die „bittere Niederlage“ (O-Ton Mappus) liegen, laut Unions-Politikern, auf der Hand: Diese Wahlen wurden in Japan entschieden, kann man heute überall hören und lesen... Doch ist das wirklich so? Es ist sicher richtig, dass die Atom-Katastrophe in Japan, besser gesagt der unbeholfene und – in den Augen vieler Bürger - unglaubwürdige Umgang der Regierung mit diesem Thema einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Wahl in BW hatte. Doch wer jetzt behauptet das allein hätte die Wahl entschieden, der verschließt seine Augen vor der Realität. Zum einen hatte die BW-CDU auch mit hausgemachten Problemen zu kämpfen, wie der S21-Problematik, dem brutalen Polizeieinsatz und den dubiosen Umständen unter denen Mappus die EnBW zu einem überteuerten Preis gekauft und das Landesparlament über den genauen Ablauf dieses Vorgangs auch noch belogen hatte... Viele Wähler werden das registriert haben. Noch schädlicher dürfte jedoch das desaströse Bild der schwarz-gelben Regierungskoalition in Berlin für den Ausgang dieser Wahl gewesen sein. In einem anderen Thread habe ich gesagt unsere Regierung sei bestenfalls eine Karikatur und das ich mich nicht daran erinnern könne, dass DE zu meinen Lebzeiten schon einmal so dilettantisch regiert worden wäre – das möchte ich hiermit noch einmal bekräftigen, aber auch mit Fakten untermauern... Angetreten war Schwarz-Gelb mit dem Versprechen die Steuern zu senken, vor allem Westerwelle hatte im Wahlkampf gebetsmühlenartig mehr „Netto vom Brutto“ versprochen – dieses Wahlversprechen wurde gebrochen. Die einzigen für die es Steuersenkungen gab, waren die Hoteliers und damit sind wir schon beim ersten Skandal der Regierung, der noch während der Koalitionsverhandlungen den Beginn der Schwarz-Gelben Katastrophen-Regierung markierte. Die Entscheidung die Steuern für Hoteliers zu senken war von Beginn an umstritten, skandalös wurde sie als bekannt wurde das es im Vorfeld eine Millionenspende eines bekannten Hoteliers an die FDP gegeben hatte. Um von dieser peinlichen Affäre abzulenken sorgte Westerwelle direkt für den nächsten Skandal, indem er Millionen Arbeitslosen pauschal „spät-römische Dekadenz“ unterstellte und so versuchte mit plumpen Populismus Stimmung zu machen. Ansonsten war der Start der Regierungskoalition nur von den – eher an einen Kindergarten, als an eine Regierung erinnernden – Streitereien zwischen der FDP („Gurkentruppe“) und der CSU („Wildsäue“) geprägt. Merkel fiel in der Zeit dieses „Stolperstarts“ allenfalls durch an Apathie grenzende Passivität auf. Nachdem sie jedoch sooft einen „Neubeginn“ verkündet hatte, dass sie damit bestenfalls noch müde Lacher erntete, versuchte sie sich plötzlich als starke Frau zu profilieren und verkündete der „Herbst der Entscheidungen“. Herbst der Fehlentscheidungen wäre wohl passender gewesen, denn Merkel hatte kein gutes Händchen bei ihren Entscheidungen. Zuerst erklärte sie S21 zur Chefsache, setzte Mappus damit unter Druck und trug damit ihren Teil zur Verschärfung des Konflikts zwischen BW-Regierung, Bahn & den S21-Gegnern bei – der schließlich in dem brutalen Polizeieinsatz gegen friedliche Demonstranten gipfelte. Außerdem wurde die Laufzeitverlängerung beschlossen. Die Art und Weise wie Merkel diesen Beschluss am Bundesrat vorbei (nach dem Verlust von NRW, hatte schwarz-gelb auch die Mehrheit im Bundesrat verloren) und ohne eine echte Debatte über die Köpfe der Bürger hinweg durchboxte, sollte ihr später noch zum Verhängnis werden. Auch in Sachen Euro-Rettung machte Merkel keine gute Figur – durch ihre diesbezüglichen Äußerungen verunsicherte, verärgerte und beleidigte sie viele EU-Länder und manövrierte DE in eine, seit dem 2. WK beispiellose, europäische Isolation. Innenpolitisch hätte sie mit ihrer harten Haltung vielleicht punkten können, wenn sie nicht – entgegen