Helft uns =) Was ist typisch Open Source?

Carolina

New member
Liebe Hacker-Gemeinde,

für die Universität dürfen wir eine Arbeit über open source verfassen. Wir möchten herausfinden, wie open source Mitglieder arbeiten. Also welche Arbeitsweisen charakterisieren open source Organisationen.
Zum Beispiel, typisch für open source ist es, dass die Mitglieder von zu Hause aus arbeiten. Oder typisch ist es, dass sich Arbeitsgruppen um bestimmte Themen bilden (je nach Interesse und Können).

Um diesbezüglich etwas schlauer zu werden, wäre es sehr hilfreich, wenn ihr (falls ihr open source Mitglieder seit) uns schreiben könntet, was ihr für typisch open source haltet.

Vielen Dank!
Caro
 

Carolina

New member
Hallo overflow,

danke für deine rasche Antwort und den Link!
Jedoch beantwortet das nicht meine Frage. Ich möchte nicht wissen wie sich open source definiert, mich interessiert, wie open source-Mitglieder an einem Projekt arbeiten. Was ist typisch in der Arbeitsweise?
Beispiel:
Typisch in einem Unternehmen ist, dass der Boss sagt wer was zu tun hat. Wie ist das bei open source? Hier ist vermutlich typisch, dass sich Interessengruppen um ein Thema bilden?
Die Frage ist also, "wie arbeitet ihr typischerweise, wie funktioniert das?"
 

Dresko

Stammuser
Stimme dem zu. Hinter den meisten großen (und erfolgreichen) Open Source Projekten stehen mittlerweile Firmen. Entweder in dem sie ein Großteil des Codes liefern (und somit indirekt Arbeitszeit) oder in dem sie gleich ganze Distributionen entwickeln (Red Hat, Suse, Ubuntu, Oracle) oder sie stecken Geld in verschiedene Open Source nahe Organisationen und nehmen so Einfluss.

Dass reine Community basierte Projekte immer seltener werden, liegt wohl aber auch darin begründet, dass viele Leute keine Lust mehr haben sich in einem größeren Team einzubringen und lieber "ihr eigenes Ding machen". In der Vergangenheit hat sich so ein Team aus Freiwilligen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Erfahrungsleveln nicht immer bewährt... :p
 

CDW

Moderator
Mitarbeiter
Kommt (wie immer) darauf an - Projektumfang, Größe, Lizenz.
Und wie man "Organisation" definiert.

In aller Regel gibt es den "Kern" an Entwickler (ob jetzt 1 oder eine Gruppe).
Diese verfolgen (mal gut, mal weniger :rolleyes: ) den Bug/Supporttracker (Mails, News - was auch immer als Interface für die Kommunikation mit den Usern dient - hier kommt es auch darauf an, wo das Projekt gehostet wird. Beispiele wären: launchpad, github, sourceforge, google) und setzen Features um/beseitigen Bugs. Und falls jemand etwas zu dem Projekt beiträgt, enscheidet auch dieser "Kern" darüber, ob diese Änderungen auch übernommen werden.
Wem es nicht passt (ob innerhalb des "Kerns" oder als so genannter Commiter), kann das Projekt "forken". Da gibt es tausende Beispiele dafür (DragonFly BSD, XEmacs vs Emacs, 1000+1 Linux-Distribution usw.). Oft verlieren die ursprünglichen Autoren die Lust dran und das Projekt stirbt oder wird irgendwann von jemand anderem als "Neufork" weitergeführt.

Und auch hier muss es nicht sein, dass alles von "Nerds im Keller" gemacht wird - je nach Lizenz können z.B kleinere Projekte durchaus von größeren Firmen "bearbeitet" werden und die Änderungen veröffentlicht.

Btw: größere Projekte können auch ganz andere Spielregeln haben:
Contributing to FreeBSD

FreeBSD Foundation: Foundation Announces New Technical Staff Member
Und ja, auch bei OS Projekten stehen oft große Firmen dahinter:
Eclipse Foundation - Wikipedia, the free encyclopedia (siehe "Members")
Canonical Ltd. - Wikipedia, the free encyclopedia
The Mozilla Foundation
 

ikkebins

Stammuser
Zur Team-Kommunikation bevorzuge ich ein Forum zum persistenten Gedankenaustausch mit Danke-Button (soziale Interaktion) und Wiki, Mailing-Lists finde ich recht anachronistisch. Dazu IRC (viele Augen)/Instant Messanger (4 Augen, muss ja nicht alles öffentlich sein).

Eine Person hostet meist alles, die Community kann z.B. per PayPal donaten.

YouTube verwenden, um Erfolge zu präsentieren und um das neuste Feature zu erklären (dient natürlich auch zur Werbung, um mehr Aufmerksamkeit für ein Projekt zu erregen). Die Bindung ans Web spielt durch Werbung dann noch Geld rein, was für einige dann noch eine besondere Motivation ist.

Typisch ist wohl auch der Glaube an Open Source selbst, weil man eine Abhängigkeit von Dritten nicht wünscht, welche ein Projekt einfach einstampfen lässt, sobald es kein Geld mehr bringt. Dazu ist es bei Open Source nicht allzu schlimm, wenn die Initiatoren ihre Motivation verlieren, weil die Community (die Leute im Forum, IRC, IM) ein Auffangbecken bilden, welche z.B. dann das Hosting übernehmen und das Projekt weiterführen.

Alles in allem, der offene Quelltext, die Beiträge im Forum/Wiki und die Möglichkeit Fragen im Forum zu stellen, schaffen einen gewaltigen, erweiterbaren Wissenspool, aus dem man gerne schöpft und sich selbst beteiligt.

Edit: Passt grad sehr gut, die soziale Evolution (wo Open Source mitspielt, aber z.B. Patente gegenspielen): http://everythingisaremix.info/watch-the-series/
 
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