Krampf der Giganten

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Schlaflos

Guest
Soooo, hallo Leute,

nach Ewigkeiten melde ich mich wieder mal im Hackerboard. Ich schreibe diesen Beitrag bewusst als Offtopic weil ich nicht die OS Foren zumüllen wollte. Ich kusiere noch auf anderen Foren (zum Beispiel dem einer einschlägigen Computerfachzeitschrift). Jedenfalls ist mir das Habo immernoch das liebste. Es geht einem ehrlich nur noch auf den Sack wenn man ließt wie sich die Leute nur noch gegenseitig als Trolle runtermachen. Basis für vernünftige Diskussion sind jene Foren schon lange nicht mehr. Jedenfalls war das nicht worauf ich hinaus wollte.

Es geht mir gerade viel mehr um den Kampf der Betriebssysteme. Nicht den Kampf den die Hersteller miteinander füren, nein. Viel mehr den Kampf der Fans! Ich kann es echt nicht mehr hören, ich ertrage es nicht mehr! Warum ich meine meinen Saft hinzugeben zu müssen? Weil ich total unvoreingenommen bin und durchaus Erfahrung mit mehreren Betriebssystemen gemacht habe. Gibt es denn eigentlich noch die Philosophie "Jedem das seine" oder "Jedem das was/womit er am besten kann"?

Ich denke auch hier gibt es Fetischisten. Nein, ich habe nichts gegen sie und sie bringen durchaus sehr Sinnvolle Argumente in denen ich ihnen zustimme. Die einen mögens Windows, die anderen dieses oder jene Linux, andere sind richtig hartgesottene Unix Fans.

Aber jetzt mal ernsthaft, ich welcher Gesellschaft lebe ich denn in der jeder jeden runtermachen muss weil sein OS besser ist als das des anderen? Muss nicht jeder selber wissen was seinen Anforderungen genüge tut? Ja, ich gebe es zu, viele User oder besser DAUs wissen nicht einmal von den Optionen anderer OSs die ihnen offen stehen. Sie sind dumm (damit meine ich unwissentlich). Aber sie sind oftmals, gerade durch diese Unwissenheit, dumm und glücklich mit ihrem OS. Da dieses in 90 % der Fälle Windows ist gebe ich zu das es traurig ist. Aber irgendwo finde ich es auch wieder so richtig supertoll das Linux noch nicht von Jedermann genutzt wird! Hey, stellt euch mal vor Linux wäre auf jedem Desktop zu finden. Viren und Trojaner würden sich anheufen ohne Ende.

Stimmt nicht? Was? Unter Linux kann ein Virus nur das zerstören wofür der aktuell angemeldete Anweder die Rechte hat? Ja, das hört man wohl überall, aber sind "WIR" ehrlich so dumm diesen Scheiß zu fressen?

Erst diese Woche habe ich gelesen das es in Linux einen Bug gibt der es erlaubt Gruppenrechte (meine ich, wenn es einer genau wissen will bitte Nachfragen, dann poste ich genaues, kein Thema) in soweit zu verändern das man sich sogar root Rechte verschaffen kann. Das ist Fatal. Ja, Patches kommen relativ schnell, aber wenn einer über Nacht sowas heraus findet und sich dann ernsthaft aufmacht Schaden anzurichten hilfts nunmal auch unter Linux nichts wenn der Bugfix schon um elfe morgens da ist oder?

Zumal: Was soll denn der ganze Kinderkram ? la:

"Schon wieder ein W32.Virus? Nänänänänänä, ich habe Linux."
"Mit Linux bist du sowieso besser dran muahahahaha".

Ja ja ja, das Stück Software ist schon ein Wunderwerk der Technik! Deshalb haben sich ja auch schon findige Leute dran gemacht eine einheitliche schnelle 3D API für Linux zu programmieren und wir kommen heute schon in den Genuss von Max Payne 2 und Co. mit doppelt zu viel Perfomance wie unter Windows. Wohl ein Wunschtraum. Jaja, ich kenne die Antwort die jetzt kommt. Das wäre alles Möglich, nur es rentiert sich nicht für die Spieleindustrie weil der Markt von Linux Nutzern zu klein ist. Stimmt auch, richtig. Aber und jetzt kommt das dicke ABER:

Was ist mit Pionieren (schreibt man das so?): Man beachte doch mal UT2003 und UT2004 für Linux. Läuft bei mir TOP! Auch Quake 3. Das Resultat: Es ist also möglich. Plus, wenn doch alle (jetzt will ich schon fast sagen Lamer, weil ich so angepisst bin) immer damit pralen das eine RIESIGE ENTWICKLERGEMEINDE unter Linux doch fast alles programmiert und es für jeden Scheiß tausende Programme gibt, warum hat sich dann noch niemand aufgemacht etwas ordentliches ? la DirectX zu machen. Wenn sich so etwas durchsetzten würde, dann muss ich ehrlich sagen und ich denke ich stoße dabei bei vielen auf Anklang, würde ich entgegen der General Public License auch Kohle abdrücken.