ihrer ursprünglichen Aussagen – stetig mehr Geld in den Rettungsschirm gepumpt hätte. Schlechte Entscheidungen traf Merkel auch im Verlauf der Plagiats-Affäre, wo sie mit ihrem Versuch die Sache zu bagatellisieren und KTzG zu stützen, dem Bildungsstandort DE nachhaltig beschädigte und sich den Zorn der Akademiker zuzog, die ihr in einem offenen Brief schließlich Verrat an konservativen Werten vorwarfen. Auch in Folge der Atom-Katastrophe von Japan, offenbarte Merkel einen eklatanten Mangel an Prinzipien: An einem Tag erklärt sie die Sicherheit deutscher AKWs über jeden Zweifel erhaben, am nächsten Tag verkündet sie das Moratorium und die sofortige Abschaltung älterer & unsicherer AKWs... An einem Tag beschließt Schwarz-Gelb in den Eckpunkten des Haushalts drastische Kürzungen der Förderungen erneuerbarer Energien, am nächsten Tag versichert sie in ihrer Regierungserklärung erneuerbare Energien fördern zu wollen – verlässliche, glaubwürdige Politik sieht anders aus... Auch die Prestige-Projekte von Schwarz-Gelb entpuppen sich als blosses Blendwerk oder scheitern bereits im Ansatz: Das Sparpaket ist eine Mogelpackung, die sogar von Teilen der CDU als einseitig und unsozial bezeichnet wurde und bei dem Einnahmen eingerechnet wurden, die durch aktuelle Entwicklungen fragwürdig (Brennelementesteuer) oder in der Form noch gar nicht beschlossen (Bankenabgabe) wurden. Die Gesundheitsreform wurde durch den Einfluß der Pharma-Lobby zur Farce, da ganze Passagen im Gesetzentwurf wortwörtlich aus Forderungen der Pharma-Lobby übernommen wurden. Die Hartz4-Reform ist gescheitert und konnte erst nach Zugeständnissen an die SPD verabschiedet werden und die ursprünglich als Sparmaßnahme begonnene Bundeswehrreform entpuppt sich als extrem kostspielig und wird selbst von Experten des Kanzleramts als bestenfalls rudimentär & unausgegoren bezeichnet... Und außenpolitisch hat es Westerwelle, der sich noch kürzlich in Kairo als Freund der arabischen Demokratie-Bewegung feiern ließ und in der Euro-Frage sagte „Enthaltung sei keine Form von Haltung“, durch seine Enthaltung in der Libyen-Abstimmung geschafft, DE auch global zu isolieren. Hier wurde Vertrauen unserer Freunde & Verbündeten, dass über Jahrzehnte angehäuft wurde, innerhalb weniger Tage verspielt. Das alte Ziel einen ständigen Platz im Sicherheitsrat zu bekommen, für das deutsche Regierungen seit Brandt & Kohl gekämpft hatten, hat Schwarz-Gelb somit mal eben in die Tonne getreten... ![]() Und bei all diesen Skandalen, Fehlentscheidungen und Pannen, sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass diese Regierung noch nicht einmal zwei Jahre im Amt ist... ![]() Es ist eben nur die Karikatur einer Regierung! |
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| Member of Honour ![]() Registriert seit: 05.03.08 ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Likes: 246 | Zitat:
Man sieht einen gigantischen Anstieg am 01.09.2010 S21 danach klingt es weiter ab und steigt auf einmal wieder nach dem 11.03.2011 an. S21 hätte nicht ausgereicht um den grünen zum Wahlsieg zu verhelfen. Ihnen jetzt vor zuhalten sie hätten nur wg. Japan gewonnen, ist zwar richtig, aber nicht fair, denn die Grünen haben in der Beziehung Atomkraft immer schon klar Stellung bezogen (auch, wenn sie dies mit der SPD nur schwach umgesetzt haben). Und die Menschen glauben halt eher jemanden der länger eine Position vertritt, als jemanden, der seine Meinung erst kürzlich geändert hat. Ich bin mir sicher, wenn die Union ihre Ankündigungen, was den Kurswechsel angeht, einhält und erst in 6 Monaten Wahl gewesen wäre, hätten es die Grünen schwerer gehabt. Es ist den Grünen zu Wünschen, dass die die Erwartungen in BW erfüllen, ansonsten sehe ich eine ähnliche Karriere auf sie zukommen, wie sie die FDP hingelegt hat. Ja mal schauen wie sich der in Zukunft ändert. Nur weil die Regierung nun grün ist, heißt das ja nicht, dass auch die Polizisten auf einmal grün denken Zitat:
