S
Schlaflos
Guest
Hallo Leute,
nach längerer Abwesenheit kreise ich hier jetzt ja auch mal wieder ein bischen herum. Da ich mir eine Grippe eingefangen habe *hatschi* mache ich jetzt mal das was ich schon lange tun wollte. Ich schreibe die Fortsetzung zu einem Linux Thread den ich mal verfasst habe. Damals verwendete ich noch Windows und Linux zu Hause.
Mitlerweile, das bedeutet seit ungefähr 6 Monaten, benutze ich nur noch Linux. Warum?
Nunja, der Grund den ich darin sah war ursprünglich das ich die Windows XP GUI einfach leid war. Nicht das ich irgendwas gegen das System Windows an und für sich gehabt hätte. Gut arbeiten konnte ich damit allemal. Es musste halt mal was neues auf den Desktop.
In den ersten Tagen tat ich mich dann arg schwer. Klar, ich würde mich bei weitem nicht mehr als Linux Anfänger bezeichnen, habe ich doch schon etliche Kompilierungen hinter mir. Aber es war einfach ungewohnt. Es hat sich alles so anders angefühlt. Der Desktop meiner Wahl war KDE, auf einem Debian System. Aber es gab Einstellungen die ich gesucht habe, das Design gefiehl mir nicht. Die Icons waren ungewohnt. Alles war anders.
Irgendwann gelang mir dann die Lösung meines Problems mit dem 5.1 Sound. Ich wollte mir einen Film anschauen, also griff ich zum guten alten VLC den ich auch von Windows schon kannte. Der gefiehl mir aber relativ schnell nicht mehr und ich bemerkte, das mir Totem wesentlich mehr zusagte. Wenn es dann um das abspielen von VideoCDs ging hatte ich ja immernoch MPlayer zur Hand.
Mircosoft Office vermisste ich überhaupt nicht. OpenOffice tat seine Dienste mindestens genau so gut. Ich dachte relativ bald das die Oberfläche auch wesentlich weniger überladen war als die des Microsoft Pendants.
Nachdem ich nun ja schon einige Zeit nur noch mit KDE arbeitete und diverse Icon Sets aus dem Internet geladen hatte fühlte ich mich endlich wieder "zu Hause". Ich denke hier war der erste große Schritt getan.
K3B verrichtete meine Brenndienste gleichermaßen gut wie Nero. Nur musste ich dann schnell feststellen das ich mir das erstellen von SVCDs bald knicken konnte. Hier gab ich dann Minus Punkte. Ich dachte: Abstriche muss man überall machen, aber will ich das? Dann fiel es mir das erste mal richtig auf. Ich dachte "schlafi, wärst du jetzt unter Windows und dort würde eine Funktion fehlen, dann würdest du es viel gelassener hinnehmen". Also sah ich von nun an über derartige Kleinigkeiten hinweg.
Ab und zu wollte ich dann auch mal wieder eine kleine Runde am PC Spielen. Normalerweise mache ich sowas ja nicht am PC. Aber bei 160 GB Festplattenkapazität finden sich doch immerwieder mal 4 GB Daten, die zu Spielen gehören. Wieviele Spiele das in der heutigen Zeit ausmacht könnt ihr euch alle selber ausrechnen. Gut das in meinem Rechner noch eine Ti4200 werkelt. Denn die NVidia Treiber für Linux sind ganz hervorragend.
Irgendwann wollte ich dann auch mal wieder meine privaten Programm weiter schreiben. Leider bin ich jetzt nicht mehr so die Person die auf C++ setzt. Diese Zeiten sind vorbei. Auch ist mir QT nicht gerade geläufig. Aber zum Glück gibts mein Eclipse ja auch unter Linux. Überhaupt ist es schon ein tolles Entwicklersystem.
Naja, dann wollte ich mal ein bischen den Netzwektraffig belasten. Da ist mir eine Sache einfallen: Das SP2 war ja an und für sich nicht schlecht. Aber warum bauen die eine Sperre ein die verhindert das man mehrere Verbindung gleichzeitig in einer bestimmten Zeit aufbauen kann? Jeder weiß was gemeint ist. Hier hatte ich diese beschränkungen nicht. Ich war frei.
