Sinn von www.antipiracy.de (proMedia)?

Original von valenterry
Diebstahl? Wer hat etwas geklaut und wer hatte vorher etwas, was ihm jetzt fehlt?

[...]

Klar, dann fehlt denen nach dem Diebstahl ja auch die CD bzw. die DVD, die sie bereits vorher ausgestellt hatten.

Der Schaden entsteht nicht dadurch, dass das Produkt nach dem Diebstahl fehlt, sondern dass die Einnahmen durch einen eventuellen Kauf fehlen.
Diebstahl bedeutet auch eigentlich nicht zwingend, dass nachher etwas fehlt, sondern dass man sich etwas ohne der Erlaubnis des Besitzers aneignet.
Ich bin mir sicher, dass fast jeder mit einem einigermaßen normalen Moral-Empfinden das auch so sieht. Die meisten machen sich und anderen nur gerne was vor, um ihre Taten zu verharmlosen.
Auch geistiges Eigentum kann man stehlen.

Original von valenterry
Nein, das ist nicht verständlich. Wollen wir einfach mal ein paar Diebe köpfen, die Zigaretten geklaut haben? Ist doch toll, hat bestimmt eine Abschreckungswirkung.

Wer sagt den was von Köpfen? Man sollte die Kirche doch im Dorf lassen.

Original von valenterry
Sorry, aber du hörst dich wirklich an, als ob den von der MI gekauft wärst.

Schön wär's. Etwas mehr Geld könnte ich wirklich gebrauchen.
Meine Haltung hat hauptsächlich zwei Ursachen. Zum einen weiß ich, wie es ist für sein geld hart zu arbeiten. Wenn ich für etwas arbeite, will ich auch etwas davon haben. Wäre ärgerlich, wenn jemand mich darum betrügt. Und zum anderen geht es mir auf die Nerven in welche Richtung sich die deutsche Musikszene wegen so etwas bewegt.

@CDW:
Wenn man eine Straftat begeht, und erwischt wird, muss man nicht nur den Schaden ersetzen, sondern auch eine Strafe ableisten. Und das Strafmaß ist normalerweise gesetzlich geregelt. Es gibt eine Ober- und eine Untergrenze. In diesem Raum kann der Richter entscheiden.
Außerdem ist es schwierig den genauen finanziellen Schaden beim Filesharing zu beziffern. Klaut man eine CD, steht der Schaden auf dem Preisschild. Wenn man aber eine MP3 zum Download anbietet, und die getauschten Files werden wiederum weiter getauscht, potenziert sich das zu einem Schneeballeffekt. Der Schaden dadurch kann dann schnell in sechstellige Summen gehen, vor allem, wenn man nicht nur eine Datei, sondern sehr viele tauscht (was die Regel ist).
 
Original von GambaJo
Original von valenterry
Diebstahl? Wer hat etwas geklaut und wer hatte vorher etwas, was ihm jetzt fehlt?

[...]

Klar, dann fehlt denen nach dem Diebstahl ja auch die CD bzw. die DVD, die sie bereits vorher ausgestellt hatten.

Der Schaden entsteht nicht dadurch, dass das Produkt nach dem Diebstahl fehlt, sondern dass die Einnahmen durch einen eventuellen Kauf fehlen.
Diebstahl bedeutet auch eigentlich nicht zwingend, dass nachher etwas fehlt, sondern dass man sich etwas ohne der Erlaubnis des Besitzers aneignet.

Doch, siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Diebstahl
Du magst das richtige meinen, aber bitte versuch die richtigen Begriffe zu benutzen. Man sollte die miesen Kampagnen der MI nicht noch unterstützen und die deutsche Sprache verunstalten.

Ich bin mir sicher, dass fast jeder mit einem einigermaßen normalen Moral-Empfinden das auch so sieht. Die meisten machen sich und anderen nur gerne was vor, um ihre Taten zu verharmlosen.
Auch geistiges Eigentum kann man stehlen.

Nein, du tust es schon wieder. "Stehlen" würde bedeuten, dass der andere es nachher nicht mehr besitzt. Verwende lieber das Wort "kopieren" oder auch "unrechtmäßig/illegal kopieren".
Inwieweit _ausgebliebene_ Einnahmen einen Verlust darstellen, ist eine sehr philosophische Frage.
Dazu ein Beispiel: Otto hat kaum Geld. 100% seines Geldes, muss er für seinen Grundbedarf ausgeben. Nun lädt sich Otto ein Musikstück herunter, welches er sich nicht und niemals leisten könnte.
Wie würdest du diese Situation moralisch betrachten? Würdest du es ihm verbieten?
Und was ist, wenn er dadurch zumindest ein bisschen glücklicher und besser gelaunt und weniger sozial ausgeschlossen ist, sodass er auch in seinem Beruf engagierter ist und mehr leistet, was letztendlich wieder allen zu Gute kommt?


Original von valenterry
Nein, das ist nicht verständlich. Wollen wir einfach mal ein paar Diebe köpfen, die Zigaretten geklaut haben? Ist doch toll, hat bestimmt eine Abschreckungswirkung.

Wer sagt den was von Köpfen? Man sollte die Kirche doch im Dorf lassen.

Niemand redet über Köpfe (außer mir). Ich wollte versuchen an einem übertriebenem Beispiel zu erklären, warum Abschreckung durch drakonische Strafen immer falsch ist.

Original von valenterry
Sorry, aber du hörst dich wirklich an, als ob den von der MI gekauft wärst.

Schön wär's. Etwas mehr Geld könnte ich wirklich gebrauchen.
Meine Haltung hat hauptsächlich zwei Ursachen. Zum einen weiß ich, wie es ist für sein geld hart zu arbeiten. Wenn ich für etwas arbeite, will ich auch etwas davon haben. Wäre ärgerlich, wenn jemand mich darum betrügt. Und zum anderen geht es mir auf die Nerven in welche Richtung sich die deutsche Musikszene wegen so etwas bewegt.

Ich denke wir sind uns einig, dass Personen, die Musik herunterladen ohne etwas an die Künstler zu zahlen, obwohl sie einen Vorteil durch diese Musik haben und das Geld entbehren könnten, nach unserem (deinem und meinem) moralischen Bild falsch handeln und dafür auch bestraft werden sollte.
Aber: Schlechtes mit Schlechtem zu bekämpfen, bringt nichts. Klar, man kann Erpresser erpressen, damit sie niemanden mehr erpressen, aber ist das wirklich gut?
(FSM, verzeih mir meine bescheuerten Beispiele!)

@CDW:
Wenn man eine Straftat begeht, und erwischt wird, muss man nicht nur den Schaden ersetzen, sondern auch eine Strafe ableisten. Und das Strafmaß ist normalerweise gesetzlich geregelt. Es gibt eine Ober- und eine Untergrenze. In diesem Raum kann der Richter entscheiden.
Außerdem ist es schwierig den genauen finanziellen Schaden beim Filesharing zu beziffern. Klaut man eine CD, steht der Schaden auf dem Preisschild. Wenn man aber eine MP3 zum Download anbietet, und die getauschten Files werden wiederum weiter getauscht, potenziert sich das zu einem Schneeballeffekt. Der Schaden dadurch kann dann schnell in sechstellige Summen gehen, vor allem, wenn man nicht nur eine Datei, sondern sehr viele tauscht (was die Regel ist).

Auch hier machst du wieder wesentliche Fehler, weil dir das grundlegende Verständnis zu fehlen scheint. Mal wieder eines meiner berühmten Beispiel (:rolleyes:) :
Du klaust in einem Geschäft eine Pistole und schenkst sie einem wildfremden Menschen auf der Straße. Dieser bringt mit der Pistole 5 Menschen um. Wer muss für den Schaden aufkommen?
Sicher nicht du selber alleine, wenn überhaupt nur teilweise. Abgesehen davon: die MI muss beweisen, dass ihnen ein Schaden entstanden ist. Was ist beispielsweise, wenn die anderen, denen du die Datei übermittelt hast, diese nichtmal angehört und gleich wieder gelöscht haben? Auch wenn das nur selten jemand tut: die MI muss ihren Schaden beweisen, nicht du, dass es keinen Schaden gab. Da aber leider auch vielen Richtern (wir haben imho zu wenige) das Verständnis dafür fehlt, gibt es doch Urteile, die völlig widersprüchlich zur natürlichen Logik sind.
 
Klaut man eine CD, steht der Schaden auf dem Preisschild. Wenn man aber eine MP3 zum Download anbietet, und die getauschten Files werden wiederum weiter getauscht, potenziert sich das zu einem Schneeballeffekt. Der Schaden dadurch kann dann schnell in sechstellige Summen gehen, vor allem, wenn man nicht nur eine Datei, sondern sehr viele tauscht (was die Regel ist).
I.R sind es Schadensersatzansprüche, keine Strafen, die man zahlen muss. Im übrigen ist eine Sachbeschädigung auch kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat ;). Wenn das Kind also Mist baut, sollte man den Eltern zwar auf die Finger hauen, aber nicht direkt die Arme brechen.
Und solange diese Ansprüche im Auftrag der MI durchgesetzt werden, ist es eigentlich egal, ob es der "böse" Anwalt oder die MI direkt macht und wo das Geld hingeht.

