ooxml zum ISO-Standard erhoben

Ach was, ist doch für jede Firma ein Klacks 6500 Seiten zu implementieren!
Und wegen sowas wundert man sich dann, warum ein Produkt plötzlich nicht mehr Freeware ist. Aber Microsoft tut ja was für die Standardisierung...
 
Original von shadowrunner
Ach was, ist doch für jede Firma ein Klacks 6500 Seiten zu implementieren!
Und wegen sowas wundert man sich dann, warum ein Produkt plötzlich nicht mehr Freeware ist.
Da auch ODF ein ISO-Standard ist, ist ja keiner dazu gezwungen OOXML zu implementieren. Das tolle an Standards ist ja, dass es so viele davon gibt ;)

Dass OOXML zum Standard erhoben wird, stört mich daher eigentlich nicht. Was ändert sich denn jetzt für andere? Regierungen und öffentliche Stellen können jetzt auch MS-Office verwenden, da MS dafür gesorgt hat, dass das Format quelloffen ist. Ob sie's tun, ist aber immer noch ihre Entscheidung, und gerade die Herstellerunabhängigkeit ist trotz offenen Standards bei OOXML nach wie vor nicht so gegeben wie bei ODF. Wenn sie also nach wie vor auf teure Softwarelizenzen statt OpenSource setzen wollen, kann sie keiner dran hindern, die schlechtere Entscheidung ist es aber ISO hin oder her.

Ansonsten gäbe es jetzt im Unterschied zu den Vorgänger-Officeformaten zumindest die Möglichkeit, komplette Interopabilität herzustellen. Die Mühe wird sich auch jemand machen, und ich bin der Überzeugung: auch kostenlos als OpenSource.

Und es gibt jetzt auch den schönen Fall, dass man MS anmahnen kann, sich ggf. nicht mal an eigene Standards zu halten... man darf gespannt sein *fg
 
Original von LX
Dass OOXML zum Standard erhoben wird, stört mich daher eigentlich nicht. Was ändert sich denn jetzt für andere? Regierungen und öffentliche Stellen können jetzt auch MS-Office verwenden, da MS dafür gesorgt hat, dass das Format quelloffen ist. Ob sie's tun, ist aber immer noch ihre Entscheidung, und gerade die Herstellerunabhängigkeit ist trotz offenen Standards bei OOXML nach wie vor nicht so gegeben wie bei ODF. Wenn sie also nach wie vor auf teure Softwarelizenzen statt OpenSource setzen wollen, kann sie keiner dran hindern, die schlechtere Entscheidung ist es aber ISO hin oder her.

Ansonsten gäbe es jetzt im Unterschied zu den Vorgänger-Officeformaten zumindest die Möglichkeit, komplette Interopabilität herzustellen. Die Mühe wird sich auch jemand machen, und ich bin der Überzeugung: auch kostenlos als OpenSource.

Also zuerst ist festzustellen, dass es sich bei ooxml technisch gesehen um totalen Mist handelt, das Format ist voll von Fehlern auf dieser Ebene. Schon allein das spricht gegen die Standardisierung. Und die Dokumente die die momentane Office 2007-Version erzeugt nicht völlig mit ooxml konforme Dokumente. Desweiteren sind >10% der Beispiele im Standard nichtmal gültiges XML.(Und es werden auch sonst gängige Standards missachtet/verletzt, wie z.B. für Datumsdarstellung oder Ländercodes.

Das nächste Problem ist, dass es sich als schwierig darstellen wird, das Format komplett zu implementieren ohne M$-Patente zu verletzen, wobei sogar Details einzelner Features(z.B. "autoSpaceLikeWord95" überhaupt nicht erklärt wurden), M$ hält also sogar noch Informationen zurück.

Desweiteren wird durch diesen Standard das Leben dieses Formats nochmal um einiges verlängert. Wäre es abgelehnt worden, so wären früher oder später eigentlich auch M$ ODF zu nutzen, da teils manche Regierungen großen Wert auf die Verwendung von ISO-Standards legen. Außerdem ist ein zweiter Standard für den selben Zweck völlig überflüssig, da es bereits einen weitaus ausgereifteren und offeneren Standard gibt. Ebenfalls interessant dazu ist:
http://www.germany.fsfeurope.org/documents/msooxml-interoperability
http://www.noooxml.org/global-relevance
http://www.noooxml.org/patents

Folglich garantiert ooxml weder Interoperabilität, noch rechtliche Sicherheit vor Patentklagen, ist technisch voll von Fehlern und demonstriert somit eindrucksvoll die Käuflichkeit selbst eines ISO-Standards. Mich stört das ganze also durchaus und die vermeintlich positiven Folgen sind, wenn überhaupt vorhanden, minimal.
 
Und die Dokumente die die momentane Office 2007-Version erzeugt nicht völlig mit ooxml konforme Dokumente.

Ein ganz wichtiger Punkt, es gibt zur Zeit überhaupt keine Implementation des Standards.

wobei sogar Details einzelner Features(z.B. "autoSpaceLikeWord95" überhaupt nicht erklärt wurden), M$ hält also sogar noch Informationen zurück

Irgendwo wurden nämlich doch Aufrufe von nicht-offenen Funktionen gefunden? Ka, was draus geworden ist, aber "Open" ist da gar nix.

Folglich garantiert ooxml weder Interoperabilität, noch rechtliche Sicherheit vor Patentklagen, ist technisch voll von Fehlern

Eine Standardisierung ist wohl das Beste, was MS hätte anstreben können - es ist eine gute Chance, den Müll weiterhin am Leben zu halten.
/Edit: Sprich, ein sehr geeignetes Mittel, um ODF bzw Open-Source / Free Software eins auszuwischen.
 
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