Elderan
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Hallo,
ich muss bald eine Präsentation halten die als Einstieg für eine Diskussion dient. Sprich, ich halte die Präsentation relativ kurz und dann sollte darüber recht lange in der Gruppe diskutiert werden.
Die Gruppe besteht aus 6 bis 8 Studenten, diese studieren allerdings nicht Informatik o.ä., sondern können aus allen Fachrichtungen entstammen, sprich vom Humanmediziner, Philisophen bis zum Angelistik-Student kann alles dabei sein.
Deswegen muss das Thema allgemein tauglich sein und man darf nicht zuviel Vorwissen erwarten.
Mein Thema ist:
Internet - Gefahr oder Chance für unser Kulturgut?
Die 'Vorteile' die durch das Internet bzgl. Informationsbeschaffung entstehen sind fast jedem bekannt.
Ich kann in sekundenschnelle so gut wie jede beliebige Information aufrufen, was früher so nicht möglich war. Jeder der weiß wie mühselig es ist nur in der Bibliothek recherieren zu müssen schätzt die Vorteile.
Für arme Regionen (Afrika, Süd-Amerika etc.) ist dieses eine extreme Chance, denn diese Länder können sich vergleichsweise teuere Bibltiotheken nicht leisten.
So nun zu den Probleme die durch das Internet/Digitalisierung entstehen:
Zuerst einmal ist dort die extrem kurze Lebensdauern von Speichermedien. Informationen die ich auf einem heutigen Speichermedium abspeichere werde ich vermutlich in 20 Jahren nicht mehr lesen können.
Gepart mit der zunehmenden Digitalisierung von Daten, z.B. Wetterdaten wurden früher in Büchern niedergeschrieben, heute werden viele Messwerte nur noch elektronisch gespeichert, kann dies zu extremen Informationsverlusten führen.
Vorallem Wetterdaten aus der Vergangenheit sind für uns heute extrem Wertvoll, wenn die aber nur noch elektronisch hinterlegt sind, werden unsere Nachfahren evt. nicht mehr auf diese Daten zurückgreifen können.
Dann existieren auch noch Trends in der Wirtschaft, die die Lebensdauern von Daten nicht erhöhen.
Beispiele ist DRM bei MP3's (Musikstücken), die alten Schallplatten oben auf dem Dachboden laufen heute noch, wenn ich aber eine aktuelle Single aus dem Netz beziehe (mit DRM), dann kann ich die nur solange abspielen, wie der notwendige Server zur Verfügung steht. Ob dies in 20 Jahren auch noch so ist, ist unwahrscheinlich, sprich meine Schallplatte kann ich nach 20 Jahren noch problemlos abspielen, die MP3's aber nicht mehr.
Ähnliches bei der Aktivierung von Produkten, z.B. Photoshop. Wenn keine Aktivierung mehr möglich ist (Dienst eingestellt), kann ich alte Photoshop-Dateien nicht mehr öffnen und bearbeiten, weil das Prog. einfach fehlt.
Ähnliche Entwicklung bzgl. Kopierschutz von CD/DVD. CDs gehen einfach nach einer bestimmten Zeit kaputt, auch ohne Benutzung und Sicherungskopieen kann ich nicht erstellen, weil ich die CD nicht kopieren kann.
Bedeutet dies, dass ich in z.B. 20 Jahren die heute produzierten Filme nicht mehr wiedergeben kann?
Ein weiteres Problem ist die Qualität von Internetinhalten.
Mir ist es nicht möglich, Inhalte von einem Experten von Inhalten eines Möchtegerns zu unterscheiden.
Artikel in Büchern oder Fachzeitschriften wurden oft geprüft und stammen von Experten, bei Internet-Inhalten ist soetwas nicht möglich.
Jeder kann sehr einfach seine Artikel online stellen, egal ob Experte oder nicht. So können sich falsche Informationen sehr schnell verbreiten und wie 'Fakten' aussehen.
Und wie sieht es generell mit der Qualität von Artikel im Netz aus? Viele wurden schnell und 'lieblos' geschrieben, sind nicht vollständig, enthalten Fehler oder so gut wie immer wird nicht richtig Zitiert bzw. auf andere Quellen verwiesen, was eigentlich gängig ist in der Fachwelt. So wird gerne mal eine Sache als Tatssache dargestellt anstatt einer Vermutung/Überlegung.
Es wird in vielen Artikel gerne auf andere URLs verwiesen, allerdings sind diese noch deutlich kurzlebiger als CD-Roms o.ä.
Was passiert also, wenn die URL nicht mehr existiert, aber diese als Referenz dient? Tatsachen/Erkentnisse/Statistiken sind ohne Referenzen nicht viel Wert.
