Banken Boykott

Deine Meinung zum Banken Boykott...

  • Mir ist das völlig gleichgültig, immer diese Aktivisten

    Abstimmungen: 2 16,7%
  • Ich finde Aktionen an sich gut, diese aber sinnfrei

    Abstimmungen: 6 50,0%
  • Hört sich gut an, ich mach mal mit

    Abstimmungen: 3 25,0%
  • Sofort mitmachen, das ist genau das Richtige

    Abstimmungen: 1 8,3%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    12

Landra

New member
#1
Mich würde interessieren wie ihr zu Unternehmungen wie dieser hier steht: Stop Banque.

Ich fände es ja durchaus interessant, was geschehen würde, wenn wirklich einmal alle gleichzeitig ihr Geld von der Bank holen wollten. An sich dürften die Banken dann ganz schnell ein Problem bekommen, so weit mir das bekannt ist.
 

bad_alloc

Member of Honour
#2
Um eine Bank zu beeindrucken müsste doch eine signifikante Menge an Geld (lies mehrere hundert Milliarden) Weltweit abgehoben werden. Schaffen denn diese Aktivisten, die ja nur in Europa sind, außreichend Kapital zusammenzukriegen, um eine sichtbare Delle in die Finanzen der Bank zu schlagen? Sind deren Gelder überhaupt mobil genug (Anlagen mit langer Laufzeit wären z.B. problematisch)?
Selbst wenn es die Bank zum wanken bringen würde, was passiert dann mit denen, die ihr Geld nicht abgezogen haben?
 

Landra

New member
#3
Es müssten durchaus sehr viele Menschen ihr Geld von den Banken holen. Am besten nicht nur von einer. Diese Aktivisten müssten im Grunde wir alle sein. Dann würde es ein Zeichen setzen.

Wenn man einer Bank sein Geld anvertraut, kann sie es garantiert nicht wieder zurückgeben, wenn alle gleichzeitig dies fordern. Ich bin mir nicht sicher, wie viel Geld überhaupt gedeckt sein muss. Ein Teil der Bürger würde sein Verdientes ausbezahlt bekommen, der Rest nicht und die Bank würde zusammenklappen.

Was mit uns passiert, ich weiß es nicht. Ich weiß auf jeden Fall, dass wir aktuell 400 Millarden an die Banken zu zahlen haben, weil es verspekuliert wurde. Das dürfte die Gesamtsumme allen Geldes das auf den Konten liegt (tut es ja nicht, unser Geld ist nicht gedeckt) erreichen, wenn nicht sogar übersteigen. Das zahlen wir Steuerzahler gerade an die Finanzler (400 Millarden geteilt durch die Einwohnerzahl 80 Millionen = 5000 Euro pro Einwohner).

Zuzutrauen wäre es der Regierung, dass sie sagen würde: tut uns leid, aber für euch Bürger haben wir nun kein Geld mehr. Wir lassen einige Banken stehen und ihr müsst nun schön brav die 400 Millarden berappen und eure Anlagen bei den Banken, die sind leider nun fort. Ich weiß es aber ehrlich gesagt nicht. Also überhaupt nicht. Das sind nur Gedankenkonstrukte ohne spezielles Hintergrundwissen. Es fehlt mir gerade die Zeit mich da tiefer einzudenken.

Aber wenn ich könnte, ich würde gern dafür sorgen dass Zinswirtschaft und Spekulation abgeschafft wird.
 
Zuletzt bearbeitet:

bad_alloc

Member of Honour
#4
Aber wenn ich könnte, ich würde gern dafür sorgen dass Zinswirtschaft und Spekulation abgeschafft wird.
Bei Spekulation stimme ich dir völlig zu (Warum ist unser Handelsvolumen größer als alles theoretische Kapital des Planeten?), aber Zinswesen ist ein fester und vorallem sehr sinnvoller Teil des Finanzwesens: Einerseits ist es Strafe für Schuldner, andererseits sorgt er für Investitionen in Unternehmen. Wer kann schon ohne Kredit einen Betrieb eröffnen?

Dennoch: Ist es verantwortungsvoll bewusst zu versuchen eine Bank, wo ja noch andere ihr Geld haben, in Schieflage zu bringen?
 

Landra

New member
#5
Viel eher beschäftigt mich gerade die Frage: ist es verantwortungsvoll eine Bank in Schieflage zu bringen, bei der Menschen sich Geld geliehen haben. Die Forderungen würden sofort fällig was bedeuten würde, dass sehr viele Menschen obdachlos würden, also alle die ihr Haus beliehen haben und nicht sofort alles zurückzahlen können.