Weiter:
Der Schaden pro MP3 wird pauschal mit 10 000 Euro angesetzt.Bei einem Preis von 1 Euro pro Musikstück wird also angenommen dass 10 000 Leute es heruntergeladen haben?
Dann bitte aber nur 4000 Leute in D. wegen einem Lied abmahnen (mehr Internetanschlüsse gibt es nicht, sonst würde auch der Schaden doppelt und dreifach berechnet werden und das darf auch nicht sein).

Bei 1000 Abmahnungen mit einem durchschnittlichen Albumwert (25 * 10 000 =250 000, was in etwa der Realität entsprechen dürfte) musste also der entstandene Schaden 250 000 000 betragen und die Leute sollten froh sein, dass sie nur mit einer kleinen Abmahngebühr weggekommen sind.

Nun mahnt man in einem Jahr 10 000 Leute ab. Denn diese haben einen Schaden von 2 500 000 000 Euro verursacht!!! Doch halt - das wäre ja fast (-200 000 Euro) der Gesamtumsatz der MI in Deutschland - im Jahre 1998, als das Problem der Tauschbörsen noch gar nicht bestand. http://www.musikindustrie.de/jwb_ueberblick07.html

Erinnert mich sowieso an "Börsenspiele" in denen Geld aus der "Luft" entstehen und sich genauso in "Luft" auflösen kann.

Denn: seit 1999 hat z.B die Computerspiele/Unterhaltungsbrachne kräftig zugelegt.
von 731 Mio Euro http://www.heise.de/newsticker/Deut...-sucht-den-Weg-aus-der-Nische--/meldung/32035
auf 2,3 Mrd im Jahre 2007
http://www.heise.de/newsticker/Umsa...spielen-gewachsen--/meldung/106538/from/rss09

kann es nicht der "verlorene Anteil" der MI sein? Ich halte nämlich nicht viel von der "Geld aus der Luft" Theorie - d.h realistisch betrachtet haben die Leute nicht mehr Geld als 1998 zur Verfügung und können es demnach auch nur einmal ausgeben - und entscheiden sich lieber für Spiele. D.h auf dem Unterhaltungsmark buhlen nun nicht nur Videos, Musik sondern auch Spiele um die Gunst des Verbrauchers - dieser hat aber nicht mehr Mittel zur Verfügung.

Und nein, ich bin kein Verfechter der "Tauschenden Rebellen". Aber man sollte auf dem Boden der Tatsachen bleiben und nicht dramatisieren. Es mag unangenehm(für Produzenten etc) und falsch sein, dass Musik getauscht und "umsonst" gehört wird. Ob dadurch aber _tatsächlich_ finanzieller Schaden ensteht, ist eine andere Frage. Auf "Teufel komm raus" die alten Umsätze heraufzubeschwören und die Augen vor der aktuellen Situation zu verschließen ist sicherlich keine Lösung.
 
GambaJo, ich weiß nicht in welcher Welt du lebst... aber Realität sieht anders aus...

Original von GambaJo
Original von 0mega
kleine künstler, geringe überlebenschance? ich kenne zwei kleine bands persönlich. die mitglieder sind sogar froh, wenn ihre musik kostenlos herumgeschickt wird, weil sie dadurch einen höheren bekanntheitsgrad erzielen können. das hab ich mir auch nich ausgedacht sondern is deren eigene meinung.

Dann warte mal, bis sie tatsächlich einen Plattenvertrag bekommen sollten. Dann wird sich die Meinung ganz schnell ändern. Erst recht, wenn die Band nicht nur ein Hobby, sondern Beruf ist. Beim Bäcker kriegt man nämlich keine Brötchen für einen hochen Bekanntheitsgrad.


Zum Thema Finanzen:
die Band bekommt nur einen winzigen Bruchteil des CD-Preises ab... den Großteil verschlingen die Labels...
Wikipedia - Audio-CD
Plattenfirmen (?Labels?): 25 %
Vertrieb 22 %
Handel 20 %
[/b]Mehrwertsteuer[/b] 15,966* %
Künstler 7 %
GEMA 6 %
Herstellung 4 %

*: 19 Prozent Mehrwertsteuer auf den Nettobetrag entsprechen knapp 16 Prozent Mehrwertsteuer vom Bruttobetrag.


Zum Thema Bekanntheitsgrad und Ansehen, wenn Lieder kostenlos weitergegeben werden, CDs ohne Kopierschutz sind, etc.:

Beispiel 1
mein Lieblingsbeispiel... Die WiseGuys - eine Acapella-Band aus Köln...
es gibt ein Phänomen bei dieser Band, was ich so noch kein zweites mal gesehen hab: fast jeder Fan wird auf die WiseGuys aufmerksam, indem er erstmal von irgendjemanden MP3s oder gebrannte CDs bekommt... hört sich diese an, geht zum Konzert und kauft sich meist dort die erste Original-CD der Band...
Der Grund: die Band geht ganz locker mit der Tatsache um. Zu jedem Konzert findet eine Umfrage statt:
  1. Wer von euch hört und sieht die WiseGuys heute das erste mal live in einem ganzen Programm?
  2. Wer von euch ist mehr als ... Kilometer angereist, um das Konzert zu besuchen?
  3. Wer von euch besitzt mindestens 1 Tonträger von den WiseGuys?
  4. Und wer von euch hat nicht nur gebrannte, sondern auch originale CDs von uns im Schrank stehen?
Desweiteren gibt's nach jedem Konzert noch ein AfterGlow, wo man auch mal persönlich mit denen Quatschen kann.
Resultat: man hört die gebrannten CDs, ist begeistert, geht zum Konzert (die Band verdient), alle Erwartungen werden übertroffen, man merkt, was für nette Kerle die sind und bekommt ein schlechtes Gewissen und kauft doch die Original-CD (die Band verdient wieder)

Ich hatte am Anfang fast alle Alben auf MP3-CD... mittlerweile fehlen mir nur noch wenige Originale...


Beispiel 2
Die Ärzte / Farin Urlaub

Es gibt eine offizielle Seite, auf der Bootlegs von DÄ angeboten werden - kill-them-all.de
CDs, die es nur in begrenzter Stückzahl auf bestimmten Konzerten gab (z.B. "5,6,7,8 Bullenstaat") gibt's zum freien Download auf bademeister.com
B-Seiten von Farin Urlaub (also Lieder, die nur auf den Singles als Zugabe sind), gibt es zum Download auf farin-urlaub.de

Müssen Die Ärzte oder Farin deshalb hungern? NEIN!
Farin und co. haben verstanden, wie man den Schwarzmarkt / die Raubkopiererei eindämmt:
  • man muss nicht wegen jedem Lied jede Single kaufen, wo man doch das Album schon hat
  • man nimmt alles etwas lockerer, finanziert Projekte zur freien Verteilung von Bootlegs (und behält damit gleichzeitig die Kontrolle, dass nicht doch auch mal ne "richtige" CD dort landet)
  • man arbeitet FÜR die Fans, nicht GEGEN sie - Ärzte-CDs sind immer OHNE KOPIERSCHUTZ -
    keinkopierschutz.gif
  • man bietet auf den Original-CDs besondere Extras (versteckten Track vor dem ersten Lied, Beigaben zu den CDs, ausgefallene CD-Hüllen, etc.) auf dass sich für einen Fan die Original-CD auch lohnt.

Original von GambaJo
Zum einen werden hier nur wirklich große Fische, also mit viel Datenvolumen gejagt, für alles andere hat unsere Strafverfolgung keine Ressourcen.

Da kennst du die deutsche Justiz aber schlecht...
Wie gesagt: die schießen in ihrem Abmahn-Wahn mit Kanonen auf Spatzen...

Mittlerweile sehen einige Staatsanwaltschaften das ein und weigern sich... aber bis vor kurzem sah das noch anders aus... Ich kenn Fälle, wo wegen EINEM angebotenen Spiel ne Abmahnung verschickt wurde...

Original von GambaJo
Zum anderen ist Diebstahl nun mal Diebstahl. Wenn Du im Kaufhaus eine CD, DVD, Puli, Topf oder sonst was klaust, kriegst Du auch dein Fett weg, wenn sie dich erwischen.

Prinzipiell ja.
Der kleine Unterschied liegt jedoch in dem nicht nachvollziehbaren Preis und den nervigen Kopierschutz-Mechanismen

Punkt 1: Die Musikindustrie hat den Sprung ins Internet verpasst. Sie hielten an alten Medien fest, statt mit der Zeit zu gehen... Nicht meine Schuld, sondern die der Musikindustrie...
Es haben sich - als logische Konsequenz - Tausch-Kulturen gebildet, welche schnell eine Menge an Vorteilen brachten:
  • es gibt viele Lieder oder Live-Auftritte, die im normalen Handel gar nicht verfügbar sind (die meisten Läden haben nunmal nur den Mainstream-Mist...)
  • man lernt schnell neue Bands kennen und kann in die Lieder reinhören
  • man konnte (z.B. mit dem alten Napster) Musik anbieten, ziehen und sich gleichzeitig mit den Dateibesitzern (oftmals sehr große Musik-Liebhaber) per Chat unterhalten.

Punkt 2: das erste, was die Musikindustrie dagegen unternahm, war: sich gegen die Musikliebhaber zu stellen und großartige Abmahnungen verschicken zu lassen, außerdem kamen immer treistere Kopierschutzmaßnahmen hinzu...

