Sun arbeitet an offenem DRM-Standard

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Im digitalen Zeitalter werden Kopierschutzsysteme vor allem für Rechteinhaber immer wichtiger. Weil die zahlreichen konkurrierenden Standards inkompatibel und die Nutzer dadurch frustriert sind, setzt Sun nun auf Open Source.

Weil die Nachfrage nach Musik, Filmen und Co. in digitalen Formaten ständig steigt, wird auch der Bedarf an einem entsprechenden Urheberrechtsschutz seitens der Musikindustrie immer größer. Diese digitalen Schutzmechanismen werden auch Digital Rights Management [DRM] genannt. Entsprechende Systeme werden bereits von InterTrust, Microsoft, Apple oder Sony angeboten, jedoch setzen alle Hersteller auf unterschiedliche Standards, was Inkompatibilitäten schafft.

Sun Microsystems will dieser Problematik nun entgegenwirken und mit der Initiative "Open Media Commons" einen Open-Source-Standard entwickeln, für den keine Lizenzgebühren fällig werden. Dieses Vorhaben stellt eine echte Herausforderung dar, schließlich müssen Rechte-Inhaber, Hardware- und Software-Hersteller gewonnen werden, um einen Erfolg zu erzielen. Als Grundstein legt Sun sein internes Program "DReaM" [DRM everywhere available] vor, an dem es bereits seit dem Jahr 2002 arbeitet.

Zu "DReaM" gehört unter anderem eine Lösung für die Auslieferung von Streams über Netzwerke. Weiters ist mit DRM-Opera, auch ein interoperabler Standard enthalten, der unabhängig von spezifischer Hardware und Betriebssystemen ist und auch nicht auf speziele Media-Formate beschränkt ist. Das Digital Rights Management beschäftigt viele Unternehmen: Microsoft will die Windows Media-DRM Janus durchsetzen, Sony hat seine eigene Version und Apple hat FairPlay eingeführt. Nachdem die Online-Musik von PC und portablen Playern immer mehr auf Handys wandert, ist nun auch schon ein DRM-Standard für Mobiltelefone in Arbeit. Dafür zuständig ist die Open Mobile Alliance, der Standard erhält den Namen OMA.

Sun-COO Jonathan Schwartz sieht durch die wachsende Anzahl rivalisierender Standards sowohl Innovation als auch Wirtschaftswachstum bedroht.

Nun gilt es genügend Partner für den offenen Standard zu finden. Weil vor allem die Musikindustrie aber immer wieder angedeutet hat, dass Apple und Microsoft zu viel Macht am Online-Musikmarkt haben, stehen die Chancen für einen Erfolg der Sun-Initiative nicht schlecht.

Text & Quelle: fuzo
 
Ergänzend dazu auch Pro-Linux:

Sun Microsystems hat die Open Media Commons-Initiative vorgestellt, die unter anderem einen freien DRM-Standard enthält.

Diverse Firmen bieten bereits DRM (Digital Rights Management)-Implementierungen an, einen Standard gibt es jedoch nicht. Unter anderem vermarkten Apple und Microsoft DRM-Systeme, die jedoch proprietär und für die Anwender mit zusätzlichen Lizenzkosten verbunden sind.

Sun will diesen nun eine eigene Implementierung entgegensetzen, denn, so Suns COO Jonathan Schwartz, inkompatible Standards würden die Innovation und das Wachstum dieses Bereiches behindern. Die Musikindustrie und andere Sun-Partner haben dies offenbar auch erkannt. Eine freie Implementierung, wie sie Sun nun vorgestellt hat, würde von den Lizenznehmern keine Gebühren verlangen und hat daher größere Chancen, sich durchsetzen zu können. Allerdings ist es so einfach auch nicht, da auch die mit diesem System angebotenen Inhalte eine Rolle spielen, also die Inhaber von geschützten Werken mit an Bord sein müssen.

Die Grundlage für Suns Open Media Commons bildet das Projekt DReaM aus den Sun Labs, das für ?DRM/everywhere available? stehen soll. Das Projekt wurde unter die CDDL gestellt, die gleiche Lizenz, die auch OpenSolaris verwendet. Es soll auch DRM-Opera enthalten, einen interoperablen DRM-Standard, der unabhängig von spezifischer Hardware, Medienformaten und Betriebssystemen ist. Die Lizenz kann bei diesem System pro Benutzer erteilt werden, anders als bei vielen anderen Systemen, die sie an ein bestimmtes Gerät binden.

Digital Rights Management (das ?Rights? steht hier für das Wegnehmen von Rechten, weshalb FSF-Präsident Richard Stallman von Digital Restriction Management spricht) spielt im Open-Source-Bereich noch keine Rolle, besonders da es bisher noch keine freie DRM-Implementierung gab. Linus Torvalds hatte schon vor über zwei Jahren erklärt, daß DRM im Linux-Kernel akzeptabel sei, da der Kernel nur Möglichkeiten bereitstelle, aber keine Richtlinien festlege. Es wird daher erwartet, daß irgendwann eine DRM-Implementierung in den Kernel einziehen wird. Offen bleibt, ob die Anwender diese auch nutzen, um bisher unzugängliche geschützte Inhalte nutzen zu können. Einige Beobachter glauben, daß die Anwender DRM-geschützte Inhalte akzeptieren, sobald sie bequem genug in der Anwendung sind.
 
Eigentlich eine sehr feine Sache, seien wir doch mal ehrlich:

Leute die gegen DRM anschrein haben nur Angst darum keine illegalen Sachen mehr zu bekommen. Gründe das der DRM Kram nur auf eingeschränkter Hardware läuft finde ich relativ mau, das ist der Lauf der Zeit. Immerhin mecker ich ja auch nicht das mein DVD Player keine VHS mehr schluckt.

Wer illegale Sachen leechen will wird sich schon die nötigen Tool"z" (aaah, da habenw wirs wieder :)) runterladen die mit der Zeit verschiedene DRM Mechanismen aushebeln werden.

Mit einem offenen DRM Standard kann werden wenigstens andere Architekturen und Betriebssysteme nicht ausgelassen :)
 
(Closed) DRM ist die entmündigung des users. da braucht man sich nicht auf die leecher berufen. ähnliche totschlagargumente hört man ja oft zum thema videoüberwachung.
 
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