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Die Anon-Hacks

Diskussion: Die Anon-Hacks im Forum Umfragen, in der Kategorie Sonstiges; Anzeige Hi, mich würde mal intressieren wieviele hier im Forum die Anon-Hacks befürworten beziehungsweise dagegen sind. Es werden unter anderem ...

Umfrageergebnis anzeigen: Befürwortest du die Anon-Hacks?
Ja 14 34,15%
Ja, solange nicht meine Daten geleaked werden 3 7,32%
Nein 24 58,54%
Teilnehmer: 41. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen

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Alt 22.08.11, 17:16   #1 (permalink)
 
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Standard Die Anon-Hacks

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Hi,

mich würde mal intressieren wieviele hier im Forum die Anon-Hacks befürworten beziehungsweise dagegen sind.
Es werden unter anderem auch User-Datenbanken veröffentlicht, von Usern die nichts mit der Firma zu tun haben, außer das sie ein Produkt von ihnen erworben haben.

MfG
Inliferty

[Edit]
Wem eine Antwortmöglichkeit fehlt -> Bitte per PN oder hier im Thread

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Alt 22.08.11, 17:48   #2 (permalink)
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die frage kann, zumindest was mich betrifft, nicht so einfach beantwortet werden:

DIE anon-hacks ...

... in ihrer gesammtheit sind zu verschieden, um sie allgemein zu bewerten

anonymous ist von der grundidee her nicht als fester verbund aufgebaut, bei dem man ein gemeinsames ziel finden kann. eher grobe richtungen die mehr oder weniger breite zustimmung unter den "mitgliedern" (sofern man dies überhaupt so betrachten kann) finden. aus dem gleichen grund sind auch die hacks, demos oder sonstigen aktionen nicht von allen getragen. es fällt daher mir zumindest recht schwer DIE anon-hacks als ganzes zu sehen.


meiner meinung nach gibt es sowohl gelungene aktionen, als auch weniger gelungene.

da du speziell nach den DB-Leaks fragst: aktionen in denen schützenswerte private daten von leuten veröffentlicht wurden die quasi nur deswegen als "kollateral schaden" gelten weil sie beim falschen eingekauft haben, ein bestimmtes gerät besitzen, etc., halte ich für hochgradig bedenklich. gleiches gilt für mich auch für aktionen bei denen gezielt solche daten über konzern-manager und deren familien veröffentlicht werden (meist mit dem ziel diesen personen im privaten umfeld zu schaden)

auf der anderen seite, speziell beim thema kundendatenbanken, muss ich aber auch des teufels advokat spielen, und fragen wie man auf andere weise den verantwortlichen klar macht dass ihr umgang mit solchen daten höchst fahrlässig ist, und die verbraucher darüber aufklärt -- selbstverständlich mit der gleichen medialen aufmerksamkeit -- zumindest aus meiner perspektive werden jetzt die optionen knap ...

ich sage nicht dass der weg der richtige ist, aber etwas muss passieren. ob das ergebnis in eine wünschenswerte richtung geht ... wir werden sehen.
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Alt 22.08.11, 18:40   #3 (permalink)
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Sorry, aber Datenklau kann ich einfach nicht befürworten.
Sorry, aber Sites defacen, kann ich ebenfalls nicht befürworten.
Sorry, aber dumme Sprüche klopfen während man mit Kindereien versucht Erwachsenen ans Bein zu pinkeln, kann ich ebenfalls nicht befürworten.

Man kann das System nicht immer mit den Regeln des Systems umstoßen, aber "Poke the bear 'till it bites" und "We shoot in masses to kill individuals" ist nicht der Weg den man hierbei, imo, nehmen sollte.

lG
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Alt 23.08.11, 09:57   #4 (permalink)
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befürworten kann ichs im großen und ganzen auch nicht, aber die regen die breite bild-tv masse wenigstens mal dazu an, kurz drüber nachzudenken, wo die überall ihre privaten daten im facebook und co hinterlassen!
und schon alleine das is meiner meinung nach nen gewinnen...

... mit welchen mitteln das erkauft wird ist ne andere frage, aber immerhin
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Alt 23.08.11, 11:49   #5 (permalink)
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Es ist schon erbärmlich wie manche in den Mitgliedern "Aktivisten" sehen, als ob tatsächlich eine politische Botschaft mit den begangen Verbrechen vermittelt werden sollte. Es wäre so, als ob man behaupten würde, dass die Krawallmacher in England einfach nur zeigen wollten, dass die Polizei oder die Sicherheitssysteme der Läden einen Bug haben und wie leicht es ist Läden auszurauben.