Überhaupt hatte ich die Zeit die ich am PC arbeitete auch als reine Arbeitszeit. Gedanken über Viren und Trojaner sind komplett weg gefallen. Nagut. Mein Windows XP hatte sich ganz gut gemacht hinter meinem IPCop. Da konnte ich auch nur über die ganzen zig Sober Varianten schmunzeln. Dennoch, was wäre wenn ich den nicht hätte?
Windows ist einfach zu bedienen. Aber das finde ich von Linux mitlerweile auch. Gab es für mich als nicht mal wirklich Gelegenheitsspieler überhaupt noch Gründe für Windows? Ich weiß noch wie ich damals zwei Systeme auf einer Platte hatte. Das war schon ein guter Anfang. So konnte ich mich mit dem einfachen und mächtigen Rechtesystem, den Konfigurationdateien von Linux und der Bourne again shell vertraut machen.
Tja, über sowas denke ich mitlerweile nicht mehr nach. Es ist schon fast ein fliegender Wechsel zwischen xterm und KDE Programmen der automatisch von der Hand geht.
Irgendwann dachte ich dann mal wie lange ich den KDE jetzt schon nicht mehr aktualisiert habe. Ich meine, die Sicherheitspatches waren ja mit apt-get dist-upgrade schnell eingespielt. Es war auch kein Besuch einer Webseite nötig die mit ActiveX Elementen vollgestopft ist oder gar ein kleiner daemon im SysTray der ständig läuft. Ich bestimme wann ich nachgucken will. Einfach und schnell. Über die Kommandozeile.
Zurück zum KDE. Er ließ sich einfach nicht aktualisieren per apt-get. Das nervte mich schon, wollte ich doch den Sprung auf die 3.4 Release so sehr. Also schnell in den Firefox, den ich mitlerweile bei weitem besser finde als den Internet Explorer, und mal nach "KDE 3.4 + .deb" googlen. Aha, ein einfacher Eintrag in /etc/apt/sources.conf reicht aus. Das ist gut. Nach apt-get update und apt-get upgrade kde war mein System eine Spur hübscher und schlanker.
Nunja, ich spiele nicht viel am PC, aber ich bin ein absoluter Konsolen Fanatiker. Schon damals kam ich um GameBoy, Master System, Mege Drive, 32x, Super Nintendo, N64 und PSX nicht herum. Heute nenne ich eine XBox, eine PS2 und einen GameCube mein eigen. Nich verwunderlich das ich da öftersmal auf www.gamespot.com vorbeischaue. Leider sind deren Medieninhalte meist im WMV Format. Da kann dann aber selbst der Firefox nichts machen, denn ein solches Plugin fehlt ihm. Nagut, nun könnte ich Abstriche mache oder eine Lösung suchen. Eine wäre beispielsweise micht zu regestrieren und die Videos immer in einen Order downzuloaden der ein SMB share ist. Dann kann ich die Videos direkt mit dem XBox Media Center vom SMB Share auf den Fernseher streamen. Das ist aber sehr viel Mehraufwand. Auch wenn er einmalig ist. Für solche Spielereien habe ich einfach zu wenig Zeit, denn meine Freundin ist mir wichtiger. Aber es würde sich sowieso anbieten Windows XP im VMWare zu installieren. Dann könnte ich dort meine Videos schaun. Aber würde ich mich dann wieder von Windows abhängig machen? Vielleicht. Vielleicht wäre es auch nur eine gute Möglichkeit gerüstet zu sein wenn wieder eine von den 95 % der Windows User bei mir antanzt und Wünsche äußert, die ich mit Linux so nun gar nicht realisieren kann. Vielleicht lohnt es sich für mich aber auch insofern als das ich ein LDAP aufsetzen kann, beziehungsweise ein Active Directory. Dann kann ich ein bischen mit EJBs, dem AD und Java spielen.
Was bleibt nun noch zu sagen? Naja, ich habe kein Linux Tagebuch geführt, von daher könnte ich euch ewig weiter beleuchten wie ein Tag vor meinem heimischen Rechner aussieht.
