Polizei baut Suche nach Kriminellen im Internet aus

ein wie ich finde erschreckender artikel von heise.de


Polizei baut Suche nach Kriminellen im Internet aus

Dieser Job ist nichts für schwache Nerven: Seit Anfang des Jahres klicken sich tagtäglich fünf Beamte des
Landeskriminalamtes Baden-Württemberg
durch die düsteren Seiten des Internets. Sie suchen nach möglichen Sexualtätern, Pädophilen und Verbrechern wie Waffenschiebern oder Wirtschaftskriminellen.
Bei ihrer "Streife im Internet" -- auch anlassunabhängige Recherche genannt -- gehen die Cyber-Polizisten stichprobenartig vor.

"Das ist wie bei einer normalen Polizeistreife mit dem Auto im richtigen Leben. Wir sind mal hier und mal dort. Fahren am Bahnhof vorbei oder schauen mal
gezielt auf einen Spielplatz", erklärt der Chef der fünfköpfigen Truppe, Kriminalhauptkommissar Achim Traichel. Auch im Internet sind die Orte, die die
Streife absurft, vielfältig: "Wir interessieren uns für Auktionshäuser ebenso wie für Tauschbörsen, Newsgroups oder Chaträume."

Einer der Schwerpunkte der virtuellen Polizisten liegt im Bereich der Sexualdelikte und
Kinderpornografie.
Die Datenflut, die die Kriminalisten und EDV-Spezialisten dabei zu Gesicht bekommen und auswerten müssen, ist mitunter nur sehr schwer zu verdauen: Nackte
Kinder in eindeutiger Position, Bilder geschändeter Kinder oder Sex mit Tieren. "Es gibt nichts, was es nicht gibt", sind sich die Beamten einig. Und wenn
den einen oder anderen Beamten die Bilder und das Gesehene auch mal über die Arbeitszeit hinaus verfolgen, dann ist Traichel gefordert: Er hat sich vor
sechs Jahren zum Konfliktberater ausbilden lassen und unterstützt seine Kollegen in kritischen Momenten mit einem professionellen Gespräch.

Welche Früchte die "Streife im Internet" tragen kann, verdeutlicht ein Fall aus Bayern: Münchner Polizeibeamten waren bei einer virtuellen Streife im Jahr
2001 Bilddateien eines Mannes aufgefallen, auf denen der sexuelle Missbrauch drei- bis vierjähriger Mädchen gezeigt wurde. Ein Hinweis an die australische
Polizei führte schließlich zu einer Festnahme. Dieser Fall zeigt, dass Internet-Straftäter auch über Ländergrenzen hinweg effektiv verfolgt werden können.

Mit der Möglichkeit der verdachtsunabhängigen Recherche im Internet sei das "Maßnahmenpaket Internet" des Landes nun erweitert worden, erzählt Traichel
weiter. Denn bereits seit Mitte 2004 ziehen im präventiven Bereich Polizei und Internetanbieter im Kampf gegen Schund und Kriminelle an einem Strang. Dazu
hatten sich einige Internetanbieter verpflichtet, Seiten mit kinderpornografischen Inhalten zu sperren und die Polizei bei den Ermittlungen gegen deren
Anbieter und Nutzer zu unterstützen.

Der Grund: Mit der wachsenden Nutzung des Internet hat auch der Besitz und die Verbreitung von Kinderpornografie rasant zugenommen. Bundesweit ermittelte
die Polizei im Jahr 2000 in mehr als 2600 Fällen gegen etwa 2000 Tatverdächtige. In Baden-Württemberg haben sich die Zahl dieser Straftaten nach offiziellen
Angaben im gleichen Zeitraum von fast 300 auf 350 und die Zahl der Tatverdächtigen von rund 260 auf 320 erhöht. Die anlassabhängige Recherche, zum Beispiel
auf Grund von
Hinweisen
aus der Bevölkerung, gibt es schon seit 1997.