Dagegen ist schon fast amüsant zu sehen, wie im Namen der Freiheit mal wieder die Freiheit von anderen eingeschränkt wird. Warum ziehen wir nicht los und schlagen ein paar Nazis und Kommunisten zusammen, die kämpfen ja auch gegen unsere Freiheit und würden uns nicht anders behandeln. Auge um Auge, Zahn um Zahn - scheint tief im Menschen verankert zu sein, Kant würde sich bestimmt freuen...
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Alt 23.08.11, 12:23   #6 (permalink)
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Zitat:
Zitat von xrayn Beitrag anzeigen

Dagegen ist schon fast amüsant zu sehen, wie im Namen der Freiheit mal wieder die Freiheit von anderen eingeschränkt wird. Warum ziehen wir nicht los und schlagen ein paar Nazis und Kommunisten zusammen, die kämpfen ja auch gegen unsere Freiheit und würden uns nicht anders behandeln. Auge um Auge, Zahn um Zahn - scheint tief im Menschen verankert zu sein, Kant würde sich bestimmt freuen...
Auch wenn ich mich mal wieder weit aus den Fenster lehne, für mich sind solche Aktionen ein Spiegel der Gesellschaft. Es ist in meinen Augen ein erstes Auflehnen einer "Gesellschaftsschicht" um was zu bewegen. Revolutionen fingen auch mit kleinen Herden an.

Was in England passiert ist, ist in meinen Augen, ein aufkochen von langen Unterdrückten Emotionen. Ich hab gelesen das es in England eine große Jugendlichearbeitslosigkeit gibt und auch das Problem mit der "Rassentrennung/Diskreminierung" soll dort nich ganz so ohne sein.

Klar mit purer Gewalt sollte man solche sachen nie lösen, auf den normalen Weg scheint sich ja nix mehr zu tun in der Gesellschaft ,leider...
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Alt 23.08.11, 12:32   #7 (permalink)
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Also ich finde unser Graf hat es sehr gut getroffen, die Aktionen sind viel zu
unterschiedlich um sie Pauschal zu bewerten.

Zitat:
Zitat von Brabax Beitrag anzeigen
Sorry, aber Datenklau kann ich einfach nicht befürworten.
Sorry, aber Sites defacen, kann ich ebenfalls nicht befürworten.
Sorry, aber dumme Sprüche klopfen während man mit Kindereien versucht Erwachsenen ans Bein zu pinkeln, kann ich ebenfalls nicht befürworten.

Man kann das System nicht immer mit den Regeln des Systems umstoßen, aber "Poke the bear 'till it bites" und "We shoot in masses to kill individuals" ist nicht der Weg den man hierbei, imo, nehmen sollte.

lG
Du hast durchaus recht, dies sind keine feinen Sachen, allerdings wenn sie möglich sind
werden sie früher oder später gemacht.

Da ist mir eben doch lieber, wenn meine Daten plötzlich verfügbar sind, dann
kann und muss ich nämlich reagieren, Accounts löschen, Passwörter ändern,
Bankverbindungen ändern, Kreditkarten sperren oder entsprechend beobachten.
Denn wenn Anon dies schafft, sind die Daten eventuell schon länger bei Anderen
unterwegs, die kein Interesse daran haben, dass ich dies erfahre.

Auch hatten wir schon oft genug anfragen, wie man sich Verhalten soll, wenn
man Lücken in einem Server oder Software entdeckt hat. Klar kann man dem
Betreiber oder Hersteller eine liebe Mail schreiben und ihm ein poc zur Verfügung
stellen. Der eine wird sich nett bedanken, der Nächste jagt dir seine Anwälte und
die Polizei auf den Hals, weshalb es inzwischen durchaus auch üblich ist diese poc
einfach auf entsprechenden Seiten öffentlich zu machen und wenn Admins nicht reagieren
haben sie halt eines Tages eine Startseite, die ihnen klarmacht, dass der Server
nicht sicher ist oder die Kundendaten sind weg.

Ob da dann eine "politische" Botschaft transportiert werden soll oder sich irgendeine
Spassgruppe einhackt ist eigentlich egal. Gefahr besteht nur, wenn Kriminelle
die Lücken nutzen.

Selbst dieser ddos Kindergarten zeigt doch dem werten User nur, dass er sich nicht darauf verlassen
kann das ein Service 24X7 verfügbar ist.