Punkt 3: als die Musikindustrie endlich begriffen hatte, dass sie die Musik selbst zum Download anbieten müssen, machten sie die nächsten Fehler: Preis und DRM



Hier einige Gründe für meine negative Einstellung bzgl. der Unterhaltungsindustrie... und ich bin gespannt, wie du mir die widerlegen willst...
  1. Wenn ich für einen einzelnen Download 99 Cent bezahl, macht das bei einer ganzen CD mit 20 Liedern rund 20 Euro... und da ist noch kein Rohling berechnet, an welchem die Musikindustrie durch gesetzlich festgelegte Abgaben wiederum verdient, ohne was dafür zu machen...
  2. Wenn ich die CD dagegen im Laden kauf (sollte es sie dort geben), zahl ich vieleicht 15 Euro und hab eine Original-CD.
    Fazit: wenn ich Musik downloade, dann um zu sparen, nicht um für weniger Produkt noch mehr zu bezahlen...
  3. Wenn ich die Lieder im Internet legal herunterlade, haben sie meistens ein DRM - DigitalRightsManagement - welches es mir unmöglich macht, die Dateien auf MP3-Player zu kopieren und dort abzuspielen (der eigentliche Grund, warum ich meine CDs als MP3s will...)
  4. Wenn ich eine CD mit Kopierschutz kauf, entspricht diese keinerlei CD-Standard und somit hat kein CD-Player die Pflicht, mir die CD ordnungsgemäß abzuspielen... gerade mein Discman im Auto macht da gerne mal Probleme... Zudem hat dank der Musik-Lobby unsere <ironie>überhaupt nicht korrupierte</ironie> Politik ein Gesetz durchgebracht, was mir mein Recht auf Privat-Kopie im Falle eines wirksamen Kopierschutzes verwehrt.
    Fazit: Wenn eine CD original in meinem Discman abzuspielen geht, seh ich keinen Grund sie zu brennen - wenn jedoch eine Original-CD in meinem Player NICHT läuft. DANN habe ich das Bedürfnis, diesen Schutz zu knacken und eine Kopie anzufertigen, die ich im Auto auch hören kann. somit werde ich als Musikliebhaber zum Schwerverbrecher
  5. jeder normale Hacker/Cracker, der einen Virus in Umlauf bringt, wird bestraft... SONY BMG darf sich jedoch die Frechheit herausnehmen, Millionen von Rechnern mit Rootkits zu infizieren.... nur zum Schutz geistigen Eigentums.... HALLO???

Und jetzt erzähl du mir nochmal was von wegen "die Musikindustrie hat alles Recht dazu, die Kopierer in den Knast zu stecken"

Original von GambaJo
Und dass die Industrie teilweise drakonische Strafen fordert, ist doch nur verständlich. Sie erhoffen sich eine Abschreckungswirkung dadurch.

das ist nicht verständlich, sondern völlig unangemessen und überzogen (wie schon erwähnt: Kanone ---> Spatz....)

Original von GambaJo
Kinder sollte man als Elternteil eh nicht alleine ins Internet lassen.
Bei Kindern von bis zu 10-12 Jahren kann man das vieleicht machen...
Aber bei einem 14-15 jährigen pupertierendem Jugendlichen kannst du dich als Elternteil nicht ständig hinter den Rechner stellen, dass das Kind ja nichts böses macht...
Irgendwo wollen die Jugendlichen in dem Alter auch mal Privatsphäre, wollen mit anderen Leuten Chatten, ohne dass ständig ein Elternteil mitliest, etc.


Original von GambaJo
Es gibt genug Seiten und Chats, auf denen Kinder nichts zu suchen haben und die für Kinder sogar teilweise gefährlich sind.

Dagegen hilft nur eins: das Kind hängt nicht direkt am Netz, sondern nur über nen Proxy - und da lassen sich gefährliche Seiten sperren (möglicherweise lässt sich das mit Filtern verbinden, die automatisch nach bestimmten Inhalten suchen und diese entweder gleich verbieten oder zumindestens dem Admin (bzw in dem Fall den Eltern) ne Nachricht zukommen lassen "Seite abc.de enthält möglicherweise gefährliche Daten" )
Desweiteren lässt sich über die Lösung mit dem Proxy auch die Internet-Zeit der Kinder begrenzen... da geht ab 21 Uhr eben kein WWW mehr und basta.


Original von GambaJo
Die Eltern, die das Kind einfach vor dem PC ?parken? und sich nicht darum kümmern, und ihre Verantwortung abgeben, sind in meinen Augen faul.

Da sollte man differenzieren:
sicherlich gibt es faule Eltern, die ihre Kinder einfach vorm PC "abstellen"... das finde ich, genau wie du, ziemlich bescheiden...
aber es gibt auch Familien, wo beide Elternteile arbeiten müssen, damit das Geld irgendwie reicht und vieleicht erst gegen 17 Uhr heim kommen - da ist das Kind schon längst daheim und ist unbeaufsichtigt...


Original von GambaJo
Diese Reserven nicht ewig halten. Menschen werden ihre Arbeit verlieren.

Deshalb muss die Musikindustrie endlich kapieren, dass sie MIT dem Kunden arbeiten müssen, nicht GEGEN den Kunden...

Original von GambaJo
Wir haben auch sehr arme Menschen in Deutschland.
... die sich auf Grund der Tonträger-Preise keine CDs leisten können und daher ab und zu ein paar Lieder über Tauschbörsen ziehen und dann zu Schwerverbrechern abgestempelt werden...
 
Da möchte ich doch auch mal ein paar Gerüchte aus der Welt schaffen.

- mir ist kein Fall bekannt wo jemand für das anfertigen einer Kopie für
den CD-Player im Auto bestraft wurde.
- Es sind eben nicht nur sozial Schwache die sich auf diese Art Musik beschaffen,
damit könnten Künstler und Labels leben.
- es wird zur Zeit nicht das Downloaden bestraft sondern das Anbieten, was mit dem
richtigen einstellen des Clients in allen mir bekannten Programmen zu verhindern
ist.
- die verlangten "Strafen" sind in der Regel verhandelbar und müssen auch nicht
auf einmal bezahlt werden, wobei es sich offensichtlich auch viele "leisten" können.
- Es gibt viele Wege sich Musik legal und kostenlos aufzunehmen. Sie erfordern
nur etwas mehr Geduld und man hat eventuell nicht alle Tracks der orginal CD.
- Livebands und lokale Bands mit internationalen Bands oder Studioproduktionen
zu vergleichen macht keinen Sinn. Nicht alles ist für eine Bühne geeignet.
- an der MI hängt noch viel mehr als nur die "Superstars". Vom Designer über den Studiomusiker bis zum
längst geschlossenen Plattenladen sind das einige die ihren Job verlieren werden
oder schon verloren haben.
- es handelt sich nicht, um einen Track oder ein Album, sondern um 100er Dateien
die zu genau diesem Zeitpunkt zur Verfügung gestellt werden. Was derjenige
bereits illegal gezogen hat oder ziehen würde, ohne Strafe, bleibt unentdeckt.
- von Tauschbörsen kann inzwischen auch nicht mehr geredet werden, da wesentlich
weniger Leute legal erworbene Musik (meine damit, dass sie sich die CD gekauft haben)
anbieten, wie downgeloadet wird. Die Meisten bieten nur das an was sie sich selbst
"geklaut" haben

Mein Resumee.
Es ist richtig, dass die MI einen Trend verschlafen hat, aber genauso werden durch
Filesharing Arbeitsplätze vernichtet.
Es ist richtig, dass CD´s und Musikportale beim erscheinen teuer sind, doch dies
liegt auch daran das sie nicht so oft genutzt werden, wie die "Tauschbörsen".

Ich denke es würde schon genügen, wenn sich die Leute überlegen würden, ob sie
den Track wirklich brauchen, den vieles wird nur geladen, weil es angeboten wird.

Gruss

btw. Musik auf CD, Festplatte, oder MP3-Player ist kein Grundnahrungsmittel.
 
Original von GambaJo
Original von 0mega
ansonsten: *plonk* :P

Keine Argumente mehr?
warum mehr argumente liefern, die durch deine fehlinterpretationen entstellt werden? ;) ich bin nicht unbedingt streitsüchtig.

abseits davon:
diese ethische diskussion, ob unentgeltliches raubkopieren (so nenne ich es mal) nun eine straftat, ein kapitalverbrechen oder ein kavaliersdelikt ist, wird doch dauernd geführt. jeder hat argumente, die dafür oder dagegen sprechen. manche davon mögen sogar ein fünkchen wahrheit beinhalten, auch die der cholerischen gegenseite (nichts für ungut ;)). fakt ist aber, dass es hier um den sinn von antipiracy.de geht und nicht um ethische grundsätze der musikliebhaber oder plattenlabels.

soa. ich hab kein bock mehr und hol mir nen kaffee <_<
 
Original von end4win

Es ist richtig, dass CD´s und Musikportale beim erscheinen teuer sind, doch dies
liegt auch daran das sie nicht so oft genutzt werden, wie die "Tauschbörsen".