Ich habe Windows immer respektiert und mache es auch jetzt noch. Ich finde nicht das es so schlecht ist, wie es in vielen Flamewars immer dargestellt wird. Es ist bequem und bietet Vorteile. Definitv. Aber einen großen Teil der vermeindlichen Vorteile erlebt man nur subjektiv als selbige, weil es immer einegroße Änderung ist wenn man nach Jahren der Gewöhnung an etwas neues gesetzt wird. Manchmal muss man sich ein bischen zwingen. Aber ich distanziere mich immer weiter von Microsoft und Windows. Ich werde zum Gegner, nicht zum Hasser und bleibe gespannt auf Long Horn.
Was ich denke wie lange es noch dauert bis Linux reif für den Desktop ist? Keine Sekunde mehr. Es ist bereits reif dafür.
Das sehe ich als Anwender jeden Tag:
Ich benutze Video- und Audioplayer, mächtige Personal Information Manager, wunderhübsche Desktops, ausgefeilte Office Suiten, mächtige IDEs und all das was man sonst noch braucht. Außerdem habe ich nicht mehr diesen Zwang das ich denke "Du musst noch dies installieren und das auch noch". Ich fange an mich mit dem zufrieden zu geben was ich habe und nutze lieber ein Programm zu 70 % als mehrere Programme zu je 10 %. Letzteres war ich es aus der Windows Welt gewohnt.
Das Problem ist nicht die Anwenderfreundlichkeit von Linux, nein. Das kann nicht sein. Das sind Meinungen der Experten die immer weiter darum ringen Linux nach vorne zu bringen. Das ist auch gut so. Aber sie alleine können nicht viel bewirken.
Es liegt an der vorhandenen Verbreitung von Windows. Webseitenbetreiber schmücken ihre Webseiten mit Medieninhalten die nur Windows standardmäßig zu spielen vermag. Eine einfache Kopie des Video in einem anderen Format oder einfach ein einheitliches Format wie DivX würde Wunder wirken. Dann würden auch wir Linux User in den Genuss solcher Dinge kommen, denn die Browser sind vernünftig. Aber dann könnte man natürlich unter Umständen nicht mehr streamen. Die Möglichkeiten mit dynamischer Werbung zu arbeiten würde dann den Betreibern von Webseiten kein Geld mehr bringen. Schließlich soll aktuelle Werbung im Video sein und nicht zu einem Produkt, das eventuell vor Monaten gestorben ist.
Was also die Verbreitung verhindert ist tatsächlich zum großen Teil die vorhandene Verbeitung von Windows die sich so nicht nehmen lässt. Wären Betreiber von Webseiten gezwungen Medieninhalte auf die schwierigere Art und Weise anzubieten, würden Spieleentwickler ihre Spiele direkt in OpenGL schreiben, würden Programme direkt auch mit QT/GTK (zumindest stellenweise wäre dies möglich, ich weiß, das würde niemals immer gehen -> Architekturen, Aufbau des Systems, APIs) entwickelt, dann würden auch die Linux User sie benutzen können. Dann könnte die Verbreitung wachsen. So herum müsste es sein.
Stattdessen warten die Entwickler bis sich die Mitentwicklung/Portierung für/auf Linux auch lohnt. Das ist eine Art Fass ohne Boden.
Dabei geben sich doch die Distributoren so große Mühe. Wir haben eine Menge guter, großer und einsteigerfreundlicher Linux Versionen. Sie bieten stellenweise erstklassigen Support und eine tolle Community. Handbücher, Webseiten und HowTo's ohne Ende.
Dennoch sind viele Benutzer zu faul zu lesen oder geben einfach zu schnell auf. In anderen Situationen würden sie dies vermutlich nicht tun.
Da gibt es
Das ist nur ein kleiner Bruchteil. Es gibt immer mehr und immer neue, mitunter sehr lobenswerte, Distributionen. Doch nur die wenigsten Leute kristallisieren ihre Vorteile heraus.
