Frage zu Linux Mint oder generell Linux

Hi,

ich habe mir jetzt mal die Linux ~ Mint Distro angeschaut und finde die echt sehr sehr gut :)

Ich habe mir jetzt überlegt meinen Hauptrechner mal platz zu machen und 80% meiner Arbeit Proggen, Multimedia, Surfen auf Linux Mint umzustellen und XP nur noch als kleine Spiele Partition zu installieren.

Hierzu habe ich gleich eine Frage da ich noch nie Linux und Win Parallel installiert habe gibt es eine Art der Installation die empfohlen wird ?

Erst Win XP dann Linux oder umgekehrt ?! Ich weiß nicht ob sich die Bootloader nicht in die Quere kommen können.


Dann habe ich noch eine 2 Festplatte die einfach nur Daten enthält hauptsächlich Musik ich möchte diese gerne auch mit L.Mint nutzen da ich ja darüber auch Musik hören möchte die Festplatte ist im NTFS Format weiß jemand wie das mit Mint zusammen arbeitet !?

Das schreiben auf die Platte wer mir nicht mal so wichtig hauptsache ich kann drauf zugreifen und Musik hören :)

Und letzte Frage:

Es gibt auf der linuxmint.com Seite ein paar Programme die man einfach über die Install now Schaltflache installieren kann, weil das der interne Packetmanager übernimmt.

Nun gibt es ja auch noch zahlreiche andere Linux Programme, kann ich da einfach alle Tool nehmen die für Linux sind oder müssen die irgendwie Mint kompatibel sein ? Oder bedeutet das einfach, das ich die manuell installieren muss und nicht der Packetmanager das alles automatisch macht ?

Ich habe mir vorhin mal Ultra VNC runtergeladen aber leider startet er die exe gar nicht erst, ich dachte das wär für Linux und Win ...


Danke schonmal :)

Gruß Viva
 
Original von VivaLosTioz
Hierzu habe ich gleich eine Frage da ich noch nie Linux und Win Parallel installiert habe gibt es eine Art der Installation die empfohlen wird ?

Erst Win XP dann Linux oder umgekehrt ?! Ich weiß nicht ob sich die Bootloader nicht in die Quere kommen können.
Linux immer nach Windows installieren. 1. erkennen die meisten Installer, wenn Windows schon installiert ist und fügen das entsprechend in den Bootloader hinzu und 2. kann dir so die Windows-Installation nicht den Bootloader überschreiben.

Dann habe ich noch eine 2 Festplatte die einfach nur Daten enthält hauptsächlich Musik ich möchte diese gerne auch mit L.Mint nutzen da ich ja darüber auch Musik hören möchte die Festplatte ist im NTFS Format weiß jemand wie das mit Mint zusammen arbeitet !?
Wie das bei Mint aussieht weiss ich nicht, allerdings unterstützen die meisten aktuellen Distros mittlerweile Schreibzugriff auf NTFS-Partitionen.

Das schreiben auf die Platte wer mir nicht mal so wichtig hauptsache ich kann drauf zugreifen und Musik hören :)
Lesezugriff sollte kein Problem darstellen.


Nun gibt es ja auch noch zahlreiche andere Linux Programme, kann ich da einfach alle Tool nehmen die für Linux sind oder müssen die irgendwie Mint kompatibel sein ? Oder bedeutet das einfach, das ich die manuell installieren muss und nicht der Packetmanager das alles automatisch macht ?
Die Binär-Pakete musst du schon von Linux-Mint nehmen. Sources lassen sich überall installieren.

Ich habe mir vorhin mal Ultra VNC runtergeladen aber leider startet er die exe gar nicht erst, ich dachte das wär für Linux und Win ...
Exe-Dateien sind prinzipiell Windows-Programme und laufen unter Linux nur in einer VM oder mit Wine. Es gibt aber genug Linux-VNC-Clients und -Server und auch bei Mint ist mit Sicherheit was passendes dabei.
 
Ich kenne Mint leider aus eigener Erfahrung gar nicht, daher kann ich nur zu Linux allgemein was sagen. Ich gehe davon aus, dass Mint, wenn es eine fortschrittliche Distribution ist, in dieses Schema passt.

1. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Linux mit einer vorhandenen Windows-Installation besser umgehen kann, als Windows mit einer vorhandenen Linux-Installation. Ich würde also zuerst Windows installieren. Der Bootmanager ("Grub", denke ich) sollte WinXP auf alle Fälle erkennen.

2. Das NTFS kannst du unter Linux aus jedene Fall ohne Probleme lesen. Mit dem schreiben sieht's komplizierter aus, das solle aber seit dem ntfs3g Treiber auch vorbei sein.