Gruss
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Alt 23.08.11, 12:51   #8 (permalink)
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Zitat:
Zitat von xrayn Beitrag anzeigen
Es ist schon erbärmlich wie manche in den Mitgliedern "Aktivisten" sehen, als ob tatsächlich eine politische Botschaft mit den begangen Verbrechen vermittelt werden sollte. Es wäre so, als ob man behaupten würde, dass die Krawallmacher in England einfach nur zeigen wollten, dass die Polizei oder die Sicherheitssysteme der Läden einen Bug haben und wie leicht es ist Läden auszurauben.

Dagegen ist schon fast amüsant zu sehen, wie im Namen der Freiheit mal wieder die Freiheit von anderen eingeschränkt wird. Warum ziehen wir nicht los und schlagen ein paar Nazis und Kommunisten zusammen, die kämpfen ja auch gegen unsere Freiheit und würden uns nicht anders behandeln. Auge um Auge, Zahn um Zahn - scheint tief im Menschen verankert zu sein, Kant würde sich bestimmt freuen...
ob die meisten da irgend ne politische gesellschaft supporten ist fraglich, auch die aktivisten auf der straße sind durchsetzt mit leuten die einfach nur steine werfen wollen.
so what, aber ich nehm lieber ne kaputte festerscheibe in kauf, als wenn nur 2 leute auf der straße sind und gar keine aufmerksamkeit bekommen. denn so ist zwar immer der fade und nicht zu unterstützende beigeschmack von selbstjustiz dabei, grade wenn die da massenweise daten leaken, ich bin aber der meinung dass der 08/15 user so am ehesten mal selbst drüber nachdenkt, was er medien in jeglicher form so an infos in den rachen wirft.

vondaher, schade um die kollateralschäden, aber meiner meinung nach immer noch besser als nix. das alle politisch straight agieren und wissen um was es eigentlich geht... naja, bitte, das is nen wunschdenken, was so in keiner form von protest anzutreffen ist.

/edit: ob ich das ganze jetzt befürworte? naja, im groben und ganzen eher nicht, weil die halt sehr oft übers ziel hinausschiessen... aber es rüttelt immerhin wach!
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Alt 23.08.11, 12:56   #9 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Chakky Beitrag anzeigen
Klar mit purer Gewalt sollte man solche sachen nie lösen, auf den normalen Weg scheint sich ja nix mehr zu tun in der Gesellschaft ,leider...
Das ist ja schön, aber seine Ziele mit den gleichen Methoden, die man als das Böse an sich gebrandmarkt hat, durchzusetzen und diese dann durch den Zweck auf eine moralisch höhere Stufe zu stellen, ist einfach absurd.

@GrafZahl, end4win:"die Aktionen sind viel zu unterschiedlich um sie Pauschal zu bewerten".. Sind sie das? Dann wüsste ich doch gerne den Unterschied der Aktionen, sagen wir im Zeitraum von jetzt, bis ein Jahr zurück.

@end4win, es gibt schon lange seriöse Plattformen, wo du für deine PoC sogar bezahlt wirst und die Plattform dann mit der Firma in Verbindung tritt. Warum ist man im Fall Sony mit den Daten nicht zu einem Notar gegangen und hat den darum gebeten die Presse und Sony zu informieren. So wäre der Schutz desjenigen, der das Sicherheitsloch aufgedeckt hat, gegeben und es wären nicht die Daten von 80mio Kunden veröffentlicht worden. Hier ging es ganz klar nicht darum für die Sicherheit von Sonys Kunden einzutreten, sondern darum dem Konzern zu schaden.

*edit*
Zitat:
Zitat von easteregg Beitrag anzeigen
vondaher, schade um die kollateralschäden, aber meiner meinung nach immer noch besser als nix.
Das unter diesen Kollateralschäden persönliche Existenzen zu Bruch gehen ist egal?! Möchte gern dein Gesicht sehen, wenn dein Auto, auf das du angewiesen bist, angezündet wird, dass du seit einem Jahr am Abbezahlen bist und den Zeitwert ersetzt bekommst, dir dann kein neues leisten kannst und dann von jemanden zu hören bekommst, tja Pech gehabt, dein Auto musste brennen, ansonsten hätte der Protest nicht genug Aufsehen bekommen.