Da habe ich eine andere Ansicht:
Ich stimme dir zu, dass die legalen Musikportale nicht so häufig genutzt werden wie Tauschbörsen, aber das liegt meiner Ansicht nach genau an den zu hohen Preisen. Dazu werden die Kunden noch eingeschränkt wo es nur geht, sei es DRM oder auch nur die Notwendigkeit, sich bei mehreren Shops anzumelden, damit man auch von sogut wie allen größeren Labels die Musik bekommt.
Würde sich die MI endlich mal zusammentun und ein vernünftiges System auf die Beine stellen, in dem alle Labels mit ihrem kompletten Angebot vertreten sind, und dazu dann auch noch vertretbare Preise existieren (z.b. 40-50 cent pro Track und dann noch vielleicht flatrateähnliche Tarife wie 100 Tracks pro Monat für 10 oder 15 Euro) und das noch ohne DRM, so dass man die Musik auf jeden Player seiner Wahl abspielen kann und auch fürs Auto brennen kann, dann würde die Resonanz auch sehr viel größer sein.
Allein in meinem Bekanntenkreis würden schon fast alle auf die Tauschbörsen verzichten, wenn es ein Angebot gäbe, wie von mir beschrieben.

Die hohen Kosten also gerade mit der geringen Nutzung zu begründen, ist also der falsche Weg (typisch MI)
 
@end4win:
Finde deinen Beitrag sehr gut, aber ich meine, das hat sich vor kurzem geändert:

Original von end4win
- es wird zur Zeit nicht das Downloaden bestraft sondern das Anbieten, was mit dem
richtigen einstellen des Clients in allen mir bekannten Programmen zu verhindern
ist.


Original von valenterry
Du magst das richtige meinen, aber bitte versuch die richtigen Begriffe zu benutzen. Man sollte die miesen Kampagnen der MI nicht noch unterstützen und die deutsche Sprache verunstalten.

Wie auch immer es genannt werden soll, es ist Unrecht.

Original von valenterry
Inwieweit _ausgebliebene_ Einnahmen einen Verlust darstellen, ist eine sehr philosophische Frage.

Für denjenigen der illegal kopiert sicher, aber für denjenigen, der davon lebt ist die Frage keineswegs philosophisch.

Original von valenterry
Dazu ein Beispiel: Otto hat kaum Geld. 100% seines Geldes, muss er für seinen Grundbedarf ausgeben. Nun lädt sich Otto ein Musikstück herunter, welches er sich nicht und niemals leisten könnte.
Wie würdest du diese Situation moralisch betrachten? Würdest du es ihm verbieten?

Gegenfrage: Mir gefallen teuere Sportautos so sehr, ich kann mir aber keinen Leisten. Also nehme ich mir einfach einen, weil ich mir niemals einen leisten werde. Wie würdest Du die Situation moralisch betrachten. Würdest Du mich bestrafen?
Und jetzt komm nicht mit, dass ein Ferrari teuerer ist als ein Track. Es geht ums Prinzip. Nur ein bisschen illegal ist auch illegal. Und wie end4win schon so schön sagt, Musik ist kein Grundnahrungsmittel. Man wird ohne auch ganz gut leben können.

Original von valenterry
Und was ist, wenn er dadurch zumindest ein bisschen glücklicher und besser gelaunt und weniger sozial ausgeschlossen ist, sodass er auch in seinem Beruf engagierter ist und mehr leistet, was letztendlich wieder allen zu Gute kommt?

Wegen eines Tracks? Eher unwahrscheinlich. Und wenn einem ein Track doch wirklich so wichtig sein sollte, wird man die paar Euro schon für diesen Track erübrigen (sonst wäre er nicht so wichtig).


@CDW:
Mag sein, dass die Strafen oder Abmahngebühren zu hoch sind. Das weiß ich nicht, hatte noch nichts damit zu tun.
Aber das kann einem doch egal sein, solange man sich seine Musik legal beschafft.
Ich z.B. bin der Meinung, dass die Strafen für Gewaltverbrechen viel zu niedrig ausfallen. Aber eigentlich ist mir persönlich das recht egal, da ich nicht vor habe jemandem körperlichen Schaden zu zufügen.
Des Weiteren finde sich die Forderungen der Musikindustrie nach hohen Strafen trotzdem verständlich. Wenn mir jemand Schaden zufügt, würde ich das genau so machen.
Das liegt doch in meiner/euerer Hand, ob man in so eine Situation kommt.

@beavisbee:
Ich habe doch geschrieben, dass die MI Fehler gemacht hat und immer noch macht. Dagegen ist auch nichts zu sagen. Aber als Folge davon sich in die Illegalität zu begeben ist meiner Meinung nach der falsche weg.
Wie end4win sagte, es wird kopiert und getauscht, weil es einfach geht. Früher, als das nur mit großem Aufwand möglich war, haben die Leute, die mit der Politik der IM nicht einverstanden waren, die Ware einfach nicht gekauft, und damit hatte es ich. Das ist eine ziemlich fadenscheinige Ausrede.

Die Ärzte sind als Beispiel nur mäßig geeignet. Zum einen sind sie schon etabliert, und zum anderen machen sie mittlerweile viel Geld über Auftritte und Tantiemen.
Es gibt aber unbekannte Künstler, die haben diesen Bekanntheitsgrad nicht. Es gibt auch Künstler, wie z.B. bei EDM, da gibt es keine Auftritte o.ä. Die leben vom reinen Verkauf der Tracks und vielleicht von einigen DJ-Auftritten.

Wenn dir die Verteilung des Geldes, dass Du für eine CD/MP3/was auch immer nicht gefällt, dann kauf sie einfach nicht. Wenn Du sie kaufst, kriegt der Künstler etwas ab. Wenn Du sie illegal kopierst, kriegt er nichts. Besser wenig, als nichts, oder? Und das Aushandeln wer wie viele Anteile daran verdient, liegt nur am Label und Künstler, und nicht an dir.
Wenn der Künstler einen vertrag abschließt, macht er das freiwillig.

Wer Kinder unbeaufsichtigt ins Netz lässt, ist in meinen Augen faul, auch wenn er bis 17 Uhr arbeiten muss. Das I-Netz muss für ein Kind doch nicht rund um die Uhr verfügbar sein. Und in der heutigen Zeit sollte ein Kind schon vor der Pubertät gelernt haben, was es im Netz auf keinen Fall darf. Oder würdest Du deinen Kindern (auch wenn sie schon 14-15 sind) nicht davon abraten XXX-Seiten zu besuchen oder Chats mit ?netten Onkeln?, die dein Kind zu einem Treffen bewegen wollen?
An jeder Baustelle findest Du das Schild ?Eltern haften für ihre Kinder.?. Selbstverständlich kann man ein Kind nicht 24/7 überwachen, und man muss ihm auch oft einfach trauen. Die eigentliche Arbeit liegt darin das Kind so zu erziehen, dass es eben möglichst wenig anstellt und gut durchs leben kommt. Und dazu gehört auch eine moralische Erziehung.
Wenn man Kinder macht, hat man auch die Verantwortung dafür, die man nicht so einfach auf Staat, Industrie oder den lieben Gott abwälzen kann.

Natürlich ist es nicht nötig sich einen Track zu kaufen, wenn man ihn nur ein mal hören will, oder wenn man den Künstler noch nicht kennt. Das mache ich auch nicht. Daher habe ich mich bei Napster angemeldet. Dort zahle ich 10 ? pauschal pro Monat und kann auf eine große und täglich wachsende Musikdatenbank zugreifen. Durch den niedrigen Preis sind die Tracks natürlich geschützt, aber die Tracks, die mir besonders gut gefallen, kaufe ich mir dann auch richtig auf Tonträger (in meinem Falle auf Vinyl (Vinyl ist auch immer noch ohne Kopierschutz :D), aber es geht auch auf CD oder direkt als MP3 oder WAV).
So gebe ich wenig Geld aus für Musik, habe trotzdem eine große Auswahl und bleibe legal. So hat jeder was davon.
An sonsten gibt es auch noch genug Internetradios, da findet jeder etwas für seinen Geschmack, abwechslungsreich, völlig kostenlos und legal

Wie ich schon gesagt habe, es gibt Wege legal kostenlos oder sehr günstig Musik zu hören. Aber so lange man dafür nichts zahlen muss, wird das Tauschen weiter gehen. Und das hat nichts mit Armut oder Protest zu tun.
 
Original von valenterry
Dazu ein Beispiel: Otto hat kaum Geld. 100% seines Geldes, muss er für seinen Grundbedarf ausgeben. Nun lädt sich Otto ein Musikstück herunter, welches er sich nicht und niemals leisten könnte.
Wie würdest du diese Situation moralisch betrachten? Würdest du es ihm verbieten?

Gegenfrage: Mir gefallen teuere Sportautos so sehr, ich kann mir aber keinen Leisten. Also nehme ich mir einfach einen, weil ich mir niemals einen leisten werde. Wie würdest Du die Situation moralisch betrachten. Würdest Du mich bestrafen?[/quote]

Ja, ich würde dich bestrafen, weil der Autoverkäufer dadurch ein wertvolles Objekt verloren hat. Könntest du nun auch auf meine Frage antworten (und bitte nicht wieder mit einer Gegenantwort)?

Original von valenterry
Und was ist, wenn er dadurch zumindest ein bisschen glücklicher und besser gelaunt und weniger sozial ausgeschlossen ist, sodass er auch in seinem Beruf engagierter ist und mehr leistet, was letztendlich wieder allen zu Gute kommt?

Wegen eines Tracks? Eher unwahrscheinlich. Und wenn einem ein Track doch wirklich so wichtig sein sollte, wird man die paar Euro schon für diesen Track erübrigen (sonst wäre er nicht so wichtig).

