@Jutschin
In der Tat ist die Rechtslage ziemlich unklar und findige Anwälte gehen bis ins kleinste technische Detail.
Es heißt ja, für den Privatgebrauch darf man CD's brennen und das Ganze. Solange man es nicht an Dritte weitergibt oder sonstiges.
Das ist auch noch immer so. Das Dilemma ist allerdings, dass CDs kopiergeschützt sind. Und die Umgehung dieses Schutzes, im Sinne von "knacken", ist nicht erlaubt. Die immer noch offene Frage ist also, steht das Recht auf Privatkopie dem Verbot des knackens nach, oder nicht?
Wie sieht es mit den Warez-Seiten aus? Der Betreiber der Seite ist natürlich am Arsch, wie auch die User, die die Daten bereitstellen.
Das ist auch nicht so, denn auch hier gibt es feinste Unterschiede. Siehe movie2k, die sich immer noch halten und durchwinden, da sie "nur" auf Inhalte verlinken und man ihnen kein offensichtliches Geschäftsgebaren vorwerfen kann.
Doch wenn man nun die Daten herunterlädt, ohne Torrent, stellt man es doch keinen Dritten bereit und ist somit nicht illegal. Privatgebrauch.
Wir haben genau diese Diskussion hier ohne Ende geführt - suchen lohnt sich. Im Grunde haben die Internetnutzer dieses Grab selbst geschaufelt. Die USA hatten ein fair-use Prinzip, womit alle leben konnten: Ich mache mal eine Familienvideo mit nem Popsong, ich verteil mal ein paar Songs, kurzum: ich benutze "verwertungsrechtgeschütztes" Material für private Zwecke - aber auch zur Verteilung, welches dem Wesen des Netzes entspricht. Das ist auch völlig OK, sofern eine gewisse Balance herrscht - d.h. das man auch mal eben Musik kauft.
Sog. Rebellen der Netzgemeinde kamen dann mal auf den Trichter, alles muesse frei sein u.s.w. Damit hat man das Prinzip überstrapaziert, wohingegen dann die grossen Labels und MovieBigs entsprechend reagiert hatten.
Das Dilemma ist eine (noch) homogene Gruppe aus:
- ungeblideten jugendlichen mit Flatrates
- grossen Medienhäuser mit schlechten Beratern in Sachen Marketing
- zu grosser Einfluss Erwachsener in Bereichen die sich ihrer Kenntnis entziehen (Politiker)
Dazu kamen neuerdings noch Selbsthilfegruppen, in denen sich unverstandene "Emanzen" und Amateurrevoluzzer zwecks Geschprächstherapie zusammengefunden haben. Die prominenteste dieser Selbsthilfegruppen agiert unter dem Namen "Die Piraten" und existiert unter dem Deckmantel einer Partei. Böse Zungen behaupten, dass es hierbei wohl einstmals um die Bezahlung von Betreuern und Therapieräumen (Parteizentrale) ging.
(Um der Empfindlichkeit Einiger Rechnung zu tragen sei hier angemerkt, dass der letzte Absatz in den Bereich der Satire fällt. Ein ebenso beliebter Deckmantel unter denen man den Rest der Welt beliebig bloßstellen kann.)
Um auf deine Frage zurückzukommen: Die Antwort lautet mehr oder weniger, vielleicht, je nach Umständen und Laune der beteiligten.
Falls Dein Drang zur Erkenntnisgewinnung noch nicht erschöpft ist, lohnt es sich dort weiterzudenken und sich an der Entwicklung moderner Konzepte zu beteiligen.
Der Nachteil ist allerdings, dass man erstmal ziemlich viel lesen und fragen muss - nicht gerade eine Stärke der iPod-Generation.