"Mit unserer Arbeit wollen wir das Entdeckungsrisiko für Straftäter im Internet erhöhen, die Täter sollen sich nirgendwo mehr sicher fühlen", betont Traichel.
Bei ihrer Recherche gehen die Ermittler in der Regel nach dem gleichen Muster vor: "Im Internet suchen wir uns meist eine Plattform heraus, wo wir wissen,
dass sich dort auch Sexualstraftäter tummeln. Dann recherchieren wir", erklärt der Spezialist für Kinderpornografie, Rüdiger Kottmann. Angesichts des Ausmaßes
und der schnellen Verbreitung im Internet weiß er aber auch, dass er und seine Kollegen an eine natürliche Grenze stoßen: "Wir können nicht das ganze Internet
sauber halten." jjjjjjjjjjjjj
 
Naja, dann wollen wir doch mal hoffen das die Polizei es mit ihren Sauberkeitswahn nicht übertreibt. ;)
Wenn sie sich wirklich groß auf das Internet konzentrieren und dann dort noch sich ausbreiten können, dann wird es wohl nicht mit der schönen Privatsphäre. Da werden sich dann brave Bürger nicht mehr sicher fühlen, wenn sie auf eine legalen Sexseiten gehen und sie nicht wissen ob sich das Angebot eventuell noch in den illegalen Bereich bezieht.
Naja, doof wird es auf jedenfall für den DAU, wo der dann alles hinklickt hat er dann sich schon eine Straftat eingezogen ohne es zu wissen. :D
Aber die Polizei ist nicht so brav wie sie immer tut. Ein Kumpel von mir hatte mal Polizist gelernt und einpaar alt eingesessenen Polizeikollegen, die einen Razzia bei einem Drogendealer gemacht haben, haben viel von dem "weißen Zeug" eingesammelt.
Einer von denen hatte sich dann mal auf die schnelle etwas davon eingepackt, natürlich zur Privatnutzung. So geht es auch sicherlich bei der "Internetpolizei" zu. Wer möcht den schon immer mal ein Spiel oder Programm kostenlos haben, das sonst kostenpflichtig ist!?
 
Der Begriff "virtuelle Streife" gefällt mir - scheint wohl, dass die Polizei meiner Heimatstadt so schon unsere Straßen checkt...die sind technisierter als man denkt! *fg*
 
prinzipiel finde ich sowas gut, aber ich habe angst das die guten jungs etwas zu weit treiben werden weil man manchmal nicht unterscheiden kann nur scherz / heiße luft oder ernst ist ... (man stelle sich vor was mit dem Jungen passiert wäre der aus scherz seine kleine schwester bei ebay verkaufen wollte ;) )

mfg

püppi
 
@PuppE

Original von PuppE
... aber ich habe angst das die guten jungs etwas zu weit treiben werden weil man manchmal nicht unterscheiden kann nur scherz / heiße ... (man stelle sich vor was mit dem Jungen passiert wäre der aus scherz seine kleine schwester bei ebay verkaufen wollte ;)
Quatsch. Hatte neulich einen Kurs über Kryptologie. Und da waren auch Laute von der Sitte, die genau das machen (oder besser die beschlagnahmten Rechner versuchen zu knacken). Die Gespräche mit denen waren äußerst interessant. So stellte sich z.B. heraus, dass die Bullen nur an jenen Menschen (kann man das so sagen?) interessiert sind, bei deren Vergehen es sich um eine >>besonders schwere<< Straftat im Sinne der Kinderschändung handelt. Deren Problem ist nämlich, dass das bereits so viele Täter sind, dass sie dort schon nicht mehr hinterherkommen. Und die Recherchen sind in der Regel extrem aufwendig.

Diese ?speziellen Bullen? sind übrigens verdammt harte Typen. Kein Wunder bei dem Job. Den möchte ich um nichts in der Welt machen müssen. Zumindest nicht dann, wenn ich mir auch die Bilder ansehen müsste (einen geschützten Rechner zu knacken macht ja wieder spaß :D). Das waren die ersten Bullen, vor denen ich den Hut ziehe.