Da streiten sich schon Linux User untereinander, das Distri A besser ist als Distri B. Wenn sowas ein Newbie im Forum ließt hilft ihn das natürlich ungemein. Am Arsch! Es schreckt ihn nur ab. Welches Linux nun jemand nutzen will bleibt doch jedem selbst überlassen. Warum sich gegenseitig angaffen? Eins haben doch alle gemein:
Egal ob rpm, apt4rpm, apt, emerge und egal ob Debian, Gentoo, SuSE oder Knoppix, ihre Benutzer heben sich von der Masse ab und zeigen der Welt das es auch anders geht. Nur so kann es voran gehen, gemeinsam. Nicht gegeneinander. Das darf nicht nur in den Firmen so sein, sondern muss auch bei den Usern so werden.
Zum Schluss bleibt zu sagen:
Ich würde Windows XP hinter einem guten Router mit Firewall ohne weiteres benutzen, hätte ich mich nicht einfach irgendwie leidgefenstert. Linux ist etwas neues, aber auf mein Host System möchte ich nach 6 Monaten ausnahmslosem Linux keine ntldr die plötzlich fehlen könnte und auch keine kernel32.dll mehr wüten lassen.
Ich kann nur jedem Windows Benutzer empfehlen womit ich auch mal angefangen habe. Ein Linux zumindest mal parallel auf die Platte bannen und über den Windows Tellerand blicken. Denn die Welt die dahinter liegt ist so groß wie ein Warenhaus für den Teller und bietet mehr als nur heiße Supper mit Zutaten die man nicht braucht.
Es ist nicht das man sich unbedingt unter Windows zwangsläufig Viren einfängt. Ich kann mich nun aber einfach auf mein System verlassen ohne das sich Viren überhaupt einnisten können. Ich bin ungestört und erstmals merke ich das "freie Software" für den Anwender nicht nur kostenlos, frei verfügbar und frei weiterverwertbar ist, sondern das sie auch einfach Freiheit beim arbeiten am PC bringt.
Linux auf dem Desktop macht einfach Spaß.
nach längerer Abwesenheit kreise ich hier jetzt ja auch mal wieder ein bischen herum. Da ich mir eine Grippe eingefangen habe *hatschi* mache ich jetzt mal das was ich schon lange tun wollte. Ich schreibe die Fortsetzung zu einem Linux Thread den ich mal verfasst habe. Damals verwendete ich noch Windows und Linux zu Hause.
Mitlerweile, das bedeutet seit ungefähr 6 Monaten, benutze ich nur noch Linux. Warum?
Nunja, der Grund den ich darin sah war ursprünglich das ich die Windows XP GUI einfach leid war. Nicht das ich irgendwas gegen das System Windows an und für sich gehabt hätte. Gut arbeiten konnte ich damit allemal. Es musste halt mal was neues auf den Desktop.
In den ersten Tagen tat ich mich dann arg schwer. Klar, ich würde mich bei weitem nicht mehr als Linux Anfänger bezeichnen, habe ich doch schon etliche Kompilierungen hinter mir. Aber es war einfach ungewohnt. Es hat sich alles so anders angefühlt. Der Desktop meiner Wahl war KDE, auf einem Debian System. Aber es gab Einstellungen die ich gesucht habe, das Design gefiehl mir nicht. Die Icons waren ungewohnt. Alles war anders.
Irgendwann gelang mir dann die Lösung meines Problems mit dem 5.1 Sound. Ich wollte mir einen Film anschauen, also griff ich zum guten alten VLC den ich auch von Windows schon kannte. Der gefiehl mir aber relativ schnell nicht mehr und ich bemerkte, das mir Totem wesentlich mehr zusagte. Wenn es dann um das abspielen von VideoCDs ging hatte ich ja immernoch MPlayer zur Hand.
Mircosoft Office vermisste ich überhaupt nicht. OpenOffice tat seine Dienste mindestens genau so gut. Ich dachte relativ bald das die Oberfläche auch wesentlich weniger überladen war als die des Microsoft Pendants.
Nachdem ich nun ja schon einige Zeit nur noch mit KDE arbeitete und diverse Icon Sets aus dem Internet geladen hatte fühlte ich mich endlich wieder "zu Hause". Ich denke hier war der erste große Schritt getan.
