Debian per Hand [Fragen offen, bitte edit lesen!]

Hallo,

Ich lese schon einige Zeit hier mit, schade, dass ich mich ausgerechnet mit einer Frage zu den so gut dokumentierten Linux distris zum ersten mal hier zu Wort melden muss...

Ich habe einen Rechner, inzwischen glücklicherweise nur noch Zweitrechner, auf dem ich, egal was ich anstelle, kein Linux installiert bekomme. Vor einigen Monaten hat die Festplatte noch in einem alten Scovery Thinclient gesteckt, da brach die Installation von SuSE 10.1 immer mittendrin ab, 10.2 ließ sich nach der Installation nicht starten. Da das damals nur zu Testzwecken war habe ich mich nicht weiter mit dem Grund des Problems beschäftigt.

Seitdem steckte die Platte in meinem Serverrechner, der bis gestern mit Windows 2000 (SP4) lief und mir mit Apache, Filezilla und einem HLDS gute Dienste geleistet hat. Weil das Windows allerdings extreme Probleme mit Plug'n'Play hatte (konnte noch nichtmal eine Netzwerkarte einen Slot weiterstecken ohne Probleme) wollte ich auf Linux umsteigen, "ist ja eh besser von der Performance für Server"...
Habe mir, mangels DVD-Laufwerk im Server, die Netzinstallations-CD geladen und gebrannt. Dann gingen die Probleme los:

1) Nach der 1. Installation vom Hamburger Repository meldete er mir "Einige Pakete konnten nicht installiert werden", das System ließ sich nicht starten (Beim nächsten Boot meldete mir die Installation, die Festplatte sei nicht formatiert)
2) Während der 2. Installation (diesmal habe ich ihn alle Repositories verwenden lassen) kam ein Fehler ? la "Während der Installation ist ein Fehler aufgetreten"

Dann habe ich mir das DVD-Image runtergeladen, gebrannt, Laufwerk in den Server eingebaut. Nach der Installation das gleiche Problem wie 1)
Dann habe ich den Brenner wieder zurück getauscht, Fedora 8 runtergeladen und gebrannt, Brenner getauscht

3) Nach der Installation von Fedora wurde das System neu gestartet und hing sich mit der Meldung "Kernel Panic! - not syncing" auf

4) Nach der 2. Installation (die Festplatte war wieder angeblich unformatiert) hieß es nach dem Reboot "Beim überprüfen des Dateisystems ist ein Fehler aufgetreten" und weiter "root password for maintenance or ctrl-d to contiue"

Dann habe ich mit der Ultimate Boot CD die Festplatte formatiert, alle Partitionen gelöscht und den leeren MBR gespeichert...

5) Nochmal SuSE: Die Installation hängt sich exakt nach dem letzten Paket auf... Ultimate Boot CD sagt mir, keine Partitionen sind angelegt worden - Wohin hat der dann die ganze Stunde lang kopiert!?

Sorry, ich habe ehrlich gesagt schon wieder keine Lust mehr auf Linux... Das ist nicht das erste Mal, dass ich mich entschließe auf irgendeinem Rechner das Windows zu killen und dann hinterher doch wieder das alte System installiere.

Liegt es an der Festplatte? Das Samsung Diangnosetool meldet keine Fehler. Unter Windows hat sie funktioniert.

edt: Von den letzten beiden Fehlversuchen habe ich Bildschirmvideos... Falls es nützlich ist. Die Googlelei nach den Fehlermeldungen hätte ich mir allerdings auch sparen können, es scheint keiner das gleiche Problem zu haben wie ich.
 
Hmm, ich weiß nicht genau wie ich dir helfen soll.
Das is eher ein grober Überblick statt ne genaue Fehlerbeschreibung.

Aber zuerst einmal zu deinem Verständnis von Linux:
Du sagst Linux sei performanter als bspw Windows. Wenn ein Linux performanter ist, liegt das einzig und allein daran, dass dieses Linux auf die jeweilige Hardware des Rechners angepasst ist. Windows ist ein "Allround"-Produkt. Läuft auf den gängigen 32- und 64-Bit-CPU's und ist mit fast jeder Hardware kompatibel. Und genau da liegt der springende Punkt. Windows ist auf jede erdenkliche Hardware und Situation vorbereitet. Daher ist Windows aufgebläht bis zum geht nicht mehr. (Das soll keine Windows-Lob-Dudelei sein, aber auf die vermurksten Probleme die damit auch aufkommen, will ich nun hier einfach nicht eingehen).