Zum Rest brauch ich nicht viel zu sagen, da es hier die politischen Glaubensrichtungen auseinander gehen. Die Union steht jetzt vor der Aufgabe ihre Ziele klar zu definieren, anzukündigen und diese durchzuziehen. Zitat:
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| Member of Honour ![]() Registriert seit: 05.03.08 ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Likes: 246 | Um dem noch einen Gedanken hinzuzufügen: Die Tatsache, dass die Grünen erst jetzt gewählt wurden zeigt nur, dass das Volk in den vergangenen Jahren durchaus bereit war, das "Restrisiko" einzugehen. Denn vor der letzten Bundestagswahl haben CDU und FDP den "Ausstieg aus dem Ausstieg" angekündigt. Damals war es dem Volke also egal?! Und heute der Politik Vorwürfe machen ist nicht heuchlerisch? Bevor jetzt einige kommen und sagen, dass es immer eine breite Anti-Atom-Stimmung (auch in der Union) gab und man die Union auch noch aus anderen Interessen gewählt hat, zeigt das, dass man die Energiefrage also für vernachlässigbar gehalten hat. Oder liege mit dem Gedankengang komplett falsch? @Tarantoga, hattest du nicht mal das Zitat angeführt "Eine Regierung ist nur so gut, wie sie das Volk verdient?" Nja unrecht hättest du trotzdem nicht, denn wir sind zu fett, zu ungebildet und unterstützen menschenverachtende Sendungen auf RTL(2)! |
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| Moderator ![]() Registriert seit: 11.02.06 ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Likes: 229 | Zitat:
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![]() Quelle:http://www.augsburger-allgemeine.de/...geid,4290.html Zitat:
Das dürfte bei manch französischen Student, der sich überlegt wo er sein Auslandssemester verbringen soll, den entscheidenen Ausschlag für eine andere Bildungsnation geben. Der Bildungsstandort DE wurde nachhaltig geschädigt.Ganz abgesehen von dem Glaubwürdigkeitsproblem für Merkel selbst: Jahrelang hatte sie im Ausland die Bedeutung von Urheberrechten und den Schutz von geistigem Eigentum betont - aber kaum wird ihr eigener Minister bei Plagiaten im großen Stil ertappt, versucht sie die Angelegenheit zu verharmlosen... Na ja - mit der Wahrheit hat es diese Regierung sowieso nicht gerade... Zitat:
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| Member of Honour ![]() Registriert seit: 07.12.04 ![]() Likes: 256 | Also wenn man sich die Wahlumfragen über einen längeren Zeitraum anschaut, so sieht man recht schnell, dass sich bereits seit letzten Sommer CDU/FDP und SPD/Grüne (Grüne/SPD) sich ein Kopf an Kopf rennen liefern, mit der Tendenz zu einem Machtwechsel. Sonntagsfrage – Baden-Württemberg (Wahlumfrage, Wahlumfragen) Dass die Grünen jetzt die Nase vorne hatten mag an Japan gelegen haben, der Regierungswechsel lässt sich damit allerdings nicht allein begründen. Hier muss man doch sehen, dass vor allem die FDP mit einem massiven Verlust für die Regierungskoalition zu Buche schlug. Sie ist die Partei, die das Vertrauen der Wähler verloren hat und trotz höherer Wahlbeteiligung weniger Stimmen wie in der vorherigen Wahl bekommen hat. Sie ist die Partei, die weder in BaWü noch in Rheinlandpfalz für regierungsfähig gehalten wird. Darüber sollte sich Herr Westerwelle Gedanken machen, wenn er behauptet er hätte das Votum der Wähler verstanden. Die CDU konnte allerdings nicht wie seither von einer schwachen FDP profitieren, hier sehe ich allerdings zu einem Grossteil die Gründe in der Person Mappus. Seine Glaubwürdigkeit hat schon mit S21 stark gelitten und wurde dann durch die Äusserungen zur Kernkraft, vor allem durch die jüngste Äusserung zu Phillipsburg weiter beschädigt. Noch eine Anmerkung zu der Enthaltung Deutschlands zu der