PRISM - Dienste Alternativen?

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Anonymouse

Guest
Aus aktuellem Anlass zum Abschnorchelskandal, welche Dienste / Alternativen könnt ihr empfehlen?

Hier mal meine kurze Liste:
- Web Browsing
Firefox

- Search
ixQuick

- Cloud Space / File Storage
Wuala
BoxCryptor

- EMail
PGP
(Einen alternativen Mail-Provider zu nennen macht in meinen Augen wenig Sinn.)

- Chat
Cryptocat
Threema

- Phone Calls
RedPhone (Android)

- SMS
TextSecure (Android)

Social Networks lasse ich mal außen vor. Da muss jeder selbst wissen was er schreibt oder auch nicht. Beim Rest der Services kann man sich aber durchaus mal seine Gedanken machen.

Weitere Alternativen / Vorschläge?
 
- Firefox bringt dir wenig, da der Großteil der Wesbites im Internet unverschlüsselt übertragen wird.
- Selbst wenn Verschlüsselung Einsatz findet kann man immernoch viel Kritik am heutigen SSL/TLS-System und dessen Implementierung in Browsern üben.
- Die Lösung heisst auch nicht per se Verschlüsselung, sondern Schlüssel- und Passwortmanagement. Ohne Letzteres bringt dir Verschlüsselung keinen signifikanten Vorteil, was letzten Endes alle von dir genannten Applikationen unnütz macht, da es für Schlüsselmanagement heutzutage keine wirklich gute Lösung gibt.
- Social Networks "einfach so" außen vor zu lassen ist sehr naiv. Die Verbreitung von Like/Teilen/Tweet/...-Buttons, beispielsweise auf Newsseiten, führt letzten Endes dazu, dass selbst die Aktionen und Interessen der Nichtnutzer gespeichert werden. Man muss Facebook nicht nutzen, damit Facebook weiss, wer du bist und was du machst.

Meiner Ansicht nach machen nur zwei Dinge Sinn: Gesunder Menschenverstand und Unbequemlichkeit.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich meinte alternative Dienste im Sinne weg von Facebook, Google und Co.

- Firefox beispielsweise als Alternative zu Chrome
- ixQuick als Alternative zu Google
- Wuala als Alternative zu DropBox
- usw.

Das war nur als initiale Liste gedacht. Das Thema ist natürlich viel umfassender. Man kann Firefox selbstverständlich mit NoScript und Cookie-Blocker ausstatten, damit Facebook und Co. nicht verfolgen kann wo der User surft.

Ich wollte nur mal den Einsteig machen, du gehst schon sehr in die Details. ;)
 
Ich meinte alternative Dienste im Sinne weg von Facebook, Google und Co.

Und was hat das mit Überwachung durch Staaten und Co. zu tun..? Das ist doch etwas kurz gedacht, dass ein einfacher Wechsel des Dienstanbieters oder der Software die Überwachung unterbindet, in welchem Rahmen sie auch immer stattfinden mag. Eventuell muss man sich auch erstmal klar machen, dass Anonymität und Vertraulichkeit meilenweit auseinander liegen.
 
Hast du dir die Dienste auch mal angeschaut?

Lege ich meine Daten mittels Boxcryptor verschlüsselt ab, dann kann keiner außer mir die Daten lesen. Klar mit entsprechender Rechenkraft kann ich auch einen "sicheren" Schlüssel knacken.

Kommuniziere ich mit Threema verläuft die Kommunikation End-to-End verschlüsselt.

Entziehe ich mich damit nicht der Überwachung? Selbst wenn ich überwacht werde, schützt eine ausreichend gute Verschlüsselung vor dem mitlesen. Gleiches gilt für PGP bei Mails.

Wie gesagt. Das sind als alternative Vorschläge zu verstehen. Das ein Dienstwechsel alleine die Überwachung umgeht habe ich nie behauptet.

Darf ich fragen was du rätst SchwarzeBeere? :)
 
Jede proprietäre Software kann - muss nicht - umgegangen werden auch wenn nur der Anbieter die Möglichkeit dazu hat. Da man in den Quelltext nicht einsehen kann gibt es immer ein Restrisiko. Das ist vom jeweiligen Anbieter abhängig. Aber um eine solche Software zu nutzen muss man absolutes Vertrauen haben wenn man vertrauliche Daten irgendwo hoch lädt ohne zu Wissen wie das Tool genau arbeitet.