K3B verrichtete meine Brenndienste gleichermaßen gut wie Nero. Nur musste ich dann schnell feststellen das ich mir das erstellen von SVCDs bald knicken konnte. Hier gab ich dann Minus Punkte. Ich dachte: Abstriche muss man überall machen, aber will ich das? Dann fiel es mir das erste mal richtig auf. Ich dachte "schlafi, wärst du jetzt unter Windows und dort würde eine Funktion fehlen, dann würdest du es viel gelassener hinnehmen". Also sah ich von nun an über derartige Kleinigkeiten hinweg.
Ab und zu wollte ich dann auch mal wieder eine kleine Runde am PC Spielen. Normalerweise mache ich sowas ja nicht am PC. Aber bei 160 GB Festplattenkapazität finden sich doch immerwieder mal 4 GB Daten, die zu Spielen gehören. Wieviele Spiele das in der heutigen Zeit ausmacht könnt ihr euch alle selber ausrechnen. Gut das in meinem Rechner noch eine Ti4200 werkelt. Denn die NVidia Treiber für Linux sind ganz hervorragend.
Irgendwann wollte ich dann auch mal wieder meine privaten Programm weiter schreiben. Leider bin ich jetzt nicht mehr so die Person die auf C++ setzt. Diese Zeiten sind vorbei. Auch ist mir QT nicht gerade geläufig. Aber zum Glück gibts mein Eclipse ja auch unter Linux. Überhaupt ist es schon ein tolles Entwicklersystem.
Naja, dann wollte ich mal ein bischen den Netzwektraffig belasten. Da ist mir eine Sache einfallen: Das SP2 war ja an und für sich nicht schlecht. Aber warum bauen die eine Sperre ein die verhindert das man mehrere Verbindung gleichzeitig in einer bestimmten Zeit aufbauen kann? Jeder weiß was gemeint ist. Hier hatte ich diese beschränkungen nicht. Ich war frei.
Überhaupt hatte ich die Zeit die ich am PC arbeitete auch als reine Arbeitszeit. Gedanken über Viren und Trojaner sind komplett weg gefallen. Nagut. Mein Windows XP hatte sich ganz gut gemacht hinter meinem IPCop. Da konnte ich auch nur über die ganzen zig Sober Varianten schmunzeln. Dennoch, was wäre wenn ich den nicht hätte?
Windows ist einfach zu bedienen. Aber das finde ich von Linux mitlerweile auch. Gab es für mich als nicht mal wirklich Gelegenheitsspieler überhaupt noch Gründe für Windows? Ich weiß noch wie ich damals zwei Systeme auf einer Platte hatte. Das war schon ein guter Anfang. So konnte ich mich mit dem einfachen und mächtigen Rechtesystem, den Konfigurationdateien von Linux und der Bourne again shell vertraut machen.
Tja, über sowas denke ich mitlerweile nicht mehr nach. Es ist schon fast ein fliegender Wechsel zwischen xterm und KDE Programmen der automatisch von der Hand geht.
Irgendwann dachte ich dann mal wie lange ich den KDE jetzt schon nicht mehr aktualisiert habe. Ich meine, die Sicherheitspatches waren ja mit apt-get dist-upgrade schnell eingespielt. Es war auch kein Besuch einer Webseite nötig die mit ActiveX Elementen vollgestopft ist oder gar ein kleiner daemon im SysTray der ständig läuft. Ich bestimme wann ich nachgucken will. Einfach und schnell. Über die Kommandozeile.
Zurück zum KDE. Er ließ sich einfach nicht aktualisieren per apt-get. Das nervte mich schon, wollte ich doch den Sprung auf die 3.4 Release so sehr. Also schnell in den Firefox, den ich mitlerweile bei weitem besser finde als den Internet Explorer, und mal nach "KDE 3.4 + .deb" googlen. Aha, ein einfacher Eintrag in /etc/apt/sources.conf reicht aus. Das ist gut. Nach apt-get update und apt-get upgrade kde war mein System eine Spur hübscher und schlanker.
