Routingprotokoll / Filterdatenbasis

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Shlyakh

Guest
Ich lese gerade ein Einfürhungswerk zum Thema "Internetworking" (Zitterbart & Schmidt: 1995).

Da heißt es auf S. 4.:

"""
Zur durchführung des Routings werden drei Basiskomponenten benötigt:

- Routingprotokolle
- Routingalgorithmen
- Routingtabellen

[...] Die Wegeinformationen halten die einzelnen Systeme jeweils in Routingtabellen.

"""Außerdem heißt es, dass bei einem lokalen Netzwerk auf der MAC-Ebene die Adressen der ein- bzw. ausgehenden Daten in einer Filterdatenbasis gespeichert werden. """


Mir ist nicht ganz klar, ob die Filterdatenbasis als eine Routingtabelle bezeichnet werden kann. Wenn in einem WLAN 2 Benutzer das Internet verwenden, werden dann
im Router die MAC-Adressen von den beiden Rechnern DAUERHAFT gespeichert? Oder werden Routingtabellen / Filterdatenbasen dann von Zeit zu Zeit automatisch gelöscht?
 
die zitierten aussagen sind etwas ... naja ... unpräzise ...

punkt 1:

routingprotokolle sind für routing nicht erforderlich ... sie machen dem netzwerk admin aber leichter ... ohne routingprotokolle müsste man die routingtabellen per hand pflegen ... nicht schön, aber machbar

punkt 2

hier wird routing auf 2 layern beschrieben ohne das die trennung ersichtlich wird:

routing auf IP ebene (osi-layer 3) läuft anhand von routing tabellen ab

routing auf MAC ebene (osi-layer 2) läuft anhand von MAC tabellen ab (Tabellen die aussagen welche MAC-adressen hinter welcher schnittstelle liegen). Insbesondere sei darauf hingewiesen, dass der begriff routing für osi-layer 2 untypisch ist.

konzeptionell gesehen ist es aber der gleiche vorgang der wegfindung, lediglich auf einer anderen ebene


kommen wir mal dazu wie diese 2 tabellensysteme gepflegt werden:

zunächst MAC:

alle frames die auf einer schnittstelle eingehen, haben eine absender adresse. die wird für gewöhnlich beim eintreffen eines frames auf einer schnittstelle, eben dieser schnittstelle zugeordnet falls das noch nicht der fall ist. gleichzeitig wird zu diesem eintrag der zeitpunkt notiert, nach einer zeitspanne X wird der eintrag verworfen. (es gibt noch weitere konzepte, aber im grunde genommen verhalten sie sich ähnlich)

nun zu IP:

wenn die routingtabelle eines routers manuell gepflegt wird oder allgemein statische einträge enthält, dann sind diese dauerhaft gültig, bis sie geändert oder gelöscht werden. falls routing protokolle zum einsatz kommen, bestimmen diese protokolle über den gültigkeitsbereich ihrer einträge in der routing tabelle: das Routing Information Protocol (RIP) spezifiziert für eine Route einen Timeout von 180 Sekunden, oder anders ausgedrückt: bekommt ein Router der RIP verwendet für 180 Sekunden kein Update dass besagt, die Route sei verfügbar, wird sie zur Löschung vorgesehen.



um also dein beispiel aufzugreifen:
Wenn in einem WLAN 2 Benutzer das Internet verwenden, werden dann
im Router die MAC-Adressen von den beiden Rechnern DAUERHAFT gespeichert? Oder werden Routingtabellen / Filterdatenbasen dann von Zeit zu Zeit automatisch gelöscht?
das ist abhänig von der software die auf dem router läuft:
üblicherweise sind solche einträge dynamisch und veralten mit der zeit ...

es ist allerdings genauso möglich dass z.b. der router eine sicherheitsoption wie "Port-Security" kennt, die einen port auf die erste MAC adresse festlegt die er sieht ... sowas wird dann in der regel beibehalten bis es manuel zurückgesetzt wird. Switches mit diesem feature waren auf LAN-Parties immer der brüller, wenn irgendwer mal quer durch die halle fragt warum denn alle switchports kaputt sind ...
 
Vielen vielen Dank, GrafZahl, für Deine Antwort!

üblicherweise sind solche einträge dynamisch und veralten mit der zeit ...

Wie groß ist diese Zeit ganz grob gesprochen? Handelt es sich dabei um tage oder eher Monate oder eher Jahre?
 
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