Anonymous

Hallo HaBo!

Wie der Titel schon erraten lässt, geht dieser Beitrag um das Kollektiv (nach Wikipedia - sehr schöne Umschreibung...) Anonymous.

Den Meisten hier dürfte Anonymous ein Begriff sein, vor allem im Bezug auf Scientology oder den Kredit-Unternehmen. Meine Frage ist nun, wie ihr dazu steht? Haltet ihr die Ziele und Absichten für nobel? Denkt ihr, dass der Zweck die Mittel heiligt (weil manche Aktionen de facto unrecht sind...)? Wohin denkt ihr wird das noch gehen?

Mir ist in der letzten Zeit aufgefallen, dass in diesem Rahmen oft von einem "Krieg" gesprochen wird. Wie hoch können die Wellen schlagen? Auf welchem Stadium sind sie? Beim Ignorieren, beim lächerlich machen oder schon beim Gegenschlag gegen Anonymous?

Oder auch ihr Motto:

Wir sind Anonymous
Wir sind Legion, denn wir sind viele
Wir vergessen nicht
Wir vergeben nicht
Erwartet uns!

Wie steht ihr dazu? Oder was haltet ihr vom Auftreten mit den Guy Fawkes-Masken und den dadurch geschaffenen direkten Bezug auf V wie Vendetta, mit dessen "Moral"?

Viele Fragen....

Scutus
 
Hi Scutus,

interessante Frage - die wohl jeder anders beantworten wird.
Im ersten Moment mag Anonymous wohl als eine Bande von Skript-Kiddies erscheinen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass das "Kollektiv" aus 4chan hervorging. Auch wenn man sich den von dir zitierten Leitspruch anschaut denkt man eher an pubertäre Jungs, als an ernstzunehmende Hacker, die etwas zu einer besseren Welt beitragen wollen.

Mittlerweile bin ich jedoch dabei das zu überdenken. Die haben nämich nicht nur stumpf irgendwelche Server gedost, sondern bringen mittlerweile sogar relevante Informationen zu Tage:
Link 1
Link 2

Ob man die DDOS Attacken nun als gerechtfertigten zivilen Ungehorsam oder als kriminelle Crackeraktion betrachtet ist jedoch trotzalledem eine andere Geschichte (zu der ich mir auch noch keine abschließende Meinung gebildet habe).
 
Wie steht ihr dazu? Oder was haltet ihr vom Auftreten mit den Guy Fawkes-Masken und den dadurch geschaffenen direkten Bezug auf V wie Vendetta, mit dessen "Moral"?
Nichts.

Anonymous ist ein menschliches Botnet, hunderttausende dumme User von 13 Jahren aufwärts die sich auf 4chan o.Ä. rumtreiben und meinen dass sie Teil einer Bewegung oder Gemeinschaft wären und ohne zu überlegen alles machen weil es ein Gefühl der Zugehörigkeit gibt. Es gibt keine Ziele oder Absichten, so wies aussieht gibt es immer wieder ein paar Initiatioren die erfolgreich "Raids" anzetteln an denen dann alle die, die meinen der nicht existenten Bewegung Anonymous zuzugehören, teilnehmen. Mit ein bisschen Manpower, Wissen über wo was im Internet "abgeht" und durchdacht formulierten Nachrichten lässt sich das super ausnutzen. Insofern ist Anonymous erst gefährlich wenn terroristische Organisationen o.Ä. bemerken, wie leicht sich diese Massen ausnutzen lassen.