So, das hört sich jetzt erstmal so ein bischen danach an als wollte ich meine Wut auf Linux rauslassen aber dem ist nicht so, sie ist schlichtweg nicht da. Mein Webserver läuft jetzt seit Monaten unter Linux durch, einwandfrei. Er ist auch ein Router. Einfach Spitze, keine Probleme, ich habe ihn auch als SMB Server im Netz und bald wird er auch als Primärer Domain Controller für die Windows Rechner fungieren.

Hat jetzt jemand den AHA Effekt bekommen? Ja es geht! Tatsächlich, schon bei mir zu Hause als Privatanwender spielen die Betriebssysteme zusammen im Garten! Das beste, sie verstehen sich einwandfrei! No Probs. Das geilste: Wegen der Firewall brauch ich mir auch keien Sorgen machen das Viren und Trojaner, Würmer und dergleichen auf vielleicht offene Ports in meinen Windows XP Rechner kommen. Tolle Sache!

Was mir desweiteren unverständlich ist: Wieso, WIESO IN ALLER WELT, behaupten Leute: "Blabla, unter Windows kannst du doch nicht richtig programmieren!!!" Dazu kann ich nur sagen! Ihr habt recht, das geht natürlich nicht! Deshalb haben wir auf der Arbeit (in einer angesehenen Firma) auch alle Windows 2000 SP4 und programmieren mit Java und Eclipse, einwandfrei und komfortabel. Außerdem lassen sich mit dem MS Visual Studio auch tolle Programme basteln, jup. Das alles unter einem Windows, erstaunlich oder?

Nein, ich habe auch nichts dagegen unter Linux zu programmieren. Ich gebe zu: Von QT und dergleichen habe ich keine Ahnung, aber auch alles was ich so in nativem C, C++ oder Java mache kann ich hier (wenn ich will sogar mit Windows absolut ebenwürdigen IDEs) genauso kompfortabel machen UND viele Firmen ziehen mit und steigen heute schon teilweise bis vollständig um.

Ich denke es ist eher eine Frage des Supports die die Frage welches OS man nutzen soll in der Wirtschaft/Industrie beantwortet. Denn hier sind auch echte DAUs zu finden die unbedingt mit einem PC arbeiten müssen, aber sowieso keine Ahnung haben. Mal EHRLICH: Beim Momentanen stand von Linux/KDE, Linux/Gnome, Linux/ETC ist es doch für solche User viel besser ein Klicki Bunti Windows zu haben. Das war nicht gegen die Linuxoberflächen und deren Stellenwert. Diese bewegten mich eins dazu selber umzusteigen als ich noch nicht so gut mit der Kommandozeile zurechtkam wie es nach reichlicher Einarbeitung der Fall ist. Die Kosten für Schulungen sind so einfach günstiger.

Als letzter Punkt, nach der Frage ob mein Windows oder Linux nun besser ist, hängt mir der ganz neue Trend zum Hals raus.

"Mein Linux ist besser als dein Linux!".

BOAH (sehr fachlich *g*)!!! Was geht denn jetzt ab?!?!?!?! Windows vs. Linux reicht das jetzt nicht mehr? Seit neuestem heißt es SuSE ist Kindergarten, nimm besser RedHat/Fedora/Mandrake oder gleich was "richtiges" wie Debian oder Gentoo. Was "richtiges"? Was soll das denn nun heißen? Was sind denn dann die anderen Distributionen? Was Halbes? Wann nimmt dieser buchstäbliche Krampf denn ein Ende? Nur weil sich SuSE halbwegs Mühe macht mit Yast ein zentrales Konfigurationstool in Petto zu haben ist es doch nicht Scheiße oder was für Anfänger. Es hat zwar nicht apt get oder emerge, aber das hat Mandrake oder RedHat/Fedora Core auch nicht oder? Aber trotzdem kann man damit doch alles machen was man sonst mit Linux auch machen kann. Man kann ja auch hier auf Yast verzichten und alle Konfigurationsdatein von Hand editieren wenn man unbedingt Hardcore will. Dann spart man sich den Aufwand ein fertig konfiguriertes, auf persönliche Verhältnisse angepasstes System gegen ein anderes Betriebssystem auszutauschen, wobei man vielleicht wegen mangelder Kenntnisse schon bei der Installation scheitert! Aufgrund der Zeit die ich im Moment zur Verfügung habe werde ich jedenfalls von einem OS wie Gentoo die Finger lassen. Ich denke wenn man hier nicht früh genug angefangen hat muss man erstmal ordenlich Doku lesen. Ich werde dies nachholen wenn sich mein Tagesrythmus wieder ändert.