Bei OpenSource ist das eine andere Sache da man zu jeder Zeit die Funktionsweise einsehen kann. Ebenso Angebote wie Mail auf verschlüsselten Server wie z.B. Hushmail sind durchaus in der Lage deine Korrespondenz zu öffnen.

Einen absoluten Schutz vor Überwachung gibt es nicht eine gute Lösung wäre es die eigenen Daten lokal auf Dateiebene zu verschlüsseln und dann hochzuladen.

Diese Daten wären dann Sicher wenn nicht folgende Szenarien erfolgen ...
1. dein Rechner wurde kompromittiert
2. physischer Zugriff auf deine Hardware

du siehst also es ist sehr komplex und du musst jeden Schritt Überwachen können.

Die Erstellung eigener Zertifikate für den E-Mail Verkehr oder die Nutzung öffentlicher Mittel wie PGP oder GnuPG tragen auch zur erhöhten Sicherheit bei. Der einzige Wermutstropfen hierbei ist, dass dein gegenüber da mitmachen muss.

Cloud Dienste sind zwar bequem aber für mich nicht Vertrauenswürdig vor allem nicht wenn man die eigenen Daten "ohne Vorbehalt und Verschlüsselung" hochlädt. Gerade die Ereignisse in letzter Zeit mit staatlichen Schnüffelprogrammen und Kooperationen von Diensteanbietern und Geheimdiensten sollte man genau abwägen welche Methoden man wählen sollte.

Ich male die Welt zwar nicht Schwarz und Weiß, bin mir aber sehr wohl bewusst das es gerade in der digitalen Welt sehr viele Wege gibt an Daten zu kommen. Und so lange Gerichte und Gesetzgeber den Datenschutz nicht als ein Grundrecht einstufen und den Missbrauch unter Strafe stellen muss ich mir eben die Mühe machen meine Daten abzusichern. Deshalb liegen bei mir auf den Rechner keine relevanten Informationen die in irgendeiner Weise anderen nützlich sein könnten. Meist verschlüssele ich auf Dateiebene und lagere diese auf externe Medien aus.
 
Lege ich meine Daten mittels Boxcryptor verschlüsselt ab, dann kann keiner außer mir die Daten lesen. Klar mit entsprechender Rechenkraft kann ich auch einen "sicheren" Schlüssel knacken.
Boxcryptor besitzt beispielsweise wie die meisten anderen Programme die außerordentlich weit verbreitete Funktion zur Speicherung des Passworts. Jeder mit Zugriff auf deinen PC kann vermutlich dein Passwort in irgendeinem Teil des Speichers abgreifen. Und Open Source ists auch nicht, auch wenn das oft nur ein Vorschubsargument darstellt, aber niemand Open Source Software jemals geprüft hat. Dann gibts natürlich die üblichen Fragen: Wo werden die Schlüssel noch gespeichert? Wer garantiert die Vertraulichkeit des privaten Schlüssels? Woran merkst du, dass jemand deinen Schlüssel kennt? Änderst du das Passwort regelmäßig und passt du die Verschlüsselung an gegebene Technologie an? Bestes Beispiel hier sind die zahlreichen CAs, die Schlüssellängen von 1024Bit oder weniger verwenden, deren Schlüssel aber eine Gültigkeit von >30 Jahren besitzen.

Kommuniziere ich mit Threema verläuft die Kommunikation End-to-End verschlüsselt.
Wie wird der Schlüssel ausgehandelt? Auf welcher Basis werden die Teilnehmer authentifiziert? Wer stellt Zertifikate aus und woher weisst du, dass der, mit dem du dich unterhälst, auch wirklich der/diejenige ist? Und schlussendlich: Auf welcher Grundlage basiert dein Vertrauen? Man-in-the-Middle Angriffe auf Schlüsselaustausch, Schlüsselverteilung oder Verschlüsselung durch Wiederverwendnung von Schlüsseln möglich?