Ob das unwahrscheinlich ist oder nicht, ist völlig irrelevant. Wir gehen in diesem Fall davon aus, dass es stimmt. Und wir gehen weiterhin davon aus, dass er (selbst wenn er wollte) nicht die Möglichkeit hat, sich das Lied zu kaufen. Das mag noch so unwahrscheinlich sein - wie du selbst oben gesagt hast, geht es um's Prinzip.
 
Original von valenterry
Könntest du nun auch auf meine Frage antworten (und bitte nicht wieder mit einer Gegenantwort)?

Ich dachte, meine Gegenfrage würde das deutlich machen.
Ok, also: Ja, ich würde es ihm verbieten, wobei ich eigentlich nicht die Macht dazu habe, sondern der Staat, und der hat das eigentlich relativ klar verboten.
Wie ich die Sache moralisch betrachte? Eigentlich auch ganz einfach. Hier gibt es einen Interessenkonflikt. Jemand hat etwas erarbeitet, was aber nicht direkt materiell und damit nicht greifbar ist. Um es aber als sein Eigentum zu ?kennzeichnen?, hat er es urheberrechtlich schützen lassen. Sein Interesse besteht darin mit seiner geleisteten Arbeit Geld zu verdienen, auch wenn das Ergebnis seiner Arbeit nicht materiell ist.
Die Person in deinem Beispiel hat das Interesse diese Arbeit zu nutzen/zu besitzen ohne dafür das Geld an den Urheber zahlen zu wollen. Welches Interesse wiegt jetzt mehr? Ich denke, jede der beiden Parteien wird behaupten, dass ihr Interesse mehr wiegt. Ich bin allerdings der Ansicht, dass derjenige, der die Arbeit geleistet hat, auch darüber verfügen, was damit passiert, und an wen die Arbeit weitergegeben wird.

Vielleicht hilft ein anderes Beispiel besser:
Du hast doch sicher irgendwelche persönlichen Fotos von dir oder deinen Bekannten auf deiner Platte. Wäre es dir angenehm, wenn andere diese Fotos nach belieben kopieren und verbreiten, ohne dass Du Einfluss darauf hast?
Um bei deinen Worten zu bleiben, dir wurde ja nichts Materielles weggenommen, Du hast dein Foto ja noch, wo ist also der Schaden? Wenn es deiner Meinung nach kein Schaden entsteht, warum regen sich alle über Schäubles Überwachungspläne auf? Der will doch nur Daten kopieren. Seine Originale behält man doch. Würdest Du mir erlauben deinen Computer durchzustöbern, und mir alle für mich interessanten Daten zu kopieren? Du kannst deine Daten behalten, ich will nur die Kopien davon. Ich geb auch nur die Kopien an 1000 andere User, nicht mehr, versprochen. Ist doch egal, ob nur ich deine kopierten Daten habe, oder noch 1000 andere.

Was ich damit sagen will ist, dass das widerrechtliche Kopieren von Daten (egal ob Musik, Filme, Programme, persönliche Fotos oder Dokumente,?) immer einen Schaden verursacht. Mal ist der Schaden finanziell, mal im Persönlichkeitsrecht, im Schamgefühl usw.

Original von valenterry
Ob das unwahrscheinlich ist oder nicht, ist völlig irrelevant. Wir gehen in diesem Fall davon aus, dass es stimmt. Und wir gehen weiterhin davon aus, dass er (selbst wenn er wollte) nicht die Möglichkeit hat, sich das Lied zu kaufen.

Dann hat er eben Pech. Ich kann mir auch viele Sachen nicht leisten, die mir Freude bereiten würden, die mir das Leben erleichtern, die mich für die Arbeit motivieren usw. Wenn ich dürfte, würde ich den halben Media-Markt ausräumen.
Das ist doch ganz einfach, entweder ich kann es mir leisten, oder eben nicht.
Wie gesagt, so was ist kein Grundnahrungsmittel. Wenn jemand verreckt, weil er nichts zu essen hat, ist das moralisch sicher anders zu sehen, wenn er Lebensmittel stiehlt. Aber in unserem Fall geht es nur um die persönliche Bereicherung auf Kosten anderer.
 
Original von GambaJo
Original von valenterry
Könntest du nun auch auf meine Frage antworten (und bitte nicht wieder mit einer Gegenantwort)?

Ich dachte, meine Gegenfrage würde das deutlich machen.
Ok, also: Ja, ich würde es ihm verbieten, wobei ich eigentlich nicht die Macht dazu habe, sondern der Staat, und der hat das eigentlich relativ klar verboten.
Wie ich die Sache moralisch betrachte? Eigentlich auch ganz einfach. Hier gibt es einen Interessenkonflikt. Jemand hat etwas erarbeitet, was aber nicht direkt materiell und damit nicht greifbar ist. Um es aber als sein Eigentum zu ?kennzeichnen?, hat er es urheberrechtlich schützen lassen. Sein Interesse besteht darin mit seiner geleisteten Arbeit Geld zu verdienen, auch wenn das Ergebnis seiner Arbeit nicht materiell ist.
Die Person in deinem Beispiel hat das Interesse diese Arbeit zu nutzen/zu besitzen ohne dafür das Geld an den Urheber zahlen zu wollen. Welches Interesse wiegt jetzt mehr? Ich denke, jede der beiden Parteien wird behaupten, dass ihr Interesse mehr wiegt. Ich bin allerdings der Ansicht, dass derjenige, der die Arbeit geleistet hat, auch darüber verfügen, was damit passiert, und an wen die Arbeit weitergegeben wird.

Das mag alles sein, aber Menschen handeln normalerweise nach der Devise: Zeit * Spaß.
Wenn nun Otto den Song herunterlädt, trägt niemand Schaden. Es bleiben auch niemandem irgendwelche Einnahmen aus. Im Gegenteil: Otto ist besser drauf und stürzt sich nicht von der Brücke, weil sein Leben so traurig ist -> das hilft wiederum allen anderen, weil keine Kosten entstehen.

Vielleicht hilft ein anderes Beispiel besser:
Du hast doch sicher irgendwelche persönlichen Fotos von dir oder deinen Bekannten auf deiner Platte. Wäre es dir angenehm, wenn andere diese Fotos nach belieben kopieren und verbreiten, ohne dass Du Einfluss darauf hast?

Nein, sehr unangenehm, weswegen du auch keine Fotos oder Audioaufnahmen oder sonstiges von mir im Internet finden wirst. Aber: nur weil mir etwas unangenehm ist, sollte es nicht verboten sein. Es ist mir auch unangenehm, wenn jemand vor mir das letzte Stücke Kuchen in der Bäckerei kauft. Trotzdem darf ich deswegen nicht versuchen es ihm wegzunehmen oder Geld zu verlangen, weil er das Stück bekommen hat.
Wenn tatsächlich z.B. ein Foto von mir im Internet auftauchen würde, würde ich versuchen es möglichst schnell wieder zu entfernen. Geht das nicht, habe ich Pech gehabt, damit muss ich Leben.

warum regen sich alle über Schäubles Überwachungspläne auf?

Zumindest ich rege mich deshalb auf, weil ich es erstens als völlig unnötig empfinde, dass diese Daten gesammelt werden. Und das auch noch auf meine Kosten.
Hätte Schäuble gesagt, dass er die Daten zum Spaß sammeln will - Ok! Bitte, aber das darf er selber bezahlen.
Ein weiterer Punkt ist, dass ich gar nicht auf all diese Daten zugreifen darf. Warum nicht? Der Staat hat sie doch gesammelt, ich bin Teil davon, warum darf ich also nicht darauf zugreifen?

Und ich gebe zu: wenn man diese Aussagen konsequent weiterdenkt, dann darf jeder alles wissen, was imho auch so sein sollte. Solange es aber an der Dummheit vieler Menschen scheitert, wird versucht diese ganze Sache (broken by design) durch Gesetze zu flicken. Und man sieht ja, es geht nicht gut.

Aber abgesehen davon, kannst du nicht einfach folgenden Vergleich anstellen:

Um bei deinen Worten zu bleiben, dir wurde ja nichts Materielles weggenommen, Du hast dein Foto ja noch, wo ist also der Schaden?

Der Vergleich hinkt nämlich. Im obigen Beispiel bleibt ein Gewinn aus, in deinem Beispiel gibt es gar keinen ausbleibenden Gewinn sondern nur einen Schaden, der dadurch entsteht, dass ich mich schlechter fühle. Aber das ist ein anderes Thema, über das man auch gut diskutieren könnte. Doch ich denke das wird zu sehr off-topic, deswegen darfst du gerne noch auf meinen Beitrag hier antworten, ich werde dann aber nicht mehr auf deine Antwort antworten. Wenn du trotzdem noch meine Meinung hören willst, schreib mir am besten eine PN.
 
@GambaJo: ich geb dir zum Thema Kinder-Erziehung in sofern Recht, dass die Eltern für die Erziehung und als Vorbild verantwortlich sind... aber Kindern ab einem bestimmten Alter sollte man trotzdem soweit vertrauen, dass man sie auch mal unbeaufsichtigt an den PC setzen kann... das hat nicht immer was mit Faulheit zu tun...


Zum Thema "Raubkopieren als Protest":

Na sicher ist es das...

Ich boykotiere die Musikindustrie, weil die Preise, die die machen in meinen Augen einfach unangemessen sind...

Ich boykotiere die Musikindustrie aus dem Grund, weil ich nicht einverstanden bin, dass ich Tonträger, die ich kauf, auf Grund eines Kopierschutzes (welcher keinerlei Standards entspricht!!!) im Discman eh nicht lesen kann und das Umgehen des Kopierschutzes mir dank dem Druck auf die Politik nicht mehr gestattet ist - wozu soll ich die CD dann noch kaufen? (ob wegen diesem Umgehen der Kopierschutzmaßnahme rechtliche Sanktionen drohen oder nicht war gar nicht die Frage, lediglich die Rechtslage ist das was mich stört... und daran ist nunmal die Musikindustrie schuld...)

Ich boykotiere die Musikindustrie, weil sie einfach einen völlig bescheuerten Kampf gegen die Netz-Kultur und somit auch ihre eigenen Kunden führen...


Aus diesem Grund wähle ich andere Wege der "Musikbeschaffung", wo ich nichts bezahle...
Früher war das das FileSharing - mittlerweile schneide ich auch nur noch legal irgendwelche Web-Radios mit. oder such bei Youtube Videos, die irgendwelche Lieder beinhalten, welche ich gerne auf Platte hätte..
(btw: youtube ist ja mittlerweile eine legale Musiktauschbörse: youtube hat ein finanzielles Abkommen mit der GEMA und Verwertungsgesellschaften anderer Länder, damit Youtube-User auch die Songs legal verwenden dürfen... ;) )


Ich bin da Anhänger der Idee des Fair-Shaings: http://www.fairsharing.de/
DAS sollte die Musikindustrie mal aufgreifen, da wär ich sofort mit dabei...

Ich bin eben einfach mit der Abmahn-Mentalität nicht einverstanden (und ja, ich hab das schon zu spüren bekommen... ne teure Abmahnung wegen einem Link zu Slysoft - wenn du die Suchfunktion benutzt, findest du mehr dazu hier im Board...)
Es gibt wesentlich humanere Wege...

Ein Beispiel aus der Realität:
Ein Betreiber einer Website für Liedtexte und Gitarrentabs hatte ne Zeit lang immer die aktuellen Charts auf seiner Seite (also nur Texte und Tabs) und eben auch noch in der Reihenfolge, wie die Lieder in den Charts sind... (wer selbst Gitarre spielt und schon seit Jahren das Internet für Lyrics und Tabs nutzt, weiß vieleicht, von wem ich spreche...)

Diese Reihenfolge ist jedoch - so komisch es klingt - urheberrechtlich geschützt...
MediaControl nutzt den vernünftigen Weg: Sie klicken auf Impressum, finden seine Telefonnummer, rufen ihn an, erklären ihm den Sachverhalt und bitten ihn höflich darum, die Reihenfolge doch wilkürlich zu wählen.
das finde ich voll in Ordnung, dagegen ist nichts einzuwenden

Es vergehen ein paar Wochen oder Monate, wie auch immer, und es findet sich wieder jemand, der Urheberrechtsverletzungen auf der Seite findet... diesmal die Anwälte von Verlagen, die die Rechte auf die Texte haben... und jeder Text wird einzeln abgemahnt...
das finde ich einfach nur treist... man muss den Leuten doch erstmal die Möglichkeit geben, sich zu bessern, bevor man mir nichts dir nichts mit Abmahn-Summen ins Haus fällt, die kein privater Webseiten-Besitzer so ohne weiteres aufbringen kann?!


Und um zum eigentlichen Thema zurückzukommen:
Es gäbe keinen Bedarf an Firmen wie proMedia, wenn die Musikindustrie endlich lernen würde, nicht an alten Medien und Vergütungs-Modellen festzuhalten, sondern sich der Gegenwart und Zukunft zu öffnen:

meine persönlichen Wünsche würden so aussehen:
  • legale Plattformen, wo man für einen festen, bezahlbaren Betrag (gerne nach Maximal-Anzahl gestaffelt) ein großes Musik-Angebot bekommt, ohne Kopierschutzmaßnahmen, die mir das Abspielen auf mobilen Geräten nur unnötig erschweren, in Formaten, welche problemlos betriebssystemübergreifend funktionieren, etc.
  • jeder sollte Daten anbieten können und dafür vieleicht auch ein klein wenig entlohnt werden (schließlich fallen keine Serverkosten für die Musikindustrie an und wer viel investiert, um gute Musik zu verbreiten, sollte was davon haben...)
  • um schwarze Schafe zu filtern, sollte man gefakte Tracks irgendwo melden können, sein Geld zurück bekommen (bzw. eben das Lied als "nicht-gedownloadet" betrachtet werden zwecks Max-Anzahl) und der User, der gefakte Tracks anbietet bekommt eben Sanktionen (wer die Idylle von Musikliebhabern stört, gehört bestraft... ;-) )
  • Kriminalisierung von Musikliebhabern stoppen (freie Weitergabe an Freunde ist bei gescheiter Musik die beste kostenlose Werbung, kein Millionen-Verlust...)

Somit könnte JEDER Musikliebhaber einen Grundbetrag an die Musikindustrie bezahlen, hätte freien Zugang zu einer Unmenge an Daten und es gäbe trotzdem eine Kontroll-Insztanz, die für die Qualität des Angebotes sorgt und die Musikindustrie würde feste Einnahmen bekommen...

Für User mit Modem oder ISDN könnte es dann ja vieleicht einen Service geben, dass man sich seine Wunsch-CD zusammen stellt, diese irgendwo gebrannt wird (gepresst wäre sicherlich bei Einzelstücken zu teuer...) und zugeschickt wird... (und wer diesen Service anbieten will zahlt Lizenzen an die Musikindustrie, verpflichtet sich zu guter Qualität, kann seine Einnahmen dafür behalten und anderen Musikliebhabern somit helfen...)

btw: ich weiß. das klingt ein wenig nach Utopia.. aber es ist doch zumindestens ein schöner Traum... ;)
 
Original von valenterry
Wenn nun Otto den Song herunterlädt, trägt niemand Schaden. Es bleiben auch niemandem irgendwelche Einnahmen aus.

Verstehe ich nicht. Als es das Internet nicht gab, hat sich Otto den Song kaufen müssen, wenn er ihn haben wollte. Heute lädt er ihn eben runter und zahlt nicht. Und Hand aufs Herz, wer sich einen Song runter lädt, der bleibt nicht bei diesem einem Song. Und solche Ottos gibt es sehr viele.
Also entsteht sehr wohl ein wirtschaftlicher Schaden.
Es ist wohl richtig, dass sich niemand alle Tracks, die er heute runter lädt, früher auch tatsächlich gekauft hätte, aber zumindest einen Teil davon und nicht wie heute keinen. Ich behaupte, dass die meisten Filesharer sich eben keine Originale mehr kaufen. Durch die hohe Verfügbarkeit gilt heute Quantität vor Qualität.

Original von valenterry
Es ist mir auch unangenehm, wenn jemand vor mir das letzte Stücke Kuchen in der Bäckerei kauft. Trotzdem darf ich deswegen nicht versuchen es ihm wegzunehmen oder Geld zu verlangen, weil er das Stück bekommen hat.

Der Vergleich hinkt. Hättest Du einen Kuchen schon gekauft, und jemand würde es dir ein Stück davon aus den Händen reißen, dann wäre der Vergleich passend.


Original von beavisbee
@GambaJo: ich geb dir zum Thema Kinder-Erziehung in sofern Recht, dass die Eltern für die Erziehung und als Vorbild verantwortlich sind... aber Kindern ab einem bestimmten Alter sollte man trotzdem soweit vertrauen, dass man sie auch mal unbeaufsichtigt an den PC setzen kann... das hat nicht immer was mit Faulheit zu tun...

Wie schon gesagt, die eigentliche Arbeit der Eltern ist schon früher anzusetzen, nämlich genau dann, wenn Kinder das erste Mal mit einem Medium in Kontakt kommen. Wenn Kinder gelernt haben, was welche Konsequenzen hat, dann kann man ihnen vertrauen.
Aber den Kindern einen PC mit Internetzugang hinstellen, und schalten und walten lassen, ist meiner Meinung nach falsch.
Und ab und zu eine Kontrolle des Rechners ist auch nicht verkehrt. Schließlich haben Eltern eine Verantwortung und Pflicht sich um ihre Kinder zu kümmern. Wenn das Kind dann tatsächlich etwas illegales im netz gemacht hat, kann man sich nicht als Elternteil rausreden, dass man nichts davon wusste. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe.

Daher halte ich ein Verbot von ?Killerspielen? für falsch (ich selber spiele keine mehr). Damit wälzen Eltern nur die Verantwortung auf den Staat ab. Statt den Kindern Medienkompetenz beizubringen, wird die Verbotskeule rausgeholt, damit sich einige Politiker in der Express oder Bild profilieren können.


Original von beavisbee
Zum Thema "Raubkopieren als Protest":

Na sicher ist es das...

Ich boykotiere die Musikindustrie, weil?