Solange bleibe ich bei Cola küsst Orange aus "Patch me up Scotty Windows" und "Such der eine RICHTIGE Distri Linux" :)

MFG Schlaflos

P.S.: Ich meine beobachtet zu haben das die Unix Fans nun auch langsam gegen Linux und Windows vorgehen wollen, ich bin gespannt.
 
Hallo,
dem kann ich nur voll und ganz zustimmen!
Jedem das seine!
Die Kommentare wie "Ich hab ein Problem mit Windows",dann verwende doch Linux
"müllen" mittlerweile fast alle Foren zu.
Bei IE ist das ähnlich.

Jeder kann ja denken was er will,aber dem Fragesteller helfen so Antworten doch überhaupt nichts!

mfg
Peter
 
*Applaus*


Ich verusche auch immer wieder den Einstieg in Linux zu finden, nur isses echt schwer wenn man alles von Windows gewohnt ist - es wird einem alles vorgesetzt, man findet alles über den Explorer, man ist es GEWOHNT weil jeder (fas jeder) damit arbeitet.

EDIT: Ich bin auch etwas lesefaul, ich geb's zu :D


Und dann SUSE zu nutzen ist als Einstieg besser als zwanzig mal anzufangen, und durch Nixblicken in den Configfiles sein System jedes mal abzuschiessen und erst nach Wochen wieder neu beginnens.
 
Original von Schlaflos

Stimmt nicht? Was? Unter Linux kann ein Virus nur das zerstören wofür der aktuell angemeldete Anweder die Rechte hat? Ja, das hört man wohl überall, aber sind "WIR" ehrlich so dumm diesen Scheiß zu fressen?

Erst diese Woche habe ich gelesen das es in Linux einen Bug gibt der es erlaubt Gruppenrechte (meine ich, wenn es einer genau wissen will bitte Nachfragen, dann poste ich genaues, kein Thema) in soweit zu verändern das man sich sogar root Rechte verschaffen kann. Das ist Fatal. Ja, Patches kommen relativ schnell, aber wenn einer über Nacht sowas heraus findet und sich dann ernsthaft aufmacht Schaden anzurichten hilfts nunmal auch unter Linux nichts wenn der Bugfix schon um elfe morgens da ist oder?

Nenne mal bitte die Quelle für diesen Bugs-Report (ist mir momentan unbekannt) und nenne mal bitte auch den Virus, der diesen Bug dann nutzt? Also meiner Erkenntnis nach, gibt es bisher nur sehr wenige Viren für Linux und Einer davon ist der sogenannte ELF-Virus, der ein "Proof of Concept" Virus ist und noch nie in der Freiheit gesehen wurden. Er besitzt auch keine Schadensroutine afaik. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.
Darum bin ich sehr gespannt und freue ich mich schon auf die Links.

MfG Rushjo

P.S. phabot aka agobot war rein POSIX konform und damit potentiell auch für Linux geeignet, aber ich habe noch nie gehört, das Ihn Jemand dort auch eingesetzt hat.
 
Nein, es handelt sich um keinen Virus sondern eine Sicherheitslücke, aber auch das lässt sich natürlich in einem Virus ausnutzen:

Linux-Kernel ermöglicht Manipulation der Gruppen-ID

Der Linu-Kernel enthält einen Fehler, mit dem unter bestimmten Umständen Nutzer mit eingeschränkten Zugriffsrechten die Gruppen-ID beliebiger Dateien durch das Kommando "chown" ändern können. Die Gruppen-ID definiert die Zugehörigkeit einer Datei zu einer Nutzergruppe. Angreifer können Änderungen an der ID zum Erweitern der Zugriffsrechte, bis hin zu Root-Rechten, missbrauchen. Schuld ist die fehlerhafte Überprüfung des Discretionary Access Control (DAC) in der Funktion fchown(). Die Schwachstelle lässt sich aber nur für die Dateien ausnutzen, die über einen NFS Server exportiert werden und die der Anwender auf sein System gebunden (mount) hat. Des Weiteren ermöglicht die Lücke auch die Gruppen-ID im /proc-Verzeichnis zu ändern. Allerdings ist der Zugriff darauf nur für Nutzer mit Root-Rechten möglich. Betroffen sind sowohl der Kernel 2.4 als auch der Kernel 2.6. Viele Linux Distributoren haben neue Pakete zur Verfügung gestellt.

Quelle: CT 16 2004, Seite 40, aktuell | Sicherheit -> Linux-Kernel ermöglich Manipulation der Gruppen-ID
 
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