Die GEMA will in Deutschland zensieren

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Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische
Vervielfältigungsrechte (kurz GEMA) will in Deutschland ganz nach
chinesischer Tradition ihr unliebsame Internetangebote rausfiltern und
Provider dabei zu Handlangern machen. Der Chaos Computer Club findet das
gar nicht lustig und erneuert seinen Aufruf zum Boykott der
"Musikindustrie".

http://www.ccc.de/updates/2005/gema-abmahn?language=en

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Bei diesen Bemühungen möchte die Gema in nichts nachstehen und forderte
jüngst 42 Provider auf, durch eine Büssow-Sperre die DNS Einträge von
Webseiten zu verfälschen, die auf das Edonkey-Netz verlinken. Hierdurch
versucht sie, in ihren Augen rechtswidrige Angebote aus der Sicht der
deutschen Nutzer auszublenden. Es ist somit ein erneuter Versuch zu
beobachten, das weltumspannende Netz in einzelne territoriale Inseln
aufzuteilen. Vorbild ist hierbei die Volksrepublik China, die schon seit
Jahren eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der politischen Zensur einnimmt.

Der CCC erneuert hiermit seinen Aufruf zum Boykott der Musikindustrie. Nach
dem erfolgreichen Kampf gegen Softwarepatente muss es jetzt darum gehen,
dem Urheberrecht in diesen Auswüchsen die Zähne zu ziehen, so ein Mitglied.
"Sie soll endlich aufhören das Internet zu bekämpfen und es lieber im Sinne
der Musiker und Komponisten nutzen." Weiter empfiehlt der CCC den Einsatz
von Closed-Usergroups um derartigen Zensurbemühungen auf technischem Wege
den Boden zu entziehen. Es gilt die von "The Darknet and the Future of
Content Distribution" vorhergesehene Entwicklung konsequent umzusetzen.
"Wir haben den Kampf um Verschlüsselung gegen die Geheimdienste gewonnen,
jetzt werden wir wohl auch noch mit der Musikindustrie fertig werden" gibt
sich ein nicht namentlich genannter Hacker kämpferisch.

Möglicherweise verliert die GEMA und die Musikindustrie auch langsam den
Rückhalt bei den Musikern und Komponisten - Judith Holofernes von "Wir sind
Helden" zeigt sich sich wenig begeistert von dem Verfahren, mit dem die
GEMA gegen Musikfans vorgeht. Die Musikindustrie schafft es somit erneut,
sich als Feindbild der Nutzer zu profilieren.

Text & Quelle: q/depesche 2005-07-11T13:09:25
http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?funktion=subscribe
 
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