Dann ist es auch so, dass mehr und mehr Fachartikel, also von echten Experten, nicht mehr in der jeweiligen Fachzeitschrift publiziert wird, sondern nur noch im Netz.
Fachzeitschriften haben mittlerweile echte Probleme, noch ausreichend Artikel zu bekommen.
Dies führt wieder dazu, wie lange so ein Artikel online bleibt? Eine Fachzeitschrift richtig gelagert kann ich nach Jahrzehnten noch einsehen (Bibliotheken sammeln diese), wohl kaum aber irgend eine PDF die irgendwer mal im Jahre 2007 hochgeladen hat. Wie lange wird die wohl online bleiben?
Dann ist es auch noch so, dass Fachzeitschriften i.d.R. ihre Artikel auf Richtigkeit überprüfen (sofern möglich), d.h. so eine Fachzeitschrift ist eine sehr gute Quelle um an vermutlich inhaltlich richtige Artikel zu gelangen. Mathematische Erkentnisse/Beweise werden meistens nicht publiziert (in Fachzeitschriften), ohne dass z.B. 3 Experten den Beweis nachgeprüft haben.
Im Web ist jeder sein eigener Herr, dort überprüft keiner meine Artikel die ich publiziere, woraus folgt, dass es für den User schwer bis unmöglich wird, zu überprüfen ob eine Information stimmt oder nicht. Woher kann er wissen, dass mein mathematischer Beweis nicht z.B. einen groben Schnitzer enthält?
Falsche Informationen/Beweise können in der Mathematik katastrophale Folgen haben, genauso in vielen anderen Bereichen, z.B. Medizin etc.
So nun zum letzten Punkt (Copy-Paste-Syndrom):
Viele Personen begehen Textklau, da dies schön einfach und bequem ist.
Es wurden am britischen und amerikanischen Unis Umfragen gemacht, demnach haben bereits ca. 30% der Studenten und knapp 25% Personen die bereits einen akademischen Grad besitzen, schoneimal aus einer Internetquelle Text übernomme, ohne dieses entsprechend zu verweisen, also als ihr eigenes ausgegeben.
Dies führt dazu, dass ungesicherte Informationen, die irgendwo im Netz standen (meists ohne Datumsangabe), plötzlich in einer akademischen Arbeit auftauchen, der man i.d.R. ein hohes Maß an Korrektheit entgegenbringt. Was bedeutet dies für die Wissenschaft?
Was man auch noch oft feststellen kann, ist dass das Hirn gerne mal umgangen wird. Der Schüler/Student muss eine Ausarbeitung anfertigen. Der erste Schritt ist ja das ergoogeln des Themas, und wenn man bereits gute Artikel findet werden diese gern 1 zu 1 Kopiert.
Führt das dazu, dass Schüler/Studenten ein immer schlechteres Textverständnis bekommen? Texte werden oft nur kurz angelesen, dann kopiert und eingefügt.
Früher musste man sich einlesen, den Text verstehen und dann i.d.R. hat man seinen eigenen Text formuliert.
Führt das Internet also dazu, dass nur noch Altes wiedergegeben wird (bitte hierrüber nicht Philosophieren ob nicht alles nur eine Reproduktion von bereits bekannten ist?)?
Soo, das wärs soweit mit meiner kurzen Ausführung.
Ich persönlich würde dann gerne mit den Teilnehmern über folgende Punkte disktuieren:
Ob der Staat solche Trends nicht verbieten müsste, die eine lange Lebensdauer von Daten verhindert (DRM, Kopierschutz, Aktivierung von Software)?
Welche Aufgaben sollte der Staat hier übernehmen? Wenn er für die Archivierung zuständig ist, was soll archiviert werden?
Ist der Eintrag im meinem Blog, dass es heute Nudeln mit Tomatensoße gab archivierungswürdig? Möchte ich, dass soetwas für immer und ewig archiviert wird?
Wie fatal ist das Copy-Paste-Syndrom für die Wissenschaft? Ist es eine echte Bedrohung für uns, wenn jeder, ob Experte oder nicht, Texte publizieren kann, ohne das ich erkennen kann, ob die Person Experte ist oder nicht?
Über Anmerkungen und Anregungen würde ich mich sehr freuen. Welche Eckpunkte könnte man denn noch disktuieren (Diskussion soll 20 Min bei 10 Min Vortrag dauern)? Was wären gute Argumente für und gegen die oben angesprochenen Themen?
Evt. kann ja auch jeder postet, wie er zu dem Thema steht, so dass hier evt. ne kleine Diskussion entsteht
PS:
Ich möchte nicht das Internet verteufelen, sondern nur die darüber Diskutioeren, welche Gefahren denn die digitalisierung/das I-Net mit sich bringt.
ich muss bald eine Präsentation halten die als Einstieg für eine Diskussion dient. Sprich, ich halte die Präsentation relativ kurz und dann sollte darüber recht lange in der Gruppe diskutiert werden.