Gegen einen Boykott ist auch gar nichts zu sagen. Das ist die beste legale Waffe, die der Verbraucher gegen die Industrie hat. Aber Boykott bedeutet in diesem Falle das Produkt nicht zu kaufen, so dass der Hersteller am Rückgang der Einnahmen merkt, dass er auf dem Holzweg ist. Das ist ganz normale Marktwirtschaft.
Zum Boykott gehört aber nicht, dass man sich das Produkt dann doch beschafft, allerdings illegal.
Und wie ich schon gesagt habe, selbst wenn die Industrie Tracks für 10 Cent pro Stück anbieten würde, die meisten, die heute Sharen, würden es auch weiterhin tun. Das Unrechtsbewusstsein der Menschen hat sich, was illegales Filesharing anbelangt, sehr verwässert. Es wird mittlerweile nicht mal mehr als Kavaliersdelikt angesehen. Und Diebstahl (ja, in meinen Augen ist das widerrechtliche aneignen von Daten auch Diebstahl) ist kein Kavaliersdelikt.
Original von beavisbee
Es vergehen ein paar Wochen oder Monate, wie auch immer, und es findet sich wieder jemand, der Urheberrechtsverletzungen auf der Seite findet... diesmal die Anwälte von Verlagen, die die Rechte auf die Texte haben... und jeder Text wird einzeln abgemahnt...
das finde ich einfach nur treist... man muss den Leuten doch erstmal die Möglichkeit geben, sich zu bessern, bevor man mir nichts dir nichts mit Abmahn-Summen ins Haus fällt, die kein privater Webseiten-Besitzer so ohne weiteres aufbringen kann?!


Wie sich schon gesagt habe, das finde ich auch nicht gut, das ist aber ein Problem des Gesetzgebers. Solange es rechtlich möglich ist, werden auch Schwarze Schafe diese Lücke ausnutzen um sich zu bereichern.

Original von beavisbee
legale Plattformen, wo man für einen festen, bezahlbaren Betrag (gerne nach Maximal-Anzahl gestaffelt) ein großes Musik-Angebot bekommt, ohne Kopierschutzmaßnahmen, die mir das Abspielen auf mobilen Geräten nur unnötig erschweren, in Formaten, welche problemlos betriebssystemübergreifend funktionieren, etc.

So was gibt es ja schon, wie ich bereits gesagt habe, nur mit Kopierschutz. Dieser Wusch von dir ist etwas utopisch, weil hier die menschliche Psyche im Weg ist. Würde es so ein Angebot geben, würde sich einer die Tracks legal beschaffen, und dann sharen. Wie soll die Industrie davon leben?

Original von beavisbee
Kriminalisierung von Musikliebhabern stoppen (freie Weitergabe an Freunde ist bei gescheiter Musik die beste kostenlose Werbung, kein Millionen-Verlust...)

So was war und ist immer noch erlaubt. Aber an Freunde weiter geben bedeutet eben an Freunde weiter geben. Das sind in der Regel nicht mehr als 10. So, wie das früher mit Kassetten oder von mir aus CDs war, noch vor dem Internet.
Der Unterschied zu heute ist, dass man eben nicht mehr nur an Freunde, sondern auch sehr viele Fremde verteilt, so dass die Zahl schnell sehr hoch ist. Und außerdem wird nicht wie früher mal 1 oder von mir aus auch mal 5 CDs getauscht, heute sind es zig Gigabyte an Musik oder Filmen. Und dadurch entsteht erst der große Schaden. Die paar Tracks, wie früher, würden keinem weh tun, die Masse machts.


Vor kurzem wurde ein sehr vernünftiger und einfacher Vorschlag gemacht, den ich persönlich sehr gut fand. Natürlich gab es einen großen Aufschrei, weil es etwas kosten sollte.
Es gab nämlich den Vorschlag, dass jeder, der einen Internetzugang hat, eine bestimmte Gebühr (von mir aus direkt an den Provider) zusätzlich zu den Providergebühren. Dieser Betrag wäre für jeden Internetzugang zwingend und würde sich von mir aus an der Bandbreite ausrichten (je größer die Bandbreite, desto mehr kann geshared werden). Dieser Betrag würde vom Provider an die GEMA oder sonst wo abgeführt werden.
Im Gegenzug dürfte man Tracks legal im Netz sharen.

Somit müsste die Industrie keinen mehr ?jagen? und würde trotzdem ihr Geld verdienen, und die User hätten für relativ wenig Geld legal ihre Musik.

An sich eine sehr einfache und gute Lösung, wie ich finde.

Dafür müsste man die Gema aber umstrukturieren. Ich hab mal gelesen, dass sie viel Geld für Verwaltungsaufwand frisst, und dass 30% der Mitglieder 90% der Einnahmen kassieren. Etwas ungerecht, wie ich finde.

Problem ist nur, dass es dazu nicht kommen wird, weil viele es nicht einsehen, warum sie für etwas zahlen sollen, was es auch um sonst gibt. Und da beißt sich die Katze in den Schwanz.
 
Original von GambaJo
Original von valenterry
Wenn nun Otto den Song herunterlädt, trägt niemand Schaden. Es bleiben auch niemandem irgendwelche Einnahmen aus.

Verstehe ich nicht. Als es das Internet nicht gab, hat sich Otto den Song kaufen müssen, wenn er ihn haben wollte. Heute lädt er ihn eben runter und zahlt nicht.

Wenn er ihn legal mitschneidet, zahlt er auch nichts...
Und genau so mach ich es auch: die Preise sind mir einfach zu hoch, Filesharing ist mir in heutiger Zeit zu riskant, bei DDL hab ich mittlerweile auch so meine Zweifel --> spätestens wenn die gespeicherten Vorratsdaten doch mal ausgelesen werden dürfen, könnte man hier evtl. auch alle Downloader jagen... wer weiß...
Also schneid ich jede Menge Musik mit, meine MP3-Sammlung wächst auf legalem Wege und die Musikindustrie hat trotzdem so ziemlich nix davon (bis auf die Lizenz-Gebühren, die sie von den Radio-Sendern oder Youtube eh schon bekommen)



Original von GambaJo
Und Hand aufs Herz, wer sich einen Song runter lädt, der bleibt nicht bei diesem einem Song.

Da gebe ich dir recht... aber wie gesagt: es gibt ja legale Wege zur kostenlosen Musik-Beschaffung... und die nutze ich voll aus...

Original von GambaJo
Es ist wohl richtig, dass sich niemand alle Tracks, die er heute runter lädt, früher auch tatsächlich gekauft hätte,[...]

ebenfalls FULL ACK - wir kommen langsam auf einen Nenner...

Original von GambaJo
[...] aber zumindest einen Teil davon und nicht wie heute keinen.
Ich behaupte, dass die meisten Filesharer sich eben keine Originale mehr kaufen.

Ich weiß nicht, ob ich hier der einzige bin - aber ICH schneide mir legal kostenlos Musik aus dem Netz mit und wenn ich ne Band wirklich gut finde, kauf ich trotzdem noch die Original-CD.
Und ich möchte mal behaupten, es gibt einige Leute in meinem Bekanntenkreis denen das auch so geht...


Original von GambaJo
Daher halte ich ein Verbot von ?Killerspielen? für falsch (ich selber spiele keine mehr). Damit wälzen Eltern nur die Verantwortung auf den Staat ab. Statt den Kindern Medienkompetenz beizubringen, wird die Verbotskeule rausgeholt, damit sich einige Politiker in der Express oder Bild profilieren können.

FULL-ACK

Jedoch finde ich auch immer wieder erschreckend, wie leicht Kinder und jugendliche an Waren kommen, die an sie gar nicht ausgehändigt werden dürfen (seien es Alkohol, Zigaretten oder Filme und Computerspiele mit Alters-Begrenzung) - ich finde HIER müsste sich auch noch einiges tun... nur leider geht es im Handel darum, möglichst viel zu verkaufen und nur wenige Verkäufer nehmen sich wirklich die Zeit und schauen den Kunden genauer an, ob er die Ware überhaupt bekommen darf...



Original von GambaJo
Zum Boykott gehört aber nicht, dass man sich das Produkt dann doch beschafft, allerdings illegal.
Auf die Musik verzichten kann ich leider nicht...
Ich besorg mir die zwar auf legalem Wege kostenlos, aber rein theoretisch macht das für die Musikindustrie finanziell keinen großen Unterschied.


Original von GambaJo
Und wie ich schon gesagt habe, selbst wenn die Industrie Tracks für 10 Cent pro Stück anbieten würde, die meisten, die heute Sharen, würden es auch weiterhin tun.

Wenn es Songs legal für 10cent zum Downloaden gäbe, würde ich defintiv legal saugen und wäre auch mit 500 Euro Pauschal-Abmahnungen einverstanden.
Was mich stört, ist eben lediglich, dass die Musikindustrie in meinen Augen Mondpreise macht, die Künstler haben noch das wenigste davon und wenn man dann mal ein paar Songs über Filesharing zieht und versehentlich auch anbietet, wird's teuer...

Original von GambaJo
Das Unrechtsbewusstsein der Menschen hat sich, was illegales Filesharing anbelangt, sehr verwässert.

Da muss ich dir recht geben... jedoch sind horrente Abmahnungen als Gegenmaßnahme in meinen Augen nicht DIE Lösung...



Original von GambaJo
So was gibt es ja schon, wie ich bereits gesagt habe, nur mit Kopierschutz.

und der stört mich tierisch!



Original von GambaJo
Es gab nämlich den Vorschlag, dass jeder, der einen Internetzugang hat, eine bestimmte Gebühr (von mir aus direkt an den Provider) zusätzlich zu den Providergebühren. Dieser Betrag wäre für jeden Internetzugang zwingend und würde sich von mir aus an der Bandbreite ausrichten (je größer die Bandbreite, desto mehr kann geshared werden). Dieser Betrag würde vom Provider an die GEMA oder sonst wo abgeführt werden.
Im Gegenzug dürfte man Tracks legal im Netz sharen.