3. Du kannst grundsätzlich alle Linuxprogramme auf deiner Linuxdistribution ausführen, solange
a) die Architektur mit deinem System zusammenpasst.
b) Du die benötigten Programmbibliotheken installiert hast.

zu a):
Wenn du ein 32-Bit System hast, ist deine Architektur in der Regel "x86". Mit 64-Bit hast du "x86_64" (bzw. "amd64" bzw. "x64").
Wenn du ein 32-Bit System hast, kannst du in der Regel alle Linux-Programme, die für die Architektur "i386", "i486", "i586", "i686" und "x86" geeignet sind, ausführen. Fast alle Linux-Programme werden standardmäßig in einer dieser Architekturen ausgeliefert. Wenn gar nichts dabeisteht, wird es in den meisten Fällen laufen.

Einfach immer nur drauf achten:
Hast du ein 32-Bit System -> Lade dir die 32-Bit "x86" Version
Hast du ein 64-Bit System -> Lade dir die 64-Bit Version (gibt meist nur eine)

Zu b)
Wenn du ein Programm aus dem Internet ausführen willst, solltest du vorher nachschauen, ob es irgendwelche Voraussetzungen hat (haben sie meistens). Dann machst du den Paketmanager auf, und schaust, ob es Pakete gibt, die so ähnlich lauten. Wenn es mehrere gibt, lade im Ernstfall das Paket, welches noch ein "dev" oder "lib" mit im Namen hat. "dev" bedeutet, dass es ein Paket ist, bei dem auch die Quellen bzw. Header mitgeliefert werden, die viele externen Programme zum laufen benötigen.

Ach ja, du kannst nicht einfach die Windowsversion laden, auch wenn "das Programm" auch unter Linux läuft. Linux-Programme haben ein anderes Format als Windowsprogramme. Sie enden auch nicht auf .exe (das tun nur Win-Programme), sonder oft auf .bin oder .sh oder sie haben gar keine Endung. Lies die Installationsanweisungen im Readme oder im Internet, wenn du ein frendes Programm installieren möchtest.

mfg, metax.
 
Hi,

ich danke für deine ausführliche Antwort :)

Nur eine Frage noch was genau meinst du hier
"
Die Binär-Pakete musst du schon von Linux-Mint nehmen. Sources lassen sich überall installieren. "

mit Sources ?!

Muss ich dort den Code selber kompilieren lassen damit ich das dann bei Mint einsetzen kann ?
Wenn ja wäre das ja gut, weil bei Mint auf der Seite gibt es zur Zeit noch ein paar Apps die mir fehlen dies aber z.B. für Debian gibt :)

PS:

Wenn du das meinst, wie kompiliert ein Linux Dau das am einfachsten ?


Vielen vielen Dank ;:)
 
Du kannst nicht einfach Debian-Pakete unter Mint verwenden, sondern muss dir die Sources/Quelltexte besorgen und diese kompilieren. Die Programme aus den Debian-Paketen sind gegen ganz andere Bibliotheksversionen gelinkt und laufen daher mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht unter Mint.

@metax.: Nein, nicht nur die Architektur muss stimmen und die richtigen Libs müssen installiert sein. Wenn die Libs die falsche Version haben (also die Programme nicht genau gegen die Version der Distro gelinkt ist) oder der Speicherort der .so- bzw. .a-Dateien nicht überein stimmt, laufen die Programme trotzdem nicht. Er wird sich daher die Binär-Pakete von Mint nehmen müssen oder Source-Tarballs und selbst kompilieren.
 
@Bitmuncher: Stimmt, das hatte ich vergessen. Seit ich Gentoo habe, komme ich nicht mehr oft in die Verlegenheit, Binaries aus dem Netz zu verwenden.

@Thread:
Das Problem bei Binaries ("vorkompilierten Programmen") ist, dass sie gegen Programmbibliotheken in deinem System gelinkt werden müssen, aber nicht wissen, welche Version dieser Bibliotheken du installiert hast. Dein Paketmanager weiß das, deswegen ist es auf diesem Weg kein Problem.
Wenn die Bibliotheken abwärtskomatibel sind oder das Programm keine Abhängigkeiten hat, geht es auch so. VMWare ist z.B. größtenteils binär, läuft aber trotzdem sehr gut.

