bietet Kryptography Schutz gegen DoS und Traffic-Flow-Analyse?
Ja in Bezug auf die (D)DoS-Thematik. DoS bezeichnet letzten Endes ja nur den missbräuchlichen Service eines Dienstes, egal zu welchem Zweck. Üblicherweise setzt man zur Verteidigung gegen DoS auf Authentifizierungsmechanismen (Wer ist der Netzwerkteilnehmer? Hat er/sie die Berechtigung zum Senden des Pakets?). Diese können durchaus Kryptographie (z.B. 802.1X) enthalten, müssen aber nicht (Network Ingress Filtering).
Ja auch in Bezug auf Traffic-Flow-Analysen. Bestes und einfachstes Beispiel stellen Anonymisierungsnetzwerke wie TOR da, die ohne Kryptographie nicht funktionieren würden.
Der Punkt, dass Kryptographie mit Bedacht eingesetzt werden sollte und nicht immer hilfreich, ja sogar in einigen Fällen kontraproduktiv ist, ist allerdings korrekt und ein sehr wichtiger Punkt zugleich. Man sollte z.B. bedenken, dass Operationen in asymmetrischen Krypto-Systemen sehr rechenaufwändig sein können, was kleinere Server oder Netzwerkkomponenten schnell an ihre Grenzen stoßen lässt. Hier stellt Kryptographie also vielmehr das Problem dar, als dass dadurch Probleme gelöst werden können. Damit ist der Einsatz nicht per sinnvoll, es kommt vielmehr auf den speziellen Anwendungsfall an.
Bzgl. IPSec: Entscheidend für die Verschlüsselung der IP-Header-Felder sind die Betriebsmodi (Transport vs. Tunnel) und Header (AH vs. ESP). Auch hier gilt wieder: Es kommt auf den Einsatzzweck und die Konfiguration an. Die Frage ist damit nicht mit Ja oder Nein zu beantworten.