Notebook Kaufberatung - auf was sollte man achten?

easteregg

Member of Honour
Heyho,

da hier in letzter Zeit öfters Fragen bezüglich der Auswahl eines Notebooks aufgetaucht sind, möchte ich meine Erkenntnisse mit euch teilen.

Für was braucht man das Notebook:

Erstmal sollte vorweg geklärt werden, dass es kein Universalnotebook schlechthin gib! Je nach Anwendungsbereich muss man Abstriche machen! Man sollte sich beim Kauf eines Notebooks als erstes im klaren sein, was man wirklich will und vorallem braucht. Ein Notebook zum spielen ist an sich quatsch, da tuts auch ein normaler PC der bei einem bruchteil der Kosten wesentlich leistungsfähiger ist!

Hier ein paar grundlegende Anwendungsszenarien:

Unibegleiter/Mobiler Arbeitsplatz fürn Zug:

Wichtig:
  • Akkulaufzeit
  • Portabel (nicht zu groß, nicht zu schwer)
  • Möglichst ein mattes Display
  • Größen von ca. 11-14 Zoll
  • LowVoltage Prozessoren, geringere Taktraten
Unwichtig:
  • Grafikleistung

Beim Unibegleiter ist vorallem die Laufzeit des Geräts wichtig, sprich ein guter Akku und Stromspaarende Komponenten. Um ein Notebook mit einer integrierten Grafiklösung wird man dabei kaum herrum kommen. Es gibt zwar Hybridlösungen, die eine potente Grafikkarte bei Bedarf zuschalten können, dies geht aber meist auf die Größe und das Gewicht des Gerätes!
Doch vor allem letzteres ist ausschlaggebend! Auch wenn man anfangs denkt, die 4 Kilo 15,4" kann ich gerne mit mir rumschleppen, soviel ist das auch nicht - es täuscht. Ich habe selbst jahrelang ein 15,4" Zoll Notebook mit mir rumgeschleppt... jetzt ein kleines 12" ... an das große Ding denk ich nichtmal mehr wenn ich das Haus verlasse!
Wichtig ist auch der Displaytyp! Ein Schminkspiegel bringt einem in der Uni nicht vorran! Weiter gehts mit der Tastatur. Auf einem Netbook mit 10 oder 8" ist ein angenehmes tippen nur mit sehr kleinen Händen möglich, zumal dort die Auflösung arg bescheiden ist und man nur noch hoch und runter scrollen darf. Daher fällt nen Netbook für den Idealen Unibegleiter gänzlich raus.

Weiterhin kann man sich bei Unibegleiter überlegen, ob man eventl. zu einem TabletPC greift. Hier ist die Eingabe per Stift möglich und man kann mithilfe von Programmenw wie MS OneNote bequem Handschriftliche Notizen tätigen. Damit sind auch schnell gekritzelte Diagramme in Mathe und co kein unlösbares Problem mehr. Die Verwaltung geht im falle von OneNote einfach von der Hand und erlaubt sogar eine Volltextsuche durch die sehr ausgereifte Schrifterkennung. Auch der Alltagsbetrieb als Tablet ist durchaus angenehm und kann mit Gestenerkennung und einer sehr guten Handschrifterkennung unter Windows 7 gegenüber einem Normalen Notebook mithalten. Und wenn alle Stricke reissen nutzt man sein Tablet einfach als normales Notebook.

Bei Tablets wird unterschieden zwischen einem Slate und einem Convertible. Bei einem Tablet kann man das Display um 180° drehen und wieder zuklappen! Bei einem SlatePC hat man keine Tastatur und ist auf die eingabe mit Stift und/oder Finger angewiesen! SlatePCs sind aber nicht all zu sehr verbreitet und spielen daher in den meisten Fällen keine Rolle!