UNO-Resolution. Dies ist das Einzige wo Westerwelle bzw. Schwarz/Gelb vorbehaltlos meine Zustimmung bekommt. Diese Resolution ist so undefiniert in ihren Zielen, dass hier eine Zustimmung wirklich nur aus humanitären Gründen notwendig gewesen wäre, um ein Eingreifen überhaupt zu ermöglichen. Da sich allerdings schon eine Koalition gegen Ghadaffi gebildet hatte, war die Zustimmung Deutschlands nicht notwendig. Viel wichtiger fände ich, dass man jetzt schnellstmöglich auf einen Waffenstillstand drängt, bevor man aus humanitären Gründen auf die "Aufständigen" schiessen muss. @xrayn Auch Wähler sind lernfähig und ich bin überzeugt, dass nicht nur Frau Merkel das Recht hat ihre Einschätzungen aufgrund der Vorkommnisse neu zu bewerten. Hier spielt dann Glaubwürdigkeit eine Rolle und da gab es eine Umfrage dazu, "Von wem Glauben sie, dass sie einen Atomausstieg auch wirklich durchsetzen wollen?" oder so ähnlich, übrigens auch zu anderen Fragen. Das Ergebnis war sehr eindeutig. Gruss
__________________ Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, daher darf man sie kostenlos nutzen. Allerdings ist sie nicht Open Source, dies bedeutet man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen. |
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| Member of Honour ![]() Registriert seit: 05.03.08 ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Likes: 246 | Zitat:
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| Moderator ![]() Registriert seit: 11.02.06 ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Likes: 229 | Zitat:
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Andere, die besser informiert waren, haben vermutlich einfach den Aussagen, dass unsere AKWs sicher sind, vertraut - nur um dann erleben zu müssen, dass die Regierung nach der Japan-Katastrophe hastig sieben (oder acht?) AKWs abschaltet, von deren Sicherheit sie scheinbar keineswegs überzeugt waren... ![]() Selbst die Liberalen wollen plötzlich die Alt-AKWs gar nicht mehr ans Netz nehmen, wie der Spiegel zu berichten weiß: Liberaler Kurswechsel: FDP will alle Alt-AKW abschalten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik Besonders amüsant fand ich diesen Satz aus dem Artikel: Zitat:
Zitat:
Es geht also weniger darum das sich ihre Meinung gedreht hat, als eher darum wie sie diese Änderung kommunizieren. Wenn man dann noch an Brüderles Geständnis vor den Wirtschaftsbossen denkt, dann macht die Regierung mal wieder keine gute Figur... ![]() Hier mal noch ein paar Links dazu: Eine Analyse der Lage der CDU von der Sueddeutschen: Nachbeben der Landtagswahlen - Die CDU hat ihre Kernkompetenz verspielt - Politik - sueddeutsche.de Noch ein Artikel über den Blitz-Schwenk der FDP: Atomausstieg: FDP-Spitze irritiert mit Blitz-Atomschwenk - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik Und noch ein Lacher bezüglich der versprochenen Steuersenkungen: Pflegeversicherung: Regierung*plant nächsten Beitragsschock - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft | ||||
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| | #9 (permalink) |
| Moderator ![]() | Warum? Weil er seit Wochen immer wieder mit unterschiedlichen Worten dasselbe sagt? Das wirklich erstaunliche bei diesen beiden Wahlen war für mich nicht, dass die Grünen soviel gewinnen konnten, sondern dass die CDU nach wie vor genug Leute mobilisieren kann. Es lag im Grunde genommen einzig an der Schwäche der FDP (für die ich in dem Zusammenhang kein Mitleid aufbringen kann), dass es nicht für eine CDU-geführte Regierung in beiden Ländern gereicht hat. Man kann also über Meinungsänderungen der Kanzlerin zur Kernkraft oder Bagatellisierungen von Plagiaten lamentieren soviel man will. Auch der S21-Einsatz und allerlei andere Schweinereien der BaWü-CDU hat nicht ausgereicht, um einen nennenswerten Teil