Andererseits frage ich mich, ob ich wirklich für die Verbrechen anderer verantwortlich sein soll, wenn ich jemanden anklage. Bin ich auch schuld, wenn ich jemanden anzeige weil er krumme Geschäfte macht und dann die Betrogenen Leidtragende werden, weil sie sich erst in Sicherheit wiegten?

Man muss bedenken, dass in den Verträgen für Darlehen explizit steht, dass Forderungen stets sofort fällig sein können und die Bank gar keine Deckung garantieren kann obwohl sie es gleichzeitig eigentlich müsste. An sich ist die Existenz dieses Umstandes schon sehr skuril.

Die Verantwortung trägt hier finde ich nicht der Bürger, der sein Geld berechtigter Weise haben möchte. Eigentlich müsste es möglich sein das Geld welches man auf der Bank hat laut Kontostand auch abzuheben. Hier liegt der Hund meines Erachtens begraben. Wir tragen unser Geld zu Banken, Institutionen die das was wir dort abgeben gar nicht zurückgeben können.

In den 30er Jahren ist soetwas glaube ich schoneinmal vorgekommen in dieser Art. Ich werde nochmal ein wenig nachlesen falls nicht eh hier noch wer etwas in dieser Richtung dazu beiträgt.
 

end4win

Member of Honour
#6
Also treffen würde diese Aktion ja nur Leute die einen
reelen Gegenwert für ihre Schulden auf der Bank hätten. :wink:
Spekulanten haben nichts Reeles ausser ihre Gewinne,
die sie vermutlich sehr Krisensicher angelegt haben. :wink:
Da müsste man seine Versicherungs- und Aktienfonds kündigen,
dort wird am meisten spekuliert.
Spareinlagen dürften zum Grossteil in Verbraucherkrediten landen.

Gruss
 
#8
Die Aktion ist durchaus zu befürworten, wird aber imo nicht den Rahmen erreichen, der notwendig wäre um aufzuzeigen, dass die Banken das Geld, das bei ihnen auf Konten liegt, gar nicht auszahlen können. Das wird schon allein dadurch verhindert, dass ein geringer Teil der Weltbevölkerung den Grossteil des Kapitals besitzt und diese sind wiederum grossteils direkt mit den Banken "verbunden". Es wäre also notwendig, dass ca. 70% aller Menschen, die ein Konto haben, ihr Geld auch den Banken entziehen.

Vor allem kleine Banken könnte dies aber in den Ruin treiben, wenn der Grossteil der Konto-Eigentümer dort ihr Geld einfordern würden. Die Aktion müsste also vor allem durch Leute gestützt werden, die ihr Geld bei den kleinen Banken (also Banken mit nur 1-10 Milliarden Eigenkapital) haben. Die kleinen Banken haben nämlich zumeist nur ca. 10% des bei ihnen angelegten Geldes auch wirklich zur Verfügung, der Rest ist in spekulativen Papieren angelegt und somit nicht direkt abrufbar. Das wiederum würde den Finanzmarkt ziemlich aufmischen, denn diese kleinen Banken wären dann gezwungen sämtliche spekulativen Papiere auf ein Mal zu verkaufen um die Forderungen ihrer Kunden erfüllen zu können. Die grossen Banken kaufen solche hochspekulativen Papiere aber eher in den seltensten Fällen, so dass diese wertlos gemacht würden, wenn sich keine Käufer finden. Sie würden damit wieder ihren reellen Wert bekommen, der zwischen 1-10% ihres Handelswertes liegt. Das würde dem Finanzmarkt als Ganzes einiges an Kapital entziehen.

Es wäre daher durchaus mal spannend zu sehen was passiert, wenn ca. 10% der Banken ihre Kundenforderungen erfüllen müssten. Evtl. würde es einigen Menschen die Augen öffnen, denn die Medien könnten es kaum verschweigen, wenn 10% des Finanzmarktes pleite gehen würde und dabei herauskommt, dass Banken nicht in der Lage sind, das bei ihnen angelegte Geld auch auszuzahlen. Treffen wird eine solche Aktion in erster Linie Menschen, die ihr Geld nicht einfach nur auf einem Konto haben, sondern in Wertpapieren und Edelmetallen anlegen. Die meisten Kontengelder, die eh nur einen relativ geringen Prozentsatz des Gesamtkapitals einer Bank ausmachen, sind durch Einlagensicherungsfonds und staatliche Garantien gesichert. Das größte Problem hätten die Druckereien, die dann ziemlich schnell Bargeld nachdrucken müssten. Daran herrscht nämlich der größte Mangel.
 