Ein paar Gedanken sollte man sich noch über die Lautstärke machen, mit einer Turbine will niemand in der Uni sitzen ;)

Zockkiste - Desktopreplacement - Cad/Workstation Notebook:

Wichtig:
  • Grafikleistung
  • Prozessorleistung
  • ab 15" Display, damit man auch was sieht ! ;)
Unwichtig:
  • Displayauflösung - wenns zum zocken ist reicht auch eins mit 1440x[x] Pixel, die Grafikkarten im Mobilbereich sind ohnehin nicht mit Desktopkarten zu verwechseln!
  • Akkulaufzeit, zum zocken am Akku sind die Notebooks in den seltesten Fällen ausgestattet!
  • Displaytyp! Ob matt oder glänzend ist geschmackssache! man wird kaum im freien zocken wollen!
  • Gewicht

Wichtig ist vorallem die CPU und GPU Leistung. Beim rest muss man fast immer grobe Abstriche machen! Das Notebook wird schwer, laut und die Akkulaufzeit verschwindent gering. Aber dafür kann man Problemlos das ein odere andere Spiel spielen! ;)

Wenn man zb Cadanwendungen damit befeuern will sollte man primär auf den Support der Grafikkarte achten. Viele CAD Programme bieten eine 3D Beschleunigung an, die aber teilweise nur mit den Professionellen karten der Nvidia Quadro Serie oder ATIs FireGL nutzbar ist. Da sollte man sich vorher Informieren. Wichtig ist dann auch die Auflösung, für ein angenehmes Arbeiten bieten sich zb 15,4" Displays mit auflösungen um die 1920x1200 an. Dann macht aber ein großer Teil des Preises nur das Display aus - und das ist nicht wenig!

Das Netbook:

Wichtig:
  • Klein
  • Gute Akkulaufzeit
  • sehr geringes Gewicht
Unwichtig:
  • Tippquallität der Tastatur (einfach zu klein auf Dauer)
  • Prozessorlaufzeit - der Atom ist lahm. das kann man nicht schön reden. selbst mit youtubevideos bekommt der teil probleme, aber es ist zu ertragen!

Netbooks sind (meiner Meinung nach) nicht zum Arbeiten konzipiert. Viel zu klein die Auflösung (meist nur 1024x600), die Tastatur lässt sich auf Dauer und vorallem mit großen Fingern nicht sinvoll betippen, mehrere Anwendungen nebenher und der (meist verbaute) Atom ist am Anschlag und nix geht mehr!
Netbooks sind vorallem dafür da, wenn man mal eben nebenbei die Mails checken willst oder eben in der Uni eben was runterlädt oder hin und wieder mal Musik oder Videos schauen will! Auch in Kombination mit einem UMTS Stick kann man im zug oder eben mal im Cafe mit einem Netbook seinen spaß haben, wenn man nicht darauf angewiesen ist, längere mitschriften zu tätigen! Vorallem Preiswert sind sie.

Die Hersteller:

Ich hab unterschiedliche Erfahrungen gemacht, aber da berichtet wohl jeder von was anderem... Daher hier MEINE Meinung ;) Gut zu gebrauchen sind Notebooks von Lenovo, Asus, Apple und Sony.
Negative Erfahrungen hab ich persönlich vorallem mit Billiganbietern wie Medion und co gemacht. Klar kann man das Lenovopendant mit der selben Ausstattung im Supermarkt um die Ecke für augenscheinlich 400€ weniger bekommen. Man muss sich aber im klaren sein , dass das fast immer auf Kosten der Verarbeitungsquallität geht (Kühlkonzept,Gehäuseverarbeitung,Abstimmung der Komponenten) und vorallem auf kosten des Supports. Wenn man bedenkt, wie fehleranfällig Notebooks im allgemeinen sind (viel Technik auf kleinem Raum mit wenig Kühlpotential...), ist das ein Punkt der nicht unter den Tisch fallen sollte! (http://www.tecchannel.de/news/578001/gartner_20_prozent_der_notebooks_haben_hardware_fehler_im_ersten_jahr/)

Nun noch ein paar Betrachtungen zu den einzelnkomponenten.

