der Unterschied zwischen Shockwave und Flash

Mackz

Member of Honour
Da viele user gerne Flash und Shockwave in einen Topf werfen, mal ein kleiner Beitrag dazu:

Flash verwendet als Dateiart *.swf (ShockwaveFlash) "Shockwave" deshalb, da es ebenfalls die Shockwave-Komprimierung verwendet.

Shockwave-Dateien liegen meist als *.dcr vor.

Flash:

Flash kann mit einer Vielzahl von Sound- und Grafik-Formaten umgehen und eignet sich daher für die (interaktive) Produktpräsentation. Es behauptet bisher unangefochten seine Vorrangstellung als vektororientiertes Animationstool im Web-Bereich. Es unterstützt die gängigen Pixelbildformate wie JPEG, GIF oder PNG und kann Vektorformate wie eps, ai-Dateien oder AutoCAD (dxf) importieren. Zudem lassen sich zahlreiche Video - und Sound-Dateien einsetzen und kontextbezogen abspielen. Die Ausgabe erfolgt als swf-Datei für die Darstellung im Browser oder als exe-Datei mit integriertem Player. Letztere kann auch offline und ohne Browser abgespielt werden.

Ein großer Vorteil von Flash ist die vektorbasierte Arbeitsweise: Gerade bei geringen Bandbreiten haben pixelbasierte Anwendungen aufgrund der langen Ladezeit wenig Chancen, sich beim Anwender durchzusetzen. Hier bestehen die Bildinformationen aus den Werten für jedes Pixel und können somit abhängig von der Auflösung eines Bildes recht umfangreich sein. Bei vektorbasierten Objekten hingegen müssen nur die Koordinaten des jeweiligen Objektes übermittelt werden, das Rendern der Informationen geschieht im Browser.

Anwendungen

Flash war in der Anfangszeit eher eine Spielwiese für Web-Designer, die mit den interaktiven und multimedialen Möglichkeiten reine Präsentationssites erzeugten. Inzwischen hat Flash aufgrund der weiten Verbreitung des Plug-ins Einzug in den kommerziellen Bereich gefunden - vor allem als Werbemedium. Neben den bekannten Werbebannern im Kopfteil einer Seite finden sich immer häufiger sogenannte Rectangles (380 x 300 Pixel) in der Mitte der Website oder Skyscraper (120 x 800 Pixel, in der Regel rechts auf Webseiten).


Ein Flash-Programmierer kann über Variablen Inhalte an Flash-Filme übergeben und dort in dynamischen Textfeldern anzeigen. Diese Vorgehensweise findet beispielsweise bei personalisierten Flash-Newslettern Anwendung. Auch externe Daten wie Bilder oder Texte lassen sich einlesen. Damit kann der Programmierer die Flash-Inhalte nachträglich ändern, ohne die Flash-Datei öffnen zu müssen. Zudem ermöglicht das eine bessere Strukturierung der Inhalte, ohne dass der Anwender die gesamte Anwendung auf einmal laden muss.

Als Sonderfall zeigen sich Texte, die häufig als Überschriften in Websites fungieren: es ist sehr leicht, Texte zu skalieren, zu rotieren, beziehungsweise ein- oder auszublenden. Umfangreichere Textanimationen wie "tanzende" Buchstaben lassen sich jedoch nur zügig mit darauf ausgerichteten Spezialprogrammen wie Swish erstellen.


Arbeitsumgebung und Objektbearbeitung


Die Arbeitsumgebung von Flash erfordert zunächst etwas Einarbeitungszeit. Im oberen Bereich befindet sich die Ebenenanzeige: jede Ebene besteht wiederum aus einzelnen Schlüsselbildern. Die Ebenenabfolge bestimmt, welche Objekte sich gegenseitig überdecken. In der Mitte des Bildschirms befindet sich die eigentliche Arbeitsfläche (Bühne). Erzeugte Objekte werden über Bedienfelder in Anzeige und Größe modifiziert. Über Bibliotheken lassen sich Objekte auch in anderen Flash-Filmen verwenden.