der Wählerschaft in die Arme anderer Parteien oder in den großen Sumpf der Nichtwähler zu treiben. Der urkonservative "ich wähl wie immer: Adenauer"-Reflex ist bei den Unionsanhängern nach wie vor weit genug verbreitet, um den Status als "letzte Volkspartei" aufrecht zu erhalten. Die SPD profitiert nicht, die Grünen nur in ihrer Kernkompetenz glaubwürdige Vermittlung von Nachhaltigkeit. So gern ich es tun würde, so kann ich aber allein aufgrund der Wahlergebnisse niemandem aus der Union einen Strick drehen. Das einzige, was man ihnen vorwerfen kann (und was Heiner Geißler bei Anne Will am Sonntag auch reichlich getan hat), ist dass sie sich zu sehr an die FDP als einzigen Koalitionspartner heften. Aber selbst, wenn sie's etwas lockerer nähmen, so hat die Vergangenheit nur gezeigt, dass es die Union schafft, ihren jeweiligen Juniorpartner inhaltlich auszubluten und bei der nächstbesten Wahl ausgelaugt fallen zu lassen. Diesmal ist eben die FDP dran. |
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| Moderator ![]() Registriert seit: 11.02.06 ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Likes: 229 | Zitat:
![]() Zitat:
War übrigens auch das erste, was Fefe in seinem Blog zur Wahl eingefallen ist: Zitat:
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| | #11 (permalink) |
| Moderator ![]() Registriert seit: 30.09.06 ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Likes: 442 | Ich denke du vergisst dabei einfach, dass man bei einer Bundes- und Landtagswahl in Deutschland nur die Wahl zwischen Pest und Cholera hat. Was von beidem ist wohl besser?
__________________ Mein Blog - Mein Job - Diaspora Der Ring uns zu knechten besteht aus 12 Sternen auf blauem Grund. Neue Beiträge im Habo via Twitter - Das HaBo auf FB - Das HaBo bei G+ |
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| | #12 (permalink) |
| Member of Honour ![]() Registriert seit: 07.12.04 ![]() Likes: 256 | Warum die CDU so viele Stimmen bekommen hat? Zum einen haben sie jahrzehntelang nicht wirklich schlechte Landespolitik gemacht und zum anderen ist eben BaWü zu einem Grossteil ländlich geprägt und stockkonservativ. ![]() Von daher ist Berlin verdammt weit weg und die Bundespolitik spielte nie die Rolle bei Landtagswahlen, wie in anderen Ländern. Es ist also eher verwunderlich, dass sie keinen Regierungsauftrag bekommen hat. Aber da hat Mappus halt die "schwäbische Seele" verletzt indem er eben bei den Kosten gemogelt hat. ![]() Ansonsten trifft es der SZ-Artikel den Tarantoga postete ziemlich gut. Gruss
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| | #13 (permalink) | |||
| Moderator ![]() Registriert seit: 11.02.06 ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Likes: 229 | Ich denke sowohl die CDU in BW, als auch die Bundes-CDU haben ein grundsätzliches Problem: Sie haben verschlafen/ignoriert das sich die Gesellschaft verändert hat. Es gibt keine rein "konservative" Klientel mehr, zumindest keine die groß genug wäre um allein mir ihr Mehrheiten zu gewinnen - genauso wenig wie es noch eine rein "sozialdemokratische" Klientel gibt. Die SPD musste das bereits auf die harte Tour lernen, in dem sie seit Jahren schlechte Wahlergebnisse einfährt - aber die CDU hat es, meiner Meinung nach, versäumt daraus Lehren zu ziehen. Denn trotz der veränderten Lage, haben sie ihren Politikstil nicht verändert und regieren autoritär wie in der "guten alten" Zeit von Adenauer bis Kohl. Besonders deutlich wird das in BW am Projekt S21. Von Anfang an gab es starken Widerstand in breiten - und sehr unterschiedlichen - Teilen des Volkes. Die einen waren dagegen weil ein historisches Bahnhofsgebäude abgerissen werden sollte, andere waren gegen das Fällen der Bäume und wieder andere störten sich vermutlich einfach an den hohen Kosten. Und die BW-CDU hat einfach versucht