Macht Microsoft Jagd auf Modchip-Nutzer?

Entgegen früheren Versicherungen behält sich Microsoft nun doch das Recht vor, auf den Konsolen der Xbox-Live-Teilnehmer zu spionieren.

Wenn Microsoft seine Geschäftsbedingungen im Zusammenhang mit der Einführung der Online-Spieleplattform Xbox Live nicht noch ändert, legt sich das Unternehmen selbst einen riesigen Stolperstein in den Weg. Wie amerikanische Zeitungen berichten, findet sich in den Vereinbarungen, die den Xbox-Live-Betatestern jetzt zuging, auch ein Passus, der es Microsoft erlaubt, die Hardware der Nutzer elektronisch auf Veränderungen zu untersuchen.

Das Ziel dieses Passus ist eindeutig. Microsoft sind Nutzer, die ihre Konsole mit Hilfe eines sogenannten Modchips auch für Raubkopien spielbar machen, ein Dorn im Auge. Bislang hatte der Konzern jedoch versichert, Xbox Live nicht zum Anlass zu nehmen, um gegen Modchip-Nutzer vorzugehen.

In den Geschäftsbedingungen für die Online-Spieleplattform heißt es den Berichten zufolge nun, dass sich Microsoft vorbehält, Daten von der Xbox des Nutzers zu ziehen, um die Stabilität und Sicherheit von Xbox Live zu gewährleisten. Microsoft kündigt nun an, Besitzer von modifizierten Xbox- Konsolen von Xbox Live auszuschließen und behält sich weitere Schritte vor.

Obwohl es nach allgemeiner Rechtsauffassung egal ist, was der Käufer eines Geräts mit seiner Hardware anstellt, steht Microsoft auf dem Standpunkt, dass es sich beim Einbau eines Modchips um einen illegalen Eingriff in die Xbox-Urheberrechte des Konzerns handele.
 
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