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Kampf dem Kapital?

Diskussion: Kampf dem Kapital? im Forum Politik, in der Kategorie Sonstiges; Anzeige Zitat: Zitat von GrafZahl anteil ja, ich gehe sogar soweit zu sagen dass dadurch das fass zum überlaufen gebracht ...

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Alt 12.10.11, 00:19   #31 (permalink)
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Zitat:
Zitat von GrafZahl
anteil ja, ich gehe sogar soweit zu sagen dass dadurch das fass zum überlaufen gebracht wurde, und kann mir vor dem hintergrund auch gut vorstellen warum erstmal alles in diese richtung schaut... aber was sich mir nicht erschließt, ist dass die ganzen anderen faktoren die genannt wurden, maßgeblich nichts mit dem problem zu tun haben sollen ... die führen seit den 80ern in gehäufter regelmäßigkeit zu hungersnöten ... und auf einmal ist auf der baustelle alles in butter, und nur die spekulationsgeschäfte sind nun aleine für alle probleme verantwortlich?
Wer sagt das auf den anderen Baustellen alles in Butter ist? Gerade die Welthungerhilfe nennt doch mehrere Gründe für den Anstieg der Preise: Angefangen bei Missernten durch Dürre (worauf wir Menschen leider wenig bis gar keinen Einfluss haben), die Klimaerwärmung, den zunehmenden Anbau von Pflanzen für Biosprit und eben auch Spekulanten. Woraus leitest Du also ab das Spekulanten das einzige Problem wären? Allerdings sind die beiden letzten Punkte eben die, bei denen man sofort ansetzen und am schnellsten Ergebnisse erzielen kann.

Zitat:
Zitat von GrafZahl
wenn du alle menschen zu altruisten erziehen willst, ist das ein nobles ziel ...
Ich will niemanden zu einem Altruisten erziehen, ich plädiere dafür das Mechanismen geschaffen werden die für einen Ausgleich sorgen - eine Finanztransaktionssteuer oder die Besteuerung von Gewinnen aus Devisen-Spekulationen könnten solche Mechanismen sein. Kundigere Leute werden sicherlich bessere Möglichkeiten dazu finden, wichtig ist nur das etwas unternommen wird. Um mit dem Ökonom Max Otte zu sprechen: Wir müssen aufhören die Reichen, die den Staat gekapert haben, zu beschützen und dafür sorgen das niemand nur den Rahm abschöpft, ohne der Gesellschaft etwas zurückzugeben...

Geändert von Tarantoga (12.10.11 um 00:24 Uhr) Grund: Tippfehler
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Alt 12.10.11, 01:16   #32 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Tarantoga Beitrag anzeigen
Wer sagt das auf den anderen Baustellen alles in Butter ist? [...] Woraus leitest Du also ab das Spekulanten das einzige Problem wären? Allerdings sind die beiden letzten Punkte eben die, bei denen man sofort ansetzen und am schnellsten Ergebnisse erzielen kann.
ich leite das nicht ab ... ich sehe nur, das was hier primär als ursache angeführt wird ...

schnelle problemlösungen halte ich für wünschenswert ... wichtiger wäre mir aber noch die effektivsten maßnahmen zu ergreifen ... und die würde ich da suchen wo der großteil des problems liegt

"dummerweise" ist das auch mal wieder ein "aktionismus fähiges" thema, soll heißen wer hier schnelle aktionen/ergebnisse vorweist, kann das entsprechend ausschlachten ... nur ich befürchte halt dass die nachaltigkeit auf der strecke bleibt ...
Zitat:
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Ich will niemanden zu einem Altruisten erziehen, ich plädiere dafür das Mechanismen geschaffen werden die für einen Ausgleich sorgen - eine Finanztransaktionssteuer oder die Besteuerung von Gewinnen aus Devisen-Spekulationen könnten solche Mechanismen sein. Kundigere Leute werden sicherlich bessere Möglichkeiten dazu finden, wichtig ist nur das etwas unternommen wird. Um mit dem Ökonom Max Otte zu sprechen: Wir müssen aufhören die Reichen, die den Staat gekapert haben, zu beschützen und dafür sorgen das niemand nur den Rahm abschöpft, ohne der Gesellschaft etwas zurückzugeben...
ja, aber bitte zielgerichtet

wenn das bedeutet bei der regulierung von terminbörsen anzufangen, dann ist das so ...

