M.2 SSD + Windows 10 und UEFI richtig konfigurieren

Shalec

Stammuser
Hallo allerseits,

ich habe eben eine M.2 SSD für mein HP Probook 430 G2 bekommen. Da für meine Arbeit bislang Windows am besten und zuverlässigsten lief (man glaube es kaum...), will ich wieder zu Windows wechseln. Nun bin ich im UEFI zu Gange und will dies optimal konfigurieren.

Kann mir dazu jemand eine pauschale Empfehlung aussprechen?

Im Prinzip brauche ich Entscheidungshilfen.
Ich habe zwei Festplatten drin: M.2 SSD und eine (alte) hybrid HDD. Macht es einen Unterschied, ob ich da GPT oder MBR verwende?
- Falls GPT besser: Wie konfiguriere ich das Uefi und die Installation gemäß richtig?

Es gibt eine Option "Schnell Boot". Die Informationen hierzu sind sehr spärlich. Was genau bringt das und wie arbeitet es?
>> Ich habe dazu gelesen, dass man anschließend von keinem USB-Datenträger mehr booten kann. Das ist soweit auch ok. Kann ich den Schnellboot nach belieben aktivieren und deaktivieren?

Einstellungen zum Bootmodus:
Es stehen 3 Auswahlmöglichkeiten bereit. "Betriebssystemunabhängig, Hybrid-UEFI (mit CSM), Natives-UEFI (ohne CSM)"
>> Informationen werden keine bereitgehalten. In [1] wurde das bereits mal diskutiert. Ich würde "Native UEFI" verwenden wollen. Ein System ist noch nicht installiert.
>> Kann ich anschließend noch regulär von einem USB-Stick Booten, den ich mit Rufus entsprechend formatiert hatte? (Ubuntu ließ sich davon installieren. Ist ein USB 3.0 Stick von SanDisk.)


UEFI-Startreihenfolge:

Dort ist ein Eintrag "Betriebssystem-Start-Manager" vorhanden. Hat jemand eine Ahnung davon, wie und wo dieser angelegt wird? Ich habe meine HDD aus dem Laptop genommen, um sie nach einer erfolgreichen Installation wieder einzusetzen und dann zu formatieren. Könnten sich Ubuntu und Windows bei diesem Vorgehen in die Wege kommen?

Dann existiert eine Einstellung "Enable Turbo Boost on DC". Was ist das? Habe dazu was in [2] gefunden. Hat hier jemand Erfahrungen?

Was ist der Tiefschlafmodus, der im UEFI Ein und Aus geschaltet werden kann? Ich deaktiviere ihn erstmal. Dazu konnte ich noch keine brauchbaren Informationen aus dem Internet ziehen.


So, das sind erstmal meine Fragen. (Mehr Konfigurationsmöglichkeiten bietet mir mein UEFI auch nicht wirklich.) Antworten dürfen natürlich unvollständig sein und erstmal ausschließlich aus "Ja, Nein, aktivieren, deaktivieren, unnötig" und co bestehen. Für Erklärungen wird Erfahrungsgemäß mehr Zeit gebraucht, als einfach Empfehlungen auszusprechen ^^

Viele Grüße

[1] Gelost: Unterschiedliche UEFI - HP Kundenforum - 102476
[2] HP Notebook PCs - Understanding Turbo Boost Technology | HP(R) Customer Support
 
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Ark

Stammuser
Im Prinzip brauche ich Entscheidungshilfen.
Ich habe zwei Festplatten drin: M.2 SSD und eine (alte) hybrid HDD. Macht es einen Unterschied, ob ich da GPT oder MBR verwende?
- Falls GPT besser: Wie konfiguriere ich das Uefi und die Installation gemäß richtig?

