DE: Lachkrämpfe sollen Selbstmordpiloten vom Ziel abbringen

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Guest
Selten karikieren amoklaufende Sicherheitsexperten ihre eigenen Maßnahmen
so, wie im Fall des deutschen Atomkraftwerkes Grohnde: Selbstmordpiloten
sollen offenbar alleine durch die groteske Idee denn durch künstliche
Nebelwände und Störungen der GPS-Signale vom Ziel abgebracht werden.

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(...)
Im Gespräch war zunächst die so genannte Vernebelungstaktik: Bei einem
drohenden Angriff aus der Luft sollten die Atomkraftwerke blitzartig in
künstlichen Nebel gehüllt werden, damit potenzielle Selbstmord-Piloten die
kritischen Teile des Reaktors entweder gar nicht oder zumindest nicht
zielgenau treffen können. Diese Pläne hielt das Bundesumweltministerium
jedoch für unzureichend und forderte die Stromkonzerne als
Kraftwerksbetreiber zu Nachbesserungen auf -- schließlich könne man ja in
den Autopiloten einer jeden Verkehrsmaschine die geografische Position des
Kraftwerks eingeben und dann das Ziel auch ohne Sicht über GPS-Signale
ansteuern lassen.

Daraufhin müssen sich zumindest einige der Sicherheitsexperten wohl an die
Zeit vor Mai 2000 erinnert haben: Bis dahin hatte das US-Militär die für
zivile Zwecke bestimmten GPS-Signale durch die so genannte "Selective
Availability" (S/A) verzerrt. Wichtige Navigationsinformationen der
Satelliten wie Ephemeriden (Laufbahnen der Satelliten) und Uhrzeiten wurden
vorsätzlich unregelmäßigen Schwankungen unterworfen, weshalb selbst mit
hochwertigen Messgeräten eine Standortbestimmung bestenfalls bis auf etwa
50 Meter Radius möglich war.

(...)

Zum einen sind Atomkraftwerke große, meist helle Klötze in der
Luft-Landschaft, die bei guten Bedingungen aus einer Entfernung von 50
Kilometern und mehr zu sehen sind und daher gerne als Orientierungspunkte
genutzt werden. Nebelt man sie nun ein, erscheinen sie noch größer und sind
daher aus noch größerer Distanz gut zu erkennen. Auch eine Störung des
GPS-Empfangs in der unmittelbaren Umgebung der Reaktoren würde nicht
ausreichen, da eine Verkehrsmaschine diesen Bereich in wenigen Sekunden
durchfliegt. Und bis die GPS-Anlage überhaupt gemerkt hätte, dass keine
Signale mehr da sind, wäre das Flugzeug schon im Ziel eingeschlagen.

Als Konsequenz müsste man also den Empfangsbereich sehr viel großflächiger
stören -- ein Durchmesser von 100 Kilometer für jedes Kraftwerk wäre das
Minimum. Bei der Größe Deutschlands verbunden mit der vorhandenen
Kernkraftwerks-Dichte würde man damit aber der Nutzung von GPS-Daten
hierzulande (Straßennavigation, Luftfahrt, Toll-Collect) den Todesstoß
versetzen.

mehr...
http://www.heise.de/newsticker/meldung/64016

Text & Quelle: q/depesche 2005-09-21T13:10:56
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