Aus den Sourcen kompilieren ist eigentlich nicht schwer. Man macht das, was in der Readme steht ;-)

Im allgemeinen ist das:
* Konsole aufmachen
* evtl. root werden ("su" bzw. "sudo bash")
* "./configure" ausführen
* "make" ausführen
* "make install" ausführen

Das wars in sehr vielen Fällen auch schon. Wenn ncith steht immer dabei, was du tun musst.

mfg, metax.
 
@metax.: Sorry, wenn ich das so sagen muss, aber ganz so einfach, wie du das erklärst ist es nicht. VMWare läuft deswegen als Binärpaket auf den meisten Distros, weil es statisch gelinkt ist und der Installer die Kernel-Module mit Hilfe der installierten Kernel-Header gegen den aktuell laufenden Kernel linkt. Bei deiner Beschreibung zur Installation von Sources, fehlen einige Punkte.

1. Quelltext entpacken
2. in das Quelltext-Verzeichnis wechseln
3. INSTALL-Datei der Quelltexte lesen

Root-Rechte werden erst beim 'make install' benötigt, also wenn das kompilierte Programm in das System kopiert wird.
 
Nabend,

vielen Dank das klingt ja alles recht plausibel :)
Dann kann ich ja bald mal von MS runter kommen ^^

Ich geh jetzt schlafen

Gn8 :)
 
@bitmuncher:
Ok, ich seh's ja ein.
Einigen wir uns drauf, dass distributionsfremde Binaries fast nie funtkionieren (vor allem welche von anderen Distros).

Ich hätte aber zu dem Thema auch noch ein paar Fragen:

1. Kann man prinzipiell jedes Programm statisch linken und dadurch von direkten Abhängigkeiten befreien? Wenn ja, was sind die Nachteile davon? Performance? Dateigröße?

2. Wenn ich "./configure" als User ausführe, bringt mir das irgendwelche Vorteile? Oder kann es sein, dass configure dadurch nicht an benötigte Informationen gelangt? Oder ist es nur der Sicherheitsarchitekur wegen? Bzw. wie schaut das beim Kompilieren selbst aus? Ich habe den ganzen Configure-Make-Install Kram bisher immer vollständig als root gemacht, da ich es als administrative Tätigkeit ansehe. Kann das in irgendeinem Fall zum Nachteil gereichen (z.B. wenn make sich aufhängt)?
Oder macht das keinen Unterschied?

Gruß, metax.
 
Original von metax.
1. Kann man prinzipiell jedes Programm statisch linken und dadurch von direkten Abhängigkeiten befreien? Wenn ja, was sind die Nachteile davon? Performance? Dateigröße?
Das hängt von der verwendeten Sprache und dem verwendeten Compiler ab. Bei den meisten Programmen ist es aber möglich. Nachteil: Das Programm wird drastisch größer und frisst entsprechend viel RAM.

2. Wenn ich "./configure" als User ausführe, bringt mir das irgendwelche Vorteile? Oder kann es sein, dass configure dadurch nicht an benötigte Informationen gelangt? Oder ist es nur der Sicherheitsarchitekur wegen? Bzw. wie schaut das beim Kompilieren selbst aus? Ich habe den ganzen Configure-Make-Install Kram bisher immer vollständig als root gemacht, da ich es als administrative Tätigkeit ansehe. Kann das in irgendeinem Fall zum Nachteil gereichen (z.B. wenn make sich aufhängt)?
Oder macht das keinen Unterschied?

Es ist nicht wirklich ein Nachteil, aber man sollte als root allgemein nur die Dinge machen, die wirklich root-Rechte benötigen und dazu gehört das Kompilieren eines Programms nunmal nicht.
 
ich hab gerade mal den UserGuide von LinuxMint überflogen...
es basiert auf Debian und Ubuntu.

Also KANN es sogar möglich sein, dass Debian-binaries laufen - schließlich ist Debian(jedenfalls der stable-Zweig) mit neuen Versionen immer sehr zögerlich und die Verzeichnis-Struktur wird zwischen Mint und Debian auch nicht soo verschieden sein und solange die benötigten libs von Mint abwärtskompatibel sind, besteht eine reelle Chance (aber keine Garantie!), dass die Debian-Pakete nutzbar sind.

Am besten mal noch nen Bastelrechner her nehmen oder ne VirtualBox, dort dann die Debian-Quellen in die /etc/apt/sources.list einfügen und das ganze testen, bevor du dein richtiges System versaust.

Ansonsten halt wie schon oben beschrieben: Sourcecode ziehen und selber compilieren - würde ich aber nur machen, wenn es unbedingt sein muss. Denn Pakete, die vom Paket-Manager gemanaged werden, werden auch automatisch über die Update-Funktion aktuell gehalten - selbstcompilierte Programme dagegen nicht...
 
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