Von der Verwendung her kannst du eigentlich nichts falsch machen. Du musst dich nur für eine der beiden Partitionstabellen entscheiden und sie entsprechend auswählen. GPT hat ein paar allgemeine Vorteile, z. B. ist GPT für Festplatten geeignet die größer als 2 TB sind, man kann mehr Partitionen erstellen und diese können größer sein als unter MBR. Für den Heimgebrauch finde ich allerdings vor allem die Tatsache vorteilhaft, dass GPT das Startprogramm und die Partitionstabelle nicht am gleichen Platz speichert. Wenn der nämlich überschrieben wird, hast du ein Problem. GPT speichert die Informationen der Partitionstabelle an mehreren Orten auf der Festplatte, so dass das dein Startprogramm beschädigt sein kann und du trotzdem noch die Chance hast, an deine Daten zu kommen. Des weiteren sorgt GPT für Redundanzen mit einer Art "Prüfsummensystem" für deine Dateien. GPT erkennt automatisch, wenn vorher intakte Daten inkostistent werden und kann diese Anhand der gebildeten Prüfsummen wieder reparieren.

Möglich das es Fälle gibt, bei denen man MBR benutzen würde. Wenn man allerdings die Möglichkeit hat GPT zu nutzen, würde ich GPT allgemein den Vorzug geben.

Es gibt eine Option "Schnell Boot". Die Informationen hierzu sind sehr spärlich. Was genau bringt das und wie arbeitet es?
>> Ich habe dazu gelesen, dass man anschließend von keinem USB-Datenträger mehr booten kann. Das ist soweit auch ok. Kann ich den Schnellboot nach belieben aktivieren und deaktivieren?

Im Schnellboot-Modus wird dein Rechner nie vollständig heruntergefahren, da immer noch Daten des Betriebssystem im Speicher gehalten werden. Dadurch kann das Betriebssystem dann schneller hochfahren. Dies ist auch der Grund, wieso du nicht von einem USB-Datenträger booten kannst, da es hier gar nicht mehr zu einem "richtigen" Boot kommt. Das hat den riesigen Nachteil, dass es trotz einem vermeidlichen ausgeschalteten Zustand zu Datenverlust kommen könnte, wenn du den Rechner vom Stromnetz trennst und dein Notebook-Akku alle ist. Der Rechner ist nicht aus, auch wenn es von außen so aussieht.

Ggf. ist es heute anders (schon lange nicht mehr benutzt), aber normal ist es so, dass du dann Aufgrund des "fehlenden Bootes" gar nicht mehr ins UEFI kommst, wenn du nicht vorher in Windows den Schnellboot deaktivierst. Also ja, du kannst das nach belieben aktivieren/deaktiveren. Du kannst/musst das allerdings dann später in Windows tun, da du sonst gar nicht erst ins UEFI kommst um es dann dort zu deaktivieren.

In einen Augen eine relativ überflüssige Option, wenn man SSD's verbaut hat. Der Geschwindigkeitsvorteil ist maginal, mit einer verbauten SSD kaum wahrzunehmen, und wiegt in meinen Augen die Nachteile nicht auf.
 
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Shalec

Stammuser
Danke für die umfangreiche Antwort. Nun stehe ich vor dem Problem, dass ich Fast Boot nicht deaktivieren kann. Die Schnell Boot Option, die man in den Systemeinstellungen finden kann, hat keine Auswirkung auf die UEFI Einstellungen (wie ich es auch erwartet hatte.)
Halte ich "Shift" auf "Neustarten" gedrückt komme ich in ein Menü, wo ich dann durch Klicken auf "Problembehandlung >> Erweiterte Optionen" keinen Eintrag "UEFI Firmwareeinstellungen" habe. Wird dies durch irgend eine Vorkonfiguration von Windows geblockt? Hierzu finde ich keine Informationen im Netz. Folgende Menüpunkte sind vorhanden:

[1] System wiederherstellen
[2] Systemimage-Wiederherstellung
[3] Starthilfe
[4] Eingabeaufforderung
[5] Starteinstellungen
[6] Zum vorherigen Build zurückkehren.

Einzig unter [5] habe ich noch weitere Auswahlmöglichkeiten:
1) Debugmodus aktivieren
2) Startprotokollierung aktivieren
3) Video mit ...
4-6) Abgesicherter Modus mit Optionen
7) Erzwingen der Treibersignatur deaktivieren
8 ) Schutz vor Schadsoftware-Frühstarts deaktivieren
9) Automatischen Neustart bei Systemfehler deaktivieren
10) Wiederherstellungsumgebung starten.