Sobald ein Protest nur mit Straftaten genug Aufsehen erregen kann, sollte sich diejenigen, die den Protest initiiert haben mal fragen, ob dies überhaupt im Interesse der Mehrheit ist, die in der so hochgelobten Demokratie ja angeblich regieren sollte...
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Alt 23.08.11, 12:57   #10 (permalink)
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Zitat:
Revolutionen fingen auch mit kleinen Herden an.
Schon klar, aber bei dieser Revolution werden die geschädigt, die laut offensichtlich langläufiger Interpretation, geschützt werden sollen.

Zitat:
Selbst dieser ddos Kindergarten zeigt doch dem werten User nur, dass er sich nicht darauf verlassen
kann das ein Service 24X7 verfügbar ist.
... und dass nicht nur die Firmen verantwortungslos damit umgehen sondern auch Crackergruppen.

######

Ich spreche ja nicht gegen die Gutheit des revolutionären oder ethischen Hintergrunds der hier immer wieder in die Taten der Cracker-Gruppe hineininterpretiert wird, sondern nur gegen den Weg den diese Gruppe gewählt hat um sich publik zu machen.

Warum geht man nicht mit gefundenen Sicherheitslecks zur Polizei, Presse oder Datenschützern ohne eventuell gefundene Daten an die Öffentlichkeit zu geben sondern diese nur entsprechenden Ermittlern vorzulegen (wir haben ja eine Datenschutzpflicht) oder in dem man Exempel-Daten preis gibt (also keine speziellen auf Personen zurück verfolgbare).
Klar tut das der Gesellschaft erst Mal weniger weh, aber dann muss man einfach mehr Nachdruck (nicht in Form von public leakes) ausüben, bis die Mehrheit der zu erreichenden Masse erreicht ist. Mit einem entsprechenden ethischen Hintergrund, wie er hier immer den Revoluzzern angehaftet wird, sollte dieses Vorgehen und das Aufbringen des nötigen Ehrgeizes und der nötigen Geduld kein Problem darstellen und sie könnten Volkshelfer werden, nicht ein neuer Justiz-Fall.

Wenn ich ein Mord wieder gut machen will, in dem ich den Mörder erschieße, wer ist dann der Bessere der beiden Menschen?

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Geändert von Brabax (23.08.11 um 13:00 Uhr)
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Alt 23.08.11, 13:02   #11 (permalink)
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Ungeachtet der Tatsache, das einige der Hacks einen Kollateralschaden bescherten, den keiner wirklich braucht, versuche ich das Phaenomen als ganzes zu sehen. Und damit als ein Faktor den Zusammenlebens im Netz.

Das mal jemand gehackt wird und jemand Daten leaked ist nichts Neues. Aber dieses geballte Auftreten so vieler Aktionen (von denen überhaupt die wenigsten bei heise.de gepostet werden) ist ein neues Phaenomen.

Hatten Staaten und Konzerne doch immer den längeren Atem in der stofflichen Welt, so müssen allesamt feststellen, das dass die staatlich verbriefte Macht im Netz zu einer reinen Formalität zusammenschrumpft.

Trete ich mit 1000 Mann bei einer Demo an, kommen 2000 Polizisten.
Starte ich Randale bei einer Demo, wird der Staat zurückschlagen.
Hier existiert zum einen die formale Macht und zum anderen die physische, zB die Polizei die handelt, da sie formal "das Recht" (wenn nicht gar Pflicht) hat, Staatsgewalt (wörtlich!) zu vermitteln.

Gehen wir ins Netz. Was existiert hier? Hier existiert lediglich der formale Rechtsrahmen der uns schützt und einschränkt, Erlaubnisse und Verbote auferlegt. Aber anders als "in echt" fehlt es hier an jeglicher Art tatsächlicher Exekutiver Kraft. Der Staat suggeriert zwar "Das Netz ist kein rechtsfreier Raum", aber nochmal: das ist lediglich der Formale Kontext.
Natürlich sind Gesetze auf das Verhalten im Netz anwendbar. Praktisch ist es jedoch für Erfahrene Techniker möglich, sich der stofflichen Staatsgewalt zu entziehen - im Zweifelsfall dadurch, das der Betreffende einfach in einem Staat sitzt wo unser Rechtssystem wenig bis gar keine Aktien hat.

Für Konzerne hat das analogen Charakter (auch hier wiederhole ich mich nur allzugern): Es ist praktisch möglich, seinen Unmut über das Verhalten eines Konzerns direkt (wie auch immer) kund zu tun, was eine unmittelbare Konseuenz bedeuten kann. Beispiel Sony: Prozessieren gegen Hotz, Erregung der Gemüter, massive Angriffe gegen den Konzern mit beträchtlichem finanziellen Schaden.

