Seite speichert IP und veröffentlicht diese?

Hier mal ne kleine rechtliche Frage:

Die Seite http://webb24.de/counter/ speichert die IP-Adresse des Nutzers und veröffentlicht die des letzten Besuchers.
Ich bin durch Zufall auf eine solche Seite gestoßen, dessen Betreiber einen solchen Zähler integriert hatte. Ich muss schon sagen, dass ich mich doch ein bisschen in meinen Persönlichkeitsrechten verletzt gefühlt habe, als beim zweiten Aufrufen da meine IP stand, die genau der nächste Besucher so ablesen kann.

Das ganze gehört zu einem Homepage-System meiner Schule, auf der jeder Schüler eine eigene Homepage auf dem Schulserver speichern kann.

Jetzt meine Frage: Kann ich den Administrator anschreiben und mich über den Inhalt dieser Homepage beschweren? Wäre das gerechtfertigt?
 
Also ich bin mir an dieser Stelle nicht so 100%ig sicher, aber ich denke, da wirst du nichts machen können. Letztendlich ist es einem normalen Benutzer (derzeit) nicht möglich, eine IP einer Person zuzuordnen, da man ja im Regelfall dynamische IPs bekommt.
Problematischer ist es da dann bei statischen IPs, da auf diese Weise die Erstellung von Bewegungsprofilen sehr erleichtert wird.

Eine wirklich rechtssichere Antwort kannst du hier übrigens nicht bekommen, nur so als Hinweis.
 
Soweit ich das verstanden habe, ist die Seite im Intranet also Lokal auf den Schulservern gespeichert. Die Frage ist jetzt ob von aussen Zugriff auf diese Seiten stattfindet. Ist das nicht der Fall würde ich mir keine allzu große Sorgen machen. Der Admin könnte dir auf jeden Fall weiterhelfen.
 
Ich bin auch kein Anwalt, allerdings setze ich mich in unserer Firma auch gerade mit verschiedenen Datenschutz-Themen auseinander und habe mich daher zumindest etwas in die Thematik eingelesen.

Man muss dabei differenzieren. Zum einen, ob es sich um öffentliche und nicht-öffentliche Bereiche handelt und zum anderen aus welchem Grund die Daten erhoben und verarbeitet werden.
Ob IP-Adressen nun personenbezogene Daten sind oder nicht, wird immer wieder gerne diskutiert und es gibt einige gegensätzliche Meinungen und Urteile. Allerdings scheint sich so langsam bei unseren Bundesdatenschützern die Meinung durchzusetzen, dass es bei einem privaten Internet-Anschluss personenbezogene Daten sind (siehe z.B. hier, hier und hier). Umstritten ist dabei der Aspekt der "Bestimmbarkeit":
§3 BDSG:
(1) Personenbezogene Daten sind Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person (Betroffener).
http://dejure.org/gesetze/BDSG/3.html
Jedoch erlaubt das BDSG, sowie das TMG unter bestimmten Vorbehalten, eine Verwendung und Speicherung der IP-Adresse:
§15 TMG:
(1) Der Diensteanbieter darf personenbezogene Daten eines Nutzers nur erheben und verwenden, soweit dies erforderlich ist, um die Inanspruchnahme von Telemedien zu ermöglichen und abzurechnen (Nutzungsdaten). Nutzungsdaten sind insbesondere
1. Merkmale zur Identifikation des Nutzers,
2. Angaben über Beginn und Ende sowie des Umfangs der jeweiligen Nutzung und
3. Angaben über die vom Nutzer in Anspruch genommenen Telemedien.
http://www.gesetze-im-internet.de/tmg/BJNR017910007.html
§4 BDSG:
(2) Personenbezogene Daten sind beim Betroffenen zu erheben. Ohne seine Mitwirkung dürfen sie nur erhoben werden, wenn
1. eine Rechtsvorschrift dies vorsieht oder zwingend voraussetzt oder
2. a) die zu erfüllende Verwaltungsaufgabe ihrer Art nach oder der Geschäftszweck eine Erhebung bei anderen Personen oder Stellen erforderlich macht oder
b) die Erhebung beim Betroffenen einen unverhältnismäßigen Aufwand erfordern würde
und keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass überwiegende schutzwürdige Interessen des Betroffenen beeinträchtigt werden.
http://dejure.org/gesetze/BDSG/4.html
Eine Erhebung und Verwendung von personenbezogenen Informationen Bedarf laut BDSG zumindest der Mitteilung (dazu reicht ein Vermerk im Impressum/Disclaimer):
§4 BDSG:
(3) Werden personenbezogene Daten beim Betroffenen erhoben, so ist er, sofern er nicht bereits auf andere Weise Kenntnis erlangt hat, von der verantwortlichen Stelle über
1. die Identität der verantwortlichen Stelle,
2. die Zweckbestimmungen der Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung und
3. die Kategorien von Empfängern nur, soweit der Betroffene nach den Umständen des Einzelfalles nicht mit der Übermittlung an diese rechnen muss,
zu unterrichten.
http://dejure.org/gesetze/BDSG/4.html
Um es auf den Punkt zu bringen:
Falls kein Hinweis auf eine Speicherung oder Verarbeitung der IP-Adresse im Impressum oder sonstwo zu finden ist und du die Seite von zuhause aus aufrufen kannst, würde ich den zuständigen Admin einmal auf ein paar Punkte im BDSG aufmerksam machen und ihn bitten zumindest ein Vermerk im Impressum hinzuzufügen und ein Schutz einzubauen, damit die gespeicherten IP-Adressen nicht für jeden einsehbar sind. :)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Die Seite hat kein Impressum. Ganz unprofessionell, von einem Schüler, der diese Erweiterung anscheinend lustig fand.