Die Gruppe besteht aus 6 bis 8 Studenten, diese studieren allerdings nicht Informatik o.ä., sondern können aus allen Fachrichtungen entstammen, sprich vom Humanmediziner, Philisophen bis zum Angelistik-Student kann alles dabei sein.
Deswegen muss das Thema allgemein tauglich sein und man darf nicht zuviel Vorwissen erwarten.
Mein Thema ist:
Internet - Gefahr oder Chance für unser Kulturgut?
Die 'Vorteile' die durch das Internet bzgl. Informationsbeschaffung entstehen sind fast jedem bekannt.
Ich kann in sekundenschnelle so gut wie jede beliebige Information aufrufen, was früher so nicht möglich war. Jeder der weiß wie mühselig es ist nur in der Bibliothek recherieren zu müssen schätzt die Vorteile.
Für arme Regionen (Afrika, Süd-Amerika etc.) ist dieses eine extreme Chance, denn diese Länder können sich vergleichsweise teuere Bibltiotheken nicht leisten.
So nun zu den Probleme die durch das Internet/Digitalisierung entstehen:
Zuerst einmal ist dort die extrem kurze Lebensdauern von Speichermedien. Informationen die ich auf einem heutigen Speichermedium abspeichere werde ich vermutlich in 20 Jahren nicht mehr lesen können.
Gepart mit der zunehmenden Digitalisierung von Daten, z.B. Wetterdaten wurden früher in Büchern niedergeschrieben, heute werden viele Messwerte nur noch elektronisch gespeichert, kann dies zu extremen Informationsverlusten führen.
Vorallem Wetterdaten aus der Vergangenheit sind für uns heute extrem Wertvoll, wenn die aber nur noch elektronisch hinterlegt sind, werden unsere Nachfahren evt. nicht mehr auf diese Daten zurückgreifen können.
Dann existieren auch noch Trends in der Wirtschaft, die die Lebensdauern von Daten nicht erhöhen.
Beispiele ist DRM bei MP3's (Musikstücken), die alten Schallplatten oben auf dem Dachboden laufen heute noch, wenn ich aber eine aktuelle Single aus dem Netz beziehe (mit DRM), dann kann ich die nur solange abspielen, wie der notwendige Server zur Verfügung steht. Ob dies in 20 Jahren auch noch so ist, ist unwahrscheinlich, sprich meine Schallplatte kann ich nach 20 Jahren noch problemlos abspielen, die MP3's aber nicht mehr.
Ähnliches bei der Aktivierung von Produkten, z.B. Photoshop. Wenn keine Aktivierung mehr möglich ist (Dienst eingestellt), kann ich alte Photoshop-Dateien nicht mehr öffnen und bearbeiten, weil das Prog. einfach fehlt.
Ähnliche Entwicklung bzgl. Kopierschutz von CD/DVD. CDs gehen einfach nach einer bestimmten Zeit kaputt, auch ohne Benutzung und Sicherungskopieen kann ich nicht erstellen, weil ich die CD nicht kopieren kann.
Bedeutet dies, dass ich in z.B. 20 Jahren die heute produzierten Filme nicht mehr wiedergeben kann?
Ein weiteres Problem ist die Qualität von Internetinhalten.
Mir ist es nicht möglich, Inhalte von einem Experten von Inhalten eines Möchtegerns zu unterscheiden.
Artikel in Büchern oder Fachzeitschriften wurden oft geprüft und stammen von Experten, bei Internet-Inhalten ist soetwas nicht möglich.
Jeder kann sehr einfach seine Artikel online stellen, egal ob Experte oder nicht. So können sich falsche Informationen sehr schnell verbreiten und wie 'Fakten' aussehen.
Und wie sieht es generell mit der Qualität von Artikel im Netz aus? Viele wurden schnell und 'lieblos' geschrieben, sind nicht vollständig, enthalten Fehler oder so gut wie immer wird nicht richtig Zitiert bzw. auf andere Quellen verwiesen, was eigentlich gängig ist in der Fachwelt. So wird gerne mal eine Sache als Tatssache dargestellt anstatt einer Vermutung/Überlegung.
Es wird in vielen Artikel gerne auf andere URLs verwiesen, allerdings sind diese noch deutlich kurzlebiger als CD-Roms o.ä.
Was passiert also, wenn die URL nicht mehr existiert, aber diese als Referenz dient? Tatsachen/Erkentnisse/Statistiken sind ohne Referenzen nicht viel Wert.