Weniger "harmlose" Rektionen gab es beim Sex Skandal der ERGO. Auch dort hat die Netzgemeinde instantly reagiert und erheblich am Image gekratzt, was letztendlich Kosten verursacht. Die Gema hats abbekommen, BART hat ebenso "positiv" auf die Aktionen von Anon reagiert.

Für mich sieht es so aus, als wenn sich eine Form von "Alle Macht dem Volke" in der Netzgemeinde etabliert (ein ähnlich spannendes Phaenomen gibts bei Fussballclubs diverser Länder, wo die Fangemeinde einen erheblichen Einfluss auf den Club ausuebt). Eine Macht, die zu ignorieren sich in Zukunft kaum jemand leisten kann, der sich im Netz profilieren will oder muss. Tatsächlich wird kaum jemand darum herum kommen, wer Endkunden bedient. Das gleiche betrifft Regierungen und NGOs.
Ach hier finden wir die Anzeichen in der BRD und EU : wikis, abgeordnetenwatch, die Ressourcen der Europaeischen Kommission, e-petitionen u.s.w.


Für mich sind die Aktionen, die Anon (als Kollektiv betrachtet) durchführt, ein in Zukunft wichtiger Bestandteil (eher Triebmotor) bei der Gestaltung von "Policy and Principles" im gesamten Netzwerk. Das Betrifft technische Entwicklung und die Frage nach Zensur oder Filterung ebenso wie die Entwicklung neuer Gesetze im Bereich Internet Governance, die über Ländergrenzen hinweg Gültigkeit finden müssen. Wer sich damit ernsthaft beschäftigt wird feststellen, wie viele Baustellen es derzeit gibt, wo wir dringend konstruktive Ideen brauchen.

Mein Fazit: Anon ist die logische Konsequenz der Massen (und damit Organisation) im Netz, gepaart mit der Nutzung vorhandener Technologie.

Ich meine damit ausdrücklich nicht, das ich illegale Handlungen direkt billige oder befürworte.
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Alt 23.08.11, 13:06   #12 (permalink)
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zum einen is das beispiel nicht vergleichbar, ich will hier auch um gotteswillen nicht in alle anon mitglieder nen tolles bewusstsein reininterpretieren, im gegenteil! es ist zweifelsohne ein großer haufen von krawallbrüdern, die aber mit sicherheit in ihren reihen leute haben, die gute ideal verteten und das im schutze der breite masse eben durchziehen.

wenn ich gegen irgendwas bin und mir zu hause ne fahne und nen poster ins zimmer hänge, was meine idee weiterträgt, dann hab ich schon verloren. sobald ich aber auf die straße gehe und mal was kaputt mache, dann bekommt das ganze immerhin gehör - vorrausgesetzt ich bin nicht alleine!

und eben dieser krawallhaufen macht genau das, es zeigt mit dem baseballschläger auf probleme und zerhaut die dann. aber das gezeigte fruchtet meiner meinung nach am ehesten bei der breiten masse auf der anderen seite.

das ganze jetzt mit nem mord zu vergleichen is wohl etwas zu weit gegangen, eher mit nem schaufenster einschlagen. und klar ist das zur last der betroffenen, aber bei nem schaufenster is es meisten nur die tante emma von neben an, um die es mri echt leid tut und was nich sein muss.
wenn die aber amazon, apple und facebook kaputt hauen um drauf aufmerksam zu machen... so what? mir ist das mittel auf jeden fall mehr recht, als das die zu hause sitzen und auf nen zettel schreiben, das facebook scheisse mit meinen daten umgeht.

türlich, das wees ich auch selbst, aber der 08/15 bürger von neben an wees das nicht und denkt jetzt erst drüber nach, wenn es ne vereingung gibt, die potentiell die partybildchen von seinem facebook account mit passwort "public" machen könnten...

von daher... job done würd ich sagen.
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Alt 23.08.11, 13:30   #13 (permalink)
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Zitat:
Zitat von easteregg Beitrag anzeigen

und eben dieser krawallhaufen macht genau das, es zeigt mit dem baseballschläger auf probleme und zerhaut die dann. aber das gezeigte fruchtet meiner meinung nach am ehesten bei der breiten masse auf der anderen seite.

