Ausfallsicherheit für Webserver

Dann werde ich nun meinen ersten Beitrag ins Forum stellen und auf Hilfe von euch hoffen.

Ich betreue ein paar v/root-Server und leider kommt es doch mal vor, dass irgendein Hard-Problem auftritt und die Maschine erst nach Stunden wieder vom Rechenzentrum in Ordnung gebracht wurde. Das ist nicht schön, aber wenn dann alles wieder so ist, wie vor dem Ausfall dann kann man zähneknirschend damit leben...
Nun hatte ich aber den Fall, dass der RAID-Controler nicht korrekt funktionierte und auf der 2. Festplatte eigentlich nur Müll gelandet ist. Natürlich genau dann steigt die 1. Festplatte aus, die 2. ist nicht zu gebrauchen und nun hieß es: Neuen Server aufsetzen, Backup einspielen, Datenbanken wieder befüllen usw.! Was für eine Nacht...

Nun habe ich mich nach möglichen Alternativen umgeschaut und stieß zuerst auf den Strato Multiserver. Kling soweit recht gut, doch wenn hier die Hardware streigt heißt es auch wieder warten und auf die Wohlgesonnenheit der dortigen Techniker hoffen.
Die zweite Lösung über die stolperte ware Hosteurope's Cloud Hosting. Perfekt, aber der Preis ist für mich einfach nicht bezahlbar.
Jiffy Box von Domainfactory schaue ich mir gerade an, könnte gehen - bin ich mir noch nicht sicher.

Wer hat einen Tipp? Nutzung dieser Server als Web-, Mail-, Datenbankserver. Volle root-Rechte auf die (virtuellen) Maschinen müssen sein. Muss keine 100%ige Ausfallsicherheit sein (auch wenn dies schön wäre), aber die Systeme müssen nach einer eventuellen Störung wieder zumindest im Zustand des Vortagbackups voll erreichbar sein.
 
Eine 100%ige Verfügbarkeit gibt es nicht und wird dir auch niemand garantieren, da das Augenwischerei wäre. Selbst bei einer zugesicherten Verfügbarkeit von 99% heißt das, dass ein Server in einem Jahr durchaus 3 Tage nicht erreichbar sein könnte - was ich aber noch nie erlebt habe. Es sind höchstens mal Stunden.

Um die Wiederherstellung von Datenbanken und Dateien kümmern sich die meisten Anbieter gar nicht. Dafür muss man leider meist selbst sorgen. Ich sage absichtlich "meist", da es durchaus kleinere IT-Unternehmen gibt die soetwas mit anbieten. Bei den "großen" wirst Du soetwas aber eben auch nur für teures Geld finden. Bedenke: so eine Wiederherstellung ist kein automatischer Prozess. Steigt der Server aus wegen einem Hardwareschaden und muss komplett neu installiert werden, dann folgt auf die Installation das Rüberkopieren der Dateien aus einem hoffentlich vorhandenen Backup - das ist meist ein manueller Vorgang, kein automatischer. Folglich muss da jemand dabeisitzen und Befehle ausführen. Und das wie in deinem Fall auch mal nachts. Sowas muss bezahlt werden.
 
Einfache Möglichkeit: Nutze VServer. Deren Hardware-Fehler werden schneller behoben als die von Rootservern und die Hoster haben die Möglichkeit die Daten on-the-fly auf andere Maschinen zu schalten. Alternativ kann man sich einen VServer als Loadbalancer schalten, hinter dem alle Server doppelt vorhanden sind. Solange du aber kein echtes Cluster nutzt, wirst du auch keine echte Redundanz erreichen. Dazu braucht man 2 Loadbalancer die parallel laufen und wo im Falle eines Ausfalls von einem, der andere die Arbeit automatisch übernimmt. Loadbalancer von Coyote Points bieten sowas zum Beispiel. Ggf. könnte daher eher eine Housing- als eine Hosting-Möglichkeit für dich in Frage kommen. Kommt halt drauf an wieviele Server du zu betreuen hast.
 
@ Zwirni:
Klar gibt es keine 100% und auch die üblichen 3 Tage Ausfallzeit hatte ich bisher nie. Das mal ein Switch im Rechenzentrum streikt und das Routing für ein paar Minuten nicht funktiert, hat sicher auch schon jeder mal erlebt.
Die Geschichte mit dem Rückspielen von Backup & Co. liegt alles bei mir und genau darauf würde ich gern verzichten, indem ggf. VMs o.ä. zum Einsatz kommen. Hier, so sehe ich das zumindest, sollte es ja genügen die letzte Sicherung eines VM-Images (möglichst vom Vortag) einzuspielen...

@ bitmuncher:
Zumindest die Überlegung von root- auf v-Server zu wechseln bzw. einen v-Server als Proxy vor die root-Server zu schalten, ist mir bereits untergekommen. Danke! Ich schau mal in die von dir vorgeschlagene Richtung...

Hat jemand Erfahrung mit Jiffybox, Amazon EC2 oder ähnlichen Cloud-/Cluster-Lösungen?
 
Wir arbeiten hier in der Firma relativ viel mit EC2-Lösungen. Allerdings sind diese auch nicht gerade preiswert und für dauerhaft gehostete Sachen, die viel Rechenleistungsverbrauch oder Traffic verursachen, sind VServer die preiswertere Lösung. Außerdem sollte man die rechtliche Lage beachten und z.B. personenbezogene Daten nicht auf US-Instanzen ablegen oder verarbeiten. Als Notfall-System für ausgefallene Maschinen ist es aber durchaus brauchbar. Eine wirklich höhere Ausfallsicherheit bekommst du mit EC2 bei dauerhaft laufenden Sachen jedoch nicht. Wir haben immer mal wieder Verbindungsunterbrechungen damit und ohne LB-Lösung davor wären unsere Kunden vermutlich schon auf die Barrikaden gegangen. Zum Ablegen von relativ großen Datenmengen kann sich S3 aber durchaus lohnen. Das bietet tatsächlich eine recht hohe Redundanz und so kann es eine Überlegung wert sein, ob man Datenverzeichnisse nicht besser auf einem S3-Bucket ablegt um sie so so schnell und unkompliziert auf anderen Servern nutzen zu können. Aber auch hier sollte man rechtliche Aspekte im Hinterkopf behalten und Daten z.B. nur verschlüsselt ablegen o.ä..
 
Zurück
Oben