Apple vs. Musikindustrie Runde 2

Nabend,

teilsweise hatten wir hier zwar schonmal Teile des Themas aber ich poste es nochmal komplett als Artikel für alle die es nicht mitbekommen haben.

..................

München - In der Musikindustrie bahnt sich ein handfester Streit zwischen den großen Konzernen und dem Online-Anbieter Apple an. Nachdem zwei Labels gefordert hatten, Apple solle die Preise für Musiktitel auf seiner erfolgreichen Internetseite "iTunes" erhöhen, blies Apple-Chef Steve Jobs jetzt zum Gegenangriff. Auf der Messe "Apple Expo" in Paris sprach Jobs von "gierigen Konzernen", die selbst kein Internet-Konzept hätten und durch Apple dafür um so mehr verdienen wollten. Zuvor hatten laut "New York Times" Sony BMG und Warner Music darauf gedrängt, daß Apple seine Preise von 99 US-Cent pro Musikstück anziehe.

Nach Ansicht von Jobs könnten sich solche Forderungen schnell rächen. "Wir konkurrieren noch immer vor allem mit illegalen Tauschbörsen", warnte der Apple-Visionär. So würden die Kunden wieder den illegalen Download-Webseiten in die Arme getrieben und die Musikfirmen am Ende womöglich leer ausgehen.

Apple hatte vor zweieinhalb Jahren mit dem "iTunes Musicstore" den Musikvertrieb weltweit revolutioniert und so der darbenden Industrie neues Leben eingehaucht. Damit wurde den Musikkonzernen endlich die Chance gegeben, den illegalen Tauschbörsen Paroli zu bieten. Insgesamt verkaufte Apple schon 500 Mio. Songs. In den USA und in Großbritannien hält Apple heute Marktanteile von 80 Prozent. Zugleich verkaufte das Unternehmen 22 Mio. der kompatiblen MP3-Player, den "iPods".

Jobs forderte die Musikindustrie nun auf, die Preise nicht über einen Dollar oder einen Euro kommen zu lassen. Im Online-Store von Apple verdienten die Firmen schon heute mehr als bei einer herkömmlichen CD. Dagegen hieß es aus Kreisen der Musikindustrie, daß Warner ein gestaffeltes System bevorzuge, in dem die Hitsingle auch 1,49 Dollar kosten könne.

Auch die aufkommende Konkurrenz durch Mobilfunkfirmen redete Jobs schon mal vorsorglich klein. Für den Verkauf von Musiktiteln über Mobilfunknetze sieht er keine guten Chancen: "Die Telekommunikationsfirmen haben so viel in den Ausbau der dritten Mobilfunk-Generation investiert, daß sie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit drei Dollar oder Euro für einen einzelnen Download verlangen müssen." Indes sind sich Experten einig, daß Kunden bereit sind, für Handy-Musik mehr auszugeben als im Internet.

Im August zeichnete sich bereits eine Eskalation zwischen Sony BMG, Warner Music und Apple ab, als "iTunes" in Japan ohne deren Stars startete. Die Labels verweigerten ihre Lizenzen etwa für Avril Lavigne der Beyoncé.

Die Nervosität der Musikkonzerne ist nicht unbegründet, denn nach der ersten Erholung im vergangenen Jahr machen die Unternehmen derzeit schon wieder schlechtere Geschäfte. Auch daher sei den Top-Managern der Musikindustrie vor allem der allzu selbstbewußte Apple-Konzern ein Dorn im Auge, hieß es in der "Washington Post".

Vor einigen Monaten erinnerte Sony-BMG-Chef Andrew Lack daran, daß Steve Jobs zwei Umsatzquellen habe: "eine von unserer Musik und eine von seinen iPods". Die Musikindustrie indes habe nur ihre Musik.

Quelle: http://www.welt.de/data/2005/09/21/778441.html
 
wenn die MI gierig wird, dann zerstört sie sichs nur. appple hat mit dem itune-store eine funktionierende multilabeldownloadplattform geschaffen, die die leute benutzen. es bestätigt mich nur wieder in meiner meinung, dass zu viel geld den charakter verdirbt. zumindest bei den meisten leuten.

achja, apple hat mehr einnahmequellen - der ipod war halt ein absoluter jackpot.
 
Vor allem über Jobs These, dass man nur Leute an die Tauschbörsen verliert würde ich mal nachdenken, da ist imho sehr viel Wahrheit drin.

Denn ganz ehrlich: Wenn ich im Laden nichts kaufe, weil mir die Platten zu teuer sind und deshalb zu iTunes gehe, was mache ich da wohl wenn im Internet die Preise erhöht werden?
 
Original von Voodoo
Vor allem über Jobs These, dass man nur Leute an die Tauschbörsen verliert würde ich mal nachdenken, da ist imho sehr viel Wahrheit drin.

Denn ganz ehrlich: Wenn ich im Laden nichts kaufe, weil mir die Platten zu teuer sind und deshalb zu iTunes gehe, was mache ich da wohl wenn im Internet die Preise erhöht werden?
Seh ich auch so. Ich denk mir manchmal, hmm diese Platte klingt doch ganz gut, dann geh ich in den Laden und seh, dass die für das Album mit 14 Tracks 30DM haben wollen.. und dann denk ich tja, was solls, das brauch ich nicht. Dann werd ich mir garantiert auch nicht für 1,49? pro Song (20? für 14 Tracks) die Songs im Inet ziehen.
Wenn itunes die Preise hochschrauben, haben sie verloren.

edit: Übrigens viele Rap-Labels aus Deutschland haben auf US-Preispolitik umgeschaltet (grade Optikrecords und andere independent Labels). In den USA kostet nen Mixtape 12,99$. Die Rapper machen hier Alben, nennen sie Mixtape und verkaufen sie für 11-12? und haben ne wesentlich höhere Abnahme als die ganzen Pop(o)-Labels und Majors wie Universal, Virgin, Warner etc.
 
Zurück
Oben