die Sache auszusitzen, fest davon überzeugt der Widerstand würde letztendlich ermatten. Als der Bau dann beginnen sollte und die Massenproteste das Interesse der Medien weckten, reagierte man ebenfalls wieder auf die altemodische, autoritäre Art: Zuerst wurde der Ton verschärft und Demonstranten als "Alt-Kommunisten", "Fortschrittsverweigerer" und ähnliches beschimpft, prominente S21-Gegner wie Walter Sittler mit der Nazi-Vergangenheit des Vaters verunglimpft - vermutlich aus dem Gefühl heraus die Demonstranten müssten Anhänger des politischen Gegners sein, da man sich nicht vorstellen konnte, dass auch konservative gegen Regierungspläne demonstrieren könnten. Als man dann die Demonstranten niederknüppeln ließ (autoritärer geht es ja nicht) und die Umfragen danach erstmals die Möglichkeit eines Politikwechsels andeuteten, ist der Mappus-CDU wohl klar geworden das es wirklich das Volk, ihr Volk, war, dass da demonstierte. Diese Erkenntnis spiegelt sich auch in den Äußerungen der BW-CDU wieder, denn plötzlich hieß es "wir haben unsere Motive nicht deutlich genug kommuniziert", "wir haben versäumt die Bürger mitzunehmen" oder "wir haben die Bedenken der Bürger nicht ernst genug genommen".. Ja - das alles haben sie versäumt. Auf Bundesebene war es mit der Laufzeitverlängerung genau das selbe - zuerst drückte man die Verlängerung hastig durch (da laufen ja auch noch einige Klagen) und dachte sich die Folgen aussitzen zu können - wirklich demonstrieren würden sowieso nur die Anhänger des politischen Gegeners. Dann kam die Atom-Katastrophe in Japan und plötzlich heißt es "wir haben die Ängste der Bürger nicht ernst genug genommen", "wir haben unsere Gründe nicht deutlich genug dargelegt"... In beiden Fällen wäre die Strategie der CDU noch vor 30 Jahren vermutlich aufgegangen - doch heute sind die Bürger informierter, vernetzter, flexibler und vielleicht auch ein Stück weit selbstbewusster. Man kann sich heute nicht mehr darauf verlassen das jemand, der 20 Jahre lang eine bestimmte Partei gewählt hat, diese aus Nibelungentreue auch dann noch wählt, wenn sie in seinen Augen Fehler begehen. Diese Entwicklung hat die CDU (ebenso wie die SPD) verschlafen. Ein weiteres Problem ist natürlich, LX hat es bereits erwähnt, die völlige Ausrichtung auf die FDP als Partner. Unter Westerwelle hat die FDP ihre Tradition als Bürgerrechtspartei endgültig hinter sich gelassen und sich zu reiner reinen Lobbyisten-Partei entwickelt - zumindest scheint sie von den meisten Wähler so wahrgenommen zu werden. Und die FDP tut alles um diesen Eindruck zu stärken, man denke an die Hotelsteuersenkungen (da war die CSU auch dran beteiligt, doch die haben es verstanden im Hintergrund zu bleiben), die Tatsache das Röslers Gesundheitsreform viele alte Forderungen der Pharma-Lobby umgesetzt hat und in Teilen wortwörtlich von der Pharmaindustrie diktiert wurde oder die jüngsten Worte von Brüderle, der versuchte die BDI-Bosse zu beruhigen, in dem er versicherte das Moratorium sei nur ein, dem Wahlkampf geschuldetes, Manöver. Dann wäre da noch Westerwelles fragwürdige Außenpolitik. Gerade die CDU hat immer versucht im Ausland, insbesondere bei den Nato-Partnern, als verlässlicher Partner wahrgenommen zu werden. Das war der Union immer so wichtig, das Merkel sogar mit fliegenden Fahnen in den Irak einmarschieren wolllte - in einen mit Lügen begründeten Angriffskrieg. Damals weigerte sich rot-grün und bekam dafür in der Bevölkerung viel Zustimmung - aber damals standen wir an der Seite von wichtigen westlichen Verbündeten, wie z. B. Spanien und Frankreich. Und Joschka begründete seine Ablehnung in aller Öffentlichkeit - sein "I am not convinced!" nach Powells lustiger Powerpoint-Präsentation ist noch heute legendär. Und Joschka wurde dafür auch in den USA respektiert - tatsächlich wurde er sogar als Dozent nach Princeton berufen. Vermutlich hatte Westerwelle das alles im Hinterkopf als er sich bei Libyen enthielt - angeblich wollte er ja sogar dagegen stimmen. Die FDP bestreitet das natürlich, doch aus CDU-Kreisen wurde das bestättigt. Fakt ist: DE hat sich als einziges westliches Land enthalten. Und wie wird diese Enthaltung im Ausland wahrgenommen? Stephen Scabo, Direktor der Transatlantic Academy Washington, sagte: Zitat:
