Fragen zur Szene.

Ich habe ein paar Fragen
Zunächst einmal zu mir:
Ich bin 14 Jahre alt und wohne in der Schweiz in der Nähe von Zürich.
Ich programmiere etwa seit 2.5 - 3 Jahren und habe schon einiges an Serversoftware für Spiele bzw. Browserspiele in C# entwickelt. Da mir das langsam zum Hals raushängt und ich eher in die maschinennahe Programmieren gehen möchte begann ich vor rund 3 Monaten Assembler und C++ zu lernen, sowie die ganze Theorie die dazugehört. (Abgesehen davon, dass Theorie und Praktik in der IT stark zusammenhängt). Zu meinen Vorbildern gehören Julian Assange und Daniel Domscheit Berg. Ansonsten bin ich ein ganz normaler Jugendlicher.

Nun zu meinen Fragen
Ich habe irgendwo in diesem Forum mal gelesen, dass die deutsche Hackerszene den Bach runtergeht. Inwiefern geht die Szene den Bach runter? Was war der Auslöser? Wie läuft das hier überhaupt alles ab?
Ich habe von der Trennung zwischen White-, Gray- und Whitehats gehört, und ich habe auch die ungefähre Definition dieser "Gruppen" gehört. Aber was bedeutet das jetzt wirklich? Gibt es in diesem Forum/der Hackerszene diese "Trennung" wirklich oder ist die eher abstrakt? Ich habe gehört, dass sich diese Gruppen bekriegen. Stimmt das? Wenn ja, inwiefern?

Es wäre nett wenn einer von euch meine Fragen der Reihe nach beantworten könnte.

Danke und bye.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es wäre nett wenn einer von euch meine Fragen hierarchisch beantworten könnte.
Man sollte nicht versuchen sich mit Fremdwörter zu profilieren, damit kann man sich ganz leicht selbst disqualifizieren.
 
Man sollte nicht versuchen sich mit Fremdwörter zu profilieren, damit kann man sich ganz leicht selbst disqualifizieren.

Gut, dann erkläre mir inwiefern ich mich disqualifiziert habe, und ganz wichtig, für was überhaupt? Für meinen Fame? Das kannst du vergessen ich habe mich lediglich aus Gründen der Weiterbildung hier angemeldet. Deinetwegen habe ich jetzt "der Reihe nach" geschrieben. Ich wollte eigentlich nur ein paar Fragen stellen, warum so schlecht drauf?
 
Zuletzt bearbeitet:
"Hacker" ist imho keine Bezeichnung für ein Mitglied einer Gruppe, sondern für jemand der sich einer Kultur zugehörig fühlt. Siehe insbesondere diese Seite.

Ja, der Ausdruck "Gruppe" war schlecht gewählt und hat eigentlich eine ganz andere Bedeutung. Aber eigentlich wollte ich weniger über die Kultur und den Idealismus eines Hackers erfahren, da ich mir die Hacker Ethik schon dutzend mal durchgelesen habe, sondern ich wollte lediglich wissen wie Das hier wirklich abläuft. Denn es gibt von jeder jeder Sache ein Idealbild, aber die Realität sieht oft anders aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich wollte eigentlich nur ein paar Fragen stellen, warum so schlecht drauf?
Bitte nicht von meinen Postings auf meine Laune schließen, außer es trollen sich hier und da mal ein paar vulgäre Wörter ein und meine Sätze werden von tausend Interpunktionszeichen dekoriert. Das war nicht böse gemeint, also nicht gleich angegriffen fühlen ;)
 
ich würde es nicht so ausdrücken, als ob die Hackerszene den Bach runter geht, sofern man überhaupt von einer Szene sprechen kann. Lediglich haben sich in den letzten Jahren die Zielsetzungen bzw. die Orientierung stark gewandelt. Was früher als "Untergrund" (Stichwort: Usenet) begann ist heute sehr öffentlich, sprich fast jeder, ob qualifiziert oder nicht, hat Zugang zum Internet und nutzt es auch.
Diese Entwicklung führte zu vielen vor allem politischen Änderungen, Stichwort §202c, Vorratsdatenspeicherung, nPa, ...
Daher sehe ich es so, dass der moderne Hacker zwar durchaus noch sein Dasein im auserwählten Kreis und Kämmerlein fristen kann, jedoch dies nicht unbedingt muss. In gewisser Weise ist es heute mehr ein Experte seiner Zeit.
Allerdings solltest du nicht vergessen, dass in den Medien die Definition eines Hackers in vielen Fällen falsch verwendet wird, und viel öfter Cracker gemeint sind.

Zur Trennung der Hats, diese gibt es zwar hängt allerdings auch stark mit dem Ziel und der Definition (siehe oben) von Rahmenbedingungen (Gesetze) zu tun. Somit sind Blackhats z. B. nicht per se die bösen "wir werden alle sterben" Hacker...

Hintergründe und Erläuterungen verschiedener Abkürzungen/Erläuterungen darfst du dir, falls nicht bekannt erarbeiten. (Meiner Meinung nach mit die effektivste Methode zum Sammeln von Wissen)
 
Ich kann nicht sagen, ob sie Szene den Bach runtergeht.

