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Guest
Zu Beginn vielerorts noch belächelt, hat sich Apple-Chef Steve Jobs und sein iTunes-Store mittlerweile zum Albtraum für die Musikindustrie entwickelt. Auf dem Online-Markt dominiert Apple und gibt derzeit schlicht den Ton vor.
Als Apple Ende April 2003 seinen "iTunes Music Store" startete, erwarteten sich die Plattenlabels nicht allzu viel. Zu viele der eigenen Projekte waren gnadenlos gescheitert oder sind erst gar nicht online gegangen. Die Meinungen änderten sich allerdings schlagartig, als klar wurde, dass der iTunes-Shop der erste Online-Shop mit Erfolg sein würde. Alleine in der ersten Woche wurde über eine Million Musikstücke an den zahlenden Hörer gebracht, mittlerweile wurden über 500 Millionen Songs via iTunes verkauft. In der der Zwischenzeit hat sich die Euphorie bei den Plattenlabels allerdings gelegt, nun geht es ums Geschäft und vor allem ums Geld. Weil Apple-Chef Steve Jobs weiter an der Strategie von 99 US-Cent pro Song fest halten will, bekommt er immer mehr Gegenwind von den Labels zu spüren, die ihrerseits mehr am iTunes-Erfolg [mit-]verdienen wollen, berichtet die "New York Times" [NYT].
Die Musikindustrie will schon seit längerem ein gestaffeltes Preismodell, bei dem ältere Songs zwar für weniger als 99 US-Cent, neue Songs dafür deutlich teurer angeboten werden sollen. Weiters stoßen sich einige der Labels daran, dass Jobs mit dem Verkauf der iPods mehr Geld generiert als mit dem Verkauf von Songs und damit auch weitaus mehr vom Song-Verkauf profitiert, als die Labels selbst [wobei Jobs zu Beginn noch angab, am Verkauf der Songs selbst nichts zu verdienen]. Die Industrie scheine mit einem Kurzzeitgedächtnis gesegnet zu sein, halten Analysten dem dagegen. Vor drei Jahren noch hätten die Zuständigen nach jemandem gesucht, der sie rettet, meint Mike McGuire von Gartner G2 zur "NYT". Es wäre dumm Jobs und seine Preispolitik zu destabilisieren, denn iTunes sei derzeit einer der wenigen hellen Punkte in der Industrie - es funktioniere. Der Kampf um den Preis dürfte aber nur ein Symptom für ein wesentlich größeres Problem für die Musikindustrie sein: Jobs hat einfach zu viel Macht.
(Apple hält derzeit geschätzte 75 Prozent am Online-Musikmarkt und rund 80 Prozent am Markt für MP3-Player - und diktiert mit seiner 99 US-Cent-Politik defakto auch die Preise für alle anderen.)
Nicht nur hat Apple einen derzeit uneinholbaren Anteil am Markt für Online-Musik wie bei MP3-Playern, auch die Systeme sind proprietär. So können nur Songs aus Apples iTunes-Shop auf den iPods abgespielt werden [abgesehen von Formaten wie MP3], aber keine Songs aus andern Shops wie etwa Napster. Sind sich die Labels bei der besten Preisstrategie noch uneinig [Universal etwa steht hinter Jobs simpler, aber wirkungsvoller Preisstrategie], so haben in diesem Punkt alle Labels mehr oder weniger Jobs bereits dazu gedrängt, die Systeme offener zu machen - bisher ohne Erfolg. Hilary Rosen, frühere Vorsitzende der Recording Industry Association of America, glaubt zwar, dass Apple mit dem Öffnen seiner Systeme mehr Songs und iPods statt weniger verkaufen würde. Auf der anderen Seite sei es nicht Apples Schuld, wenn niemand mit etwas anderem Großartigen seinerseits versuche den Wettkampf aufnehme, so Rosen gegenüber der "NYT".
Sony BMG versucht nun über Umwege Druck auf Apple auszuüben. Eine Reihe von neuen CDs des Labels lassen nur eine begrenzte Anzahl von Kopien zu, die dazugehörigen Software ist allerdings nur mit Microsofts Musik-Software kompatibel und nicht mit Apples - damit können die Songs auch nicht auf den iPod übertragen werden.
Die größte Hoffnung setzen die Labels aber auf die Mobilfunker und deren Musikangebot für Handys. Nicht nur Microsoft-Gründer Bill Gates sieht den Stern des iPods schon bald wieder sinken, auch die Musikindustrie hofft, dass die Handys MP3-Player als Musikabspielgeräte bald ablösen werden - und damit Apples Dominanz verschwindet. Demnächst soll das lange erwartete iTunes-Handy auf den Markt kommen - es bleibt abzuwarten, welchen Erfolg das Gerät haben wird und was Jobs noch so zu dem Thema einfällt.
