Ist man nach Einführung von ipv6 mit einem VPN (dann / noch) anonym unterwegs?

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hack08

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Das heißt, hat ein Webseiten-Betreiber danach NULL-KOMMA-NULL Möglichkeiten, das User-Standort-Land zu ermitteln vorausgesetzt der User tut alles in seiner Macht stehende um sein Ziel der Anonymität zu erreichen?
 
1) Wenn du per VPN eine Website kontaktierst wird der Website-Betreiber/Webserver immer nur die IP-Adresse des VPN-Providers sehen. Wie du dich zum VPN-Provider verbindest, d.h. ob IPv4 oder IPv6 spielt für die Anonymität gegenüber dem Webserver keine Rolle, ebenso wenig, ob der VPN Provider IPv4/v6 verwendet.

2) Letztendlich ist es ein Katz und Maus Spiel, das derjenige gewinnen wird, der sich besser mit der Technik auskennt. "Alles in seiner Macht stehende" ist in diesem Sinne Unfug, denn es wird immer Mittel und Wege geben, sei es Implementierungsfehler oder konzeptionelle Schwächen. Es ist wie mit Sicherheit: 100%ige Sicherheit gibt es nicht, ebenso wenig wirst du gegenüber jedem zu 100% anonym bleiben können.

3) Vergiss die rechtliche Seite nicht. Wenn du eine Straftat begehst, wie beispielsweise dem Umgehen von Zugangssperren, wird auch der VPN Provider nicht zögern, deine IP-Adresse herauszugeben, sofern er diese gespeichert hat. Ebenso wird ein deutscher Provider Logfiles besitzen, die deine Verbindung zum VPN Provider belegen.

4) Ein Thread zum Thema Anonymität und VPN reicht, meinst du nicht?

5) Benutze TOR. TOR ist ein VPN, welches - um es mit deinen Begriffen auszudrücken - mehrere VPN Provider hintereinander schaltet, um die größtmögliche Verwirrung zu schaffen und damit ein Herleiten der IP Adresse zu verhindern. Das Problem, dass du hast, wenn der Website-Betreiber dich erkennen will, wirst du jedoch auch damit nicht lösen können. Das ist aber zum aktuellen Zeitpunkt meiner Meinung nach technisch auch nicht lösbar bzw. nur mit (unverhältnismäßig) hohem Aufwand.
 
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Erstmal cielen Dank für den Tor-Tipp!

Das Problem, dass du hast, wenn der Website-Betreiber dich erkennen will, wirst du jedoch auch damit nicht lösen können. Das ist aber zum aktuellen Zeitpunkt meiner Meinung nach technisch auch nicht lösbar bzw. nur mit (unverhältnismäßig) hohem Aufwand.

Genau das Problem würde ich gern mit unverhältnismäßig hohem Aufwand lösen. Was wäre da der Ansatz, bzw. an wen könnte ich mich wenden?
 
Ich sehe das als Laie modellhaft so: Es gibt 10 Expertise-Levels:

00 - meine Oma

01 - Ich

05 - Der durchschnittliche Antworter im Hackerboard

06 - Das oberste Dezil der Antworter im Hackerboard

10 - die CIA

Der bestgerüstete Webmaster gegen den ich mich schützen möchte hat mutmaßlich ein Expertiselevel von 06. Jetzt muss ich ihn übertrumpfen indem ich mir Hilfe auf Level 08 hole, 07 überspringe ich als Puffer.

Wie komme ich da hin?
 
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Das heißt, hat ein Webseiten-Betreiber danach NULL-KOMMA-NULL Möglichkeiten, das User-Standort-Land zu ermitteln vorausgesetzt der User tut alles in seiner Macht stehende um sein Ziel der Anonymität zu erreichen?

Wenn ein Webseitenbetreiber die IP sieht, wird er wahrscheinlich sehr viel einfacher sagen können woher du kommst, als es bisher der Fall ist.

Das hat allerdings weniger mit der Natur des Protokolls zu tun als vielmehr mit der Art und Weise, wie die Adressen an die RIRs delegiert - und von dort an Unternehmen, wie zB ISPs vergeben werden.
Auch ist man sich noch nicht hunderprozentig sicher, wie lange Geräte ihre Adresse behalten werden - ich vermute, dass sie solange dieselben nutzen, bis sie manuall re-quested werden. Überhaupt ist vieles bei IPv6 noch ziemliche vage.