Was mir aber in den letzten 12 Jahren aufgefallen ist, ist ein zurückziehen aus der öffentlichen Präsenz. Ein Grund kann die stetige Änderung der Gesetzeslage sein, wo Hacker ganz schnell Probleme kriegen koennen und sei es "nur" die Dokumentation des auhebelns eines Kopierschutzes. Für Hacker/Researcher, die auf eigene Faust in ihren Crews agieren, ist die Welt wesentlich komplizierter geworden.

Ein weiterer Grund kann die steigende Komplexitaet sein. Es gibt immer noch eine Menge guter Leute, aber wo man vor 12 Jahren noch Leute mit nem selbstgefrickelten Portscanner beeindrucken konnte, stehen tausende andere, die das gleiche machen. Man geht einfach unter in dem ganzen Ramsch.

Eine weitere Möglichkeit ist der steigende Anspruch. Die Messlatte wird ständig höher gehängt und die Leute, die oben mitmischen (können) haben oftmals heutzutage ganz andere berufliche Perspektiven als noch vor 10 Jahren.
 
(Abgesehen davon, dass Theorie und Praktik in der IT stark zusammenhängt).
Hm, nö. Bei vielen Bereichen wird es ohne Theorie nix (Crypto, Optimierungen/Software+DBentwurf, DB Entwurf, "sicherheitsbewusste" Entwicklung, usw.) oder zumindest nix gescheites.
Hier gilt noch nicht mal "2 hours of try and error can save 10 minutes of manual reading" - aber das wird man schnell merken ;).
Zu meinen Vorbildern gehören Julian Assange und Daniel Domscheit Berg.
Muss man die kennen? :confused:
Nun zu meinen Fragen
Ich habe irgendwo in diesem Forum mal gelesen, dass die deutsche Hackerszene den Bach runtergeht. Inwiefern geht die Szene den Bach runter? Was war der Auslöser?
Definiere mal "Szene". Wenn Du die üblichen Foren wie FreeHack, HackBase, oder gar Zion, KingSizeCrew, Secunet, Unique-crew und Ableger von Carders/1337crew und wie die alle heutzutage noch heißen (meine Liste mittlerweile etwas veraltet):
Da wird schon seit Jahren rumgemeckert "nur noch ripper heutzutage, niemandem kann man trauen - früher(tm), vor 2 Jahren war alles besser!". Der "Verfall" wird im übrigen schon seit Jahrzehnten auch in diversen tech. Foren beklagt :rolleyes:

Blöd nur, dass die meisten dieser Foren, die sich als "deutsche Underg4unt Szen3" schimpfen im Prinzip nur eine Plattform zum Handeln darstellen:
Packstation/Cardingzeug oder "ich hab' mein Hello-World in NET geschrieben und sogar 2 APIs aufgerufen, nun kann ich meinen eigenen Crypter/Bot/Trojaner/Stealer=>Malwarezeug schreiben und für ganze 20 Euro verkaufen!!!").

Also absolut uninteressant für jene, die NICHT unbedingt ihre Zeug verkaufen möchten, sondern an einer technischen Diskussion interessiert sind - jegliche Diskussion geht i.d.R im Nonsens unter:
"Ich hab nun Backtrack installiert/den IStealer mit ResHack gemodded oder gar die 1001 Variante von RunPE zum Laufen gebracht!!!" <- das wären noch die "niveauvollen" Themen. Zusäztlich natürlich 1000 "suche Crypter! | Verkaufe full unique high end platinum NET-Bot! | Suche VickSock! | Wie zum ersten mal hacken carden?" Threads.
Oder bei einem Thema zig 0815 "Hanspeter muss auch seinen ComputerBild-Senf dazu geben, obwohl explizit im Thread nach technischen Hintergründen gefragt wurde" Antworten gibt.

Also wandern die Techies ab und die Kids bleiben halt auf ihrem "elitären" Fraudzeug sitzen und weinen, weil ihnen niemand Exploits oder Malware umsonst programmiert. Für sie geht dann natürlich die "Szene" den Bach unter.
=> Es geht nix de Bach runter. Aufgrund der Gesetzeslage wird aber kaum jemand irgendwelche "spektakulären Hacks" (sei es von iPhone oder Server irgendwelcher Unternehmen) in D. veröffentlichen.
Ebenso die "Einsteigertorjaner/Malware".
Wenn so etwas in englischer Sprache auf einem russischen Blog erscheint, muss es noch lange nicht aus USA oder Russland stammen ;)

Und da kommen wir zum nächsten Punkt:
Wie läuft das hier überhaupt alles ab?
Es gilt: so ziemlich viele Fragen/Themen lassen sich so formulieren, dass sie völlig legal und öffentlich diskutiert werden können. Zumindest wenn diese über dem Niveau von "wie konfiguriere ich den iStealer/PY"/"mit welchen Toolz hacke ich XYZ" liegt :rolleyes:


