Das was ihr in der Schule lernt, geht vom Idealzustand aus, also z.B. H2O im optimalen Raum. Mit den Berechnungen, die wir als Chemielaboranten damals gemacht haben, hat das recht wenig zu tun, denn schon die Anordnung der Molekülbestandteile in Eis, weicht vom Idealzustand ab. Selbiges gilt für Lösungen, wo die gelösten Stoffe wiederum einen Einfluß haben und jeden anderen erdenklichen Zustand. Hinzu kommt, daß freie Elektronenpaare mehr Platz benötigen als gebundene. Bei ringförmigen Kohlenwasserstoffen, die eine gewisse Instabilität besitzen, gelten dann wiederum gesonderte Regeln:
- Zwei Einfachbindungen ergeben einen Winkel von mindestens 60°.
- Eine Einfachbindung und eine Doppelbindung ergeben einen Winkel von mindestens 90°.
- Zwei Doppelbindungen oder eine Dreifachbindung und eine Einfachbindung ergeben einen Winkel von 180°.
- Kleinere Winkel sind hier möglich, sorgen aber für eine höhere Instabilität (z.B. unter hohem Druck, was bei der Selbstzündung von Diesel genutzt wird).
Und so gibt es verschiedenste Regeln für verschiedene Molekularstrukturen. Gänzlich unmöglich zu berechnen ohne entsprechende Fachkenntnisse wird das ganze dann in der Kolloidchemie bei kolloiden Lösungen, wo sich Molekülbestandteile zwischen die Atome andere Moleküle schieben können.
Ich kann mir echt nicht vorstellen, daß ihr sowas in der Schule berechnet. Ihr berechnet vermutlich in der Schule nur die Winkel für die Schreibweise, aber nicht die Molekularwinkel.