Selbst wenn ich überwacht werde, schützt eine ausreichend gute Verschlüsselung vor dem mitlesen. Gleiches gilt für PGP bei Mails.
Die beste Verschlüsselung nützt nichts, wenn dein Schlüssel bekannt ist oder die Authententifizierung der Teilnehmer knackbar ist.
Der Nachteil der bei PGP ist z.B. noch viel simpler: Es ist für Nicht-ITler einfach unbenutzbar.

Darf ich fragen was du rätst SchwarzeBeere? :)
Wie gesagt: Gesunder Menschenverstand und Ungemütlichkeit. Beispiel: Du entgehst der Überwachung durch Amazon, in dem du eben in der eigenen Stadt einkaufen gehst.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für eure Antworten.
Vielleicht bin ich tatsächlich etwas zu salopp ins Thema eingestiegen.

Mir ist die Problematik durchaus bewusst, die von PRISM bzw. einer Überwachung generell ausgeht. Mit den verlinkten Diensten / Software wollte ich Alternativen aufzeigen - Alternativen zu Diensten / Software bei denen es ein leichtes ist eine Überwachung durchzuführen.

@serpent:
Es ist richtig. Nur vollständige Transparenz (OpenSource) kann auch einen Restzweifel beseitigen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

@SchwarzeBeere:
Schlüssel- und Passwortmanagement sind tatsächlich ein Problem. Ist mir jetzt am Beispiel von Boxcryptor deutlicher geworden.

Zu Threema kannst du mal hier schauen: Threema - Seriously secure mobile messaging
Der private Schlüssel wird nach erstmaligem Start der App auf deinem Gerät generiert. Teilnehmer werden über SMS / E-Mail Adresse authentifiziert- das ist natürlich "wenig" sicher. Da muss ich im nächsten Schritt mindestens eine Prüfung des öffentlichen Schlüssels beim nächsten privaten Treffen vornehmen - und das kann ich machen. Was ich mich allerdings auch gefragt habe. Okay die Kommunikation ist End-to-End verschlüsselt, aber wie sieht es mit den Nachrichten lokal auf dem Gerät aus? Darüber wird kein Wort verloren. Muss mal den Support anschreiben. Berechtigte Fragen also. Vielleicht finden wir die Antworten.

PGP bzw. GnuPGP: Zugegeben für nicht IT-ler nicht das gelbe vom Ei. Noch dazu spielt auch hier die korrekte Anwendung eine Rolle.

@All:
Fassen wir mal zusammen. Es ist mehr notwendig, als die bloße Nutzung der alternativen Dienste. Wenn der eigentliche PC / Smartphone verwanzt ist nutzt mir weder BoxCryptor, noch Threema oder PGP etwas.

Ist es allerdings nicht sinnvoller diese alternativen Dienste einzusetzen, auch wenn ich vielleicht nicht bei jedem einzelnen den Beweis für seine korrekte Funktion oder Hintertürchen erbringen kann? Ein stückweit Vertrauen kann glaube ich gar nicht ausgeschlossen werden. Wer bessere Alternativen als meine genannten kennt, der kann diese gerne nennen.

Beispiel Ernie:
Ernie nutzt Ubuntu 12.04 LTS und daneben ein Android Smartphone. Für die Suche im Internet nutzt er ixQuick, für das Browsen Firefox mit entsprechenden Tools (wie Cookie Blocker, NoFlash). Wenn er mit seinen Kollegen per E-Mail kommuniziert tauschen sie sich untereinander per PGP aus. Über sein Smartphone nutzt er Threema - die Kontakte hat er selbst geprüft. Von sozialen Netzwerken hält er nicht sonderlich viel und nutzt diese nicht. Er nutzt ebenfalls einen online Speicher, um seine Bilder zu backuppen. Dazu verschlüsselt er die Bilder lokal und lädt diese dann hoch.

Beispiel Bert:
Bert nutzt Windows 7 und ein iPhone. Mittels Chrome surft er im Internet, nutzt GoogleMail und Kalender. Für die Suche kommt nur Google in Frage. Per WhatsApp schreibt er mit seinen Freunden und tauscht darüber Bilder aus. Mittels Facebook teilt er gerade mit, was er in der Kantine gegessen hat. Auch in Google+ ist er unterwegs und posaunt dort seine Meinung heraus. Zum Austausch von Daten nutzt er Dropbox - funktioniert einwandfrei.