Ich habe von der Trennung zwischen White-, Gray- und Whitehats gehört, und ich habe auch die ungefähre Definition dieser "Gruppen" gehört. Aber was bedeutet das jetzt wirklich?
Es gibt halt Leute, die ihr nicht vorhandenes Wissen oder ihr Ego(ismus) lieber mit irgendwelchen Definitionen kaschieren :rolleyes: Aber in etwa: ja, die Trennung gibt es tatsächlich, sie ist nicht abstrakt. Die NICHT Black/Grey/Whitehats streiten sich da liebend gerne über die genau Definition :rolleyes:
In etwa spiegelt diese die moralische/etische Einstellung und Verhalten im Web (miteinander, gegenüber Otto-Normaluser) auf einer Skala von [0,1, 2] [Black, Grey, White] wieder.
dass sich diese Gruppen bekriegen. Stimmt das? Wenn ja, inwiefern?
Hm, wenn happyninjas (google, nehmen seit 2009/2010 immer wieder mal die oben aufgezählte selbsternannte "Szene" mal aufs Korn) so ein Board "pwnen", kann man das kaum als "Bekriegen" bezeichnen, weil das ziemlich einseitig abläuft.
Ansonsten ja: die Boardbetreiber (zumindest in der Liste oben) haben sich früher immer gerne mal gegenseitig geddost.

Und mal ehrlich: es gibt nicht "DIE HACKER" im "absolut tiefen Underground" oder "die Szene".

Gibt gewiss Leute, die über IRC/Mailinglisten/Boards in Kontakt stehen und Projekte umsetzen. Gibt auch Leute, die Malware (Barrakuda/Zeus/diverse Attackkits) Programmieren und verkaufen. Also die ganze Palette. Je höher das technische Niveau, desto kleiner ist die Gruppe. Die wird man halt nicht soo direkt in google finden, weil sie einfach keine Lust auf "möchte auch Hacker werden!1" haben. Daher auch die "Elitärgerüchteküche" der breiten Masse.
Ob die Gruppen sich nun alle bekriegen, wird man kaum sagen können, weil man dafür erstmal auch _alle_ kennen muss.
 
Was bitte soll Dominik Domscheit Berg denn bitte für eine Philosophie vertreten, der es sich zu folgen - oder gar überhaupt zu disktutieren lohnt?

Die Verstrickungen dieser Person sind, milde gesagt, fragwuerdig.
Seine öffentlichen Statements geben jedenfalls nicht Zeugnis von einer integeren Person, wo sich das zuhören lohnt.

Julian Assange ist jedenfalls eine weitaus straightere Person die für seine derzeitige Situation durchaus konsequent ist - was auch dringend nötig war um ein solches Netzwerk überhaupt aufzubauen. Das ist jetzt mal völlig unabhängig davon wie er sich gebiert oder ob man ihn mag. Sein Projekt hingegen - und seine öffentliche Präsentation ist mit der kasperei Domscheit-Bergs jedenfalls schonmal gar nicht auf eine Stufe zu stellen.
 
Was bitte soll Dominik Domscheit Berg denn bitte für eine Philosophie vertreten, der es sich zu folgen - oder gar überhaupt zu disktutieren lohnt?

Die Verstrickungen dieser Person sind, milde gesagt, fragwuerdig.
Seine öffentlichen Statements geben jedenfalls nicht Zeugnis von einer integeren Person, wo sich das zuhören lohnt.

Julian Assange ist jedenfalls eine weitaus straightere Person die für seine derzeitige Situation durchaus konsequent ist - was auch dringend nötig war um ein solches Netzwerk überhaupt aufzubauen. Das ist jetzt mal völlig unabhängig davon wie er sich gebiert oder ob man ihn mag. Sein Projekt hingegen - und seine öffentliche Präsentation ist mit der kasperei Domscheit-Bergs jedenfalls schonmal gar nicht auf eine Stufe zu stellen.
Naja Julian Assange hat einige Fehler mit seinem Projekt gemacht, beispielsweise das veröffentlichen von Namen und Ortsnamen, was die amerikanische Regierung ihm persönlich jetzt vorwirft. (Weil jetzt angeblich US Soldaten in Gefahr sind wegen den Namen, was eigentlich auch so ist.)

Daniel Domscheit-Berg vertritt genau die gleiche Philosohpie wie Julian Assange, er hat nur ein eigenes projekt eröffnet(Openleaks), weil Assange intern zu viel Macht ergriff, bzw. behauptete, dass nur er selber das Projekt aufgebaut hat usw. Dann kam es zu streit und sie trennten sich. So sagt das Domscheit-Berg, es kann aber auch andere Gründe geben, das wissen wir nicht.

Aber im Allgemeinen ist das eigentlich egal, denn Leaking ist eine Idee und besteht nicht nur aus einer bzw. zwei Organisationen, sondern sollte ihren Weg fortsetzen. Deshalb sollte diese Idee nicht nach Assange und Domscheit-Berg bzw. Wikileaks und deren Fehler beurteilt werden. Es soll möglichst viele solche organisationen geben, da wenn es nur eine Organisation gibt, besteht die gefahr, dass Diese zuviel Macht bekommt bzw. die Macht dann evtl. auch ausnutzt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben