Erste Beta von WinFS für Entwickler

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Guest
Gänzlich unerwartet hat Softwarehersteller Microsoft am Montag den Abonnenten seines Entwickler-Netzwerk-Service eine erste Testversion von WinFS [Windows Future Storage] zur Verfügung gestellt. Ein erster Ausblick auf den Code des neuen Dateisystems war eigentlich erst für Jahresende angekündigt gewesen.

Die Software, die künftig FAT32 und NTFS ablösen wird, soll Informationen auf Desktop-PCs und in gesamten Netzwerken leichter durchsuchbar machen. Laut Herstellerangaben soll WinFS die Lücke zwischen Dateisystemen und Datenbanken schließen und eine ausgereifte Programmier-Plattform für strukturierte, semi-strukturierte und unstrukturierte Daten bieten.

Quelle: futurezone.orf.at / APA
 
sehr interessanter kommentar von gromit65 aus den fuzo-foren:

... DOS -> Konfiguration in ASCII-Files, Daten tlw. in Files mit proprietären Formaten, Windows -> Konfiguration wird in einer Datenbank versteckt (Registry), Daten nach wie vor in Files, WinFS -> Auch die Anwenderdaten sind nicht mehr als Files handelbar sondern werden in einer (natürlich proprietären) Datenbank abgelegt. Wer Datenbanken braucht soll Datenbanken verwenden, und wer Files benötigt soll Files verwenden. Aber wenn ich Files haben will und mir das Betriebs-System eine Datenbank aufzwingt so ist das IMHO Schwachsinn?.
 
Original von NoN
sehr interessanter kommentar von gromit6
Oh ja. Mächtig.

WinFS -> Auch die Anwenderdaten sind nicht mehr als Files handelbar sondern werden in einer (natürlich proprietären) Datenbank abgelegt. Wer Datenbanken braucht soll Datenbanken verwenden, und wer Files benötigt soll Files verwenden. Aber wenn ich Files haben will und mir das Betriebs-System eine Datenbank aufzwingt so ist das IMHO Schwachsinn?.
Bei WinFS handelt es sich um keine reine Datenbank, sondern um eine Mischung aus Datenbank und NTFS.
In der Datenbank werden nur die Metadaten einer Datei (inkl. Pfad zum Speicherort) gespeichert. Die Files als solches bleiben bestehen und sind als solches nutzbar.
Anhand der Metadaten werden die Dateien in Sets sortiert, wobei Sets im Grunde nur abgespeicherte Searchquerys darstellen, in dessen Ergebnis zu den Dateien mit den entspr. Eigenschaften im Dateisystem verlinkt wird.
 
dann bleibt ja nur noch zu hoffen, dass sies nicht (wieder) in den sand setzen.
 
Original von schlaflos:

Ein ewiges hin und her um WinFS

scheint bei Microsoft an der Tagesordnung zu sein und so langsam aber sicher macht sich bei mir, nachdem sie mit Windows XP SP2 ein relativ ordentliches Betriebssystem geliefert haben, der Eindruck breit, dass Microsoft intern über ihre unterschiedlichen Entwicklungsabteilungen und den Projektstand nicht wirklich viel Überblick hat.

WinFS (Windows Future Storage) sollte das neue Dateisystem von Windows Vista, ehemals Longhorn, werden. Doch aus Zeitgründen wurde WinFS, welches die Technologie des zukünftigen SQL-Servers 2005 nutzen sollte, aus dem Projektplan gestrichen. Die Entwicklung sollte auf einer seperaten Schiene erfolgen und erst nach dem erscheinen von Windows Vista nachgeliefert werden. Dann zunächst allerdings nicht als neues Dateisystem, sondern als ein Dateisystem - Aufsatz bzw. eine Erweiterung zu NTFS, dem aktuellen Dateisystem aus dem Hause Microsoft.

Offensichtlich kam die Entwicklung doch weiter als Microsoft dachte, jedenfalls wurde nun eine erste Beta freigegeben, bisher jedoch nur für MSDN Kunden. Diese können die Funktionen nun ausführlich testen, das heißt wohl übersetzt ?Fehler finden und Reports an Microsoft schicken?. Natürlich ist dies eine durchaus gängige Praxis in der Entwicklung, allerdings wirft der frühe Release den Eindruck auf, dass Microsoft nun doch mit dem Gedanken spielt WinFS noch in Windows Vista zu integrieren, dies jedoch öffentlich nicht bekannt machen will, da man sich nicht sicher ist ob es auch zu schaffen ist. Außerdem soll WinFS nun auch auf Windows XP lauffähig sein. Ein kluger Zug von Microsoft. So können nun auch Entwickler, welche noch keine Beta von Windows Vista besitzen, WinFS ausgiebig testen.

Sehr interessant ist Statement von Hans Reiser, dem Entwickler eines der wohl performantesten Dateisysteme unter Linux, zu WinFS:

?Reiser4 is technologically ahead of WinFS as a high performance storage layer, see www.namesys.com [namesys.com] for details on its design. When you do this layering the way they did it, with the metadata stored in a layer above the FS rather than integrated into it, you lose a lot of performance while gain the advantage of successfully avoiding dealing with a host of technical issues. We are at least 5 years ahead of them technically in the storage layer.?

Hans Reiser sieht WinFS nicht wirklich als Konkurrenz zu ihrem Dateisystem an. Viel mehr sieht er die Zukunftssicherheit seines Dateisystems durch Apple gefährdet, deren eigene Entwicklung zwar hinter der von ReiserFS zurückhängt, aber welche sehr schnell zu der Performance von ReiserFS aufschließt.

Wer sich schlau machen möchte:
http://www.namesys.com/
http://www.namesys.com/whitepaper.html
 
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