Linuxer wollen die Kontrolle über ihr System und wissen was in ihren Rechner verbaut ist (bzw sollten es zumindest wissen). Das erlaubt es ihnen die Software-Komponenten selbst auszuwählen und diese auf ihren Rechner weiter anzupassen.
Die einen Distris unterstützen diesen Prozess mehr als andere, aber letzendlich beruhen fast alle Distris auf diesem Prinzip.
Mittlerweile versuchen auch einige Communities und Hersteller die Usability zu erhöhen indem sie sich mehr der Windows-Linie annähern, aber auch das geht nur zu einem gewissen Maße, sonst rutscht man wieder in die Windowsschiene und hat dann mehr oder weniger dieselbe Probleme, die es in Windows gibt.

Du musst dir das wie eine Linie mit 2 Extremen vorstellen. An dem einen Ende wirste an die Hand genommen und dir werden viele Entscheidungen (die logischerweise auch das nötige Wissen benötigen) einfach abgenommen, ? la Windows. Und an dem anderen Ende findest du die wirklichen "Hardcore-Distris" wie z.b. LFS usw.
Und die anderen 1001 Linux-Distris, die es mittlerweile gibt, sind irgendwo dazwischen angesiedelt.

Um zu deinem Problem zurück zu kommen:
Du machst scheinbar schon bei der Installation was grundlegendes falsch oder die Hardware is so "exotisch", dass du mit ner Standard-Installation nicht weit kommst. Dann biste wieder auf dich gestellt und musst die Fehler und dir Hilfe dazu suchen.

"Kernel Panic! - not syncing" ist relativ nichtssagend, was z.B. danach bzw davor kommt ist interessanter.
Und zu Suse kann ich garnix sagen, da ich es noch nicht wirklich benutzt hab. Aber ich glaube nicht, dass du der Erste mit dem Problem bist, also google weiter. ;)
 
quux hat das Problem eigentlich schon wunderbar in Worte gefasst.

Mittlerweile versuchen auch einige Communities und Hersteller die Usability zu erhöhen indem sie sich mehr der Windows-Linie annähern, aber auch das geht nur zu einem gewissen Maße, sonst rutscht man wieder in die Windowsschiene und hat dann mehr oder weniger dieselbe Probleme, die es in Windows gibt.

Das ist genau der Grund, warum ich auf SuSE und co. so schlecht zu sprechen bin... ;-)


Also Debian hab ich bis jetzt auf jedem noch so exotischen System zum Laufen gebracht...
Allerdings bräuchte ich da mal ein paar Details über dein System - sonst kann dir hier sicher keiner konkret weiterhelfen...

Also: Prozessor, Chipsatz, Festplatten, Grafik, Netzwerk,... - alles was du zu deinem Rechner weißt, solltest du mal posten.
Vieleicht bekommt man hier dann ne Step-by-Step-Anleitung für dein System zusammen...

Allerdings solltest du nicht nur drauf warten, dass hier alle deine Probleme gelöst werden, sondern auch selbst Manuals lesen und dich in Sachen Linux weiterbilden (wenigstens erstma paar Grundlagen)
 
Das System ist so exotisch nicht:

Mb: Biostar M7VKG
CPU: Sempron 2200+ (9,5*166 @ 9,5*133)
Ram: 768mb infineon cl3
HDD: Samsung SV4002H
Peripherie: eth0 Realtek RTL8139

Ich wüsste auch nicht, was man bei der Installation falsch machen kann... Ich habe jeweils eine 1GB swap hda1 und den rest hda2 mit ext3 formatiert, bei der paketauswahl vom Standard das office- und das Spielepaket weggeclickt und web-, ftp-, samba- und Druckserver hinzugefügt.
Für mich waren alle Warnmeldungen bis jetzt wenig hilfreich, ich habe nie einen genauen treffer gefunden. Was mich allerdings noch mehr verwirrt ist die Tatsache, dass nach einem Restart jeweils kein Betriebssystem gefunden wird, noch nichtmal eine Partition.

- Grade ist quux' Beitrag einegangen -

Ok, Hardware habe ich ja schon geschrieben...
Ich bin nicht total unvorbelastet mit Linux, das letzte was ich laufen hatte war ein Eisfair... Aber da haben die Pakete funktioniert und ich musste mich nicht mit den innereien auseinandersetzen.

Mir ist bewusst, dass ihr mir so relativ wenig weiterhelfen könnt. Ich würde nur zunächst gerne mal wissen was der Auslöser dafür ist, irgendwie muss es ja mit der Hardware zusammenhängen.
 
Versuche mal die neuste Ubuntu-Version. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Distribution von allen bisher von mir verwendeten die beste Hardwareunterstützung hatte.
So wie du beschrieben hast, was du getan hast, klingt es eigentlich nicht falsch.
Auch die Hardware sieht brauchbar aus.

mfg, metax.
 