Ich stell mir jetzt die Frage was passiert wenn man die Breite Masse hintersich hat? Was soll man mit dieser Macht anfangen? Das weis wohl keiner und eine Breite Masse ist nun mal eine Dumme Masse und läuft allen hinterher.

Zitat:
Gehen wir ins Netz. Was existiert hier? Hier existiert lediglich der formale Rechtsrahmen der uns schützt und einschränkt, Erlaubnisse und Verbote auferlegt. Aber anders als "in echt" fehlt es hier an jeglicher Art tatsächlicher Exekutiver Kraft. Der Staat suggeriert zwar "Das Netz ist kein rechtsfreier Raum", aber nochmal: das ist lediglich der Formale Kontext.
Natürlich sind Gesetze auf das Verhalten im Netz anwendbar. Praktisch ist es jedoch für Erfahrene Techniker möglich, sich der stofflichen Staatsgewalt zu entziehen - im Zweifelsfall dadurch, das der Betreffende einfach in einem Staat sitzt wo unser Rechtssystem wenig bis gar keine Aktien hat.
Das Netz ist mittlerweile ein eigenes System mit einer eigenen dynamischen "Gesetzgebung", wenn einer oder eine Gruppe quer schießt gibt es auch Sanktionen. Sei es in Foren mit Sperren oder in größeren Ausmaße direkte Angriffe die einen Schaden nach sich ziehen.
Der Versuch das jetzt Staatsorganie diese Regeln zu ändern oder zu verstärken kommt in meinen Augen viel zu spät. Man hat das Medium www unterschätzt.

Zitat:
Das ist ja schön, aber seine Ziele mit den gleichen Methoden, die man als das Böse an sich gebrandmarkt hat, durchzusetzen und diese dann durch den Zweck auf eine moralisch höhere Stufe zu stellen, ist einfach absurd.
Klappt aber immer wieder, schau nach Lybien...Schau in die Geschichte da hat es auch mehrmals geklappt und es wird auch in Zukunft klappen.....
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Alt 23.08.11, 13:48   #14 (permalink)
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Zitat:
Zitat von xrayn Beitrag anzeigen
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Also ernsthafter Schaden entstand bei PSN, dies war keine Anon- oder LulSecaktion.
Veröffentlicht wurden diese Daten auch nicht, eher verkauft da gibt es eben auch
Seiten im Netz dafür.
Hier muss allerdings auch ganz deutlich gesagt werden, dass Sony durchaus
versucht hat das Ausmass zu vertuschen, bis Dato gibt es meines Wissens keine
konkrete Aussage ob Kreditkarteninformationen auch betroffen sind.

Genau dieses Verhalten kannst du eben nicht ändern, wenn du dich von Ihnen
bezahlen lässt.

Trenne mal die politischen Aussagen von den Aktionen, den mit dem politischen
kannst du einverstanden sein oder nicht, aber dass diese Aktionen möglich sind
führt dich direkt zu Chromatins Beitrag und ich hatte es auch schon in einem
Thread erwähnt:
Das Internet in seiner administrativen und technischen jetzigen Art ist für vieles was darin
zur Zeit angeboten wird einfach nicht geeignet.

Gruss
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Geändert von end4win (23.08.11 um 13:53 Uhr)
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Alt 23.08.11, 16:12   #15 (permalink)
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ich denke ein großteil davon lässt sich eindampfen auf mediale aufmerksamkeit...


Zitat:
Quelle
a Londoner when asked by a television reporter: Is rioting the correct way to express your discontent? "Yes," said the young man. "You wouldn't be talking to me now if we didn't riot, would you?" The TV reporter from Britain's ITV had no response. So the young man pressed his advantage. "Two months ago we marched to Scotland Yard, more than 2,000 of us, all blacks, and it was peaceful and calm and you know what? Not a word in the press. Last night a bit of rioting and looting and look around you."
es ist langsam angekommen, dass man scheinbar leider erstmal krach machen muss bevor man gehört wird ...

viele anon aktionen versuchen sich die gewünschte aufmerksamkeit auf ähnlichem wege zu beschaffen wie die protestler auf der insel... die konkreten methoden sind unterschiedlich, die taktik (sofern man es so nennen will) nicht

dass dabei einiges zu bruch geht, steht ausser frage ... und es macht meiner meinung nach auch nicht sonderlich viel sinn sich mit den einzelaktionen zu befassen und diese zu sezieren was daran nun besonders lobenswert ober verwerflich war/ist.
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