Wie komme ich nun ins UEFI? (Warum will ich ins UEFI? Meine alte Platte ist mit einer für Windows unbekannten Formatierung formatiert. (ex4 oder wie das bei Ubuntu hieß) Auch würde ich den FastBoot gerne wieder deaktivieren, da dieser nicht merklich mehr gebracht hat.

Viele Grüße
 

Ark

Stammuser
Wenn du die Fastboot ("Schnellstart") Option in Windows deaktivierst und den Rechner herunterfährst, wird die Fastboot Option nicht mehr vom Betriebssystem genutzt, auch wenn sie im UEFI aktiviert ist. Die Einstellung im UEFI stellt nur die Funktionalität zur Verfügung. Das heißt, wenn sie im UEFI aktiviert ist, resultiert daraus nicht, dass das Betriebssystem diese automatisch auch immer nutzt, quasi vom UEFI auf das Betriebssystem "übergestülpt" wird. In Windows ist die Schnellstart Option in der Standard-Installation ausgewählt, das Einzige was du diesbzgl. also nach der Windows Installation machen musst, ist die Option in Windows zu deaktiveren: Schnellstart unter Windows 10 deaktivieren oder aktivieren - TechMixx

Danach solltest du wieder wie gewohnt mit deiner Tasten-Kombi ins UEFI kommen, da Fastboot dann nicht mehr genutzt wird und der Boot-Prozess nach dem starten des ausgeschalteten PC's wieder vollständig durchlaufen wird.
 
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SchwarzeBeere

Moderator
Mitarbeiter
Fast Boot des Bios ist nicht Fast Boot des Windows OS. Beim BIOS Fast Book wird die Überprüfung von anderen Medien hinsichtlich bootbarkeit übersprungen. Es wird also nicht mehr geprüft, ob es noch andere Medien gibt, von denen gebootet werden könnte. Das hat mit dem Fast Boot von Windows nichts zu tun.

Macht es einen Unterschied, ob ich da GPT oder MBR verwende?
Siehe z.B. Some basics of MBR v/s GPT and BIOS v/s UEFI - Manjaro Linux

Wie komme ich nun ins UEFI?
Laut diesem YT Video durch Drücken der ESC Taste während des Boot-Vorgangs.

Mein Tipp:
Setze dein Notebook auf die Standardeinstellungen zurück, nimm GPT und UEFI, installiere Windows ganz normal und vergiss das Booten von anderen Medien. Falls du ein Linux OS booten möchtest, nimm VirtualBox oder den VMware Player.
 
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Shalec

Stammuser
Ich habe gestern bestimmt knapp 1h daran gesessen ins Bios zu kommen. Letzte Lösung war des Trennen vom Strom für ein paar Minuten. Danach wurde mir dann "Esc" wieder angezeigt, sodass ich dann ins UEFI kam. Dann habe ich die Partitionen der alten Festplatte gelöscht und bin zurück ins Windows. Dort habe ich dann eine große Partition daraus gemacht und war egtl. fertig. Leider bin ich dann auf der SSD-Festplatte (die aus 2 Partitionen besteht: Efi und System) auf "Aktive Partition setzen" gekommen. Was dann die Einstellung von Efi auf System übertragen hat. Resultat: Der Laptop konnte nicht mehr gestartet werden.
Kurzum habe ich mir dann ein Windows2Go eingerichtet und habe es dann von da aus mit der Konsole gerichtet. (Über Diskpart: Festplatte auswählen, Partition auswählen, active)

Letzten Endes war es ein doofer Fehler (ich wollte nur durchgucken, was es alles für Optionen gibt, und bin auf eine Taste gekommen, die die "active" Flag gesetzt hat. Umstellen von der Speicherverwaltung her ging nicht)

Es funktioniert nun alles und ich bin ganz zufrieden.

Kennt jemand die Firma "ZTC"? (Steht für Zeus Technology and Computing)
 
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