Dann ist es auch so, dass mehr und mehr Fachartikel, also von echten Experten, nicht mehr in der jeweiligen Fachzeitschrift publiziert wird, sondern nur noch im Netz.
Fachzeitschriften haben mittlerweile echte Probleme, noch ausreichend Artikel zu bekommen.
Dies führt wieder dazu, wie lange so ein Artikel online bleibt? Eine Fachzeitschrift richtig gelagert kann ich nach Jahrzehnten noch einsehen (Bibliotheken sammeln diese), wohl kaum aber irgend eine PDF die irgendwer mal im Jahre 2007 hochgeladen hat. Wie lange wird die wohl online bleiben?
Dann ist es auch noch so, dass Fachzeitschriften i.d.R. ihre Artikel auf Richtigkeit überprüfen (sofern möglich), d.h. so eine Fachzeitschrift ist eine sehr gute Quelle um an vermutlich inhaltlich richtige Artikel zu gelangen. Mathematische Erkentnisse/Beweise werden meistens nicht publiziert (in Fachzeitschriften), ohne dass z.B. 3 Experten den Beweis nachgeprüft haben.
Im Web ist jeder sein eigener Herr, dort überprüft keiner meine Artikel die ich publiziere, woraus folgt, dass es für den User schwer bis unmöglich wird, zu überprüfen ob eine Information stimmt oder nicht. Woher kann er wissen, dass mein mathematischer Beweis nicht z.B. einen groben Schnitzer enthält?
Falsche Informationen/Beweise können in der Mathematik katastrophale Folgen haben, genauso in vielen anderen Bereichen, z.B. Medizin etc.
So nun zum letzten Punkt (Copy-Paste-Syndrom):
Viele Personen begehen Textklau, da dies schön einfach und bequem ist.
Es wurden am britischen und amerikanischen Unis Umfragen gemacht, demnach haben bereits ca. 30% der Studenten und knapp 25% Personen die bereits einen akademischen Grad besitzen, schoneimal aus einer Internetquelle Text übernomme, ohne dieses entsprechend zu verweisen, also als ihr eigenes ausgegeben.
Dies führt dazu, dass ungesicherte Informationen, die irgendwo im Netz standen (meists ohne Datumsangabe), plötzlich in einer akademischen Arbeit auftauchen, der man i.d.R. ein hohes Maß an Korrektheit entgegenbringt. Was bedeutet dies für die Wissenschaft?
Was man auch noch oft feststellen kann, ist dass das Hirn gerne mal umgangen wird. Der Schüler/Student muss eine Ausarbeitung anfertigen. Der erste Schritt ist ja das ergoogeln des Themas, und wenn man bereits gute Artikel findet werden diese gern 1 zu 1 Kopiert.
Führt das dazu, dass Schüler/Studenten ein immer schlechteres Textverständnis bekommen? Texte werden oft nur kurz angelesen, dann kopiert und eingefügt.
Früher musste man sich einlesen, den Text verstehen und dann i.d.R. hat man seinen eigenen Text formuliert.
Führt das Internet also dazu, dass nur noch Altes wiedergegeben wird (bitte hierrüber nicht Philosophieren ob nicht alles nur eine Reproduktion von bereits bekannten ist?)?
Soo, das wärs soweit mit meiner kurzen Ausführung.
Ich persönlich würde dann gerne mit den Teilnehmern über folgende Punkte disktuieren:
Ob der Staat solche Trends nicht verbieten müsste, die eine lange Lebensdauer von Daten verhindert (DRM, Kopierschutz, Aktivierung von Software)?
Welche Aufgaben sollte der Staat hier übernehmen? Wenn er für die Archivierung zuständig ist, was soll archiviert werden?
Ist der Eintrag im meinem Blog, dass es heute Nudeln mit Tomatensoße gab archivierungswürdig? Möchte ich, dass soetwas für immer und ewig archiviert wird?
Wie fatal ist das Copy-Paste-Syndrom für die Wissenschaft? Ist es eine echte Bedrohung für uns, wenn jeder, ob Experte oder nicht, Texte publizieren kann, ohne das ich erkennen kann, ob die Person Experte ist oder nicht?
Über Anmerkungen und Anregungen würde ich mich sehr freuen. Welche Eckpunkte könnte man denn noch disktuieren (Diskussion soll 20 Min bei 10 Min Vortrag dauern)? Was wären gute Argumente für und gegen die oben angesprochenen Themen?
Evt. kann ja auch jeder postet, wie er zu dem Thema steht, so dass hier evt. ne kleine Diskussion entsteht
PS:
Ich möchte nicht das Internet verteufelen, sondern nur die darüber Diskutioeren, welche Gefahren denn die digitalisierung/das I-Net mit sich bringt.