Partitionieren u.a. einsatz des LVM

Hallo Community,
bin daran ein Linux BS zu installieren.
Und stehe vor dem Problem, wie ich das System partitioniere.

Sollte ich den LVM einsetzten oder eine normale partitioniertung durchführen ?,
sprich "/boot" "/usr" "/ect" und wie sie sonst alle heißen alle einzeln speicherplatz zuweisen?

Eine zwischenfrage hätte ich und zwar habe ich mich nur minimal mit der Funktion und Einsatz des LVM beschäftig, würde gerne wissen wollen welche vorteile es gibt die den einsatzt befürworten.

Sollte mir die Funktion eine LVM erklären, dann bitte für einen Laien der lediglich die typischen Grundbegriffe und Funktionsweisen eines Computers kennt.

Ich bedanke mich für jede hilfreiche Antwort

Qeyos
 
Ob man LVM einsetzt oder nicht, macht man primär an 3 Punkten fest:

1. Wird man in Zukunft evtl. die Notwendigkeit haben die Partitionen während der Laufzeit zu vergrössern?
2. Besteht die Notwendigkeit einzelne Partitionen auf mehrere physische Laufwerke zu verteilen?
3. Will man die Snapshot-Funktionalität für einfache und schnelle Backups oder für Dateisystem-Rollbacks/Versionsmanagement von Partitionen nutzen?

Beantwortet man diese 3 Fragen mit "nein", ist der Einsatz von LVM mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht sinnvoll (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Die Aufteilung der Partitionen richtet sich nach dem Einsatzzweck des Rechners und die Umgebung, in der er arbeitet. Bei einem Desktop-Rechner reicht im Normalfall eine getrennte Home-Partition und der Rest kann auf eine einzelne Partition. Bei Servern bietet es sich an /var und /etc in ihrer Grösse zu begrenzen. Es vereinfacht auch einige Backup-Methoden, die mit Snapshots arbeiten, wenn man so z.B. Datenbereiche nicht sichert oder nur die Konfiguration sichert u.ä. Ausserdem sollte /tmp mit dem noexec-Flag gemountet werden, so dass auch da eine extra Partition sinnvoll ist. Die /boot abzutrennen macht Sinn, wenn man Systemrettungen z.B. mit der Sash macht/machen können muss und somit auch bei beschädigtem System noch einen "getrennt" bootbaren Kernel braucht.

Kurzum: Gib ein paar Infos mehr zu dem Einsatzzweck und den Aufbau des Rechners/Netzwerks, sonst kann die kaum jemand sagen was sinnvoll ist für deinen Fall und was nicht.
 
Soll ein Dualboot-System werden, Linux (Debian) u. MS Windows (XP).
Einsatzzweck, Desktop-Rechner, soll nach möglichkeit für viellerlei Zwecke dienen.

Multimedia-,Produktiv-, was alles so infrage im Privatenbereich vorkommen könnte.

Ob ich es für notwendig halte in Zukunft die Partition "während der Laufzeit zu vergrößern" , wird sich zeigen.

Gegenfrage ist es sinnvoll einzelne Partitionen auf mehrere physische Laufwerke zu verteilen ?, kann leider nicht darauf antworten denn bislang befand ich mich nicht in einer situation in der es mir notwendig erschien.

Ich denke, dass es selbstverständlich ist das man nach einer bestimmten Zeit seine Daten sichern möchte, daher meine antwort vorerst "ja".

Ich hoffe das ich jetzt den genaueren Einsatzzweck des Rechners genannt habe.

Gruß

Qeyos
 
Es ist zumeist nicht sinnvoll, sondern notwendig eine Partition auf mehrere physische Laufwerke zu verteilen, weil z.B. mehr Daten in die Partition müssen als auf eine einzelne Platte passen. Wenn du einen Desktop einrichten willst, dann vergiss LVM. Mache dir 3 Partitionen für swap, /home und /. Alles andere ist im Desktop-Bereich unnötig. Backups kannst du auch mittels tar, rsync oder sonstigem machen. Dafür musst du nicht zwingend LVM-Snapshots nutzen. Diese nutzt man vor allem dann, wenn man diese Backups für Runtime-Rollbacks nutzt, was zumeist nur auf Servern notwendig ist um möglichst schnell einen alten Datenbestand wiederherzustellen.
 
also ein vorzug von lvm ist, dass es zb mehrere festplatten zu einem volume zusammenfassen kann.

du wirst das problem von windows kennen. wenn deine festplatte fast voll ist, dann baust du eine weitere festplatte ein, die unter einem neuen laufwerksbuchstaben auftaucht. dann hast du einen teil deiner daten auf c und den rest auf d (mal als beispiel). das kann entscheidende nachteile haben und ist ausserdem nervig.

mit lvm kannst du unter linux durch eine weitere festplatte deine bestehenden partitionen nachträglich vergrößern, wenn der platz nicht mehr ausreichen sollte.
mal grob gesprochen, wenn du dein system auf einer 500GB platte installiert hast und du hängst später eine weitere platte dazu, dann wirkt das so, als würde sich das bestehende system plötzlich auf einer 1000GB platte befinden. (also ganz ganz einfach ausgedrückt)

nachteile:
-dein windows im dualboot hat nichts davon
-lvm ist nicht unbedingt was für anfänger
-wenn das system abschmiert und du mit einem rettungssystem arbeiten musst, dann ist lvm für anfänger meist eine unüberwindliche hürde um wieder an die daten zu komen
-wenn eine der platten ausfällt, hast du plötzlich lauter "lücken" in deinem dateisystem und oftmals geht dann nix mehr.
da dein system auf mehrere platten verteilt ist, steigt die ausfallwahrscheinlichkeit an, dem kann man nur durch redundante speichersysteme (raid) und backups begegnen.

die wahrscheinlichkeit, dass eine desktopplatte in den ersten 5 jahren ausfällt, liegt bei ca 8% und wächst danach rapide an. bei zwei festplatten beträgt die wahrscheinlichkeit für einen datenverlust in deinem system dann schon 15,4%. ausserdem wächst die ausfallwahrscheinlichkeit zb mit der betriebstemperatur und mit mehreren festplatten wird es im desktop meist auch wärmer. eine mtbf von 600000h bedeutet nicht, dass die platten im mittel 68jahre lang halten!!!!
 
Sehe ich das falsch? erhöht sich bei einem LVM nicht die Ausfallwahrscheinlichkeit? Wenn eine Platte dieser logischen Partitionen abraucht.. ist doch die ganze Partition verloren, oder?
 
Nein, es ist nur der Teil verloren, der in der entsprechenden logischen Partition liegt. Man kann sie dann im Normalfall aus dem LVM-Verbund rausnehmen und der Rest läuft weiter.
 
Original von bitmuncher
Nein, es ist nur der Teil verloren, der in der entsprechenden logischen Partition liegt. Man kann sie dann im Normalfall aus dem LVM-Verbund rausnehmen und der Rest läuft weiter.

vorsicht bei lvm mit -stripes , da ist im normalfall alles futsch wenn eine platte ausfällt (ähnlich raid 0)
 
Zurück
Oben