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[PWF] 7 - Gibt es den freien Willen?

Diskussion: [PWF] 7 - Gibt es den freien Willen? im Forum Science & Fiction, in der Kategorie Off topic-Zone; Anzeige sTEks folgenden Gedanken finde ich sehr interessant: Zitat: Und damit einher geht, dass unser Wille schon im Sinne der ...

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Alt 16.02.11, 13:01   #31 (permalink)
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sTEks folgenden Gedanken finde ich sehr interessant:

Zitat:
Und damit einher geht, dass unser Wille schon im Sinne der Überlebensstrategie nicht völlig frei sein kann, da wir im Bewusstsein ansonsten eine gehörige Portion Informationen mehr verarbeiten müssten und wohl nicht in der Lage wären, überhaupt einen klaren Gedanken zu fassen.
Ich übertrage mal wieder in das abstrakte. Meiner Meinung nach sind biologische Details bei diesem Grundproblem nicht von Bedeutung.

Also steks Überlegung weicht von den bisherigen Meinungen in dem Thread ja ab, wo Einflussfreiheit gefordert wurde.
Hier wird nun Einflussvollständigkeit gefordert.
Sind alle Informationen eines Systems vorhanden, kann das Regelsystem eines "Willens" fehlerfrei angewendet werden (vorrausgesetzt die Kapazitäten zum Verarbeiten sind vorhanden), ohne dabei eine wichtige Information zu übersehen.
Für mich wirft das noch einige Fragen auf. Kann man so etwas wie Informationsvollständigkeit erreichen? Wann sind die Informationen über eine Situation vollständig? Reicht der momentate Zustand des Systems oder benötigt man auch die Historie? (zeitliche Emergenz)
Möglicherweise müsste man dann wieder "alles und jeden" kennen, was gegenseitig wechselwirkt, also alles.

Hmm. Und da wird auch meiner Meinung nach noch ein anderes Phänomen problematisch. Angenommen es gäbe einen Computer, der alle Informationen des Universums enthält, dann müsste er auch sich selbst als Information enthalten und somit die Informationen des Universums ein zweites mal und wieder sich selbst und....
Also eine klassiche russellsche Antinomie, der man hier begegnet.
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Alt 16.02.11, 15:11   #32 (permalink)
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Zitat:
+++ATH0:
sTEks folgenden Gedanken finde ich sehr interessant
Und ich finde widerum diesen Gedanken von Dir interessant:
Zitat:
Zitat von +++ATH0
Angenommen es gäbe einen Computer, der alle Informationen des Universums enthält, dann müsste er auch sich selbst als Information enthalten und somit die Informationen des Universums ein zweites mal und wieder sich selbst und....
Auch wenn diese Überlegung off topic ist, drängt sich mir sofort die Frage auf, ob so ein Computer überhaupt denkbar ist - wegen der Schwarzen Löcher. Viele Physiker sind der Meinung das Schwarze Löcher für Informationsverlust sorgen (Stichworte: Informationsparadoxon, No-Hair-Theorem, Hawking-Strahlung), andere vermuten das Schwarze Löcher nach ihrem "Tod" die verschluckten Informationen wieder preisgeben... Nur im letzteren Fall könnte also ein Computer alle Informationen des Universums enthalten und das auch nur am Ende des Universums, oder? Und das bringt mich direkt zu Tiplers Omegapunkt-Theorie, aber das wird wohl zu off topic...

Zitat:
+++ATH0:
Also eine klassiche russellsche Antinomie, der man hier begegnet.
Puh - war das nicht die Geschichte mit dem Barbier-Paradoxon?
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Alt 16.02.11, 16:11   #33 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Tarantoga Beitrag anzeigen
Puh - war das nicht die Geschichte mit dem Barbier-Paradoxon?
Ja. Wobei man sich das Problem besser vorstellen kann, wenn man sich eine Allmenge denkt, die alles enthält und somit sich auch selbst enthalten muss, was zu einem rekursiven Widerspruch führt.

Also worauf das eigentlich hinauslaufen sollte: Es ist also weder (nicht einmal theoretisch) ein Wille denkbar, der keinen Einflüssen unterworfen ist, noch ist ein Wille denkbar, der allen Einflüssen unterworfen ist (und somit unter allen Informationen eine gleichberechtigte Entscheidung treffen könnte).