PS: Ist es denn verboten seine Schweter zu verkaufen? Und wie sieht es bei einem Schwiegerdrachen aus? Verflucht, dann muß ich meine Pläne wohl über den Haufen werfen ... ;-)

@sTEk

Original von sTEk
Der Begriff "virtuelle Streife" gefällt mir - scheint wohl, dass die Polizei meiner Heimatstadt so schon unsere Straßen checkt...die sind technisierter als man denkt!

:D (Dein Humor ist ganz nach meinem Geschmack)

Bye, nz
 
Original von fischlunge
Natürlich ging es das. Aber man muss den Artikel dazu ja gelesen haben ?
Wie gesagt, was daran erschreckend sein soll, dass die Polizei online nach Kinderschändern fahndet, weiß ich auch nicht.

Deckmaentelchen.

Die machen das ja nun nicht seit gestern, also eine News ist es nicht.

Die haben mehrfach Statistiken rausgepustet das sie unter 100 Faelle im Jahr klaeren konnten die Substanz hatten (meist ging es um kleinkriminelle Sachen). Damit befassen sich dann mehrere duzend Leute. Die Steuergeldverbrennung darf sich jeder selbst ausrechnen. Das man dann das ultraboese Buzzword Kinderporno sehr haeufig nennen muss um den oeffentlichen Segen zu haben erklaert zumindest diese immer wiederkehrende "Newsmeldung".

Btw. Ich weiss nicht wie es Dir geht, aber "praeventive Verbrechensbekaempfung" ist eine Wortkreation die mir Angst machst. Du musst sehr viel vertrauen in diese Polizeistaat^WStaat haben wenn Du da nichts bedenkliches dran findest.

Wie fandet man eigentlich online nach Kinderschaendern? Ich kann mir schon unter diesem Schwammbegriff nichts vorstellen der nur dazu dient Dinge nicht sagen zu muessen, aber unter virtuellem Missbrauch kann mir noch weniger vorstellen.
 
Kinderpornographie ist moralisch absolut untouchable und eigenet sich immer wieder hervorragend um solchen Meldungen was gutes abzugewinnen. Nicht selten werden einem dann so noch neueste Änderungen in Sachen "Staat. kontrollierter Abbau der Privatsphäre" schmackhaft gemacht. Kinderschändung würde wohl auch für viele Leute einen kleinen Krieg, Folter und sonstige Spielereien, rechtfertigen.
Nicht das diese Aktion der Polizei unbedingt verkehrt ist. Aber die Art und weise wie es dem $Leser verkauft wird ist mal wieder typisch.
Zucker auf die Klinge!
 
ich denke es sollte sowieso viel mehr durchgegriffen werden im netz - im bereich kinderpornografie und ähnlichem wird viel zu wenig getan (siehe vor allem österreich *snief*) ...
denke wohl kaum dass so *kleinen* usern auf die füße getreten wird nur weil sie nicht originalversionen verwenden ... wäre viel zu kostenaufwendig für das was im endeffekt dann rauskommt.

bezüglich privatsphäre: gibts denn sowas überhaupt noch? es ist so ziemlich fast alles nachvollziehbar was man wann wo und wie macht (seit dem handyboom sowieso) ... und wieso sollte das im netz anders sein. der vor- bzw. teilweise nachteil ist da nur die riesen unübersichtlichkeit ... -

lg
 
Hm, naja, klingt einleuchtend. Wahrscheinlich habe ich irgendwo beim scharf Abbiegen mein Misstrauen verloren ? argh ?
Ich dachte wahrscheinlich, die Aufgabe erfüllt in erster Linie (und einzig) der übersteigerte Terrorismus-Wahn.

Bitte um Nachsicht ?
 
Aber man muss sich ja um den erhalt eines kleinen rests von Privatsfäre sorgen.
Ich finde es natürlich auch gut wenn Leute die Kinderpornos vertreiben hinter gitter kommen. Aber ich beführchte, dass Menschen die ganz normal durchs Netz surven auch strärker unter die Lupe genommen werden.
 
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