Das Thema VPN/Anonymitaet ist mit IPv6 genauso zu handhaben wie jetzt auch. Ich glaube du spielst da auf IPSEC bei IPv6 an, was mit deiner Anfrage aber nichts zu tun hat.

Die CIA würde ich mal eher bei Platz 7 sehen....


Genau das Problem würde ich gern mit unverhältnismäßig hohem Aufwand lösen. Was wäre da der Ansatz, bzw. an wen könnte ich mich wenden?

Du könntest TOR Quellcode laden und selber nochmal abtippen. Der Aufwand dürfte ziemlich hoch sein.

BTW. werden einige TOR Nodes von den Geheimdiensten selber betrieben :P
 
nun, ich habe für das problem einen hauptthread eröffnet, hier wollte ich eigentlich nur die für die allgemeinheit interessante frage klären, ob die einführung von ipv6 das vorhaben sich mit tor und anonymisierungsdiensten zu schützen, konterkarieren kann.

ich vermute dass in diesen tagen ein schlechter zeitpunkt ist, um so eine anonymisierungsmauer hochzuziehen, weil mit ipv6 evtl. die spielregeln für die anonymität entscheidend geändert werden.

die telekom hat ipv6 mittlerweile für dsl-neukunden ohne groß darauf hinzuweisen, eingeführt. ist es jetzt ratsam so einen anschluss zu wählen, damit man die probleme des ipv6 schon von beginn an internalisieren kann oder kann ich mir gewissenlos den für mich besten/günstigsten DSL-anbieter rauspicken, tor & anonymisierungsdienste installieren und dann der umstellung auf ipv6 gelassen entgegensehen? reagieren muss ich auf ipv6 in meinem schutzvorhaben früher oder später auf alle fälle oder?
 
Chromatin hat gesagt.:
Die CIA würde ich mal eher bei Platz 7 sehen....
In diesem Kontext ist es doch völlig unerheblich auf welchem Platz man die CIA ansiedelt - wenn es um Überwachung von weltweiter Kommunikation geht, ist nur die NSA entscheidend. Und die NSA ist afaik nicht nur der größte amerikanische Geheimdienst, sondern definitiv auch der mit dem dicksten Budget - mehr als genug um die schlausten Köpfe direkt von den Elite-Unis zu rekrutieren und High-Tech einzukaufen, von der andere Dienste nur träumen können. Ich würde die NSA ziemlich weit oben ansiedeln...;)
 
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nun, ich habe für das problem einen hauptthread eröffnet, hier wollte ich eigentlich nur die für die allgemeinheit interessante frage klären, ob die einführung von ipv6 das vorhaben sich mit tor und anonymisierungsdiensten zu schützen, konterkarieren kann.

Vom Gebrauch der Fremdwörter (die hier einen schoenen Schmuck darstellen) mal abgesehen, guckst du aus einer völlig falschen Perspektive auf das Thema.

Die Technologie des IPv6 Protokolls hat mit irgendeiner anderen Technologie zwecks Anonymisierung nichts zu tun. Diese Protokolle dienen lediglich dem Transport und der Adressierung von Datenpaketen - nichts weiter. Einschränkend gilt, dass bei IPv6 einige Features implementiert wurden, wie zB die Möglichkeit ein VPN zwischen zwei Endpunkten(!!!!!!) herzustellen, sowie ein geändertes Konzept der Adressvergabe.


ich vermute dass in diesen tagen ein schlechter zeitpunkt ist, um so eine anonymisierungsmauer hochzuziehen, weil mit ipv6 evtl. die spielregeln für die anonymität entscheidend geändert werden.
Dafür gibt es nie einen schlechten Zeitpunkt.
Realistisch betrachtet ist der Zug aber ohnehin abgefahren, denn ein hohes Mass an Anonymitaet ist nur noch versierten Internetnutzen möglich. Mein Ansatz ist hier nach wie vor, sich zu organisieren und "eigene" Strukturen zu schaffen.


die telekom hat ipv6 mittlerweile für dsl-neukunden ohne groß darauf hinzuweisen, eingeführt. ist es jetzt ratsam so einen anschluss zu wählen, damit man die probleme des ipv6 schon von beginn an internalisieren kann oder kann ich mir gewissenlos den für mich besten/günstigsten DSL-anbieter rauspicken, tor & anonymisierungsdienste installieren und dann der umstellung auf ipv6 gelassen entgegensehen? reagieren muss ich auf ipv6 in meinem schutzvorhaben früher oder später auf alle fälle oder?