Text & Quelle: futurezone.orf.at
nun, war eigentlich irgendwas anderes zu erwarten? *MI belächel*
Als Apple Ende April 2003 seinen "iTunes Music Store" startete, erwarteten sich die Plattenlabels nicht allzu viel. Zu viele der eigenen Projekte waren gnadenlos gescheitert oder sind erst gar nicht online gegangen. Die Meinungen änderten sich allerdings schlagartig, als klar wurde, dass der iTunes-Shop der erste Online-Shop mit Erfolg sein würde. Alleine in der ersten Woche wurde über eine Million Musikstücke an den zahlenden Hörer gebracht, mittlerweile wurden über 500 Millionen Songs via iTunes verkauft. In der der Zwischenzeit hat sich die Euphorie bei den Plattenlabels allerdings gelegt, nun geht es ums Geschäft und vor allem ums Geld. Weil Apple-Chef Steve Jobs weiter an der Strategie von 99 US-Cent pro Song fest halten will, bekommt er immer mehr Gegenwind von den Labels zu spüren, die ihrerseits mehr am iTunes-Erfolg [mit-]verdienen wollen, berichtet die "New York Times" [NYT].
Die Musikindustrie will schon seit längerem ein gestaffeltes Preismodell, bei dem ältere Songs zwar für weniger als 99 US-Cent, neue Songs dafür deutlich teurer angeboten werden sollen. Weiters stoßen sich einige der Labels daran, dass Jobs mit dem Verkauf der iPods mehr Geld generiert als mit dem Verkauf von Songs und damit auch weitaus mehr vom Song-Verkauf profitiert, als die Labels selbst [wobei Jobs zu Beginn noch angab, am Verkauf der Songs selbst nichts zu verdienen]. Die Industrie scheine mit einem Kurzzeitgedächtnis gesegnet zu sein, halten Analysten dem dagegen. Vor drei Jahren noch hätten die Zuständigen nach jemandem gesucht, der sie rettet, meint Mike McGuire von Gartner G2 zur "NYT". Es wäre dumm Jobs und seine Preispolitik zu destabilisieren, denn iTunes sei derzeit einer der wenigen hellen Punkte in der Industrie - es funktioniere. Der Kampf um den Preis dürfte aber nur ein Symptom für ein wesentlich größeres Problem für die Musikindustrie sein: Jobs hat einfach zu viel Macht.
(Apple hält derzeit geschätzte 75 Prozent am Online-Musikmarkt und rund 80 Prozent am Markt für MP3-Player - und diktiert mit seiner 99 US-Cent-Politik defakto auch die Preise für alle anderen.)
Nicht nur hat Apple einen derzeit uneinholbaren Anteil am Markt für Online-Musik wie bei MP3-Playern, auch die Systeme sind proprietär. So können nur Songs aus Apples iTunes-Shop auf den iPods abgespielt werden [abgesehen von Formaten wie MP3], aber keine Songs aus andern Shops wie etwa Napster. Sind sich die Labels bei der besten Preisstrategie noch uneinig [Universal etwa steht hinter Jobs simpler, aber wirkungsvoller Preisstrategie], so haben in diesem Punkt alle Labels mehr oder weniger Jobs bereits dazu gedrängt, die Systeme offener zu machen - bisher ohne Erfolg. Hilary Rosen, frühere Vorsitzende der Recording Industry Association of America, glaubt zwar, dass Apple mit dem Öffnen seiner Systeme mehr Songs und iPods statt weniger verkaufen würde. Auf der anderen Seite sei es nicht Apples Schuld, wenn niemand mit etwas anderem Großartigen seinerseits versuche den Wettkampf aufnehme, so Rosen gegenüber der "NYT".
Sony BMG versucht nun über Umwege Druck auf Apple auszuüben. Eine Reihe von neuen CDs des Labels lassen nur eine begrenzte Anzahl von Kopien zu, die dazugehörigen Software ist allerdings nur mit Microsofts Musik-Software kompatibel und nicht mit Apples - damit können die Songs auch nicht auf den iPod übertragen werden.
Die größte Hoffnung setzen die Labels aber auf die Mobilfunker und deren Musikangebot für Handys. Nicht nur Microsoft-Gründer Bill Gates sieht den Stern des iPods schon bald wieder sinken, auch die Musikindustrie hofft, dass die Handys MP3-Player als Musikabspielgeräte bald ablösen werden - und damit Apples Dominanz verschwindet. Demnächst soll das lange erwartete iTunes-Handy auf den Markt kommen - es bleibt abzuwarten, welchen Erfolg das Gerät haben wird und was Jobs noch so zu dem Thema einfällt.
Text & Quelle: futurezone.orf.at
nun, war eigentlich irgendwas anderes zu erwarten? *MI belächel*