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Für die Union, die Amerika immer als wichtigsten Verbündeten und Partner in der Welt betrachtet und dementsprechend gehandelt hat, dürften solche Äußerungen aus Washington alarmierend wirken - und es dürfte ihnen schwer fallen ihren Anhängern, denen jahrzehntelang ein Pro-USA Kurs vorgebetet wurde, die neue Linie zu erklären. Die FDP entwickelt sich also mehr und mehr zu einem Klotz am Bein der Union. Und jetzt, nach Merkels-Atomwende, wendet sich sogar die Wirtschaft von der Union ab: Wirtschaft vs. Kanzlerin: Bosse brechen mit Zickzack-Merkel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik Schwarz-Gelb: Ein Fazit habe ich diesen Thread genannt und mein Fazit ist: Drei Bundesländer und die Mehrheit im Bundesrat an die Opposition verloren, die wichtigste Hochburg der Union verloren, Verbündete & Partner in aller Welt brüskiert und jetzt auch noch das Vertrauen der Wirtschafts-Bosse verloren... Die Luft für Schwarz-Gelb wird immer dünner. | |||
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| Moderator ![]() | Zitat:
Offensichtlich findest du die Partei nicht attraktiv (wer kann's dir verübeln *g), aber du bist eben auch nicht der Querschnitt der Wähler. Die CDU hat durchaus gelernt, mit der sich wandelnden Gesellschaft umzugehen. Die wird nicht jünger und risikofreudiger (was zu mehr progressiv Wählenden führen würde), sondern im Gegenteil immer älter und damit auch zunehmend konservativer. Und auch inhaltlich kann man (abgesehen von der Kernenergie-Frage) der Union nicht vorwerfen, dass sie gegen Mehrheitsmeinungen regiert. Mehrwertsteuersatz für Hoteliers? Ausstieg aus der solidarischen Finanzierung der Krankenversicherung? Ablehnung von Mindestlöhnen? Das sind Punkte, die sicherlich nicht mehrheitsfähig im Bundesdurchschnitt sind. Aber das sind eben auch Punkte, deren negative Folgen sehr bequem auf die FDP abgeschoben werden können - und genau das passiert auch gerade recht erfolgreich. Die Rechnung ist simpel: Solange die Union stärkste Kraft ist, wird sie im Regelfall auch an der Regierung beteiligt sein. Eine einfache Rot-Grüne Mehrheit ist nicht der Regelfall (die Linkspartei spielt zumindest auf Bundesebene nach wie vor eine Rolle), also wenn's für Schwarz-Gelb nicht reicht, dann zumindest für Schwarz-Rot. Beides keine schlechten Optionen für die Union. Achja und BTW: Die Zitate der US-amerikanischen Presse über Deutschland, als es um den Irak ging, dürften ähnlich vernichtend ausgefallen sein. Deutschland wurde damals in eine Reihe mit in den USA nicht gerade beliebten Staaten wie Kuba und (hört hört) Libyen gestellt. Dass Fischer für seinen Widerstand auch auf der anderen Seite des Atlantiks Respekt geerntet hat, kam erst wesentlich später, als absehbar wurde, was für eine Schnapsidee der Einfall im Irak war. | |
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| Moderator ![]() Registriert seit: 11.02.06 ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Likes: 229 | Zitat:
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Außerdem hat Rot-Grün damals zwar die Beteiligung am Irak-Krieg verweigert, ansonsten aber die Gemeinamkeiten mit den USA betont - Westerwelle dagegen hat mit seiner Bemerkung von den "neuen Partnern" für viel Irritation gesorgt. In einem Artikel der FAZheißt es dazu: Zitat:
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