Objektveränderungen


Per Tweening modifiziert man die Position eines Objektes, erzeugt Rotationen und Skalierungen oder setzt besondere Effekte ein: über den Alpha-Wert lässt sich das Objekt ein- oder ausblenden. Objektanimationen sind entlang von Pfaden realisierbar. Zudem lassen sich Übergänge von einer Form in die andere erstellen. Als einzige Geschwindigkeitsmodifikation ist das Abbremsen einer Animation möglich.


Scriptumgebung


Flash bietet eine Programmierumgebung für das integrierte ActionScript, das sich an JavaScript anlehnt. Flash unterscheidet dabei zwei Modi: im normalen Modus erlaubt das Programm Einstellungen aus einer Befehlsliste heraus. Die Eingabe von Werten erfolgt jedoch im unteren Bereich des Dialogs. Damit sollen vor allem bei Anfängern Fehler vermieden werden. Der Expertenmodus erlaubt die Programmierung wie in einem Texteditor. Hier rundet ein automatisches Debugging den Programmierprozess ab. Das jeweilige ActionScript wird in einem Schlüsselbild gespeichert - zu erkennen an dem kleinen a innerhalb des entsprechenden Bildes.

Mittels ActionScript lassen sich beispielsweise Flash-Filme nachladen oder mathematische Funktionen einsetzen. Das direkte Tweening von Objekten über die Bühne und die Schlüsselbilder lässt sich mittels ActionSkript-Programmierung umgehen - das ermöglicht beispielsweise die Positionierung von Objekten abhängig von der Position der Maus.


Shockwave:


Wer an interaktive Multimedia-Produktionen denkt, kommt an Macromedias Director nicht vorbei. Über das integrierte Shockwave lassen sich auch internetfähige Publikationen erstellen. Ab Version 8.5 findet sich zudem eine von Intel entwickelte Internet-3D-Grafiksoftware. Diese Engine wurde speziell für das Internet konzipiert. Mittels Multi-Resolution Mesh (MRM) und Subdivision Surface (SDS) lässt sich die Animation an die Rechenleistung des Clients und die Übertragungsbandbreite anpassen.

Im Lieferumfang von Director ist zudem der Shockwave Mulituser Server enthalten, der serverseitiges Lingo-Skripting erlaubt.

Zur Anzeige der Shockwave-Dateien ist ein mehrere MByte großes Plug-in nötig, das zudem einen leistungsfähigen Rechner benötigt: Macromedia empfiehlt für flüssiges Arbeiten einen Pentium II mit 500 MHz.

Grundsätzlich weist Director zunächst einmal einige Unterschiede zu Flash auf. Das Authoring-Programm arbeitet bei der Erstellung von Internet-Anwendungen nicht rein vektorbasiert, sondern greift mit seinen Funktionalitäten in den Bitmap-Bereich ein. Die Verwendung und Berechnung von Texturen oder Lichtern sind ebenso integriert wie unterschiedliche Kameraperspektiven mit vorgefertigten Kamerafahrten.



Anwendungen


Shockwave wird derzeit vor allem für Spiele eingesetzt. Unter shockwave.com finden sich zahlreiche Shockwave-Spiele.

In der Werbung findet Shockwave dagegen noch keinen Einsatz, weil das Plug-in nicht weit genug verbreitet ist. Zudem hängt die Anzeigequalität von der Rechenleistung des jeweiligen Systems ab, was den generellen Einsatz ebenfalls schwierig macht.

Shockwave-Anwendungen scheinen auf den ersten Blick oft nur wenig Unterschiede zu Flash zu haben, da sich Flash-Filme in Shockwave importieren lassen. AB Director 8.5 wird auch die Steuerung von Flash 5 bzw. MX -Objekten oder -Animationen per Lingo ermöglicht.


Die Rendering-Fähigkeiten stechen hervor: sie ermöglichen den Einsatz von Texturen oder Partikeln, wie sie beispielsweise aus 3D-Studio Max bekannt sind. Eine eigene 3D-Grafik-Umgebung stellt Director jedoch nicht bereit. Grafiklastige Anwendungen werden in der Regel in 3D-Programmen erstellt und über Konverter in das Shockwave-3D-Format (w3d) überführt. Erst dann ist eine Nachbearbeitung in Director möglich.