Das ist hier meistens nur nach dem Motto "Schaut mal was ich drauf hab, ich kann mir mit einem WYSIWYG-Editor eine eigene Homepage zusammenklicken!"

Aber danke für den Rat, ich werd dem Admin mal ne Mail schreiben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oehm, mal ne bloede frage... Was soll daran so schlimm sein, bzw. illegal oder sonstwas, dass die IP vom letzten Besucher veroeffentlicht wird? Wenn dein Nachbar rumschreit, wer letztens bei ihm zu Besuch war, zeigst du ihn ja auch nicht wegen Verletzung von Persoenlichkeitsrechten an O_o
 
Wenn er aber deinen Namen in diesem Zusammenhang rumschreit ist das theoretisch at least zivilrechtlich verfolgbar...
 
Oehm, mal ne bloede frage... Was soll daran so schlimm sein, bzw. illegal oder sonstwas, dass die IP vom letzten Besucher veroeffentlicht wird? Wenn dein Nachbar rumschreit, wer letztens bei ihm zu Besuch war, zeigst du ihn ja auch nicht wegen Verletzung von Persoenlichkeitsrechten an O_o

Man muss das ganze etwas breiter sehen. Das mit dem Nachbarn ist jetzt ein nettes Beispiel, aber lass den Nachbarn jetzt mal nicht den Nachbarn sondern eine Arztpraxis, Nachtclub, etc... sein. Siehst du dann das auch immer noch so ?
Bei Webseiten ist das relativ ähnlich zu sehen, da geht es nicht um den Inhalt sondern einfach darum, dass es eine Website ist, ohne das groß differenziert werden sollte.
Somit ist meiner Meinung nach eine IP-Log-Datei, völlig konform, sobald sie jedoch öffentlich einsehbar ist, es eben nicht mehr so ist.

Ein Impressum ist übrigens bei allen Druckwerken (Zeitungen, Flugblätter, etc.) nach dem Pressegesetz Pflicht, denke mal dass es somit für Internetseiten ebenfalls gilt, zumindest wenn darauf etwas publiziert wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Man muss das ganze etwas breiter sehen. Das mit dem Nachbarn ist jetzt ein nettes Beispiel, aber lass den Nachbarn jetzt mal nicht den Nachbarn sondern eine Arztpraxis, Nachtclub, etc... sein. Siehst du dann das auch immer noch so ?

Du kannst aus einer Zahlenreihe mit Punkten getrennt erkennen daß das eine Arztpraxis, Nachtclub, etc bzw. die IP eines Rechners aus einer Arztpraxis, Nachtclub, etc ist? Respekt.

Meine IP ist übrigens gerade 91.33.114.68. Man möge doch auch nur das geringste über mich herausfinden.

Wann hören endlich die Märchengeschichten über IP-Adressen auf?!?!
 
Dazu möchte ich auch einen kurzen pragmatischen Bash loslassen:
Wer nicht will, dass andere Menschen oder Maschinen seine IP-Adresse zu einem bestimmten Zeitpunkt kennen, sollte zu diesem Zeitpunkt das Modem abschalten.

Es gibt viele gute Gründe, sich über Datenschutz Gedanken zu machen. Aber wenn man mit dem Auto durch die Stadt fährt, sollte man sich nicht darüber wundern, dass die Leute plötzlich das Kennzeichen des Autos kennen.
Auch wenn der Vergleich hinkt: Man sollte in sich gehen und darüber nachdenken, /warum/ man seine IP-Adresse nicht veröffentlicht haben möchte. Dann kommt man entweder zum Entschluss, dass es keinen Grund gibt oder dass man ein Problem hat, welches man lösen sollte.
 
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Noch 'ne Meinung:

Wer nicht will, dass andere seine IP Adresse sehen, sollte sich anonym im Internet bewegen, mit einer entsprechenden SW.
 
Das stimmt. Dem Proxy muss man vertrauen können. Aber mit der von anderen Websites publizierten eigenen IP-Ad ist Schluss! Und das war doch das Problem?
 
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