"Motivation" der Diplomarbeit

Hallo Zusammen,

habe vor einigen Tagen meine Diplomarbeit abgegebene und mein Prof hat durchscheinen lassen, dass mein Kapitel "Motivation" nicht das beste ist und dass ich das im Kolloquiumsvortrag noch mal grade biegen soll.

Im wesentlichen habe ich geschrieben, dass es das noch nicht gibt und meine Arbeit es meiner betreuenden Firma ermöglicht vor aller Konkurenz damit auf den Markt zu gehen. (Kann hier leider nicht genau sagen worum es geht, damit die Firma wirklich die erste ist mit dem Ding auf dem Markt)

Nun, wenn ich mal ganz ehrlich bin, hier ist meine Motivation:
Es gibt eine Firma die mir Geld zahlt dafür, dass ich dieses Thema bearbeitet habe. Ausserdem ermöglicht es mich in ein Fachgebiet zu vertiefen für das es viel Geld gibt.

Wenn ich über ein Thema schreiben sollte, was mich höchstpersöhnlich interessiert, wo ich wirklich von mir selbst aus motiviert bin, hätte ich etwas über die verschiedenen Angeltechniken für Süßwasserfische geschrieben, leider kann man damit kein (wenig) Geld verdienen und es gibt auch keinen Studiengang dazu.

Was soll ich denn nun zu meiner Motivation in dem Vortrag sagen?
 
Hi,

letztenendes musst du immer Süßholz raspeln und erzählen, dass das Thema total geil ist und falls es nicht 100%ig zum Lehrstuhlthema passt solltest du es damit in der Verbindung bringen und ebenfalls sagen, dass es total geil ist. Der Prof muss sich denken "Man bin ich ein geiler Kerl" wenn er das ließt.

Ich habs auch nicht so gemacht - war mir egal.

ciao
serow
 
Hi,
da Du Dich nur sehr vage - bzw. allgemein - äußerst, können die Antworten natürlich nur ebenso vage und allgemein sein... Im Grunde hat Serow es bereits auf den Punkt gebracht: Du solltest "Süßholz raspeln"!
Das ist genau wie bei einem Vorstellungsgespräch, wenn der Personalchef Dich fragt warum Du ausgerechnet für seine Firma arbeiten willst & Du ihm dann erkärst warum Du schon immer von einem Job bei genau dieser Firma geträumt hast... Ehrlich gesagt habe ich mich schon immer gefragt was mit dieser Frage bezweckt wird (schließlich wissen beide das man die Firma vermutlich erst seit dem Verfassen der Bewerbung kennt) und meine Theorie ist, dass der Personalchef lediglich sehen will wie kreativ und begabt man beim Erfinden von Lügengeschichten ist und wie eloquent und glaubhaft man sie vermitteln kann...:wink:
Zurück zum Thema:
Bezogen auf die Motivation einer Diplomarbeit solltest Du rüberbringen warum genau dieses Thema Dir am Herzen liegt, wie Du persönlich davon profitierst und wie die Firma (für die Du ja wohl schon tätig bist) davon profitiert und im idealfall wie die ganze Welt davon profitieren kann...
Ein Beispiel: Sagen wir Dein Projekt hat mit Verschlüsselung & Datensicherheit zu tun - dann könntest Du ausführen wie Du Dich schon immer für Kryptografie und ihre Geschichte interessiert hast, wie Du schliesslich den Ehrgeiz entwickelt hast selbst etwas zur Geschichte der Kryptografie beizutragen, wie Du dann dieses tolle & innovative Projekt gestartet hast, mit dem Deine Firma viel Geld verdienen und die eigene Marktposition verbessern kann und wie Du & Deine Firma damit letztendlich einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Industriespionage und Datendiebstahl geleistet und die Welt damit wieder ein Stück sicherer & besser gemacht habt...:D
 
Danke für das Beispiel Tarantoga. Sowas ähnliches habe ich auch drin, allerdings im Kapitel "Einleitung", das ein Oberkapitel zum Motivationskapitel ist.

Um mal ein paar Details rauszurücken, mein Problem ist grundsätzlich schon von anderen Leuten gelöst worden, aber ich bin der erste, der es auf ein Mobiltelefon bringt.

Da hab ich dann von der Zeitersparnis geredet in der Einleitung, wenn man das nun unterwegs erledigen kann und nicht erst zuhause am PC. Also müsste ich das quasi als Motivation bringen.

Zum Vorstellungsgespräch,
also da hatte ich ja bisher nur das Gespräch für mein Praxissemester damals (Dipl Arbeit mache ich in dieser gleichen Firma und zukünftige Anstellung ist ebenfalls dort beabsichtigt, kein weiteres Gespräch benötigt) und da hatte ich auch gesagt, dass es für beide Seiten von Vorteil ist. Für die Firma weil ich bereits Java und dies und das kann, und für mich, weil ich mich in einen Zukunftsmarkt einarbeiten kann. Von Idealismus keine Spur.
 
Sunrize:
Da hab ich dann von der Zeitersparnis geredet in der Einleitung, wenn man das nun unterwegs erledigen kann und nicht erst zuhause am PC. Also müsste ich das quasi als Motivation bringen.
Das klingt doch gut, dass solltetst Du dann einfach ein wenig ausschmücken um Deinen Prof zufrieden zustellen. Also z. B. ausführen das es für Dich sehr wichtig war etwas zu entwickeln, dass den Menschen dabei hilft ihre Zeit effizienter zu nutzen und somit Lebensqualtität zu steigern, da sie effektiv über mehr Freizeit verfügen... Gleichzeitig haben Dich natürlich die technischen Aspekte des Projekts gereizt & die Möglichkeit das theoretische Wissen, das Du Dir während des Studiums angeeignet hast, in der Praxis anzuwenden. Zusätzlich hat Dich natürlich der Gedanke ein innovatives Produkt für Deine Firma zu entwickeln motiviert, denn davon profitiert sowohl die Firma, als auch Du selbst - immerhin legst Du so den Grundstein für Deine Laufbahn... BlaBlaBla

Ich weiß das ist nicht jedermanns Sache so auf die Kacke zu hauen - betrachte es einfach als social engineering...:wink:
 
Hätte ich BWL studiert, wäre ich bestimmt gelobt worden, wenn ich das Wort Geld ganz oft verwendet hätte. Vielleicht auch ein Grund, warum Manager noch immer mehr verdienen als IT Jungs. Ich werde mir mal für meinen Vortrag etwas Idealismus aus den Fingern saugen. Danke soweit.
 
Wozu Idealismus irgendwo erfinden, wo keiner ist? Auch wenn die Reden von Steve Jobs anders klingen: letztlich baut Apple auch nur Geräte, um damit Geld zu verdienen, nicht weil damit die Welt ein besserer Ort wird.

Letzlich ist doch nicht entscheidend, warum du das gemacht hast, sondern wie.
 
Ja, sehe ich auch so. Aber mein Prof hat explizit dieses Kapitel angesprchen, dass ich das besser machen soll in meinem Vortrag. Klar ich kann mich nun auch quer stellen und sagen was ich denke. Ich hab noch ein paar Tage Zeit zum nachdenken. Ich habe 2 anderen Arbeiten anderer Leute vorliegen, die von diesem Prof mit einer "1" bewertet wurden. Darin sind die Motivationskapitel sehr iealistisch und die Leute reden, wie sie sich seit Jahren für das Thema interessieren.
 
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