Das ist das von mir angesprochene FairSharing.
Schön, dass du auch der Meinung bist, dass dies eine gute Alternative wäre...
:-)

Ich glaub, wir sind uns soweit in allem einig, außer dass ich im Zweifel für den Angeklagten bin, du für den Kläger... :]
 
Genau diesen Weg sollten alle beschreiten.
Die legalen Wege nutzen und die Musikindustrie auf diesem Weg zum umdenken
bewegen. In der jetzigen Form liegt sie sowieso im Sterben.
Durch das Missachten von Urheberrechten schaffen wir uns nur den
totalüberwachten Internetzugang.
Der User muss endlich lernen das Medium Internet zu nutzen und nicht zu
missbrauchen, dann werden auch die entsprechenden Angebote aus der
Wirtschaft kommen. Teilweise sind und waren sie schon da, doch viele scheitern daran,
dass der User nicht bereit ist für etwas zu bezahlen was er anonym und illegal
umsonst haben kann.
Wenn dieses Verhalten sich nicht ändert werden wir die Vorteile der Anonymität
verlieren. Wir sind auf dem besten Weg dorthin.

Gruss

www.mixburnrip.de
Lesestoff zum Thema
 
Original von beavisbee
Wenn er ihn legal mitschneidet, zahlt er auch nichts...

Gegen das Mitschneiden sagt hier auch niemand was, das ist immer noch legal, und wird es auch bleiben. Darum geht es aber in diesem Thread nicht.
Und es stimmt nicht, dass man dafür nichts zahlt. Zum einen zahlen die Sender ihre Gebühren an die Gema (und das nicht zu knapp), und man selbst zahlt Rundfunkgebühr an die GEZ.

Der Unterschied zum Download ist, dass die Qualität der Datei meist niedriger ist, weil mit weniger gestreamt wird, die Tracks oft nicht komplett zu hören sind, und oft einer dazwischen quatscht. Und der größte Unterschied ist, dass es für den User deutlich aufwändiger ist.

Original von beavisbee
Jedoch finde ich auch immer wieder erschreckend, wie leicht Kinder und jugendliche an Waren kommen, die an sie gar nicht ausgehändigt werden dürfen (seien es Alkohol, Zigaretten oder Filme und Computerspiele mit Alters-Begrenzung) - ich finde HIER müsste sich auch noch einiges tun... nur leider geht es im Handel darum, möglichst viel zu verkaufen und nur wenige Verkäufer nehmen sich wirklich die Zeit und schauen den Kunden genauer an, ob er die Ware überhaupt bekommen darf...

Das ist zwar auch richtig, aber es gibt auch genug Eltern, die sich einen Dreck um Altersbegrenzungen scheren, und die Spiele selbst für die Kinder kaufen.
Klar, Kinder können sich so was auch wo anders besorgen (z.B. auf dem Schulhof), aber es lässt sich ja relativ einfach kontrollieren, was Filius da auf seinem Rechner hat.

Original von beavisbee
Auf die Musik verzichten kann ich leider nicht...

Wenn es hart auf hart kommt, geht das. Die Menschheit gibt es schon was länger, viele haben auch ohne überlebt. Und in der heutigen Zeit gibt es Radios, über die man auch kostenlos an Musik kommt. Es ist also nicht nötig ohne auszukommen.
Außerdem, wer sich einen Computer und einen Breitband-Internetanschluss leisten kann, ich bin mir sicher, der wird auch noch 10-20 ? für Musik übrig haben (wenn man davon ausgeht, dass ein Song 1-2 ? kostet).

Original von beavisbee
Ich glaub, wir sind uns soweit in allem einig, außer dass ich im Zweifel für den Angeklagten bin, du für den Kläger... :]

Ich bin auch im Zweifel für den Angeklagten. Aber so ein bisschen illegal geht eben nicht. Entweder ganz, oder gar nicht. Und es ist eben so festgelegt, wer Musik/Filme/Software ohne Erlaubnis kopiert und verbreitet, der macht sich strafbar. Punk aus. So einfach ist das. Wie ich schon gesagt habe, es liegt in unserer Hand, ob wir uns an die Regeln halten, oder bene nicht. Wenn nicht, muss man aber auch mit den Konsequenzen klar kommen.

Ich hab letztens auch einen Strafzettel bekommen, weil ich 4 km/h zu schnell war. Musste 14 ? zahlen. Hört sich ziemlich unsinnig an. Aber man muss sich nun mal an gewisse Regeln halten, wenn man hier leben möchte. Wenn es einem nicht passt, kann man sich ein Land auf der Erde aussuchen, wo einem die regeln eher zusagen.
 
Das klingt ja manchmal so als wenn die Musikindustrie stirbt weil die Leute sich Musik herunterladen.
Der Fall ist aber das sie Probleme haben durch ihre ungeheuren Ausgaben die gedeckt werden müssen.
Und ich will mein Geld nicht in irgendwelche Managment kampangnen stecken an denen sich diverse Merchandise Firmen gesundstossen. Ich will nicht irgendwelche Vorstände finanzieren und die riesigen Verwaltungsapparate. Sicher ist Musik produzieren teuer. Aber das Gross hat doch weniger mit Musik zu tun als mit Mode Hypes und anderem Schund. Und auch das muss zur Sprache kommen und genau da muss die "Musikindustrie" ebenfalls zeigbare abstriche machen und guten Willen zeigen und dem Käufer UND dem Musiker entgegen kommen. Immerhin sind sie es die uns als Kunden wollen.

Ich kaufe regelmässig Musik. Und meistens ist das Musik von Leute die schon lange tot sind oder bei eher kleineren Labeln sind. Aber ich gebe keinen Cent dafür um die Millionenarien von irgendwelchen Britney Spears oder anderen Schlampen zu unterstützen während die richtigen Musiker immer noch mit Knebelverträgen über den Tisch gezogen werden.

@GambaJo
Du tust so als wären alle Gesetze Gott-gegeben. Was ist das denn Für eine Gesellschaft
wo man Regeln nicht zur Diskussion stellt und darüber verhandelt?
Und es ist schlimm genug das sich unser Rechtsstaat vor den Karren von irgendwelchen Multis spannen lässt. Dagegen MUSS man vorgehen.

Nachtrag:
Ich kann es aber ebensowenig verstehen wie die Leute für jeden Quatsch ihr Geld ausgeben
aber sich zu fein sind ein paar Euro in eine CD zu investieren. Das ist meine Grundsätzliche Meinung, die
Ausnahmen sind und bleiben grosse Musikmarionetten.
 
Original von KlausSchiefer
Ich kaufe regelmässig Musik. Und meistens ist das Musik von Leute die schon lange tot sind oder bei eher kleineren Labeln sind. Aber ich gebe keinen Cent dafür um die Millionenarien von irgendwelchen Britney Spears oder anderen Schlampen zu unterstützen während die richtigen Musiker immer noch mit Knebelverträgen über den Tisch gezogen werden.

Ist bei mir genau so, nur meine Künstler sind zum Glück noch nicht tot :D

Original von KlausSchiefer
Du tust so als wären alle Gesetze Gott-gegeben. Was ist das denn Für eine Gesellschaft
wo man Regeln nicht zur Diskussion stellt und darüber verhandelt?

Wir diskutieren doch, und ich hab niemandem verboten Regeln in Frage zu stellen. Ich habe nur meine Meinung dazu geäußert. Ich habe auch mehrfach gesagt, dass ich mit einigen Punkten nicht einverstanden bin. Aber die Lösung liegt nicht darin, dass man sich Produkte illegal beschafft. So wird alles nur noch schlimmer.

Es ist nun mal unumgänglich, dass wenn sich mehrere Menschen zu einer Gesellschaft zusammenschließen, Regeln aufgestellt und eingehalten werden. Diese Regeln sind natürlich nicht für alle Zeiten unumstößlich festgelegt und man sollte immer kritisch hinterfragen. Dieses Hinterfragen sollte aber immer von mehreren Seiten betrachtet werden, was hier nicht der Fall war. Hier wurden nur einseitig die Nachteile für den Kunden beschrieben, und die Industrie dämonisiert.

Man kann den Spies auch umdrehen, und sagen, wenn es keine illegale Verbreitung von Musik gäbe, gäbe es für die Industrie keinen Anlass ihre Produkte mit DRM oder anderen Sicherheitsmechanismen zu versehen, Abmahnungen zu verschicken, blöde Spots auf DVDs und im Kino zeigen, über die wir Kunden so viel schimpfen.

Das ist die alte Frage, wer war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Die Industrie sagt, würdet ihr nicht, müssten wir nicht. Und die Kunden sagen würde ihr, würden wir. Und so dreht sich das im Kreis.
Entweder man macht da mit, und tauscht illegal, oder man durchbricht den Kreis, und beschafft sich legal oder gar keine Musik.
 
hm.. ich glaube ein problem ist auch das image der musikindustrie, welches sich ziemlich negativ entwickelt hat. vielleicht könnten sie etwas bewirken, wenn sie ihr image etwas aufbessern würden o.O

aber eine frage am rande; was hat das alles mit antipiracy.de zu tun? :P
 
bei vernünftiger Gesetzeslage (§95a UrhG ist mir z.B. ein großer Dorn im Auge)
und bei vernünftigeren Preisen / legalen Plattformen ohne DRM und co. / besser durchdachten Finanzierungs-Modellen der Musikindustrie / etc. bräuchte es diese Seite und die dahinter stehende Firma nicht geben...
 
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