Das integrierte Partikel-System erlaubt die Erstellung von Regen oder Nebel. Im Netz finden sich so manche Perlen, die die Renderfähigkeiten von Shockwave nutzen und beispielsweise Kamerafahrten und Pixeleffekte oder Texturen einsetzen und ungewöhnliche Ergebnisse wie Feuer oder Rauch erzeugen.


Arbeitsumgebung und 3D-Text


Im Vergleich zu Flash ist die Arbeitsumgebung von Director wesentlich komplexer. Inhalte erstellt man auf der Bühne, der eigentlichen Arbeitsfläche. Das so genannte Drehbuch entspricht den Ebenen in Flash und zeigt den Ablauf des Films sowie die verwendeten Darsteller (Sprites) an. Weitere Eigenschaften wie Verhalten, Position oder Farbeffekte lassen sich ebenfalls anzeigen. Zudem bieten Eigenschaftsinspektoren Zugriff auf Größe, Position oder Farbfüllungen der Objekte.

Verfügbare Aktionen erlauben den Einsatz vorgefertigter Kamerafahrten oder Objektanimationen. Eine Vorschau des Films ist direkt auf der Bühne möglich.


3D-Text


Ab Director 8.5 ist es möglich 3D-Text zu erstellen. In die Bühne eingegebener Text lässt sich per Mausklick im Eigenschaftsinspektor in das 3D-Format rendern. Dabei sind Einstellungsmöglichkeiten für Glätte, Tiefe der Extrusion sowie Kantenabschrägungen und Herkunft der Lichtquelle vorhanden. In das 3D-Format umgewandelter Text kann ebenfalls mit vorgefertigten Animationen versehen werden.


Scripting


Macromedias Director stellt über die Script-Sprache Lingo eine Programmierumgebung mit über 800 Befehlen zur Verfügung. Lingo ähnelt Java und C++, verwendet jedoch eine eigene Terminologie und besitzt beispielsweise Parent-Scripts (=Klassen), Child-Objekte (=Instanzen) oder Prozeduren (=Methoden).

Über Lingo lassen sich auch weitführende Objektsteuerungen vornehmen: beispielsweise Rotationen, Interpolationen oder Textur-Mappings.

Die Befehle lassen sich entweder über ein Menü einfügen oder direkt im Editor eingeben. Der Programmcode wird abschließend kompiliert. Der Debugger erlaubt unter anderem das schrittweise Vorgehen im Skript oder den Einsatz von Breakpoints. Um der umfassenden Programmiersprache gerecht zu werden, liegt dem Director-Paket ein über 600 Seiten dickes Lingo-Wörterbuch bei. Einen schnellen Zugriff auf weitere Informationen bietet außerdem die umfangreiche Online-Hilfe.


Fazit


Die Ausrichtung von Director geht weit über den konzeptionellen Ansatz von Flash hinaus. Während sich Flash einst eher an der geringen Internet-Bandbreite orientierte und kleine Dateien erzeugen musste, war Director von vornherein auf komplexe Multimedia-Anwendungen (etwa auf CD) ausgerichtet. Das könnte sich insbesondere mit den integrierten Rendering-Funktionen auf Dauer auszahlen - eine stets steigende Datentransfer-Leistung im Internet vorausgesetzt.

Die Wahl des richtigen Programms hängt von der geplanten Internet-Anwendung ab. Wer weitreichende Pixelverarbeitung mit integriertem Rendering möchte, sollte auf Director zurückgreifen, muss aber damit leben, dass zahlreiche Besucher die Website verlassen, sobald das Fenster mit der Install-Meldung aufpoppt. Zudem lohnt sich Director nicht, wenn damit nur einfache Animationen für die Navigation erstellt werden sollen: Director ist ein Profi-Tool für Highend-Multimedia-Anwendungen. Zudem erfordert das Programm erhebliche Einarbeitungszeit.

Für schnell erstellte Animationen ist Flash somit die bessere Wahl. Einarbeitung ist allerdings auch hier für komplexe Anwendungen per ActionScript gefragt.

Links:

Macromedia Flash
Macromedia Director
shockwave.com
 
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