Jetzt folgende Fragen:
- Bei wem fällt die Überwachung leichter?
- Wer macht sich verdächtiger?
- Sind User überhaupt in der Lage sich der Überwachung zu entziehen?

Bin auf die Antworten gespannt. :)
 
Beispiel Ernie:
Ernie nutzt Ubuntu 12.04 LTS und daneben ein Android Smartphone. Für die Suche im Internet nutzt er ixQuick, für das Browsen Firefox mit entsprechenden Tools (wie Cookie Blocker, NoFlash). Wenn er mit seinen Kollegen per E-Mail kommuniziert tauschen sie sich untereinander per PGP aus. Über sein Smartphone nutzt er Threema - die Kontakte hat er selbst geprüft. Von sozialen Netzwerken hält er nicht sonderlich viel und nutzt diese nicht. Er nutzt ebenfalls einen online Speicher, um seine Bilder zu backuppen. Dazu verschlüsselt er die Bilder lokal und lädt diese dann hoch.

Beispiel Bert:
Bert nutzt Windows 7 und ein iPhone. Mittels Chrome surft er im Internet, nutzt GoogleMail und Kalender. Für die Suche kommt nur Google in Frage. Per WhatsApp schreibt er mit seinen Freunden und tauscht darüber Bilder aus. Mittels Facebook teilt er gerade mit, was er in der Kantine gegessen hat. Auch in Google+ ist er unterwegs und posaunt dort seine Meinung heraus. Zum Austausch von Daten nutzt er Dropbox - funktioniert einwandfrei.

Jetzt folgende Fragen:
- Bei wem fällt die Überwachung leichter?
Bei keinem von beiden. Wie gesagt: Du musst zwischen Datenschutz, Anonymität und Überwachung unterscheiden. Deine Verbindungen zu Google und Facebook sind beispielsweise inzwischen ebenfalls SSL gesichert, Windows ist das Hauptsystem in den meisten Unternehmen, die weitaus mehr und wichtigere Daten zu schützen versuchen, als du jemals liefern könntest und das iPhone ist gerade in Chefetagen inzwischen recht weit verbreitet - und besitzt meiner Ansicht nach auch ein tolles Rechtesystem. Hier geht es allein um Vertraulichkeit, und die ist auch hier zwischen allen Beteiligten gegeben, wenn die Dienste genutzt werden. Aus dieser Richtung betrachtet, würde ein Vertrauensverlust in einer schwindenen Userzahl von Facebook/Google/... enden - für Facebook/Google/... als börsennotiertes Unternehmen ein grauenvolles Szenario. Natürlich gibt es den Patriot Act. Aber auch hier werden nur die Daten von speziellen Usern abgefragt, nicht von allen. Ob und wie eine Schnittstelle implementiert ist, muss natürlich geprüft werden. Da hat auch Facebook/Google/... ein Interesse dran.

Dann kommt natürlich die Frage ins Spiel, wer dich überwachen will. Die chinesische Regierung kann viel machen, aber wenn der Datenstrom nicht über ihre Router läuft ist erstmal Schluss mit dem Mitbekommen, solange keine Vereinbarungen mit anderen Staaten vorhanden sind - was zumindest in DE nur schwer vorzustellen wäre aktuell.

- Wer macht sich verdächtiger?
Wie bestimmst du denn, wer verdächtig ist? Wir hatten gestern Nacht dazu ein nettes Gespräch, in dem immer wieder gesagt wurde, dass man sich bei einer möglichen Überwachung durch gerade sowas verdächtigt macht. Das glaube ich nicht, denn zum Verdächtigsein gehören weitaus mehr Informationen, auch aus deinem sozialen Umfeld. Ausrutscher, wie dass eine unschuldige Frau in die Ratserfahndung geraten ist, gab es schon vor 30 Jahren. Faktisch ändert sich hier nichts, nur dass mehr Informationen vorliegen, die genutzt werden können.

- Sind User überhaupt in der Lage sich der Überwachung zu entziehen?
Hör auf, am überwachten Leben teilzunehmen. Amazon wird überwacht? Dann geh zum Alnatura/Elektrohändler/.. um die Ecke. Google wird überwacht? Dann geh in eine Bibliothek. Dein Handy wird überwacht? Dann schaff' es ab, braucht man eh nur beruflich. Gemütlichkeit zwingt uns in die Rolle eines/r Überwachten. Ungemütlichkeit würde uns wieder raus holen, aber dafür sind wir inzwischen zu faul.
 