Edit:
Die relevanten Informationen kommen nur mit Hilfe dieses "Botnets" zu Tage, benutzt von Leuten die dieses als Werkzeug erkannt haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke auf diese Frage gibt es keine einfache oder eindeutige Antwort, denn Anonymous ist keine homogene Gruppe. Ebenso verschieden wie die Motive, Methoden und Ziele der Unterstützer und Aktivisten des Anonymous-Kollektivs sind, so verschieden dürften auch die Ansichten und Meinungen über Anonymous sein...
Das martialische Auftreten mit den Masken mag infantil erscheinen, allerdings geht es afaik ursprünglich darauf zurück, Aktivisten auf den Anti-Scientology Demos vor Identifizierung und Repressalien durch das Office of Special Affairs (OSA), den Geheimdienst der Sekte, zu schützen. So ganz sinnlos waren die Masken also ursprünglich nicht, dass sie sich für Masken aus V wie Vendetta entschieden haben, verrät einen gewissen Sinn für Dramaturgie und ein Gespür für gute PR. Und gute PR ist ein wichtiges Element von friedlichem Protest - zumindest wenn er nicht unbeachtet verpuffen soll.
Das Engagement von Anonymous gegen Scientology finde ich begrüssenswert, weil ich die Sekte und ihre Methoden verabscheue. Auch die Unterstützung von WikiLeaks, z. B. durch das Spiegeln des Servers, finde ich wirklich gut. Die Operation Payback, also die DDOS-Attacken auf PayPal & Co, sehe ich dagegen mit gemischten Gefühlen: Einerseits kann ich die Motive verstehen, die Methoden aber nicht gut heißen. Ähnlich sieht es z. B. mit dem HBGary-Hack aus, kriminelle Aktivitäten und Cyber-Vandalismus kann ich prinzipiell nicht gut heißen - andererseits wurde durch die Aktion auch auf gewisse Missstände aufmerksam gemacht, z. B. diese interessante Information:
Auszug aus Fefes Blog:
[l] Bei dem Anonymous-HBGary-Hack sind noch andere peinliche Mails aufgetaucht. Die "US Chamber of Commerce" soll versucht haben, Hacker mit Sabotage ihrer politischen Gegner zu beauftragen.
Ich sehe Anonymous also durchaus positiv - aber nicht vorbehaltlos. Ebenso wie die Bewegung viel Potential für gute Entwicklungen hat, gibt es auch viel destruktives Potential...
 
Zunächst einmal haben die meisten von Anonymous nichts mit 4chan zu tun, auch wenn der Ursprung daraus hervorging. Als zweiten Punkt der mich so Sauer aufstossen lässt ist die vorherrschende Meinung das es ein paar Erwachsene Kinder sind die nichts besseres zu tun haben - das ist Falsch.

Die Verbindung zu 4chan besteht immernoch, warum auch nicht viele Hacktivisten kommen von dieser Gruppe. Allerdings teilt sich Anonymous in 2 Kategorien auf. Die erste - dafür wurde Anonymous geschaffen - um gegen Scientology vorzugehen. Die zweite Kategorie ist die Anonymous Operations. Über diese Anlaufstelle werden Aktionen und DDos-Attacken von Menschen durchgeführt die in den meisten Fällen nichts mit Scientology zu tun haben. Eine Vermischung der Ziele ist gewollt, so machen die meisten Teilnehmer von Anonymous in beiden Richtungen mit.

Unter dem Banner von Anonymous gesellen sich auch andere Gruppen wie die PLF und viele andere diverse Hacktivisten wie z.B die berühmte Hacktivisten-Gruppe aus Iran die IRCArmy die gemeinsam unter den Banner auch unschöne Sachen machen.

Ich bin kein Sprecher von Anonymous wohl aber von PLF deshalb kann ich gut nachvollziehen, wie die öffentliche Meinung ist. Allerdings müsst ihr bedenken, dass viele die sich Anschliessen auch Familie haben und keine pupertäre Kinder sind. Ferner denke ich das die Leute die bei Demos oder andere Aktionen teilgenommen haben gut nachvollziehen können, wie Anstrengend sowas sein kann, wenn man mehrere hundert Kilometer am Tag zu einem Treffpunkt fährt um zu Demonstrieren.
Zumindest für dafür sollte man jeden Anonymous Respekt zollen der für diejenigen auftritt die nicht den Mut oder nicht den Willen haben selbst mitzumachen.

Wer das noch nicht kennt kann sich gerne da mal Umschauen:
http://www.whyweprotest.net/
http://www.anonops.ru/forum/index.php oder http://www.anonops.in/forum/index.php
http://www.peoplesliberationfront.info/
 
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