Hallo,
Original von Harry Boeck
Doch. Mit genau - Moment - 4 Klicks übers GUI, nachdem Dein PGP-Schlüssel an meinem Bund hängt. DAFÜR sind ein paar mehr Klicks notwendig: 5, nachdem der Schlüssel als Datei vorliegt. Bis dahin abhängig vom Email-Programm vielleicht 3 Klicks.
Das Problem ist, ich besitzte keinen PGP Key (jetzt ohne Witz), ergo kann er auch nicht an deinem Bund hängen, woraus leider folgt, dass du mir keine Email auf vertraulicher Weise senden kannst (sofern ich deiner Argumentation richtig Folge).
Genauso wenig kann dann ein automatisches Skript an eine beliebige Email Addy mit unter Verwendung des richtigen Key eine Nachricht gesendet werden.
Was der Kunde also zuvor machen müsste, wäre über eine sichere Verbindung dem Anbieter seinen PGP Key übersenden.
Dies könnte man z.B. gleich bei der Anmeldung machen und die Daten dann per SSL übertragen, allerdings, wie hoch ist wohl der Prozentsatz der Kunden die einen PGP Key verwenden und den da angeben würden?
Der tendiert leider gegen 0, weswegen soetwas nicht nur mehr oder weniger überflüssig wäre (aus Sicht des Anbieters), sondern auch nicht so bewanderte Kunden irritieren würde.
Es wäre schon per se unmöglich, durch bloße Auswertung von Logdaten irgendetwas mit dem Zeug anzufangen:
Öffentlicher Schlüssel + mit diesem verschlüsselte Nachricht == Null Info
Leider stimmt dies nicht, sondern ist ein völlig falscher Trugschluß.
Die von dir angesprochenen Geheimdienste intressieren sich oft gar nicht
was in einer Nachricht steht, sondern nur wer wann mit wem kommuniziert.
D.h., da diese Meta Daten ja in Klartext vorhanden sein müssen, bieten sie auch reichlich an Informationen, selbst wenn man den Inhalt der Nachrichten gar nicht lesen kann.
Dies nennt sich
Traffic Analyse
Natürlich wäre es schön, wenn sie die Verschlüsselung anbieten würden, nur leider stimmt die Kosten/Nutzen-Rechnung für die Unternehmer nicht.
Außerdem, viele Webprogrammierer sind Quereinsteiger, sie haben sich irgendwann mal HTML/CSS beigebracht und musst dann PHP (o.ä.) lernen um noch am Markt zu bestehen.
Diese Leute haben nur selten eine sicherheitstechnische Qualifizierung genossen um den das nötige Know-How zu besitzten.
Dann ist es auch noch so, dass der BWLer ihm im Nacken sitzt und dieser sich noch deutlich weniger für den Datenschutz seiner Kunden sich intressiert. Er denkt an Profit, dort sind solch 'unwichtige' Datenschutz-Maßnahmen überflüssig, macht ja auch keiner seiner Konkurrenten und 99,...% seiner Kunden ist es egal.
Leider ist es nuneimal so.
PS (bzgl. PKI):
Theorie und Praxis liegen leider meists sehr weit auseinander.