Das Problem ist, dass einfach unfassbar viel Entwicklungsarbeit in jedem Chip, jedem Board, ja jedem Bauteil steckt. Selbst Kondensatoren sind komplizierter in der Umsetzung als man denken mag. Ich durfte mir einmal ein integriertes Hochfrequenz-Bauteil auf Softwareebene zusammenklicken. Allein der theoretische Entwurf der Schaltung findet auf verschiedenen Ebenen, von denen ich nur eine gesehen habe, statt. Als "Halblaie" habe ich >12std für eine sehr sehr einfache Schaltung unter vereinfachten Bedingungen (z.b. Zimmertemperatur, schwankungsfreie Energiequelle, konstante, wohldefinierte Frequenz etc.) gebraucht. Völlig unvorstellbar was da erst an Arbeit für einen kompletten Chip drinstecken wird. Und mit jeder Neuentwicklung werden die Schaltpläne komplexer.
Welcher Irre legt seine, über viele Jahre, vielleicht Jahrzehnte, gewachsene Arbeit offen? Vorallem, wenn ihm diese Arbeit einen Marktanteil sichert, da die Anderen andere Konzepte verfolgen. Der tatsächliche physikalische Bau ist eher schon eine Routineangelegenheit, die standartisiert und automatisiert abläuft. In der Entwicklung steckt die Arbeit und wenn die erstmal offengelegt ist, kann jeder es problemlos kopieren. Deshalb würde nur minderwertige Ware quelloffen auf den Markt kommen. Die kauft man dann wirklich nur, wenn sie halbwegs günstig ist.
Ich hätte ja auch gerne mal Schaltpläne zu meinen Elektrogeräten. Es ist ärgerlich, wenn du ein kaputtes Gerät reparieren könntest, aber der Schaltplan fehlt. Natürlich kann ich aber die Firmen verstehen, wenn sie gerade sowas nicht rausgeben.
Ich wäre übrigens tatsächlich einer der 10.000 Freaks die sich sowas kaufen würden - aber maximal zum üblichen 350€ Preis eines Netbooks.