ich sehe in dem ganzen nur eine große gefahr, dass jetzt stimmung gegen etwas gemacht wird ... dann wird gehandelt ... es werden "fortschritte" präsentiert ... dann wird gejubelt ... und dann wird, tschuldigung, mit der gleichen scheiße wie vorher weiter gemacht, weil der sündenbock die aufmerksamkeit effektvoll weggebügelt hat ...
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Alt 12.10.11, 01:19   #33 (permalink)
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Wenn jetzt etwas Stimmung gegen die Finanz-Mafia gemacht wird, wäre das ein guter Ausgleich für die letzten Jahre, in denen man primär Stimmung gegen sozial bedürftige Menschen gemacht hat. Ggf. könnte man dadurch mal wieder einen Ausgleich erreichen.
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Alt 12.10.11, 08:11   #34 (permalink)
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Zitat:
Zitat von bitmuncher Beitrag anzeigen
Wenn jetzt etwas Stimmung gegen die Finanz-Mafia gemacht wird, wäre das ein guter Ausgleich für die letzten Jahre, in denen man primär Stimmung gegen sozial bedürftige Menschen gemacht hat. Ggf. könnte man dadurch mal wieder einen Ausgleich erreichen.


solange es nicht mal wieder dabei bleibt dass erstmal stimmung gemacht wir, "etwas getan wird" (im sinne von "wir-tun-was!"™) ... und danach alles seinen gwohnten gang geht ...

wenn ich mir ansehe wie oft genau diese masche schon benutzt wurde, kann ich gar nicht so viel fressen wie ich kotzen will ...
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Alt 18.10.11, 13:42   #35 (permalink)
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Diese Meldung passt gut zu der Diskussion um Nahrungsmittel-Spekulanten:
Rohstoffspekulation: Foodwatch gibt Ackermann Mitschuld an Hungersnöten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
Mehr dazu:
Spekulieren auf Kosten der Ärmsten
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Alt 19.10.11, 11:52   #36 (permalink)
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Zur Nahrungsmittelspekulation

http://www.youtube.com/watch?v=LtYMa17kHz8
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Alt 19.10.11, 12:34   #37 (permalink)
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Apropros Kampf dem Kapital: Fahnder führen derzeit in ganz Europa Razzien bei mehreren Großbanken durch - es besteht der Verdacht auf eine Manipulation des Euribor-Zinssatzes. Beim Euribor handelt es sich um einen Zinssatz den Banken untereinander beim Handel mit Einlagen mit fester Laufzeit veranschlagen. Der Euriobor gilt außerdem als einer der wichtigsten Referenzzinssätze.
Quelle: Verdacht auf Zinsmanipulation: Fahnder durchsuchen europäische Großbanken - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
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Alt 04.11.11, 22:48   #38 (permalink)
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Wenn man das Weltgeschehen in den Medien verfolgt, könnte man den Eindruck gewinnen das die Menschen endgültig genug haben: Occupy Wallstreet hat weltweit Schule gemacht und wütende und ängstliche Bürger in aller Welt demonstrieren gegen Spekulanten, Finanzhaie und zügellosen Kapitalismus. Angesehene Ökonomen wie Max Otte geben Zitate von sich wie "Wir schützen die Reichen, die den Staat gekapert haben" und selbst Erz-Konservative wie der britische Publizist Charles Moore geben öffentlich zu das sich unser System so pervertiert hat, das es nur noch dazu dient "wenige Gierige" zu bereichern. Doch wenn man den, zugegebenermaßen eher reißerischen, Titel dieses Threads wörtlich nimmt und das ganze als eine Art Kampf betrachtet, dann scheinen die Finanzhaie Runde um Runde zu gewinnen.
Erst vor wenigen Tagen waren die Medien voll von Meldungen über das Ergebnis des Euro-Gipfels, auf dem der Schuldenschnitt und eine "substanzielle Beteiligung" der Banken beschlossen wurde - klingt fast nach einer Schlappe für die Bänker, oder?
Hier mal ein interessantes Zitat zu dem Thema:
Zitat:
Wenn man in diesen Tagen die Zeitungen aufschlägt, stößt man immer wieder auf die Aussage, die EU-Regierungschefs hätten beim Gipfel einen 50%-Schuldenschnitt für Griechenland beschlossen. Dies ist jedoch gleich in vielfacher Hinsicht falsch. Es wurde vielmehr gar kein Schuldenschnitt – in welcher Höhe auch immer – beschlossen, sondern lediglich angekündigt, dass man die Banken und Versicherungen zu Verhandlungen einlädt, an deren Ende ein Anleihentausch stattfinden soll, bei dem die Institute auf freiwilliger Basis ihre Griechenlandanleihen gegen andere Anleihen eintauschen können. Da die Details somit erst noch ausgehandelt werden, gibt es auch noch unzählige Möglichkeiten, wie die Banken diese 50%-Marke ad absurdum führen können, und es ist sehr wahrscheinlich, dass ihnen das auch gelingen wird.
Das klingt irgendwie schon ganz anders, oder? Für mich klingt das nach einem weiteren Sieg der Finanzhaie. Vor zwei, drei Jahren - mitten in der Bankenkrise - hatten Politiker in aller Welt gelobt die Banken an die Leine zu legen und die Finanzmärkte stärker zu regulieren. Und was ist passiert? NIchts. Auch in der Euro-Krise wurde immer wieder vollmundig verkündet die Banken, die gutes Geld an schuldenmachenden Staaten verdienen, müssten sich stärker beteiligen - und was ist passiert? Banken & Versicherungen können auf "freiwilliger Basis" Griechenlandanleihen gegen andere Anleihen tauschen. Freiwillig ist sowieso ein oft gebrauchtes Wort wenn es um Forderungen der Politik an die Wirtschaft geht. Banken & Versicherungen sollen sich freiwillig beteiligen und sogar Innenminister Friederich, eigentlich ein Fan von strikten Verboten und totaler Überwachung (dafür bricht er auch gerne mal das Grundgesetz), setzt bei Facebook auf freiwillige Selbstverpflichtung in Bezug auf den Datenschutz...
Ist die Politik der Wirtschaft gegenüber wirklich so zahnlos? Fank Schirrmacher, Mitherausgeber der konservativen FAZ, schrieb da einen interessanten Kommentar zu, hier mal ein Auszug:
Zitat:
Es wird immer klarer, dass das, was Europa im Augenblick erlebt, keine Episode ist, sondern ein Machtkampf zwischen dem Primat des Ökonomischen und dem Primat des Politischen. Schon hat das Politische massiv an Boden verloren, was man daran erkennt, dass alle politischen Begriffe, die mit dem geeinten Europa verbunden waren, im Wind zerstoben sind, wie Asche.
[...]
Sieht man denn nicht, dass wir jetzt Ratingagenturen, Analysten oder irgendwelchen Bankenverbänden die Bewertung demokratischer Prozesse überlassen?
Übrigens war Schirrmacher der Meinung Papandreous Volksbefragung wäre der richtige Schritt:
Zitat:
Papandreou tut nicht nur das Richtige, indem er das Volk in die Pflicht nimmt. Er zeigt auch Europa einen Weg. Denn in dieser neuen Lage müsste Europa alles tun, um die Griechen davon zu überzeugen, warum der Weg, den es zeigt, der richtige ist.
Papandreou ist mittlerweile eingeknickt, eingeknickt vor den Drohungen der anderen Staatschefs, aber vor allem auch durch die Drohungen von IWF, EZB und der Finanzwirtschaft.
Als Antwort auf Schirrmachers Kommentar über die "verramschte Demokratie" hat sich übrigens Jürgen Habermas (der Merkels Politikstil vor einer Weile als "von Demoskopie geleiteten Opportunismus" bezeichnet hat), einer der bedeutensten Soziologen der Gegenwart, in der FAZ zu Wort gemeldet und auch hier gibt es denkwürdige Zitate:
Zitat:
Gewiss, in liberal verfassten Steuerstaaten hat immer ein Spannungsverhältnis zwischen Demokratie und Kapitalismus bestanden.
[...]
Natürlich liegen ideologische Beruhigungspillen, die die Vorstellung hervorrufen, das kurzfristige Wohl der Banken und der Shareholders sei eins mit den langfristigen Interessen der Bürger und der Stakeholders, immer griffbereit.
[...]
Das griechische Desaster ist jedoch eine deutliche Warnung vor dem postdemokratischen Weg, den Merkel und Sarkozy eingeschlagen haben.
Irgendwie ist das alles schon ziemlich deprimierend, oder? Allerdings erklärt das vermutlich solche Meldungen:
G-20-Gipfel in Cannes - Schonzeit für Zocker - Politik - sueddeutsche.de
Ergebnisse des G-20-Gipfels: Die Mächtigen schonen die Großbanken - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
G-20-Gipfel in Cannes: Ein Action-Thriller ohne Happy End - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
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