Probier mal eine andere Platte zu nehmen. Linux ist empfindlicher was hartware angeht.
 
zwecks "kein Betriebssystem gefunden":
Frage 1: Konnte GRUB bei der Installation in den MBR installiert werden?
Frage 2: Wird beim Neustarten überhaupt irgendwas gestartet (z.B. versucht GRUB zu starten und bringt dann irgend nen Fehler) oder steht direkt da "Kein Betriebssystem/Startmedium/haste-nich-gesehn gefunden" oder wie auch immer diese Meldungen ausformuliert sind?

Möglicherweise hat wirklich die Platte nen Schaden - versuch mal ne LowLevel-Formatierung (z.B. mit ultimative boot cd) und probier's danach nochma - und wenn's noch immer nicht geht: andere Platte!

noch eine Bemerkung am Rande: ich würde niemals bei der Installation schon so ein vorgefertigtes Paket "Webserver", "Datenbankserver",... installieren - lieber per Hand genau das, was du willst.
Denn oftmals wird bei "Datenbankserver" z.B. automatisch PostgreSQL installiert obwohl du vieleicht MySQL-Server wolltest, etc.

(da sind wir wieder beim Punkt "Versuch, dem User Entscheidungen abzunehmen"...)

Ich mach das für gewöhnlich immer so, dass ich Debian Net-Install nutze, dabei im tasksel höchstens das Standard-System anwähle (wenn überhaupt), nach dem Grundsystem neustarte (und wenn was schief ging, bekommt man das dann in kürzester Zeit mit und bekommt den Schock nicht erst nach stundenlanger Installation) und erst wenn das minimale Grundsystem drauf ist, pass ich mir meine /etc/apt/sources.list an, mach mein apt-get upgrade und installier über apt-get install <Paketnamen> genau das, was ich benötige. (in meinem Fall xfce4 gdm xorg openoffice.org icedove iceweasel, etc.)
 
ok, ich werds als nächstes mit debian netinstall versuchen, das wurde mir auch schon von einem freund empfohlen.

ich werde vorher einen low-level-format machen, bisher hatte ich ja nur den mbr gelöscht

@beavisbee
es wurde bei keinem versuch ein grub zustande gebracht. die nachfolgende installation bzw die partition tools von der ultimate boot cd konnten keine angelegten partitionen finden.
die platte hat jedenfalls bis jetzt noch nie fehler gehabt, das diagnosetool von samsung findet nichts. ok, lowlevel-format kann nie schaden. ne andere platte besitze ich leider nicht mehr.

zu den paketen: keine sorge, ich bin schon in die details gegangen und habe die unnötigen pakete weggeklickt. vor dem nachher installieren habe ich allerdings respekt. wenn ich das linux-pendant zu meiner windows-software noch nicht kenne, wie soll ich dann den namen des benötigten pakets herausfinden? wenn ich zb den apache installieren wollte, würde ich wahrscheinlich wieder hier im forum landen mit ner frage ? la "wie heißt das gdlib paket". ich geb mir mühe ;)

danke vielmals für eure hilfe!

edit: hatte mich verschrieben, debian nicht ubuntu

edit: so, habe also jetzt versucht debian zu installieren, nur das grundsytem und die desktopumgebung.
nach 20 minuten die fehlermeldung (siehe anhang libssl), kam erneut als ich dann nochmal den menüeintrag "software auswählen und installieren" gewählt habe.
dann wollte ich grub installieren (Siehe anhang grub).
weil mir nichts anderes übrig blieb, habe ich die installation beendet ohne grub zu installieren. dann habe ich versucht, den Grub von der ultimate boot cd zu installieren, aber er findet das debian nicht ("error loading os" beim hochfahren).

ich gebs jetzt auf, diese woche stehen klausuren an und ich brauche den pc als webserver. ich habe nichts dagegen, mir selbst ein linux schustern zu müssen, aber dann bitte mit einer liste was alles installiert werden muss und was zur option steht. diese "pseudo rundum-sorglospakete" scheinen ja nicht zu halten was sie versprechen...
 
okay, dann versuch mal ne andere Festplatte rein zu hängen.

Was genau soll der Server dann alles können?
braucht er unbedingt Grafik?

Für Webserver mit PHP, MySQL und etwas komfortablere Bearbeitungsmöglichkeiten (also durch's Dateisystem hangeln via midnight commander) ohne Grafik-System reicht folgendes:
apt-get install apache2 mysql-server php5 mc
(hoff mal, dass ich jetzt nix vergessen hab)

die Abhängigkeiten der Pakete werden dann ja automatisch mit installiert.
vieleicht wäre noch php5-gd ganz nützlich, wenn du mit PHP irgendwelche Bilder manipulieren willst.
Fällt sonst noch jemandem was ein?