Display:

Das Display sollte vorallem eine angenehme Auflösung bieten. Ich persönlich bevorzuge hochauflösende Displays - mein Tablet als beispiel hat 1400x1050 Pixel auf 12" Diagonale im 4:3 Format! Nur leider drücken die den Preis extrem nach oben! Es gibt aber auch andere extreme mit Displays von 18" und mehr die aber dennoch nur eine 1680x1050 Auflösung bieten. Die sind dann sehr Preiswert und zum Filmschauen reichts, aber fürs arbeiten nicht so gut zu gebrauchen! Abseits von der Auflösung sollte man sich über den Displaytyp Gedanken machen. Es macht einen erheblichen unterschied ob man ein billiges TN Panel verbaut hat, oder ein Hochwertiges S-IPS Panel. Leider sind die Informationen darüber nicht immer so einfach zu finden. Die Art des Displays entscheidet aber vorallem über den Blickwinkel, grade wenn man seitlich auf das Display blickt, hat man mit einem TN Panel arge Abstriche zu machen, Farbverfälschung, Kontrastarmut etc...
Für das arbeiten unter freiem Himmel oder auch im stark ausgeleuchteten Unihörsaal sollte man auf den Einsatz von einem spiegelnden Display verzichten. Klar ist das bild angenehmer von der Farbdarstellung, das bringt einem aber auch nichts, wenn man dafür nur noch die reflexion der Lampen sieht.
Die mittlerweile aufkommen OLED Displays sollten auch nicht unerwähnt bleiben. Die Hintergrundbeleuchtung von einem Notebookdisplay ist einer der größten verbraucher im Notebook. Auch wenn Notebooks mit OLED Displays teuer sind, so schlägt sich dies jedoch direkt in der Akkulaufzeit nieder!


Prozessor/Grafikkarte:

Für das normale arbeiten am Notebook reicht ein dualcore Prozessor ab ~1,6 Ghz zu. Damit kann man Problemlos HQ Flashvideos im Internet schauen oder auch mal das eine oder andere Spiel spielen. Anders siehts dabei aus, wenn man mit dem Notebook wirklich primär Spielen möchte oder Bluerayvideos schauen will (entsprechendes Laufwerk vorrausgesetzt). Aber um so schneller die CPU oder GPU, um so schneller ist der Akku auch leer. Ich würde generell zu einem Notebook mit IGP und einem LowVoltage Prozessor raten. Denn ein Notebook ist nunmal nicht zum spielen gedacht.

Ram und Festplatte:

Diese beiden Komponenten sind wohl jene beiden, die man bei fast jedem Noteboook problemlos tauschen kann - vorallem oft ohne die Garantie zu verlieren. Da es auch jene sind, die beim Nachkauf sehr sehr preiswert sind würde ich bei der Auswahl des Notebooks gar keinen Wert auf diese Komponenten legen. Die Nachgekauften sind mit wenigen Handgriffen eingebaut und meist wesentlich besser an die Bedürfnisse angepasst. Ram kann man bekannter weise nur auf einem Weg ersetzen - Noch mehr Ram!
Bei der Festplatte sollte man seine Wahl je nach Platzbedarf treffen.
Es gibt allerdings auch den Weg der SSD. Sie sind zwar sehr teuer in der Anschaffung lohnen aber aufgrund von mehreren Punkten...
Zum einen sind sie extrem schnell, im gegensatz zu normalen laptop HDDs die meist nur mit 5,400RPM drehen sind die zugriffszeiten defakto nichtmehr vorhanden und die Zugriffszeit entscheiden maßgeblich über die Dauert von Programmstarts, dem Bootvorgang und dem durchsuchen der Festplatte. Die Sequentiellen Lese und Schreibraten sind dabei eher weniger von Bedeutung! Allerdings sollte man beim Kauf einer SSD nicht geizen und eine bedachte Wahl im bezug auf den verbauten SSD Controller treffen!
Hier mal eine grobe Liste von Produkten die in Frage käme, ansonst hat man selbst mit einer SSD nicht sehr viel Spaß!

-> http://geizhals.at/deutschland/?cat...~1195_Intel~1195_Samsung~257_SATA+II~1035_OCZ

Ein weiterer Vorteil ist der geringe Stromverbrauch von SSDs in einem Notebook -> Akkulaufzeit!
Und natürlich die Stoßfestigkeit. Keine Gefahr von headcrashs der HDD bei einer Erschütterung!