Nunja, ich spiele nicht viel am PC, aber ich bin ein absoluter Konsolen Fanatiker. Schon damals kam ich um GameBoy, Master System, Mege Drive, 32x, Super Nintendo, N64 und PSX nicht herum. Heute nenne ich eine XBox, eine PS2 und einen GameCube mein eigen. Nich verwunderlich das ich da öftersmal auf www.gamespot.com vorbeischaue. Leider sind deren Medieninhalte meist im WMV Format. Da kann dann aber selbst der Firefox nichts machen, denn ein solches Plugin fehlt ihm. Nagut, nun könnte ich Abstriche mache oder eine Lösung suchen. Eine wäre beispielsweise micht zu regestrieren und die Videos immer in einen Order downzuloaden der ein SMB share ist. Dann kann ich die Videos direkt mit dem XBox Media Center vom SMB Share auf den Fernseher streamen. Das ist aber sehr viel Mehraufwand. Auch wenn er einmalig ist. Für solche Spielereien habe ich einfach zu wenig Zeit, denn meine Freundin ist mir wichtiger. Aber es würde sich sowieso anbieten Windows XP im VMWare zu installieren. Dann könnte ich dort meine Videos schaun. Aber würde ich mich dann wieder von Windows abhängig machen? Vielleicht. Vielleicht wäre es auch nur eine gute Möglichkeit gerüstet zu sein wenn wieder eine von den 95 % der Windows User bei mir antanzt und Wünsche äußert, die ich mit Linux so nun gar nicht realisieren kann. Vielleicht lohnt es sich für mich aber auch insofern als das ich ein LDAP aufsetzen kann, beziehungsweise ein Active Directory. Dann kann ich ein bischen mit EJBs, dem AD und Java spielen.
Was bleibt nun noch zu sagen? Naja, ich habe kein Linux Tagebuch geführt, von daher könnte ich euch ewig weiter beleuchten wie ein Tag vor meinem heimischen Rechner aussieht.
Ich habe Windows immer respektiert und mache es auch jetzt noch. Ich finde nicht das es so schlecht ist, wie es in vielen Flamewars immer dargestellt wird. Es ist bequem und bietet Vorteile. Definitv. Aber einen großen Teil der vermeindlichen Vorteile erlebt man nur subjektiv als selbige, weil es immer einegroße Änderung ist wenn man nach Jahren der Gewöhnung an etwas neues gesetzt wird. Manchmal muss man sich ein bischen zwingen. Aber ich distanziere mich immer weiter von Microsoft und Windows. Ich werde zum Gegner, nicht zum Hasser und bleibe gespannt auf Long Horn.
Was ich denke wie lange es noch dauert bis Linux reif für den Desktop ist? Keine Sekunde mehr. Es ist bereits reif dafür.
Das sehe ich als Anwender jeden Tag:
Ich benutze Video- und Audioplayer, mächtige Personal Information Manager, wunderhübsche Desktops, ausgefeilte Office Suiten, mächtige IDEs und all das was man sonst noch braucht. Außerdem habe ich nicht mehr diesen Zwang das ich denke "Du musst noch dies installieren und das auch noch". Ich fange an mich mit dem zufrieden zu geben was ich habe und nutze lieber ein Programm zu 70 % als mehrere Programme zu je 10 %. Letzteres war ich es aus der Windows Welt gewohnt.
Das Problem ist nicht die Anwenderfreundlichkeit von Linux, nein. Das kann nicht sein. Das sind Meinungen der Experten die immer weiter darum ringen Linux nach vorne zu bringen. Das ist auch gut so. Aber sie alleine können nicht viel bewirken.
Es liegt an der vorhandenen Verbreitung von Windows. Webseitenbetreiber schmücken ihre Webseiten mit Medieninhalten die nur Windows standardmäßig zu spielen vermag. Eine einfache Kopie des Video in einem anderen Format oder einfach ein einheitliches Format wie DivX würde Wunder wirken. Dann würden auch wir Linux User in den Genuss solcher Dinge kommen, denn die Browser sind vernünftig. Aber dann könnte man natürlich unter Umständen nicht mehr streamen. Die Möglichkeiten mit dynamischer Werbung zu arbeiten würde dann den Betreibern von Webseiten kein Geld mehr bringen. Schließlich soll aktuelle Werbung im Video sein und nicht zu einem Produkt, das eventuell vor Monaten gestorben ist.
Was also die Verbreitung verhindert ist tatsächlich zum großen Teil die vorhandene Verbeitung von Windows die sich so nicht nehmen lässt. Wären Betreiber von Webseiten gezwungen Medieninhalte auf die schwierigere Art und Weise anzubieten, würden Spieleentwickler ihre Spiele direkt in OpenGL schreiben, würden Programme direkt auch mit QT/GTK (zumindest stellenweise wäre dies möglich, ich weiß, das würde niemals immer gehen -> Architekturen, Aufbau des Systems, APIs) entwickelt, dann würden auch die Linux User sie benutzen können. Dann könnte die Verbreitung wachsen. So herum müsste es sein.
Stattdessen warten die Entwickler bis sich die Mitentwicklung/Portierung für/auf Linux auch lohnt. Das ist eine Art Fass ohne Boden.
Dabei geben sich doch die Distributoren so große Mühe. Wir haben eine Menge guter, großer und einsteigerfreundlicher Linux Versionen. Sie bieten stellenweise erstklassigen Support und eine tolle Community. Handbücher, Webseiten und HowTo's ohne Ende.
Dennoch sind viele Benutzer zu faul zu lesen oder geben einfach zu schnell auf. In anderen Situationen würden sie dies vermutlich nicht tun.
Da gibt es
- SuSE - Sehr einsteigerfreundlich dank YAST (Yet another setup tool)
- Debian - Sehr geniale, große und sichere Linux Distribution mit tollem update System
- Ubuntu - Abgespecktes Debian mit Gnome Desktop. Super für Einsteiger und Profis
- Kubuntu - Wie Ubuntu, aber KDE statt Gnome
- Fedora Core - Klasse Weiterentwicklung des ursprünglichen RedHat
- Gentoo - Heute nichtmal unbedingt mehr nur etwas für Gurus
Das ist nur ein kleiner Bruchteil. Es gibt immer mehr und immer neue, mitunter sehr lobenswerte, Distributionen. Doch nur die wenigsten Leute kristallisieren ihre Vorteile heraus.
Da streiten sich schon Linux User untereinander, das Distri A besser ist als Distri B. Wenn sowas ein Newbie im Forum ließt hilft ihn das natürlich ungemein. Am Arsch! Es schreckt ihn nur ab. Welches Linux nun jemand nutzen will bleibt doch jedem selbst überlassen. Warum sich gegenseitig angaffen? Eins haben doch alle gemein:
Egal ob rpm, apt4rpm, apt, emerge und egal ob Debian, Gentoo, SuSE oder Knoppix, ihre Benutzer heben sich von der Masse ab und zeigen der Welt das es auch anders geht. Nur so kann es voran gehen, gemeinsam. Nicht gegeneinander. Das darf nicht nur in den Firmen so sein, sondern muss auch bei den Usern so werden.
Zum Schluss bleibt zu sagen:
Ich würde Windows XP hinter einem guten Router mit Firewall ohne weiteres benutzen, hätte ich mich nicht einfach irgendwie leidgefenstert. Linux ist etwas neues, aber auf mein Host System möchte ich nach 6 Monaten ausnahmslosem Linux keine ntldr die plötzlich fehlen könnte und auch keine kernel32.dll mehr wüten lassen.
Ich kann nur jedem Windows Benutzer empfehlen womit ich auch mal angefangen habe. Ein Linux zumindest mal parallel auf die Platte bannen und über den Windows Tellerand blicken. Denn die Welt die dahinter liegt ist so groß wie ein Warenhaus für den Teller und bietet mehr als nur heiße Supper mit Zutaten die man nicht braucht.
Es ist nicht das man sich unbedingt unter Windows zwangsläufig Viren einfängt. Ich kann mich nun aber einfach auf mein System verlassen ohne das sich Viren überhaupt einnisten können. Ich bin ungestört und erstmals merke ich das "freie Software" für den Anwender nicht nur kostenlos, frei verfügbar und frei weiterverwertbar ist, sondern das sie auch einfach Freiheit beim arbeiten am PC bringt.
Linux auf dem Desktop macht einfach Spaß.