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Die ICANN soll entmachtet bzw. in ein von amerikanischen Regierungsvertretern dominiertes System umgewandelt werden. Diese von ICANN-Praesident Stuart Lynn geplante Umstrukturierungsmassnahme wurde an den ICANN-Mitgliedern vorbei geplant, d.h. ohne ihre Beteiligung und ohne sie zu informieren, und steht kurz vor der Durchfuehrung. Es fehlt lediglich noch die politische Einwilligung der EU, an der nicht mehr gezweifelt wird.
Auszug aus den Plaenen:
Statt 19 wird es kuenftig nur noch 15 Direktoren geben. Davon sollen 5 von Regierungen, weitere 5 von einem "nominating committee" (dessen Zusammensetzung noch unklar ist) bestellt werden. Die anderen 5 werden "technische Berater" ohne Entscheidungsbefugnisse sein - sie duerfen Bedenken vortragen, ein Recht auf Beruecksichtigung oder auch nur
Anhoerung haben sie jedoch nicht! Die einzige Schnittstelle zwischen dem "einfachen Internet-Volk" und der ICANN wird ein sog. "Ombudsmann" sein, an den Eingaben gerichtet werden koennen.
Damit wird faktisch das Mitspracherecht der Nutzer und der gewaehlten Gremien auf ein absolutes Minimum beschraenkt und das Internet de facto den Regierungen (und damit in letzter Konsequenz der US-Regierung...) unterstellt.
Der Grund laut Stuart Lynn: "Das Internet ist viel zu wichtig fuer die nationale Wirtschaft und den sozialen Fortschritt." Und weiter: "Mir und anderen Kollegen wurde klar, dass eine voellig privat organisierte Verwaltung des Internet nicht arbeitsfaehig ist."
DENIC und RIPE reagierten veraergert. Sabine Dolderer, DENIC: "Es ist voellig unverstaendlich, wer hier warum so viel politischen Einfluss auf die ICANN zu nehmen versucht."
Quelle: Internet World, Mai 2002, S.18 ff.
Auszug aus den Plaenen:
Statt 19 wird es kuenftig nur noch 15 Direktoren geben. Davon sollen 5 von Regierungen, weitere 5 von einem "nominating committee" (dessen Zusammensetzung noch unklar ist) bestellt werden. Die anderen 5 werden "technische Berater" ohne Entscheidungsbefugnisse sein - sie duerfen Bedenken vortragen, ein Recht auf Beruecksichtigung oder auch nur
Anhoerung haben sie jedoch nicht! Die einzige Schnittstelle zwischen dem "einfachen Internet-Volk" und der ICANN wird ein sog. "Ombudsmann" sein, an den Eingaben gerichtet werden koennen.
Damit wird faktisch das Mitspracherecht der Nutzer und der gewaehlten Gremien auf ein absolutes Minimum beschraenkt und das Internet de facto den Regierungen (und damit in letzter Konsequenz der US-Regierung...) unterstellt.
Der Grund laut Stuart Lynn: "Das Internet ist viel zu wichtig fuer die nationale Wirtschaft und den sozialen Fortschritt." Und weiter: "Mir und anderen Kollegen wurde klar, dass eine voellig privat organisierte Verwaltung des Internet nicht arbeitsfaehig ist."
DENIC und RIPE reagierten veraergert. Sabine Dolderer, DENIC: "Es ist voellig unverstaendlich, wer hier warum so viel politischen Einfluss auf die ICANN zu nehmen versucht."
Quelle: Internet World, Mai 2002, S.18 ff.