#9
Mal ein bisschen OT: Die Antwortmöglichkeiten sind sehr unneutral im Sinne von:

Stimmst du Sarrazins Thesen zu:

  • Nein, denn ich bin ein Hippie, der keine Ahnung von der Realität hat und eh nur durch seine Rosarote Brille lebt
  • Ja, ich habe gesunden Menschenverstand und bin in der Lage Probleme zu erkennen.
Wer stimmt da schon mit 'Nein' ab.

Grüße xrayn
 

end4win

Member of Honour
#10
Die gosse Frage bei der Aktion ist, wieviel Geld liegt
wirklich als Tagesgeld auf Konten. Müsste also auch
sofort ausbezahlt werden. Hier glaube ich, dass eben der
Grossteil durchaus auszahlbar wäre, vorausgesetzt es
sind genügend Scheine vohanden.
Selbst wenn man wirklich grössere Summen auf einem Sparbuch hat,
ist man meist auch an Kündigungsfristen gebunden bzw.
darf nur begrenzte Summen auf einmal abheben. Dies würde
dann aber der Bank Zeit geben in einen geordneten Konkurs
zu gehen und man selbst wäre der Leidtragende der Aktion.
:D Wahrscheinlich kämen Abfindungen für Manager noch vor
der Auszahlung von Guthaben. :D
Treffen würde man höchstens kleine Banken bei den grossen
sind die Privatkundensparten von den Geschäfts- und Investmentteilen
getrennt.

Gruss
 
#11
Deutschland hat knapp 81,7 Millionen Einwohner. Wenn jeder ca. 500 Euro Tagesgeld hat und abhebt (einige haben mehr, andere weniger), sind das auf einen Schlag 40,9 Milliarden. Europaweit sind 768 Milliarden Euro als Bargeld verfügbar, verteilt auf 27 Mitgliedsstaaten, also pro Land im Schnitt 28,4 Milliarden. Das Bargeldvolumen abzuschöpfen wäre also durchaus machbar.
 

end4win

Member of Honour
#12
Deutschland hat knapp 81,7 Millionen Einwohner. Wenn jeder ca. 500 Euro Tagesgeld hat und abhebt (einige haben mehr, andere weniger), sind das auf einen Schlag 40,9 Milliarden. Europaweit sind 768 Milliarden Euro als Bargeld verfügbar, verteilt auf 27 Mitgliedsstaaten, also pro Land im Schnitt 28,4 Milliarden. Das Bargeldvolumen abzuschöpfen wäre also durchaus machbar.
Damit wäre bewiesen, dass nicht genügend Geldscheine vorhanden sind.
Pleite wäre noch keine Bank. Sie würden dich einfach auf deine EC-Karte
verweisen und die Möglichkeit auf bargeldlosen Zahlungsverkehr. Mir ist kein
Gesetz bekannt das Banken verpflichtet jedem Kunden 500€ in bar bereitstellen
zu müssen. Davon abgesehen würden allein die Schlangen an den Schaltern
ihnen Zeit geben einige 500er nachzudrucken. Die Aktion würde sich über Wochen
hinziehen. Bist du noch nie vor einem Geldautomaten gestanden der dir gesagt
hat, sorry Ausser Betrieb.

Sinnvoller wäre es, wenn die Leute ihr Geld geregelt aus den Fonds abziehen
würden und sich um andere Anlagemöglichkeiten bemühen würden.
Erst wenn der Kunde sagt, da will ich investieren und bei der Spekulation
mach ich nicht mit, entzieht man ihnen wirklich Kapital.

Gruss
 
#13
@end4win: Da hast du durchaus Recht. Im übrigen sind Banken sehr wohl verpflichtet dir dein Geld auszuzahlen, wenn du es verlangst und der Vertrag, der zum Konto gehört, dies zulässt. Auf bargeldlose Zahlung dürfen sie dich (noch) nicht verweisen, vor allem da auch nicht überall Kredit- und Maestrokarten akzeptiert werden (z.B. bei vielen Automaten, kleinen Geschäften, nur begrenzt bei Taxis, nur bis zu gewissen Summen in vielen Supermärkten etc.).
 