Restliche Komponenten:

Wie die restliche Ausstattung aussehen soll ist ganz die Frage nach dem geschmack.

  • Braucht man nen Cardreader?

  • Wlan haben sie alle, obs nun der Nstandard sein sollte, kommt auf die bereitsvorhandene Hardware an und auf die Ansprüche die man selbst stellt.
  • wird Bluetooth gebraucht, wenn ja welcher standard?
Kleine Notebooks bis 12" verzichten auch gerne auf das CD-Laufwerk. Ich persönlich umgehe dieses Problem einfach mit Programmen wie Deamontools. Wenn ich also wirklich mal eine InstallationsCD benötige, dann wird die auf einem normalen PC als Image bereitgestellt und dann im Notebook eingebunden.
Betriebsysteminstallation geht ab Windows Vista Problemlos via USB-Stick! (-> google)

Ausgänge - Anderes:

Je nachdem was man mit dem Notebook machen will, sollte man ggf. auf die Anschlussmöglichkeiten achten.

  • Braucht man eine Dockingstation?
  • Braucht man einen optischen/digitalen Soundausgang?
  • Braucht man HDMI?
  • Braucht man DVI? reicht VGA (D-SUB)?
  • Braucht man die Möglichkeit für einen Zweiakku?

Kaufort:

Ich würde mir das Notebook meienr Wahl immer im Internet kaufen. Die Abwicklung von Garantiefällen geht ohnehin fast immer über den Hersteller. Da brauch ich keinen Laden um die Ecke, der mir das Ding für 100€ mehr vertickt und beim Umtausch mich dumm macht und dann das Ding auch nur zum Hersteller schickt. Daher kann man sich dies alles spaaren und bei Probleme mit dem Gerät selbst direkt den Hersteller anschreiben.

Den Mediamarkt um die Ecke sollte man lediglich dafür nutzen, sich das Notebook vorher mal in Echt anzusehen. Dabei sollte man das Augenmerk vorallem auf die Verarbeitung legen (Spaltmaße, Stabilität des Dispalys (Torsion!), Luftauslass - nichts ist nerviger, als ein konstater warmer Luftstrom an der Maushand, weil die Lüftungsschlitze rechts sind!).

ich haben fertig:

Soweit so gut, wenn ihr für den kleinen Ratgeber noch Verbesserungsvorschläge oder andere Meinungen habt, dann her damit, ich bau sie mit ein!
 

simsim

New member
Ein weiterer Vorteil ist der geringe Stromverbrauch von SSDs in einem Notebook -> Akkulaufzeit!

Meines Wissens nach verbrauchen (zumindest manche) SSDs bei Maximalaufnahme zwar weniger Strom, sind aber immer auf Maximalaufnahme. Wer sein Notebook oft lange im Standby hat, hat ggf. eine geringere Akkulaufzeit. Kann ich zumindest bei einer OCZ 32GB SSD im Vergleich mit einer 120GB 5400rpm aus einem Macbook 2.1 bestätigen.
 

easteregg

Member of Honour
ich hab diese feststellung mit einer intel x25-m gemacht. und zwar noch die erste generation! da hat mein x61 im schnitt mindestens 1watt weniger verbraucht (was bei 9 watt idleverbrauch ne ganze menge ist).
im standby habsch allerdings keine probleme beobachtet!

edit:
ich hab nochmal geschaut nach den daten.

die x25-m verbraucht 0,15 unter last und 0,06 watt im idle.
ne seagate laptop hdd mit 5400 RPM:

1,54 -1,81 last
0,61 - 0,81 idle

zu den standbyverbrauch steht gar nichts dabei, ich bin mir aber auch grad nicht sicher, ob die nicht komplett abgeschalten werden.
aber selbst wenn die intel im idle hängen bliebe, es wäre mit sicherheit nicht mehr verbrauch als eine normale HDD ;)

quellen:

intel
seagate
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben