Hallo,
Formelsammlung im Info.-Studium??
Also bei uns ist das so, egal ob man Info oder Mathe studiert, dass man zur Klausur entweder gar nichts mit nehmen darf oder ausnahmsweise ein doppelseitig beschriebenes DIN-A4 Blatt, variiert immer von Modul zu Modul.
Persönlich habe ich (Mathe-Student) auch noch nicht wirklich eine Formelsammlung benötigt, gut, evt. mal die Formelsammlung die man zum Abitur hatte um sich evt. nochmal Logarithmusgesetze o.ä. elementare Sachen anzugucken, aber ansonsten gar nicht. Gut anwendbar würde ich diese eh nicht finden.
Für die Übungsaufgaben verwenden wir das Skript, welches vom Professor stammt. Etwas anderes wäre auch irgendwie unpraktisch, da man sich in den Übungsaufgaben auch recht oft Sätze o.ä. zitieren muss.
Auch gehts hier auch weniger um reine Formeln, wie es in der Schule noch war. Gut, manche Lösungsverfahren sind schon wichtig, aber längst nicht so 'Formellastig' wie in der Schule.
Eine Formelsammlung ist auch in dem Punkt ggf. unpraktisch, dass diese Sachen verwendet/vorraussetzt, die man noch nicht hatte (oder evt. noch nicht bewiesen hat) und man deswegen dieses auch nicht verwenden darf. Und wenn man etwas beweisen will, was hier die Hauptarbeit ist, kann man es eh vergessen, oder würdest du dann schreiben 'Nach [Formmelsammlung] Seite 43, Formel XYZ folgt, dass f(x) die obigen Eigenschaften erfüllt'.
Gut, du hörst dich so an, als würdest du schon etwas länger Info studieren und bei euch wäre dies mit der Formelsammlung erlaubt und anwendbar, was mich schon etwas wundern würde, dann wäre es evt. eine Idee, selber eine Formelsammlung zu erstellen.
Wie gesagt, für manche Klausuren dürfen wir ein DIN-A4 Blatt mitnehmen, auf dem schreibt man eben alles wichtige was man in dem Modul gemacht hat. Soviel ist das gar nicht, und man hat den großen Vorteil, dass dort nicht Vorausetzungen, Folgerungen oder was auch immer verwendet werden, die man noch nicht hatte und womit man folglich nichts anfangen kann.
Denn in der Mathemathik gibt es sehr sehr viele Wege, wie man etwas bestimmtes Ausdrücken kann und man nicht wirklich sehen kann, dass diese Aussagen identisch sind. Besonders als Anfänger hat man teilweise doch recht große Probleme, wenn man fremde Literatur lesen muss, die anders an ein Thema rangeht als man es in der Vorlesung gelernt hat.
Ein Beispiel ist in der Algebra der Körper, man kann sie einmal 'idiotensicher' definieren:
- Assoziativtät mit + und *: a+(b+c) = (a+b)+c (* identisch, lass ich weg)
- Kommutativtät mit +, *: a+b = b+a
- Distributivgesetz: a*(b+c) = ab + ac
- Nullelement: a+0 = a
- Einselement: a*1 = a und 0 != 1
- Negatives Element zu jedem a mit: a + (-a) = 0
- Inverses Element zu jedem a außer 0 mit: a * (a^-1) = 1
Oder die etwas komplexere Definition:
Ein Körper ist ein kommutativer unitärer Ring, in dem die Einheitengruppen maximal ist.
Oder:
Ein Körper ist ein kommutativer Schiefkörper
Da Mathematiker aber gerne Faul sind, würden die häufig die zweite Definition für einen Körper verwenden, bzw. eine Abart davon, und nur eher selten die lange, aber dafür idiotensichere Definition.