0wnZ

New member
#14
Meines Erachtens schießt man sich durch das entziehen des Geldes vom Markt selbst in den Fuß.
Wir haben nunmal die Problematik, dass die gesamte Wirtschaft sehr eng verstrikt ist und wird an einer Stelle das System angezapft, so wird das einen riesigen Einfluss auf den Rest des Systems haben, indem man sich selbst als Arbeitnehmer/-geber oder auch als Bedürftiger im Staat schadet, weil der Chef rationalisieren muss oder die Firma Pleite geht, da notwendige Investitionen fehlen etc. pp.
Die Möglichkeiten sind vielfältig.
Es ist durchaus richtig und problematisch, dass mehr Geld im Umlauf ist, als real exisitiert, aber gerade diese Spekulationen (in einem gemäßigten Rahmen) haben auch die aktuelle Entwicklung, den aktuellen Fortschritt und Wohlstand ermöglicht.
Dies ist natürlich keine Berechtigung das aktuelle System beizubehalten oder weiter auszubauen, aber eine reine Trotzreaktion, die dem System nur schadet und keine Alternative anbietet halte ich für wenig sinnvoll.
Es wird dann nämlich darauf hinauslaufen, dass dieser Fehler auf die Kleinen und Armen abgewältzt werden und die gleichen geldgierigen Idioten wieder genau so von vorne anfangen werden und sich nichts ändern wird, mit Ausnahme einer gewaltigen Wirtschaftskrise (und deren Konsequenzen).
 

sTEk

New member
#15
Das mit der Kontokündigung ist doch an sich sinnfrei...bloßes Geld-Abheben reicht. ;) Dann muss man natürlich an einen Bankschalter gehen, denn was in den EC-Terminals drin ist ist ja eh verplant...und jeder kennt doch die Schirmausgabe "Dieser Service steht vorüberegehend nicht zur Verfügung".

Ich finde die Idee an sich nicht schlecht. Die Bedenken, dass der Großteil des Vermögens nur wenigen Leuten gehört mist zwar richtig, der Großteil des Großteils ist aber wieder nur fiktiv und wenn überhaupt höchstens mit ein paar Immobilien, Geräten und Wertgegenständen "gesichert". Bei ersterem hätte übrigens die Kirche die längste Nase...

Es ist mit dieser Aktion das Gleiche wie mit jeder anderen, etwas härteren. Medien und Mogule haben erfolgreich die letzten Jahrzehnte im Volk die Ansicht eingebrannt, dass das Leben bei Veränderungen oder allzu "grotesken" Forderungen/Aktionen nicht mehr sichergestellt ist. Das ist so wohl totaler Tinnef, wie uns diverse französische Aktionen ja immer wieder zeigen. Man kann über die Franzosen vieles sagen, aber nicht, dass sie feige wären, sich ihrer Regierung in den Weg zu stellen. Die Deutschen können da viel lernen...jedoch zitiere ich da gern Stalin, der treffend bemerkte:
"In Deutschland wird es nie eine Revolution geben - man müsste ja den Rasen betreten."
Leider besteht Deutschland dazu nur noch aus wenigen jungen oder noch nicht lethargischen Menschen. Der andere Rest ist fett und satt und faul - und wird einen Teufel tun, an angestammten Lebensgewohnheiten etwas zu ändern. Solange es noch jedes dritte Jahr nen Auto sein und man die dicke Plautze einmal im Jahr in der Südsee oder in Thailand ins Wasser hängen kann ist doch alles in Ordnung.

Ich für meinen Teil mache ohnehin nur noch das nötigste mit den Banken...der Rest liegt symbolisch gesprochen "im Kopfkissen" - übrigens auch laut Geldberatern immernoch die sicherste Anlage.

Ein paar Antworten weiter vorn kam, dass Zinsen gut und ohne Kredite keine Unternehmungen gegründet werden können. Dem muss ich leider wiedersprechen, denn die Banken gerade in Deutschland tun einen Teufel, jungen Unternehmern Geld zu leihen. Man bekommt in D nur Geld, wenn man es eigentlich nicht braucht. Und die Zinsen sind - wie ich im Sonntags-Umfragen-Thread schon schrieb - fern von gut und böse und der Realität!
 

end4win

Member of Honour
#16
@ownz

100 Milliarden 2010

und jetzt freuen sie sich, wie ein Schwein im Schlamm, dass es nächstes Jahr
eventuell unter 50 Millarden sinkt.
Dieses Wirtschaftssystem will ich gar nicht retten, es ist nämlich weltweit so Pleite das
jeder Rettungsversuch einem betrügerischen Bankrott gleich kommt.
Du würdest im Knast landen, wenn du auch nur versuchen würdest so zu
haushalten.

Gruss
 
#17
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