Wenn du noch Grafik haben willst:
du brauchst nen X-Server, nen Desktop-Manager (also Anmelde-Bildschirm) und die eigentliche grafische Oberfläche

X-Server: xorg

Auswahl für Desktop-Manager: gdm, kdm, xdm

Auswahl für Desktop: kde, gnome, xfce4, fluxbox, and many more

Bsp:
apt-get install gdm xorg xfce4
 
Original von H3PO
Ich habe jeweils eine 1GB swap hda1 und den rest hda2 mit ext3 formatiert
Sicher, dass du die Swap Partition als erste Partition einstellen kannst?

Wenn dein Xserver nicht starten will, brauchst du unter umständen noch
xfonts-base
;)
 
ich brauche grafik, da ich den rechner, da er ja sowieso immer läuft, auch für im (pidgin) und email (thunderbird) benutze. außer http, ftp und samba soll auch ein hlds (halflife dedicated server) drauf laufen. synergy wäre auch nicht unpraktisch.
für einen reinen webserver im textmodus hatte ich ja schonmal eisfair.

eine frage stellt sich mir: ich installiere also das grundsystem und führe das atp-get in der konsole aus?
eine ersatzfestplatte besitze ich nicht.

ich habe grade erfolgreich das grundsystem von der debian netinstall-cd installiert. nach dem booten kamen etliche fehler wegen irgendeinem defekten sektor auf er platte, aber ich bin immerhin jetzt in der kommandozeile.

edit: habe als root ausgeführt "atp-get install xorg xfonts-base gdm kde"
resultat: "-bash atp-get: command not found"
ok ich bin zu blöd dafür, dann versuch ich halt doch nochmal die installation inkl. desktopumgebung...
 
Original von H3PO
edit: habe als root ausgeführt "atp-get install xorg xfonts-base gdm kde"
resultat: "-bash atp-get: command not found"
ok ich bin zu blöd dafür, dann versuch ich halt doch nochmal die installation inkl. desktopumgebung...

Es heisst 'apt-get'.
 
ok, ich habe mir die neueste ubcd geholt, um mal auf defekte sektoren zu testen.
schlechte nachricht: 981 defekte
gute nachricht: alle defekten sektoren liegen auf den ersten 3%. dh ich werde einfach beim partitionieren die ersten paar hundert mb überspringen.

edit: ich habe jetzt erfolgreich und ohne irgendwelche fehler das grundsystem von der netinstall cd installiert, mit apt-get xorg, xfonts-base, gdm, kde, apache2, mysql-server, php5, php5-gd und synergy installiert. kde läuft, mal schaun wies weitergeht :)
danke für eure hilfe!

edit: synergy läuft und ich habe das deutsche sprachpaket für kde installiert bekommen.
im moment suche ich nach einem "autostart" für synergy. ein startscript habe ich mir schon geschrieben bzw aus dem skeleton gebastelt, aber ich weiß nicht wie man das system dazu bring dieses auch zu starten sobald die desktopumgebung läuft.

edit: jetzt habe ich versucht, mir pidgin zu kompilieren. mit wget habe ich mir die tar.bz2 source geholt. tar xfvj, configure
fehler: "C compiler cannot create executables" -> gcc und g++ installiert, wieder configure
fehler: "XML::Parser... configure: error: XML::Parser perl module is require
d for intltool"
eine google suche hat einen verweis auf die source dieses modules ergeben, ich bekomme es allerdings nicht kompiliert. andere verweisen auf "fink install xml-parser-pm###" (meine perl version ist 5.8.8), "atp-get install xml-parser-pm588" bringt allerdings kein paket zum vorschein.

-> wo bekomme ich den xml parser her?

edit: habe es jetzt soweit geschafft, dass das configure skript durchläuft (gtk usw fehlten noch)
make und make install laufen auch durch, allerdings gibt es einen fehler beim compilieren der oscar dll (und ausgerechnet die brauche ich) der mit math.h zusammenhängt. ich habe wo anders gelesen, dass ich zum kompilieren die kernel headers brauche (er hat aber nicht gemekert) deshalb versuche ichs jetzt nochmal.

edit: ich habe den pidgin ordner gelöscht und noch einmal die original sourcen entpackt, damit hat der compile dann funktioniert.

wie sollte ich am besten die rechte für den hlds server einschränken? eine group anlegen wie www? oder einfach einen user hlserver und dann mit dessen rechten den server installieren?
 
Zurück
Oben