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Ich kann die Anwort ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen.

Unterscheiden wir also zwischen Datenschutz, Anonymität und Überwachung.

Datenschutz: "Je nach Betrachtungsweise wird Datenschutz verstanden als Schutz vor missbräuchlicher Datenverarbeitung, Schutz des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung, Schutz des Persönlichkeitsrechts bei der Datenverarbeitung oder Schutz der Privatsphäre. Datenschutz steht für die Idee, dass jeder Mensch grundsätzlich selbst entscheiden kann, wem wann welche seiner persönlichen Daten zugänglich sein sollen. Der Datenschutz soll der in der zunehmend computerisierten und vernetzten Informationsgesellschaft bestehenden Tendenz zum so genannten gläsernen Menschen und dem Ausufern staatlicher Überwachungsmaßnahmen (Überwachungsstaat) entgegenwirken." (Quelle: Wikipedia)

Anonymität: "Anonymität ist der Zustand, wenn eine Person, eine Gruppe, eine Institution oder eine agierenden Struktur nicht identifiziert werden kann. Von der Bedeutung her zum Teil synonym zu anonym ist inkognito, sonst spricht man deutsch von unbekannt." (Quelle: Wikipedia)

Überwachung: "Überwachung ist die zielgerichtete Beobachtung und Informationserhebung von Objekten, Personen oder Gegenständen. Auf die Überwachung von Personen gerichtet, spricht man auch von Observierung oder Observation, bei Naturphänomenen von Monitoring." (Quelle: Wikipedia)

Auf Ernie und Bert bezogen:

Ernie
- Anonym: Weder Ernie und Bert sind anonym.
- Datenschutz: Ernie nutzt Android. Dazu benötigt er ein Google Konto (nicht zwingend, aber wir gehen mal davon aus). Das reduziert seinen Datenschutz. Ernie kann nicht nachvollziehen was Google mit den gesammelten Daten anstellt. Sie können zb. auswerten was er im Playstore kauft. Ein Stück weit ist der Datenschutz auf Android also davon abhängig, wieviele Google Dienste Ernie nutzt und welche Apps er installiert hat / nutzt. Seine anderen Tools / Dienste offenbaren keine großartigen Daten von ihm. Mal abgesehen er nutzt Firefox zum Einkauf usw. Allerdings kann er seine Daten kontrollieren.
- Überwachung: Ernie soll überwacht werden. Bei Facebook finden sich keine Daten über ihn. Google legt ein registriertes Nexus 4 offen und die eingekauften Artikel. Da Ernie weder GoogleMail, noch GoogleKalender oder sonstwas nutzt sind die erhobenen Daten wenig gehaltvoll. Seine verschickten Mails per PGP lassen sich nicht lesen. Auch nicht seine verschickten Nachrichten mittels Threema. Auf seinem Online-Speicher sind alle Daten verschlüsselt. Damn!

Bert
- Anonym: Auch Bert ist nicht anonym.
- Datenschutz: Bert hinterlässt überall Spuren. Er ist in Facebook und Google+ angemeldet, Cookies blockiert er nicht. Er macht sich über Webseiten verfolgbar. Google kann seine Mails lesen und blendet ihm maßgeschneiderte Werbung ein. Auf den Kalender hat Google auch Zugriff. WhatsApp liest alle verschickten / empfangenen Nachrichten mit. Apple weiss genau welche Apps Bert kauft und auch benutzt. (Apple Push Service) Bert lebt also voll in der digitalen Welt und hat über seine Daten faktisch wenig Kontrolle.
- Überwachung: Auf richterlichten Beschluss (oder sonstwie) geriet Bert jetzt in das Visier der Überwachung. Alle Daten können angezapft werden - ist ja alles da.

Ich sehe also durchaus einen Unterschied zwischen Ernie und Bert.
Datenschutz und Überwachung sind nicht so einfach zu trennen. Gehe ich mit meinen Daten schlampig um, wird die Überwachung im Anschluss auch leichter.

PRISM ist ja nochmal was anderes. Wenn man den bisherigen Veröffentlichungen glauben schenkt, dann haben sie von jedem Nutzer (egal ob verdächtig oder nicht) Daten gesammelt. Und hier kommen wir wieder zum Ausgangspunkt: Ist es dann nicht besser Dienste wie Facebook, Google und Co. zu meiden und stattdessen auf "sichere" Alternativen auszuweichen? Diese zu überwachen gestaltet sich doch vom Aufwand schwieriger als bei Bert? Ernie ist zwar nicht anonym, und auch sind seine Daten bei Google, aber er nutzt einige alternative Dienste, welche es schwierig machen ihn komplett zu durchleuchten.

Vielleicht hast du Recht. Die Diskussion dreht sich vielleicht im Kern eher um Datenschutz. Aber im Endeffekt bedeutet Datenschutz auch ein stückweit Schutz vor der Überwachung.
 
Bei den Suchmaschinen würde ich noch DuckDuckGo empfehlen, insbesondere weil man dort versucht die Community mit einzubeziehen (siehe http://duckduckhack.com.)

Die Cloud selber hosten mit Owncloud scheint auch gerade recht schick zu sein. Wobei die Software echt gruselig verbuggt ist, ständig Sicherheitsprobleme hat und teilweile ein Update die Installation töten kann. Vielleicht ist mit PRISM der Leidensdruck dann ja mal groß genug das jemand sowas in schick und sicher programmieren mag.
 
Ernie
- Anonym: Weder Ernie und Bert sind anonym.
- Datenschutz: Ernie nutzt Android. Dazu benötigt er ein Google Konto (nicht zwingend, aber wir gehen mal davon aus). Das reduziert seinen Datenschutz. [...]Allerdings kann er seine Daten kontrollieren.

Das ist sprachlicher und logischer Unsinn. Laut deiner Definition oben beschreibt der Begriff Datenschutz lediglich die Idee, dass ein Benutzer selbst über seine Daten bestimmen kann. Wenn Ernie bestimmt, dass er seine Daten im Rahmen von Android an Google weitergibt, ändert das nichts an der o.g. Definition. Eine Verminderung von Datenschutz, wenn du es so bezeichnen willst, ist nach der o.g. Definition nur durch Dritte GEGEN den Willen und die Entscheidungen eines Subjekts möglich, nicht aber durch das Subjekt selbst. Dies ist hier aber nicht der Fall. Wenn er die Weitergabe nicht wöllte, könnte er sie jederzeit beenden. Deswegen verstoßen viele Unternehmen auch in weitaus weniger Punkten gegen das Datenschutzgesetz, als viele selbsternannte Datenschützer uns dies gerne versuchen weisszumachen.

- Überwachung: Ernie soll überwacht werden. Bei Facebook finden sich keine Daten über ihn. Google legt ein registriertes Nexus 4 offen und die eingekauften Artikel. Da Ernie weder GoogleMail, noch GoogleKalender oder sonstwas nutzt sind die erhobenen Daten wenig gehaltvoll. Seine verschickten Mails per PGP lassen sich nicht lesen. Auch nicht seine verschickten Nachrichten mittels Threema. Auf seinem Online-Speicher sind alle Daten verschlüsselt. Damn!
Das ist eine weit verbreitete Meinung, die vollkommen falsch ist. Android, iOS und Co. haben grundlegende Sicherheitsarchitekturen, die mehrere Stakeholder mit einbeziehen. Dein Mobilfunkanbieter hat jederzeit vollen Zugriff auf dein Handy (was denkst du, wie Updates eingespielt werden? ;)), ebenso hat Google Mittel und Wege, problemlos von jedem Ort der Welt auf dein Handy zuzugreifen. Ein weiterer Stakeholder wäre beispielsweise der Hersteller deines Handys, der sogar Zugriff auf die Hardware besitzt. Damit liegen jegliche Verschlüsselungsparameter für Überwachungsdienste, die über genau diese Mittel zum Zugriff verfügen, offen und können beispielsweise zur Entschlüsselung deiner Emails genutzt werden. Ebenso ist es unwahrscheinlich, dass du Mehr-Faktor-Authentifizierung nutzt, um jedes Mal deinen Online-Speicher zu entschlüsseln, sodass beim Zugriff auf dein Handy auch der Zugriff auf deinen Online-Speicher möglich ist.

Bert
- Anonym: Auch Bert ist nicht anonym.
- Datenschutz: Bert hinterlässt überall Spuren. Er ist in Facebook und Google+ angemeldet, Cookies blockiert er nicht. Er macht sich über Webseiten verfolgbar. Google kann seine Mails lesen und blendet ihm maßgeschneiderte Werbung ein. Auf den Kalender hat Google auch Zugriff. WhatsApp liest alle verschickten / empfangenen Nachrichten mit. Apple weiss genau welche Apps Bert kauft und auch benutzt. (Apple Push Service) Bert lebt also voll in der digitalen Welt und hat über seine Daten faktisch wenig Kontrolle.
Wieso? Er kann jederzeit aussteigen. Beim iPhone kann er sogar seinen Datenschutz gegenüber Apps und Apple fein granular einstellen, was bei Android beispielsweise nur mit Apps von Dritten möglich ist. Gleichzeitig hat er volle Kontrolle über seine Daten, denn niemand zwingt ihn gegen seinen Willen diese bei Facebook oder Google zu hinterlegen.

- Überwachung: Auf richterlichten Beschluss (oder sonstwie) geriet Bert jetzt in das Visier der Überwachung. Alle Daten können angezapft werden - ist ja alles da.
Der Unterschied hierbei ist, dass diese Daten über (vorsicht, problem!) internationale Unternehmen eingesammelt werden können und nicht über direkte Überwachung der Person oder des Mobilfunkgeräts, das ist korrekt. Wenn ein Richter die Überwachung beschliesst ist diese meiner Meinung in den meisten Fällen auch rechtens. Umgekehrt müssten wir uns fragen, wer denn Überwachung von Terrorverdächtigen erlauben darf, wenn nicht ein Richter. Problematisch wird es erst dann, wenns ans Löschen dieser Daten und ans Widerrufen der Erlaubnis zur Nutzung geht. Hier muss zweifelsohne nachgebessert werden.
Letzten Endes ist das aber kein Problem, voraus gesetzt du posaunst nicht in Facebook deine Straftat herum. Auch würde ich mich nicht mit meinen Islamistenfreunden auf Facebook connecten. Daher ist letzten Endes zwar die Überwachung einfach, die wirklich nützlichen Infos erhälst du aber wie bei Ernie aus anderen Quellen. Rechtlich gesehen musst du als Strafverfolger/in aber natürlich alle dir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen und da ist ein Facebook-Account, ebenso wie ein Hackerboard-Account oder eine Verseinsmitgliedschaft bei den Spitzhütigen Gespenstern e.V. unklug.

Datenschutz und Überwachung sind nicht so einfach zu trennen.
Wir müssen den Datenschutz, den wir gegenüber Unternehmen und dem Staat genießen, von der Überwachung getrennt betrachten, da Überwachung immer dazu abzielt, dass der Datenschutz derart verletzt wird, dass Daten über eine Person gesammelt werden, die diese Person zu schützen versucht oder deren Nutzung durch die Überwacher durch - und das ist das Schöne am deutschen Gesetz - das Subjekt nicht erlaubt wurde. Damit ist Überwachung immer auch ein Vergehen gegen den Datenschutz und damit nur durch Richter/innen im speziellen Fall zu erlauben.
Womit ich aber ein Problem habe ist die häufige Gleichsetzung von Überwachung und Datenschutzvergehen durch Unternehmen. Wenn ich Informationen mitteile verringere ich weder meinen Datenschutz, noch werde ich überwacht. Überwachung heisst nicht, dass ich gefragt werde und ich brav antworte, sondern dass die Antwort solange gesucht wird, bis man sie findet, obwohl ich das garnicht möchte. Anonymität spielt hier nochmal extra rein, aber ich denke, dass das klar sein sollte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was haltet ihr eigentlich von der JonDo Livecd ?

hab ich gerade auf einer VM ausprobiert,ist eigentlich alles drauf um Mails/Daten/Festplatten zu verschlüsseln und anonym kann man auch surfen,ein bißchen störend fand ich die Surfgeschwindigkeit.


mfg
 
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