Gentoo kann schneller sein als andere Distros, ist es aber bei 80% der Gentoo-User nicht, da die meisten nicht wirklich Ahnung von Compiler-Optionen und -Flags haben und damit sind sie garnicht in der Lage ihr Gentoo wirklich zu optimieren. Hab oft genug Gentoo-User erlebt, deren tolle "optimierte" Installation langsamer war als ein Default-Ubuntu.
Da der Kernel bei den meisten Distros mittlerweile mit 'modall' übersetzt wird, sind die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen einem selbst gebauten Kernel und einem Default-Kernel sehr minimal und liegen im Bereich von 1-2 Sekunden. Der Grossteil der Bootzeit geht beim Starten von Services, Hardwarescans u.ä. drauf. Daher sollte der erste Weg zum Optimieren des Bootvorgangs sein, dass man erstmal alle nicht benötigten Services deaktiviert und mal die rc-Bootskripte überarbeitet. Gerade die rc-Bootskripte machen mittlerweile bei vielen Distros soviel unnötigen Kram, dass man durch Überarbeitung derselben meist locker 5-8 Sekunden Bootzeit rausholt.
Geht man von Default-Installationen aus, liegen Debian, Fedora und Ubuntu bisher an der Spitze, was die Boot-Geschwindigkeit angeht. Auch DSL bewegt sich da im Spitzenfeld, wenn es auf einer Festplatte (und nicht auf einem USB-Stick, wofür es ja gemacht ist) installiert wird. Wirklich schnell ist aber nur LFS, da man da (anders als bei Gentoo) von Anfang an "gezwungen" ist sein System zu optimieren und sich damit intensiv auseinanderzusetzen. Allerdings sollte man da bei der Installation einiges an Erfahrung mit Linux und dem gcc mitbringen. Auch ist fraglich ob sich der Aufwand einer LFS-Installation lohnt nur um ein paar Sekunden Bootzeit rauszuholen.
Also:
1. unnötige Services mit einem Runlevel-Editor deaktivieren
2. rc-Bootskripte abspecken
3. Kernel so bauen, das ausschliesslich die von der Hardware benötigten Treiber drin sind, diese idealerweise fest einbauen und nicht als Modul
Und schon kann man bei jeder Distro einiges an Bootzeit herausholen.