Die Telekom kündigt die Einführung von IPv6 für Endkunden schon seit Jahren an und kam einfach nicht in die Gänge. Davon abgesehen ist die Einführung von IPv6 eine willkommene Sache, die leider noch nicht ganz ausgegoren ist und von Teilen der Wirtschaft behindert wird (Carrier machen Geld mit ihren ungenutzten IPv4 Adressen und machen noch schoenes Geld (mit nix)).

Es gibt auch keine anderen oder neuer Probleme zu "internalisieren" - nochmal - es ist ein Internetprotokoll auf unterster Ebene und alle Dienste werden auch mit IPv6 mal funktionieren - sobald Entwickler ihre Codes entsprechend angepasst/gefixt haben

Das war die Technologie. Und wir können sagen, dass zumindest die Transport- und Routingprotokolle nach rein technischen Massstäben entwickelt werden und es einzig und allein darum geht, wie man am besten Pakete routet - niemand interessiert sich an der Stelle für den Inhalt oder die Absicht des Senders/Empfängers. (We know how to do routing packets. What we don't know is how to do routing dollars).

Fortschreitende Kontrollstrukturen werden ermöglicht durch:
- Regularien (zB Gesetzte oder AGBs von Zugangsprovidern, Regeln der Adressvergabe IANA -> RIRs -> Provider -> Endkunde)
- Erweiterungen bestehender Protokolle (zB. DNS-Extensions)
- Aufpfropfen weiterer, anderer Protokolle (zB DKIM/SPF bei Email)
- Einbindung modifizierter Komponenten in Netze (zB DPI Filter in bestehende Netz-Infrastruktur)


Wenn dich also das Thema Anonymisierung interessiert, bist du gut beraten dir was einfallen zu lassen. Wie du schon sagtest ist TOR eine Möglichkeit, aber auch das Aufbauen von VPN Diensten oder die Teilnahme/Förderung von Verschlüsselter E-Mail Kommunikation.
 
herzlichen dank für die antwort.

1. am ende schreibst du, ich soll mir was einfallen lassen. ich kenn mich wenig aus mit computer/internet und hatte mir dafür hier hilfe geholt, damit mir jmd. dabei hilft, dass mir was einfällt.

2. vpn sagst du, als alternative zum tor... soweit ich es verstanden habe ist tor eine art vpn, nur eben eine vpn-variante die darauf spezialisiert ist, anonymisierung zu gewährleisten. würdest du jetzt einen vpn-anbieter wie vyprvpn oder strongvpn dem tor vorziehen bzgl. anonymisierung?
 
1. am ende schreibst du, ich soll mir was einfallen lassen. ich kenn mich wenig aus mit computer/internet und hatte mir dafür hier hilfe geholt, damit mir jmd. dabei hilft, dass mir was einfällt.

Es ist eine Tatsache, dass man ohne eigenen Aufwand zu nix kommt, sofern ein wesentliches Element die KENNTNIS von einer Sache ist. Das bedeutet: Gerade im Internet ist das Thema Sicherheit und Anonymitaet im Grunde nur denjenigen verfügbar, die sich damit beschäftigen, wobei ich die Kenntnis darüber, was ein VPN ist, schon dazuzähle. Es gibt im Verhältnis zum Bedürfnis wirklich sehr wenig etablierte Wege "Anonymitaet" zu verwirklichen.
Ein Grund dafür ist auch unsere Rechtslage hier. Es wäre wünschenswert, wenn es mehr Initiative der Internetnutzer geben würde, solche Strukturen zu etablieren. Hier gäbe es zig. Möglichkeiten.


2. vpn sagst du, als alternative zum tor... soweit ich es verstanden habe ist tor eine art vpn, nur eben eine vpn-variante die darauf spezialisiert ist, anonymisierung zu gewährleisten. würdest du jetzt einen vpn-anbieter wie vyprvpn oder strongvpn dem tor vorziehen bzgl. anonymisierung?

Genauer gesagt (wenn wir bei der VPN Terminologie bleiben wollen) ist TOR ein Netzwerk von vielen VPNs. Ich bin kein "Experte" in Sicherheitsfragen was den Code betrifft. Aber aus der Sicht der Konzeption von TOR, halte ich es für das beste, was wir haben.

Was ich vorziehen würde, kommt auf mein Bedürfnis an. Für die meisten Zwecke ist ein solches Bezahl-VPN wohl angemessen, sofern ich nichts ausgesprochen illegales mache, denn wir wissen alle, dass auch VPN Betreiber ihre Kunden überwachen, sofern die richterliche Anordnung einflattert.
 
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