Also bringt es nichts danach zu Fragen ob der Wille frei sei (nach Forderungen der Einflussfreiheit/vollständigkeit), wenn allein schon die Möglichkeit logisch widersprüchlich ist.
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Alt 17.02.11, 12:54   #34 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Tarantoga Beitrag anzeigen
Auch wenn diese Überlegung off topic ist, drängt sich mir sofort die Frage auf, ob so ein Computer überhaupt denkbar ist - wegen der Schwarzen Löcher. Viele Physiker sind der Meinung das Schwarze Löcher für Informationsverlust sorgen (Stichworte: Informationsparadoxon, No-Hair-Theorem, Hawking-Strahlung), andere vermuten das Schwarze Löcher nach ihrem "Tod" die verschluckten Informationen wieder preisgeben...
Ich habe u.a. von den Systemanalytik-Vorlesungen im Kopf, dass Schwarze Löcher Orte unendlicher Entropie sind. Sie sind also Entropiesenken und haben damit einen unendlich hohen Informationsgehalt. Das ist ja auch der Grund, warum die minimale Größe von Speicherzellen begrenzt ist, da es sonst bei zu hoher Informationsansammlung auf zu engem Raum zu einem Entropiekollaps kommen wird.

Zitat:
Zitat von +++ATH0 Beitrag anzeigen
Also worauf das eigentlich hinauslaufen sollte: Es ist also weder (nicht einmal theoretisch) ein Wille denkbar, der keinen Einflüssen unterworfen ist, noch ist ein Wille denkbar, der allen Einflüssen unterworfen ist (und somit unter allen Informationen eine gleichberechtigte Entscheidung treffen könnte).

Also bringt es nichts danach zu Fragen ob der Wille frei sei (nach Forderungen der Einflussfreiheit/vollständigkeit), wenn allein schon die Möglichkeit logisch widersprüchlich ist.
Was mich wiederum fragen lässt, wie dann solche Fragen entstehen...
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Alt 17.02.11, 17:34   #35 (permalink)
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Zitat:
Zitat von sTEk:
Ich habe u.a. von den Systemanalytik-Vorlesungen im Kopf, dass Schwarze Löcher Orte unendlicher Entropie sind. Sie sind also Entropiesenken und haben damit einen unendlich hohen Informationsgehalt.
Unendlich hoher Informationsgehalt? Das klingt spannend! Und es macht die Frage, ob man diese Informtionen irgendwie "auslesen" kann, noch interessanter... Denn wenn diese Informationen nicht auf ewig verloren sind, wäre der Computer der alle Informationen des Universums besitzt, zumindest theoretisch denkbar, oder? Ich glaube es war Hawking, der in einem seiner populärwissenschaftlichen Bücher die Existenz eines Computers postuliert, der für einen bestimmten Moment die exakte Position und den Spin aller Teilchen im Universum kennt. Auf Grundlage dieses Wissens könnte der Computer dann die Vergangenheit und die Zukunft des Universums exakt berechnen - wäre also im Grunde allwissend. Wenn ich mich recht erinnere (ist einige Jahre her das ich Hawkings Bücher gelesen habe), war er damals noch der Meinung, wegen des Informationsverlustes durch die Schwarzen Löcher wäre ein solcher Computer unmöglich - aber soweit ich weiss, hat er seine Meinung geändert. Irgendwie hatte er eine Wette mit einem anderen Physiker laufen, ob sich Schwarze Löcher an die "verschluckten" Informationen erinnern oder nicht... Vor ein paar Jahren hat er die Wette afaik als verloren anerkannt - jetzt glaubt er also das die Informationen nicht unbedingt verloren sind... Spannendes Thema, oder?

Zitat:
Zitat von sTEk:
Was mich wiederum fragen lässt, wie dann solche Fragen entstehen...
Vielleicht sind solche Fragen ja determiniert...

Geändert von Tarantoga (17.02.11 um 18:00 Uhr)
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Alt 01.03.11, 11:53   #36 (permalink)
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In der aktuellen (und folgenden) Ausgabe der Spektrum der Wissenschaft wird genau das Thema behandelt. (Ich hoffe die ist schon im Kiosk zu finden...habe sie ja aboniert und somit bereits seit letzte Woche da.)
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Alt 01.03.11, 12:27   #37 (permalink)
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@sTEk: Danke für die Info & den Link...

Damit ist dann ja wohl bewiesen, dass das HaBo die Avantgarde der Wissenschaft ist. Ich hatte ja schon lange den Eindruck ,dass Redakteure von Science, Nature und Spektrum der Wissenschaft auf unser Science&Fiction Forum schielen, um zu sehen welche Themen die Wissenschaftler gerade wirklich beschäftigen...
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